
Ich hatte mich kürzlich darangemacht die Reste der Wippeprtalbahn westlich von Hückswagen bei Winterhagen/Wiehagen zu erkunden. Also habe ich mich an der Brücke Busenberg/Wiehagener Straße auf die Strecke begeben. Ich habe mir an der Nordseite einen Wolf geklettert, anstatt an der Südseite bequem den Regenablauf ‘runterzugehen – den hatte ich erst von unten gesehen. Nächstes mal bin ich klüger.
Unter der Brücke ist eine Müllhalde und die Strecke ist in dieser Gegend ungemein verkrautet und wird scheinbar regelmässig mit Gartenabfällen übergossen. In westliche Richtung sird der einschnitt erstmal noch tiefer und die Strecke teilweise nahezu unpassierbar.

Dazu fand sich das aufwändigste Kinderhäusschen, das ich je gesehen habe.
Im Bereich des Bahnhofs war das Gleisbett wohl auf drei parallele Gleise ausgelegt, von denen aber nur noch eins vorhanden war. Irgendwer hat auch seinen Garten auf die Gleise ausgeweitet und ich habe erhebliche Zweifel, dass dies mit der DB AG abgesprochen ist.
Im internet gibt es ja nichts, was es nicht gibt – bei http://www.sporenplan.nl findet sich sogar ein Gleisplan des Bahnhofs:

Nachdem ich an dem, was wohl mal das Bahnhofsgebäude gewesen war (vgl. Bild zum Bahnhof Wiehagen auf bahnen-wuppertal.de), angekommen war, bin ich nördlich aus der Trasse hinausgeklettert und auf einem sehr schönen Wanderweg zurückgegangen. Das ging etwa 20 mal so schnell, wie das vorankommen auf der verkrauteten Strecke. Wäre ich der Strecke weiter gefolgt, wäre ich irgendwann beim Höhsieper Eisenbahntunnel gelandet.
Mehr zur Strecke gibt es bei oberbergische-eisenbahnen.de.
Karte und Bilder gibt’s bei flickr.

In den letzten Wochen habe ich mich einige Male auf der Strecke der Wippertalbahn bzw. des Balkanexpress herumgetrieben. Die Strecke war zumindest von Lennep bis Bergisch-Born zweigleisig wurde aber bereits in den fünfzigern zurückgebaut. Stillgelegt wurden die Strecken Mitte der neunziger.
Von der Wippertalbahn hat man hier ja schon über den Höhsieper Eisenbahntunnel bei Hückeswagen und der Strecke in Hückeswagen selbst lesen können. Der gemeinsame Teil beginnt hinter dem Bahnhof Lennep, unterquert dort die B229, unterquert dann die B51 südlich des Abzweigs der L412 und teilt sich dann in Bergisch-Born in die Strecke gen Osten nach Hückeswagen und gen Süden nach Wermelskirchen.
Das Gleisdreieck ist durch den Ausbau der B237 durchteilt und wir haben uns die südliche Hälfte (blaue Linie) angeschaut. Es findet sich dort etwas mehr Signaltechnik, als man ansonsten an stillgelegten Strecken findet aber ansonsten gibt es wenig zu sehen, bis auf eine doppelte Unterführung. Da das Gewerbegebiet weiter wachsen soll, kann es sein, dass der Bahndamm bald beseitigt wird. Umgebungskarte.
Auf der Strecke mitten zwischen Lennep und Bergisch Gladbach gibt es ausser schöner Landschaft wenig zu sehen. An der Brücke der B51 gibt es eine Treppe hinab auf die Trasse, aber wenn man die hinab will braucht man Dornenfeste Kleidung oder eine Machete. Ganz interessant ist, dass scheinbar einige Brücken im Betonzeitalter verbreitert wurdern – seltsam. Umgebungskarte.
Bilder gibt es bei flickr.
Update: heute haben wir in der Mittagspause das Stück zwischen der grünen und der blauen Strecke abgegangen. Ergebinis: der Bahnhof Bergisch-Born muss mal sehr groß gewesen sein.
Die Tage wollten wir von der Hückeswagener Seite Richtung Bergisch-Born auf den Höhsieper Eisenbahntunnel zu die alten Eisenbahnstrecke anschauen. Angeblich war die zu einem Wanderweg ausgebaut. Das konnte man auch sehen, wenn man durch Hückeswagen fuhr.
Wir haben also in Hückeswagen “An der Wupperniederung” auf dem ALDI-Parkplatz geparkt und da ging auch direkt ein Weg mit Schienen munter in westliche Richtung. So hatte ich mir das vorgestellt.
Nach nur hundert Metern zeigte sich allerdings, dass dann auch schon Schluss mit “rails2trails” war und die Bahnstrecke verkrautet war. Etwa eineinhalb Kilometer konnte man der Strecke noch ganz gut folgen, dann war sie so verkrautet, dass man nicht mehr gemütlich weiter kam, so dass wir nördlich auf den Mühlenweg abgebogen sind.
Dabei sind wir unter einer neueren Brücke hergekommen, auf der die Bergstrasse die Bahn kreuzt, das war es an interessanten Bauten.
Bei der gelegenheit haben wir uns noch die neue Ernst-Müller-Brücke die vor einigen Wochen nach dem Einsturz der alten Brücke installiert wurde.
Karte: Brücke, Bahnstrecke Bilder

(Bildquelle: Wikipedia)
Bis vor wenigen Tagen wusste ich nicht, dass es zwischen zwischen Bergisch-Born und Hückeswagen eine Eisenbahnlinie gab. Zwar war mir der Durchbruch durch den Bahndamm in Bergisch Born bekannt, aber über das Warum und Woher hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht.
Auf Satellitenbildern kann man den Streckenverlauf aber noch sehr deutlich sehen. Was man auch sehen kann, ist dass östlich von Busenbach ein Stück Bahntrasse fehlt.
Ein bisschen Recherche zeigt: da gab es mal einen Tunnel. Warum wusste ich das nicht schon vor 20 Jahren?
Wir sind auf der Kreisstraße 1 von Hückeswagen Richtung Engelsburg gefahren und haben dann direkt unter den Hochspannungsleitungen rechts der Straße geparkt. Von da haben wir uns am Kleintierfriedhof vorbei in östliche Richtung geschlagen und sind am Portal hinab auf die alte Strecke gestiegen. Das war recht beschwerlich. Ich vermute, über den Weg “Engelshagen” kommt man besser zum Ziel.
Der Tunnel war relativ frei von Müll und das Portal war nicht versperrt. Der Tunnel selbst war gut erhalten, aber an zwei Stellen hatte jemand den Schotter zwischen den Schwellen weggebuddelt, was eine fiese Stolperfalle ist.

Das Westportal ist mit einem Erdhaufen verschüttet, aber am oberen Ende ist genug Platz zum Durchkriechen, wenn man bereit ist, sich auf alle viere zu begeben.
Was bleibt: Umgebungskarte, Fotoalbum, Fotokarte.

Like urban exproration but without the city …