Sehr geehrte Frau Dornseif,
sicher haben Sie schon vom Nationalen IT-Gipfel unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört (Leuchtturmprojekte). Ziel ist es, der Bundesregierung Empfehlungen für die IT-Strategie der nächsten Jahre zu geben. Der Gipfel wird am 21. November 2008 in Darmstadt stattfinden.
PROZEUS ist vom Bundeswirtschaftsministerium gebeten worden, Praxiserfahrungen und Meinungen der PROZEUS-Unternehmen in die Arbeitsgruppe IKT im Mittelstand einzubringen.
Wir haben Sie als typisches PROZEUS-Unternehmen ausgewählt.
Die Fragen:
Interviewleitfaden
Welchen Stellenwert hat Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK)- Wissen für die Zukunftsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen
Die Fragen:
Woher beziehen Sie überwiegend Ihr Wissen über Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) bzw. wie beschaffen Sie sich die nötigen Informationen?
Wir beziehen unsere Informationen aus diversen Quellen: hauptsächlich aus Blogs, Newsseiten im Internet, Newsgroups, Büchern und Gesprächen online oder offline.
Welches sind heute für Sie die drei wichtigsten IKT-Themen?
Customer-Relationship-Management, Analysen von Verkaufszahlen, Kosten und Lagermengen, Globale Vernetzung.
Was denken Sie, werden die drei wichtigsten IKT-Themen in 5 Jahren sein?
Knowledge-Management, E-Learning, Global Infrastructure Service (GIS), EDI mit Behörden
Wie gehen Sie heute mit den IKT-Anforderungen in Ihrem Unternehmen um?
Wir sehen die Anforderungen als Herausforderung und als eines der wichtigsten Erfolgsfaktoren von Unternehmen. Das Thema IKT ist aus diesem Grund bereits in der Geschäftsführung verankert. Wir gehen davon aus, dass IT immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.
Was schätzen Sie, wie Sie mit diesen Anforderungen in fünf Jahren umgehen werden?
Genauso wie heute, allerdings mit mehr, gerne auch internationalem, Personal.
Weiterhin wird es immer wichtiger werden, im gesamten Unternehmen die Anforderungen und Zusammenhänge von komplexen IT-Strukturen zu verstehen. Gerade im Bereich der käufmännischen Ausbildung muss hier noch viel mehr Wert auf die Vermittlung dieser Zusammenhänge gelegt werden.
Welche Maßnahmen treffen Sie, damit Ihre Mitarbeiter diesen Anforderungen gerecht werden?
Wir versuchen durch ständige Schulungen und Freiräume zur eigenen Entwicklung dafür zu sorgen, dass unsere Mitarbeiter diesen Anforderungen gerecht werden können.
Insbesondere an unsere Mitarbeiter im IT-Bereich stellen wir sehr hohe Anforderungen. So sind diese aufgefordert, jede Woche etwas zu automatisieren, ihr Wissen weiterzugeben, jede Woche etwas Neues zu lernen und sich wöchentlich schriftlich mit strategischen Fragen auseinander zu setzen. Diese hohen Anforderungen tragen dazu bei, dass die eigene Arbeit und die der Abteilung immer wieder reflektiert und dadurch verbessert werden kann.
Gleichzeitig können die Mitarbeiter in der IT-Abteilung aber auch ein gewisses Stundenkontigent mit eigenen Projekten während der Arbeitszeit verbringen. Auch dies soll der positiven Entwicklung, der Weiterbildung und der Entstehung kreativer Ideen dienen.
Welche Kompetenz im Bereich von ITK haben Mitarbeiter Ihres Unternehmens heute?
Da insbesondere im IT-Bereich Wissen nur eine geringe Halbwertszeit hat, ist die wichtigste Kompetenz, die ein Mitarbeiter in diesem Bereich haben kann, die Fähigkeit sich eigenständig Wissen anzueigenen. Dafür muss man schon ein hohes Maß an Leidenschaft für das Lernen haben.
Diese Fähigkeit ist allerdings nur selten stark ausgeprägt. Aus diesem Grunde haben wir bei uns ein wöchentliches Schulungsprogramm ins Leben gerufen, um so die Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen beim Lernen zu unterstützen. Dies dient auch dazu, deutlich zu machen, dass Neues zu lernen selbstverständlich sein muss und niemals aufhören darf.
Wie verteilt sich die ITK-Kompetenz in Ihrem Unternehmen?
Bisweilen ist die IT-Kompetenz in der IT-Abteilung und in der Geschäftsführung gebündelt. Ebenso haben alle Führungskräfte eine stark erhöhte IT-Kompetenz. Einzelne “Key-User” bringen ebenso ausgeprägte Fähigkeiten in diesem Bereich mit. Auch versuchen wir durch regelmäßige Schulungen allen Mitarbeitern ein umfangreiches Know-how in diesem Bereich zu aufzubauen.
Mit welchen künftigen IKT-Anforderungen sollen sich Ihre Mitarbeiter verstärkt auseinandersetzen?
Die Fähigkeit sich selbständig und schnell neues Wissen anzueignen.
One Comment
Es ist erschreckend, dass man zu diesem Gipfel im Internet kaum etwas findet. Ein paar Rückblicke zum ersten und zweiten gibt es. Zum diesjährigen Gipfel fast gar nichts. Anscheinend interessiert sich niemand dafür. Noch nicht mal bei Wikipedia gibt es etwas dazu.
Auf den Seiten des BMWI gibt es die Hannoversche Erklärung zum zweiten Nationalen IT-Gipfel 2007
Eine wesentlich umfangreichere Aufbereitung des ersten Gipfels findet sich hier.
This comment was originally posted on 20080906T20:26:43
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