von 6 nach 1
randbemerkungen aus der kommandozentrale:
arbeitsverträge in berlin: 1
gekündigte wohnungen in frankfurt: 1
noch nicht unterschriebene mietverträge in berlin: >1
aufträge an speditionen: 1
seit dem letzten umzug nicht ausgepackte umzugskisten: 2
umzuziehender kram: ca 29 kubikmeter
besuche bei ikea ohne ernsthaft etwas zu kaufen: 3
Virtueller Stadtrundgang Riederwald
So, nachdem Madame und ich ja schon länger, immer wieder und ausdauernd durch die Riederwälder Architektur fasziniert sind, konnten wir uns in letzter Zeit auch etwas fortbilden. Da Madame aber grade unglaublich fleißig ist, ich hingegen eine Erkältung als Ausrede fürs Nichtstun nutze, darf ich einen Ergebnisabstract unserer Stadterkundungen hier posten.
Ausgelöst durch ein schönes Buch haben wir in den letzten Tagen den Riederwald und das angrenzende Gebiet so an sich gedruckt und zu Fuss erkundigt und ich dann auch zum weitersagen virtuell.
Bemerkenswert zum Beispiel die Dachgärten in der Görrestrasse mit bemerkenswerten Flachdachbauten, großen Gärten und in Häusern die mindestens 40 Jahre moderner aussehen als sie tatsächlich sind. Allerdings ist die “Architektonische Perle” des Stadtgebiets in Gefahr. Die Sache scheint aber noch unentschieden, auch sieben Jahre später steht die Ladenzeile noch (sonst hätte sie ja nicht das Buch verkaufen können), gerade die Görrestrasse aber ist immer noch in einem wahrlich grausigen Sanierungszustand. Immerhin ist neben Anwohnern und SPD auch die CDU mittlerweile gegen den Abriss. Anders sieht es eigentlich nur noch der Eigentümer, der den letzten Abriss und Neubau allerdings auch nur in den 1970ern/1980ern zugibt.
Neben vielen Häusern und Gärten glänzt der Riederwald und das Industriegebiet direkt daneben aber auch durch Läden und Fabriken. Gut, dass der Vegetarismus doch einige Zeit hinter mir liegt. Ist hier doch nicht nur der
Der Produzent der Rügenwalder Teewurst anwesend, sondern auch der Weltmarktführer (zweiter von oben) oder doch nur “Deutschlands größter” beziehungsweise “einer der größten” Produzenten von Dönerfleisch,Karmez “the Original” wie an der Fabrik steht. Leider beide ohne Fabrikverkauf.
Immerhin, auch der wesentlich zugänglichere Metzger Nikita produziert nicht nur gloriose Würste und Frikadellen sondern eine (auf ihre Art ebenfalls gloriose) Metzgerei-Nikita-Website. Dank der Links dort weiss ich nicht nur was er in seiner Freizeit macht, sondern auch wie er mit nackten Oberkörper aussieht (links oben). Noch nicht getestet hingegen ist
das Schwarzwaldstüble die “kleine Kneipe mit Flair”, das Riederwälder Eck oder das Donuts-Cafe in der Harley-Factory Selbst den Harley-Fans dürfte allerdings der Rock respektive Death Metal in “Die Halle” zu heftig sein und auch für den Besuch der Disco Enigma braucht man anscheinend nicht nur Polnischkenntnisse sondern auch einen ganz eigenen Musikgeschmack.
Wohl leider weniger lebensfreudig sind die diversen Moscheen, insbesondere da noch nicht klar ist ob um die Ecke der gescheiterte Terrorist Fritz G. und der “Hassprediger” verkehr(t)en, oder auch nicht, wie der Prediger selbst meint Unproblematischer wahrscheinlich da der Hindu-Tempel-Besuch bei der Gwinnerstrasse.
Was sonst noch: chemische Industrie in größeren Mengen, siehe bei Lurgi, in etwas kleiner bei Roses; oder auch unglaublich hübsche erotische Kunst. und nicht zu vergessen, der nepalesische Generalkonsul.
southpark
lücke geschlossen
eine bildungslücke weniger: ich war am samstag im fussballstadion und habe das 1:0 der frankfurter eintracht gegen hertha bsc von oben beguckt (irgendwie waren wir im langnese familienblock kurz unter dem dach gelandet). auch wenn ich sowohl anpfiff, als auch beginn nach der halbzeitpause und abpfiff grandios nicht mitbekommen habe, hatte ich wenigstens das tor im entscheidenden augenblick im blick. fazit: live deutlich weniger langweilig als im fernsehen, wenn auf dem platz nix passiert, kann man ja die 45.000 fans betrachten. gerne mal wieder…
fresh, fun, fit, free
ganz was neues: zum ersten mal in meinem leben bin ich heute mitglied eines sportvereins geworden! zum preis von neun euro im monat stehen mir nun nach belieben angebote wie cardio-fight, flexi-power, pezzi, nia oder pilates magic circle offen. für geradezu lächerliche weitere drei euro monatlich kann ich nun jeden dienstag den ganzen tag im panoramabad (kostet sonst vier euro pro eintritt) planschen. ausserdem hat die turngemeinde bornheim vor vier jahren der stadt frankfurt ein komplettes hallenbad in fechenheim abgekauft, das nun täglich und ausschließlich den 13.000 vereinsmitgliedern zur verfügung steht.
praktischerweise war heute dienstag und nachdem ich mich in die geschäftsstelle des vereins getraut und in weniger als fünf minuten meinen mitgliedsausweis bekommen hatte, konnte ich gleich das vereinsmeierische schwimmgefühl ausprobieren. leider ist das schöne außenbecken dienstags nicht geöffnet, genausowenig wie die cafeteria, auf die ich allerdings eher verzichten kann. ansonsten ganz normaler schwimmbetrieb. ich bin also nicht weiter aufgefallen.
und nun überlege ich nur noch wann die turngemeinde ihren slogan anglisiert hat und wofür die vier f vorher gestanden haben mögen…
hessen wächst
ich lebe in einem prosperierenden bundesland: hessen wächst. um 1,8 hektar. bayern dagegen schrumpft um diese fläche. notwendig wurde dies durch die chaotische grenzziehung des königs dagobert I aus dem 7. jh, die für zunehmende verwirrung der zuständigkeiten insbesondere der radarkontrolleure gesorgt hatte. aber jetzt wird ja alles wieder gut…
offensichtlich bin ich schon tief in das hessische kommunalrecht eingetaucht – seit drei tagen befinde ich mich in der verwaltungsstation und habe einigen nachholbedarf. stadtstaaten ohne nennenswertes kommunalrecht haben auch ihre vorteile…

die strafstation ist fast zu ende (eigentlich ganz zu ende, aber eine akte liegt noch hier…). hat wirklich spass gemacht und mich in gewisser weise mit dem verhassten strafrecht versöhnt. die klausur war dann doch auch nicht so völlig versemmelt, immerhin 2,5 punkte mehr als in der strafrechtsklausur im 1. examen. die sitzungsdienste waren grandios – endlich mal selbst was machen, selbst was entscheiden, nicht nur entwürfe für die akten anderer verfassen.

dann gibt es noch einen rekord zu vermelden: mitte oktober war ich mit 14 !! daad-stipendiaten in höchst, langsam wird das eine richtig nette, feste truppe. sehr erfreulich und inspirierend. habe mich von einem amerikanischen ärchäologen (spezialist für antike römische münzen) über das unwesen der army-recruiter an amerikanischen universitäten aufklären lassen – dabei fällt mir ein: ich könnten die stipendiaten auch mal in das geldmuseum schleppen, das ist auch umsonst. *notier*

was war sonst? wikipedia-schreibwettbewerb. viel zu lesen, ein wundervolles jurywochenende auch in höchst, eine kontroverse entscheidung, sturm im wasserglas und mein erstes interview.
ps. höchst ist grossartig, da gibt’s nämlich alte herde:
