Tag Archives: Sehenswuerdigkeiten

Wippertalbahn bei Winterhagen

Ich hatte mich kürzlich darangemacht die Reste der Wippeprtalbahn westlich von Hückswagen bei Winterhagen/Wiehagen zu erkunden. Also habe ich mich an der Brücke Busenberg/Wiehagener Straße auf die Strecke begeben. Ich habe mir an der Nordseite einen Wolf geklettert, anstatt an der Südseite bequem den Regenablauf ‘runterzugehen – den hatte ich erst von unten gesehen. Nächstes mal bin ich klüger.

Unter der Brücke ist eine Müllhalde und die Strecke ist in dieser Gegend ungemein verkrautet und wird scheinbar regelmässig mit Gartenabfällen übergossen. In westliche Richtung sird der einschnitt erstmal noch tiefer und die Strecke teilweise nahezu unpassierbar.

Dazu fand sich das aufwändigste Kinderhäusschen, das ich je gesehen habe.

Im Bereich des Bahnhofs war das Gleisbett wohl auf drei parallele Gleise ausgelegt, von denen aber nur noch eins vorhanden war. Irgendwer hat auch seinen Garten auf die Gleise ausgeweitet und ich habe erhebliche Zweifel, dass dies mit der DB AG abgesprochen ist.

Im internet gibt es ja nichts, was es nicht gibt – bei http://www.sporenplan.nl findet sich sogar ein Gleisplan des Bahnhofs:

Nachdem ich an dem, was wohl mal das Bahnhofsgebäude gewesen war (vgl. Bild zum Bahnhof Wiehagen auf bahnen-wuppertal.de), angekommen war, bin ich nördlich aus der Trasse hinausgeklettert und auf einem sehr schönen Wanderweg zurückgegangen. Das ging etwa 20 mal so schnell, wie das vorankommen auf der verkrauteten Strecke. Wäre ich der Strecke weiter gefolgt, wäre ich irgendwann beim Höhsieper Eisenbahntunnel gelandet.

Mehr zur Strecke gibt es bei oberbergische-eisenbahnen.de.

Karte und Bilder gibt’s bei flickr.

Jacobsstollen nochmal

Ich habe die Beschreibung des Jakobsstollens etwas aktualisiert und ein paar Bilder online gestellt.

Bismarkhöle in Ennepetal

Durch einen Hinweis in einem doch ehr obskuren Webforum hatte ich mitbekommen, dass heute Tag des Geotops ist.

Der Verein für Heimatkunde Schwelm und der Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. veranstalteten eine “Befahrung” (vulgo: durchlaufen) der Bismarkhöhle in Ennepetal sowie eine Führung um den Klutertberg.

Die Klutertführung wag gut, aber dunkel kante ich das alles auch noch aus der Schule. Am beeindruckensten fand ich wie stark man den Untergrund im Wald anhand der Vegetation erkennen kann und wie klein die zum teil die Biodope (Geotope?) sind: 1 qm anderes Grass – ganz klar, dass da der Untergrund anders ist.

Auf einer kleinen Brache waren wir Pflanzen zählen und kamen auf 33 Arten (ohne Gräser, Bäume und Moose) – beeindruckend.

Höhepunkt war aber ganz Klar der Höhlenbesuch. Die Bismarkhöhle wurde bei der Treassierung der Bahnlinie “angeschnitten” (vulgo: entdecket) und muss mächtig schön gewesen sein. Wie schön das sein kann, hatten wir letztes Jahr beim Besuch der Grotte des Grandes Canalettes gesehen. Scheinbar wurden damals die Sinterungen Wagenladungsweise abtransportiert, um sie z.B. in Gartengrotten zu verbauen. In unzugänglichen Teilen der Höhle, bei denen man unterirdische Seen durchtauchen muss, um dort hinzukommen, soll es aber noch sehr schön sein.

Die Höhle wurde im zweiten Weltkrieg zum Luftschutzraum ausgebaut indem der Boden aufgefüllt wurde und Beleuchtung sowie sogar Latrinen eingebaut wurden. Nicht nur dass, sondern es gab sogar ein Kinderkarussell und eine Wippe. Wenn man zusammengepfercht mit 1000 Leuten während eines Bombardments ausharren muss, empfindet man das sicherlich nicht als Luxus.

Ein spannender Ausflug war’s. Bilder gibt’s bei flickr. Ich war übrigens sehr zufrieden mit der Lichtstärke der IXUS 90. Die Fotos sind ohne Blitz und Stativ nur mit dem Licht des vorhandenen Geleuchts (vulgo: Helm- und Taschenlampe) gemacht.

Wuppertaler Nordbahntrasse West

Gestern haben wir ein Stück der Nordbahntrasse Wuppertal bewandert. Der Verein Wuppertalbewegung will da einen Rad- und Wanderweg einrichten (bravo!).

Wir haben die Strecke bei Rheinkalk in Wuppertal Dornap bestiegen, wo der noch von der Rheinkalk genutzte Teil endet.

Bis der Teil der Strecke ein Wanderweg wird, ist es noch etwas hin, ohne Machete oder ähnlichem ist da kaum ein Durchkommen. Wenn das nicht stört, ist die Strecke sehr schön. irgendwer hat kürzlich entlang der Strecke ein Telefonkabel recht unorthodox verlegt. Leider haben wir übersehen, wo das Kabel die Trasse verlässt.

Die Strecke war zweigleisig. Der eine Tunnel, den wir “befahren” haben war gut erhalten und kaum vermüllt. Danach kommt ein schönes Stück Trasse, bei dem man mal nicht – wie im Bergischen üblich – durch ein Schattiges Tal läuft, sondern es ging an frisch gemähten, sonnigen Wiesen vorbei.

An dem Kugeltank Industriestraße trifft sich die Trasse mit einer Verbindung zum Bahnhof Vohwinkel. Da trauten wir unseren Ohren und Augen nicht: mit riesen Gerumpel kam ein WV Golf (!) auf den Schienen an. Das Fahrzeug war beleuchtet wie ein Zug und mit “DB Notdienst” oder so beschriftet. Leider die Kamera zu spät gezückt.

Wir sind dann auf der Strecke, auf welcher der Golf gekommen war, vorbei an einem Ringlockschuppen zurück zum Bahnhof Vohwinkel gegangen und haben von dort aus ein Taxi zurück zu den Kalkwerken genommen. Nette Strecke.

Karte und Bilder gibt’s bei flickr.

Schon ‘mal eine verfallene Talsperre gesehen?

Verfallene Talsperren gibt es in Deutschland nicht. Hinter dem Damm könnte sisch (unbeabsichtigt) Wasser aufstauen, das ganze dann irgendwann brechen und für mächtig Ungemach stromabwärts sorgen. Deswegen werden ungenutzte Talsperren geschleift. Wie das aussieht, kann man bei der Unteren Herbringhauser Talsperre sehen: Bei Google Maps ist die Talsperre noch zu sehen und nun gibt es nur noch Reste des Damms und des Turbinengebäudes.

Bei flickr gibt es mehr Bilder und eine Karte.

Balkan-Express & Co

In den letzten Wochen habe ich mich einige Male auf der Strecke der Wippertalbahn bzw. des Balkanexpress herumgetrieben. Die Strecke war zumindest von Lennep bis Bergisch-Born zweigleisig wurde aber bereits in den fünfzigern zurückgebaut. Stillgelegt wurden die Strecken Mitte der neunziger.

Von der Wippertalbahn hat man hier ja schon über den Höhsieper Eisenbahntunnel bei Hückeswagen und der Strecke in Hückeswagen selbst lesen können. Der gemeinsame Teil beginnt hinter dem Bahnhof Lennep, unterquert dort die B229, unterquert dann die B51 südlich des Abzweigs der L412 und teilt sich dann in Bergisch-Born in die Strecke gen Osten nach Hückeswagen und gen Süden nach Wermelskirchen.

Das Gleisdreieck ist durch den Ausbau der B237 durchteilt und wir haben uns die südliche Hälfte (blaue Linie) angeschaut. Es findet sich dort etwas mehr Signaltechnik, als man ansonsten an stillgelegten Strecken findet aber ansonsten gibt es wenig zu sehen, bis auf eine doppelte Unterführung. Da das Gewerbegebiet weiter wachsen soll, kann es sein, dass der Bahndamm bald beseitigt wird. Umgebungskarte.

Auf der Strecke mitten zwischen Lennep und Bergisch Gladbach gibt es ausser schöner Landschaft wenig zu sehen. An der Brücke der B51 gibt es eine Treppe hinab auf die Trasse, aber wenn man die hinab will braucht man Dornenfeste Kleidung oder eine Machete. Ganz interessant ist, dass scheinbar einige Brücken im Betonzeitalter verbreitert wurdern – seltsam. Umgebungskarte.

Bilder gibt es bei flickr.

Update: heute haben wir in der Mittagspause das Stück zwischen der grünen und der blauen Strecke abgegangen. Ergebinis: der Bahnhof Bergisch-Born muss mal sehr groß gewesen sein.

Von Hückeswagen auf der alten Bahnstrecke nach Bergisch-Born

Die Tage wollten wir von der Hückeswagener Seite Richtung Bergisch-Born auf den Höhsieper Eisenbahntunnel zu die alten Eisenbahnstrecke anschauen. Angeblich war die zu einem Wanderweg ausgebaut. Das konnte man auch sehen, wenn man durch Hückeswagen fuhr.

Wir haben also in Hückeswagen “An der Wupperniederung” auf dem ALDI-Parkplatz geparkt und da ging auch direkt ein Weg mit Schienen munter in westliche Richtung. So hatte ich mir das vorgestellt.

Nach nur hundert Metern zeigte sich allerdings, dass dann auch schon Schluss mit “rails2trails” war und die Bahnstrecke verkrautet war. Etwa eineinhalb Kilometer konnte man der Strecke noch ganz gut folgen, dann war sie so verkrautet, dass man nicht mehr gemütlich weiter kam, so dass wir nördlich auf den Mühlenweg abgebogen sind.

Dabei sind wir unter einer neueren Brücke hergekommen, auf der die Bergstrasse die Bahn kreuzt, das war es an interessanten Bauten.

Bei der gelegenheit haben wir uns noch die neue Ernst-Müller-Brücke die vor einigen Wochen nach dem Einsturz der alten Brücke installiert wurde.

Karte: Brücke, Bahnstrecke Bilder

(Bildquelle: Wikipedia)

Sülztalbahn – Bahnhof Forsbach

Die Sülztalbahn ist in Teilen seit knapp 15 Jahren stillgelegt und führte unter anderem durch den Kölner Königsforst. Der Bahnhof Forsbach lag dort mitten im Wald.

Was sich rausgestellt hat: Der Königsforst ist der vermutlich langweiligste Wald der Welt und vom Bahnhof ist nur noch ein bisschen Kopfsteinpflaster übrig. In Zukunft: Wälder um Großstädte meiden!

Bilder und Karte gibt’s bei flickr, mehr Details gibt es bei oberbergische-eisenbahnen.de und auf der Bahntrassenradeln Seite.

Jakobsstollen

Am Sonntag war Tag des offenen Denkmals und wir waren unter anderem beim Jakobsstollen in Remscheid. Der Erzstollen wurde 2004 wiederentdeckt und inzwischen freigelegt. das ganze Projekt ist harte, bergmännische Arbeit und wird von ein paar Kumpel im Ruhestand betrieben (die könn’s nicht lassen).

Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Manfred Kostryki (0151 17131310) von und über den man auch diverse Artikel im Internet findet: hier, hier hier und hier.

Die Fetzen, die ich in Erinnerung habe sind: Der Stollen soll 700m Lang sein und nach ende des Abbaus noch ziemlich Lange zur Entwässerung des Bergwerks Kremenhol gedient haben. Kostryki hat seint 2000 (oder 2004?) nach dem Bergwerk gesucht und es dann 2004 oder so entdeckt. Das Mundloch war eingestürzt und auf knapp 10 m war der Stollen verschüttet. In den letzten Jahren (bis 2007?) hat sich dann ein aufrechtes Häuflein Mitstreiter Richtung Bergwerk gearbeitet und die Strecke neu ausgebaut. D.h. das Mundloch auf dem Bild oben ist höchstens 5 Jahre alt.

Nach knapp 10 Metern gelangten sie dann ins Feste Gestein, wo die Strecke noch gut erhalten ist, aber total voll mit Geröll/Schlamm war. Inzwischen haben sie auf 30-40 m den Stollen geräumt – fehlen also noch 660 m ;-)

Der Stollen führt sehr viel Wasser – will sagen, wenn man da drin ist, steht man in einem 5 cm hohen Flüsschen, dass mächtig schnell fließt. Es ist wohl auch ein riesen Problem, dass ständig erneut Schlamm von vorne in die Strecke rutscht.

Das spannende am Jacobsstollen ist, dass hier enthusiastisch mit primitivsten Mitteln Vortrieb (oder zumindest Entschlammung) durchgeführt wird. War ein lohnender Besuch. Bilder gibt’s hier.

Hilgener Dampfziegelei

Wer sich Satelittenbilder entlang der alten Bahntrassen anschaut, kann die alte Ziegelei in Hilgen kaum übersehen. Letztens wollten wir uns das ganze dann mal vor Ort anschauen. Das ganze ist nicht ganz einfach navigierbar, weil die Ziegelei in Wermelskirchen liegt, der Ort Hilgen aber zu Burscheid gehört. Wir sind in die Bechhausener Straße in Wermelskirchen gefahren und von dort aus de Feldweg gefolgt bis wir an den Waldrand gekommen sind. Von dort führt ein Pfad zu der ehemaligen Tongrube.

Die ist seit Mitte der achtziger ein Naturschutzgebiet und wenn man dem Tramplepfad folgt, weis man auch bald warum. (Tip: an der Gabelung nach 200m rechts halten: das ist zwar eine “Sackgasse” bietet aber einen wunderbaren Blick auf den See). Bilder vom See gibt es hier.

Vom See geht eine steile Lorenbahn über ein beeindruckendes Bauwerk hinauf zur Fabrik. Diese Strecke wurde wohl erst errichtet, nachdem die Tongrube zu tief geworden war. Im Umfeld dieser Strecke finden sich auch noch diverse andere schienen, winden und vielleicht eine Seilbahn, die Pumpstation zur Wasserführung der Grube und jede Menge Abfall von 30 Jahren.

Oben finden sich dann zunächst Gebäude, die wie Wanderarbeiterheime aussehen und scheinbar auch noch nach der Schliessung der Ziegelei bewohnt wurden und teilweise wohl auch mal als Stallungen verwendet wurden. Ulkig ist, dass wirklich jeder Raum ein Sofa oder einen Sessel hat.

Daneben findet sich die wohl ältere Lorenstrecke zur Grube mit Rampe, die hinauf in ein Fabrikgebäude führt. Daneben ist eine Halle in die die neuere Lorenstrecke führt und das aktuell noch genutzt wird – zur Lagerung von Autos, landwirtschaftlichem Gerät und Wohnwagen.

Die beiden Ringöfen stammen stammen aus unterschiedlichen Epochen. Der südliche ist näher an der Tongrube, älter und steht in einem Ziegelgebäude. Der nördlichere ist neuer, verkleidet mit einem Traum aus Stahl und Eternit und deutlich stärker heruntergekommen. Wer sich für die grundsätzliche Funktionsweise eines Ringofens interessiert, der sollte zur Zeche Nachtigall fahren, da stehen zwei samt umfangreicher Erklärungen.

Im nördlichen Ofen befand sich ein Palettenlager, dass Mitte der neunziger abgebrannt ist, was dem vermutlich eh schon weniger robusten Gebäude den Rest gegeben hat. Auf der Ostseite des neueren Ofens hat das zu bizarren Stahl-Landschaften geführt. Ein schönes Lehrstück, warum Stahlträger in Gebäuden immer mit einem Feuerschutz (z.B. durch Spritzbeton) versehen werden müssen. Stahlträger falten sich bei Feuer zusammen.

Dazu kommt, dass der Schornstein des nördlichen Ofens 2005 nach einem Sturmschaden gesprengt wurde – das hat sicher auch nicht zum Erhaltungszustand des Gebäudes beigetragen.

Die Geschichte der “Hilgener Dampfziegelei, Becker & Co.” ist bewegt und voller bürokratischer Hürden. Nach dem Krieg durfte das abgebrannte Burscheider Werk nicht wieder aufgebaut werden. Nach dem Niedergang des Ziegelgeschäfts dauerte die Genehmigung der Umstellung auf Fliesenproduktion so lange, dass sie unwirtschaftlich wurde. Als ein Investor das Gelände umnutzen wollte, wurde plötzlich alles unter Denkmalschutz gestellt.

Ein paar Hintergrundinformationen finden sich hier, hier und hier. Es gibt eine Karte mit Fotos und diverse Fotos bei flickr.