
Je länger man sich mit der bergischen Landschaft beschäftig, je offensichtlicher werden die Wunden, die die riesigen Talsperren in Landschaft, Natur, Infrastruktur und Kultur gerissen haben.
In Dörperhöhe kann man beispielsweise noch recht deutlich die ehemalige Strasse unter Wasser sehen.

Gestern gab es nocheinmal die Gelegenheit, die Baustelle im Sonnenschein zu besichtigen. Ich denke am Wochenende wird nciht mehr viel vom ehemaligen Extra-Markt übrig sein.
Anlässlich der Kommunalwahl 2009 hat sich die alternative Liste aufgerafft und ihre Webseite wieder online gestellt – diesw war die letzten Monate nicht erreichbar.
Unter http://www.alternative-liste-radevormwald.de/ findet sich nun die Partei in Rade die am wenigsten durch aufgeplusterte Machtgebärden auffällt.
Und die Seite ist auch noch ordentlich gemacht. Momentan darf man abstimmen, ob der Markt für den motorisierten Verkehr geöffnet werden soll.

Da geht er nach etwa 30 Jahren hin, der Extra Markt. Von dem versprochenden Neubau ist keine Rede mehr, seit Extra von der REWE gekauft wurde.

Aus “Radevormwald in alten Ansichten Band 2″ von Bernd Sieper stammt das folgende Foto, das dort undatiert unter Nummer 52 geführt wird (Ich hoffe es ist alt genug, um nichtmehr dem Urheberschutz zu unterliegen).
Es handelt sich dabei um das Haus Uelfestraße 15, worin die Volksschule der Martinigemeinde untergebracht war.
Sieber berichtet, dass “bereits 1933 der Confessionelle Charakter der Schule aufgehoben wurde”. Wann genau der Schulbetrieb bei dem Gebäude aufgenommen und wann er wieder eingestellt wurde, habe ich noch nicht herausgefunden. Bei der Firma Lewandowski gibt es Bilder von der Sanierung vor einigen Jahren auf denen man deutlich erkennen kann, dass die Bausubstanz deutlich älter ist, als es die geschmackvolle 80er Jahre Fassade vermuten lässt.
Neu hinzugekommen ist der Saal im Osten, der nun den Blick auf “die Molkerei”, Haus Uelfestrasse 19, versperrt.
Spannend ist, dass durch die Umbauten die Fenster kleiner geworden sind. Im hinteren Teil gab es wohl im ersten Stock eine Mischung aus Fenstern in Bodennähe und Fenstern in der Dachschräge – heute kaum noch anzutreffen. Diese Besonderheit wurde durch größere Dachfenster ersetzt.
Und natürlich: es gab auf dem ganzen Kirchengelände jede Menge Bäume – das ist leider vorbei.
Ich war im Stadtarchiv, um herauszufinden, wie das denn nun mit der Nutzung der Kaiserstraße 61 als Gemeinderaum der altlutherischen Gemeinde war.
Leider ist die Quellenlage zu den Häusern im Stadtkern ehr schlecht. Da hat man wohl einfach gebaut. Im Stadtarchiv stammt das erste Dokument von 1909 – 57 Jahre nach den Vorfällen um den Tod Havers. Es war der Bauantrag für eine Werkstatt hinter dem Haus.
Also nicht so ganz was ich gesucht habe. Was ich aber zumindest lernen konnte: das Grundstück geht sehr weit nach hinten weiter und die Baupläne sahen damals sehr viel schicker aus, als heute.

Wenn man sich Unterlagen von 1853 um den Mordprozess herum anschaut, dann war das anwesen wohl großzügig und mit erheblicher Landwirtschaft verbunden. Kann ich mir alles an der Stelle gar nicht gut vorstellen.