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Dachschaden und nicht mehr ganz dicht: Aus dem Radevormwalder Stadtrat

Liveberichterstattung aus der Radevormwalder Ratssitzung

(Es geht um das Schwimmbad und die Grundschule Blumenstrasse)

Das ganze noch mal in Stichworten

* Erst wurde abgestimmt, ob dem Bäder GmbH Aufsichtsrat komplett das Vertrauen entzogen werden sollte. Das wurde abgelehnt. Dann wurde geheim abgestimmt, ob Herrn Stark das Vertrauen entzogen werden sollte, das ging durch.

* Es kam raus, dass die Berliner Projektabwicklungsgesellschaft des Schwimmbades nicht mal eine GmbH ist, sondern scheinbar ehr eine windige Sache. Die hat sich auch niemand persönlich vor Auftragsvergabe angeschaut.

* Herr Stark war aber nach Berlin gereist, sich mit der Innenarchitektin zu treffen. Da hat er dann im Kempinski übernachtet. Das hielt Herr Rüggeberg für einen Skandal. Ist es aber nicht, das Hotel kostet 140 Euro die Nacht was ich für eine Führungskraft durchaus angemessen finde. Wer gute Arbeit machen soll der muss auch gut schlafen. Andererseits: als ich noch beim Land Baden-Württemberg angestellt wart, hätte ich da kaum eine Hotelabrechnung über 140 Euro durchbekommen. Grosser Streit darüber zwischen Stark und Rüggeberg: “Sie sind ein Kleiner Mann, einer kleinen Fraktion ….”. (Wer zu wem? Naja, noch hat die SPD regelmäßig Wählerzahlen im zweistelligen Bereich, die FTP nicht.) “Sicher würden Sie das Kempinski auch mal gerne von innen sehen, aber wenn man noch nie aus Radevormwald herausgekommen ist ….” “Auf den Rechtsstreit freue ich mich”

* Eigentlich sollte eine Firma namens Geising machen, die meinte aber für das Geld gäb das nichts und hat das Mandat niedergelegt (oder nicht angetreten).

* Das Live-Less Gebäude ist total im Eimer. Riesige Baumängel. Das Dach ist nicht in Ordnung, das Becken ist nicht dicht, an den aussenanlagen stimmteas nicht, den Brandschutz hat man vergessen und es gibt “diverse andere Schäden”. Das gröbste hätte man jetzt gefunden und sei hoffnugsfroh, dsa es keine weiteren “größeren” Überraschungen mehr gibt. Super. Bei einem insolventen Bauträger würde ich mich als Handwerker SEHR mit der Nachbesserung zurückhalten.

* Mit allen Mitarbeitern des Life-Less, wurden Aufhebungsverträge mit Wiedereinstellungsgarantie gemacht. Das spart 40.000 Euro im Monat. Soweit ich das verstehe, haben wir aber seit 3 Monaten schon Gehalt gezahlt. Macht 120.000 Euro für nichts.

* Langsam macht das böse I-Wort die Runde. Insolvenzverschleppung. Bisher hat sich aber niemand getraut, das laut auszusprechen.

* Es wurde n schon für 400.000 Euro Fitnessgeräte gekauft. Ob die schon angegammelt sind?

* Es ist herausgekommen, das Herr Rüggeberg die Aufsichtsratsprotokolle der Bäder-GmbH kannte. Wie ist er darangekommen? Geheimnisverrat? Die Gemeindeordnung sagt zwar, dass die Gemeinde einsicht in ihre Unternehmen haben darf, aber es ist nicht so, als würde die Gemeindeordnung per se über dem Gesellschaftervertrag der GmbH stehen.

* Die Sparkasse will dem Rat keine Auskunft über ihre Eigenkapitalquote geben. (Bestimmt kann Her Rüggeberg diese Auskunft aber beschaffen.)

* Die Stadt wird in der Pleite der GWG unmittelbar 500.000 bis 1.000.000 Euro verlieren.

* Zur Grundschule Blumenstrasse wurde ein Neubau abgelehnt. Irgendwer hatte sich ausgedacht, dass ja jemand anders den Neubau machen könnte und wir als Stadt Radevormwald den dann von diesem Bauhernn mieten könnten. Dann würde es ja nichts machen, wenn wir kein Geld hätten. Kleiner Hinweis von mir: Mieten ist fast immer teuer als kaufen.

* Das Gebäude der Grundschule soll jetzt renoviert und bebrandschutzt werden.

* Herr Rüggeberg will 2012 scheinbar ganz dringen die Grundschule Blumenstrasse und die Grundschule Lindenbaumstrasse Schliessen. ODer eine von beiden, oder sonstwas.

Verantwortung für die Bäder-Pleite

Radevormwald hat sich mit dem Schwimmbadprojekt (aqua-fun, life-ness, liveless?) überhoben: Wenn ich das recht verstehe, sind wir jetzt in der Angelegenheit mit zwölf oder dreizehn Millionen Euro (12.000.000,00 – 13.000.000,00 €) verschuldet. Das sind rund 500 € pro Einwohner und bedeutet wohl im Detail, das wir die Stadtwerke dabei verzockt haben.

In der heutigen Tageszeitung geht der Streit jetzt darum, wer denn Verantwortlich ist. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bäder GmbH, Dietmar Stark, beteuert, er habe alles richtig gemacht.

Bei aller Sympathie für den engagierten Lokalpolitiker; da scheint es ein grundlegendes Missverständnis bei Herrn Stark zu geben. Es geht hier nicht um Schuld, bei der vielleicht ein “ernsthaftes Bemühen” ausreicht um nicht schuld zu sein. Es geht um Verantwortung. Und der Aufsichtsrat bei einem Unternehmen wird nun mal dafür bezahlt dass er in letzter Konsequenz verantwortlich ist.

Wenn der Aufsichtsrat von der Überschuldung wusste, dann ist er verantwortlich weil er davon wusste. Wenn er davon nicht wusste ist er verantwortlich weil er davon nicht wusste. Wenn er als Geschäftsführer einem Betrüger aufsitzt, ist er verantwortlich, weil er den Falschen Geschäftsführer zugelassen hat.

Aufsichtsrat ist keine einfache Arbeit, und jeder der diese schwierige Aufgabe wahrnimmt hat meinen Respekt. Weil es um viel Verantwortung geht, werden Aufsichtsräte in der Regel auch recht gut bezahlt – sie werden für die Verantwortung, die sie übernehmen, bezahlt und nicht für die tatsächliche Arbeit, die sie machen. Und wenn sie die Verantwortung nicht übernehmen dann sind sie fehl am Platz.

Erfreuliches aus Rade

Das ich mit dem Rader Handel oft nicht zufrieden bin war hier ja öfters zu lesen. Der Ruf des “Bergischen Gewerbefleises” scheint nur für die Industrie zu gelten.

Aber im Zuge der Massnamen zur Wiederbelebung der Innenstadt höre ich Töne, die ich unseren Einzelhändlern gar nicht zugetraut hätte: Da sollen nicht nur Öffnungszeiten angepasst werden, sondern die Geschäfte sollen sogar am “heiligen” Mittwoch Nachmittag auf haben.

Respekt! Dass sind Eigenleistungen der Einzelhändler, die ein ganz anderes Kalieber als Martinsmarkt, Weihnachtsbeleuchtung und rufe nach einem KFZ-Bafahbaren Markt sind.

Ex-Ladenlokale

(siehe auch hier)

Kreisverkehr

Wir kriegen jetzt mit großem Aufwand mitten in die Stadt einen Kreisverkehr. Ich fand die Kreuzung, die da vorher war völlig OK. Was der Kreisverkehr wohl kostet … und woher das Geld dafür kommt?

Vermutlich gab es den als Dreingabe zu der Wermelskirchener Umgehungsstrasse. Oder die EU hat ein Kreisverkehr Sonderförderungs-Programm – schließlich spriessen die Dinger allen Ortens aus der Erde. Oder die Kreisverkehr-Mafia schmiert Kommunalpolitiker in großem Umfang.

Das Blumengeschäft macht zu

Das Blumengeschäft in dem schönen Schieferhaus in der Stadtmitte schließt. Geschäftsaufgabe. Angeblich gab es einen potentiellen Nachfolger, aber der sei wegen einer Mieterhöhung für das Ladenlokal abgesprungen. Schade.

Jetzt werden wir also bald 4 nicht mehr genutzte Ladenlokale im Ort haben. Keine gute Entwicklung.