Filmabend gestern auf Pro7. Vorsicht, Spoiler!
Zuerst kam “The Island”, ein gut gemachter Actionfilm mit nachdenklichen Untertönen, doch irgendwie für mich nicht bahnbrechend. Eine Big Brother/Verschwörungs/Gentechnik-Story, die mir irgendwoher bekannt vorkommt, vielleicht auch nur weil Elemente aus ähnlichen Filmen hier zusammenkommen.
Menschliche Klone werden in der Illusion gehalten, sie seien vor einer Umweltkatastrophe gerettet worden und seien die Happy Few, die die “Kontamination” überlebt haben. In Wahrheit steckt ein Konzern mit größenwahnsinngem Boss dahinter, der für reiche “Sponsoren” einen identischen Klon in dieser Scheinwelt vorhält, der im Falle des Falles als Organ-Ersatzteillager dient.
Bei den Charakteren jagt dabei leider ein Stereotyp den anderen:
- der größenwahnsinnge Erzbösewicht (Konzernboss)
- das Mädchen mit Köpfchen (Jordan 2-Delta)
- der Rebell (Lincoln 6-Echo)
- Steve Buscemi (spielt im Grunde auch immer nur sich selbst, aber im Vergleich mit den anderen Figuren ist er ein wahrer Othello…)
- skrupelloser Söldner, der am Ende aber doch auf sein Gewissen hört
usw…
Nach der Einleitung folgen nach den ersten 25-30 Minuten zahlreiche Actionszenen mit teils beachtlichem Aufwand, immer wieder unterbrochen von ruhigen Passagen, in denen über die philosophischen Implikationen des Ganzen sinniert wird. Zu tiefsinnig wird es nicht, ok es ist im Grunde ein Actionfilm und daher geht das absolut in Ordnung.
Wegen der guten Effekte und der edlen Optik (und damit meine ich sicher nicht nur Scarlett Johansson :-)), 7/10.
Anschließend “Layer Cake”, ein Gangsterfilm um einen aalglatten und höchst professionellen Drogenhändler gespielt von Daniel Craig, der kurz vor seinem geplanten Ausstieg aus dem Geschäft noch zwei wirklich unangenehme Aufgaben von seinem Förderer aufgedrückt bekommt.
Diese verstricken ihn in ein Netz von Rivalitäten, Mord, Verrat, Betrug und Gegenbetrug, durch das er sich mit den wenigen halbwegs loyalen Kollegen durchwurschteln muss. Dabei müssen links und rechts immer wieder Leute dran glauben, der Loyalität von Geschäftspartner kann nicht mehr getraut werden und auch komplett neue Spieler nehmen auf einmal Einfluss auf das Leben des Helden, bis es vollkommen aus den Fugen gerät.
Das ganze spielt in England und die Optik erinnert gelegentlich an Filme wie Snatch. Ein paar Mal blitzt auch der teilweise geniale trockene englische Humor durch, aber insgesamt ist der Film ernster als Snatch angelegt. Ein wenig mehr Leichtigkeit hätte hier gut getan.
Soweit die eigentlich ganz gute Story, die aber für meinen Geschmack mit ein wenig zu vielen Plottwists nervt; ganz zu Schweigen von dem Ende, das ich jetzt hier nicht verraten werden. Da dachte ich dann aber nur noch, “Och nee, jetzt reichts aber mit der Scheiße”. Die Schauspieler sind dabei teilweise bekannt oder auch nicht, es fällt aber niemand wirklich ab. Daher 6/10.