Category Archives: Vallespier

Altes Bergwerk in Maureillas

In der Gegend von Perthus gibt es zwischen Maureillas, Las Illas und Ceret ein Tal, das von den Reiseführern ignoriert wird, aber viele Gelegenheiten zum ‘rumstöbern bietet.

Die Gegend wird vom Tal des “Riv. de Maureillas” dominiert, dass recht kühl und lieblich ist – wenn man brav unten am Fluss bleibt. Ein guter Einstieg zum Wandern in das Flusstal bietet sich z.B. am Sportplatz von Maureillas.

Mehr oder weniger parallel dazu führt die D13 von Maureillas nach Las Illas, die zum Teil mit Felswand links, dann 3 Meter Strasse und dann Kliff bei Gegenverkehr so manchen Adrenalinschub bieten kann. Von der kann man auch immer wieder ins Tal.

Einweiterer Zugang bietet sich von der anderen Seite, wo die Siedlung “Les Hauts de Ceret” an das Tal stößt.

Auf der D13 nach Las Illas sahen wir rechter Hand einen Turm, der sich bei näherer Begutachtung als Ende einer Seilbahn herausstellte. Scheinbar wurde hier Schüttgut aus der Seilbahn in einen LKW oder dergleichen umgeladen. Ein Seil verschwindet von dem Turm aus ins Tal.

So sehr wir auch schauten, wir konnten nicht aus machen, wo das Seil denn nun hin ging – so blieb uns nichts übrig, als dem Ding nachzusteigen und nachzuschauen. Zum Glück führt von dem Turm ein steiler Pfad hinab ins Tal. Unten angekommen war es gar nicht so leicht, das Seil zu erblicken, als wir es dann gefunden hatten, mussten wir feststellen, das das Seil auf der anderen Seite wieder das Tal hoch geht.

Wo wir grad in der Gegend waren, hätten wir wohl besser auch noch den nahegelegenen Geocache angeschaut, haben wir aber vergessen.

Also von der anderen Seite geschaut. Auf Luftbildern hatten wir eine Ruine gesehen, die mit der Seilbahn zu tun gehabt haben könnte. Also sind über Les Hauts de Ceret angefahren und ins Tal gestiegen. Dazu sind wir bis zum Süd-Ost Ende der Allee de Fontaine Grosse gefahren und dort in Nord-Östliche Richtung losmarschiert (einigermassen brauchbare Karten von der Umgebung gibt es bei OpenStreetmap).

Tatsächlich sind wir nach einem recht steilen Abstieg (100 Höhenmeter auf ca. 300 Entfernungsmeter) an den Resten einer Miene inklusive eingebrochenem Mundloch und Schachtverbrüchen. Auch was, was nach einem Teil der Seilbahn aussah, aber kein Stück von der Ruine, das wir auf den Satelittenbildern gesehen hatten.

Nach ein bisschen Rumsuchens haben wir dann die Ruinen von weitem gesehen und konnten nun auch Teile der Seilbahn erkennen. Allerdings haben wir dann nicht mehr den Weg bis zur Ruine geschafft.
Ganz in der Nähe soll es auch noch die verfallene “Max Borrec” geben.

In der Ecke gibt es also noch viel zu erkunden!

Bermerkenswertes in Perthus

Perthus kann so manchen Ausflug füllen mit seiner jahrtausendealten Geschichte als Nadelöhr zwischen der Iberischen Halbinsel und dem restlichen Europa.

Neben unseren Entdeckungen Bunker und Luftschutz (?) Stollen haben wir noch die Ruine Panissars, die auf die alte Römerstraße gebaut wurde, einen Militärfriedhof, einen Wehrturm (begehbar für kletterwillige), einen verfallenen Bauernhof, noch einen Turm, eine Wasserstelle und einen Kilometerstein gefunden. Dann waren wir auch noch im Fort de Bellegarde.

Gleichzeitig bin ich sicher, dass es dort noch viel neues altes zu entdecken gibt. Sicher noch mal einen Ausflug wert.

Geschützbunker bei Perthus

Von den Wundern der Umgebung der Via Domitia bei Perthus im Südzipfel Frankreichs hatte ich ja schon berichtet.

Ein anderes Fundstück ist ein Geschützbunker (nennt man das so?). Hier in der Gegend wurden gerne die Geschütztürme von ausgemusterten (WK I?) Panzern einbetoniert und zur Sicherung von Pässen verwendet. Das Ding findet sich etwa 50 m südlich des Soldatenfriedhofs.

Während die Treppe total zuggewuchert ist, ist die eigentliche Aufnahme für den Turm in erstaunlich gutem Zustand. Meines Wissens wurden zumindest einige dieser Türme in den sechzigern und siebzigern noch “an Selbstabholer” verkauft – natürlich in nicht gefechtsfähigem Zustand.

Der Grundriss ist recht unkompliziert, ich vermute, dass man diese Bunker möglichst einfach gehalten hat, um mit geringem Aufwand die alten Geschütztürme noch einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Das ganze scheint ähnlich eines Ringstandes zu sein.

Spannend ist, dass das Ding auf Luftbildern mal so gar nicht auszumachen ist – was ja vermutlich auch im Sinne des Erfinders ist.

View Larger Map

Ein paar Bilder gibt’s bei flickr.

Über einen Stollen gestolpert

Na sowas: da ist man unterwegs durch die Süd Pyrenäen und stolpert praktisch ununterbrochen in irgendwelche historischen Gebäude. Eigentlich kein Wunder, waren wir doch auf den Spuren der Via Domitia unterwegs, auf der seit über zweitausend Jahren von Italien nach Spanien gereist wurde. Der in der Ortschaft Perthus gelegene Pyrenäen Pass war also schon immer ein Ort durch den im wahrsten Sinne des Wortes “die Völker zogen” und natürlich auch ein Ort, wo man sich einnistete, um zu kontrollieren, wer da durchzieht. Deutlichstes Monument dieser Bemühungen ist das Fort de Bellegarde, dass über den Ort thront und vermutlich auch Millionen Spanien Urlaubern, die auf der Autobahn vorbeidonnern, ins Auge gefallen ist.

Aber auch in den 1700 Jahren vor Bau der Festung wurden hier Ausweise kontrolliert, Maut kassiert und versucht feindliche Heere fern zu halten. Deswegen sind die Anhöhen um Perthus auch voll mit Gebäuden. Und auf dem Weg zu einer verfallenen Hofschaft sehen wir dann dies:

Genau genommen sehen wir sogar zwei Eingänge. Zwei Eingänge in was unterirdisches nebeneinander lassen ja erstmal an einen Luftschutzstollen oder dergleichen denken, denn wenn ein Eingang einen Treffer erhält und verschüttet wird, hat man immer noch den anderen als Hintertür.

Eine Erkungung der beiden Eingänge ergab gab nebenstehenden bizarreren Grundriss (aus dem Gedächnis gezeichnet). Wenn die beiden Hölen verbunden wären wäre es ja ein ganz typisches Luftschutzkonstrukt. Sind sie aber nicht. Die Wände lassen auch nicht vermuten, dass da ein Durchgang vorbereitet wurde oder gar zugemauert wurde. Ausgesprochen seltsam.

Es gab auch keine Spuren von Einbauten, Türen oder dergleichen. In der Nähe eines Eingangs ragte ein Metallpinn aus der Wand. Das war auch die einzige stelle, wo ein Bohrloch vom Stollenbau zu sehen war. Ansonsten haben wir keine Werkzeugspuren oder dergleichen gesehen. Der Boden war anständig lehmig und die Decke trocken.

An einem Eingang gab es leichten Verbruch und jemand hatte die Pflanzen, die vermutlich dafür verantwortlich waren sehr gründlich gestutzt.

Seltsam.

Bilder gibt’s bei flickr.