Während Stephan Hochhaus ein Tutorial für das Jura LaTeX Paket angekündigt hat kann man sich die Wartezeit mit den liebevoll gestalteten LaTeX-Tipps von Jochen Rütschlin vertreiben.
Stephan Hochhaus hat mit der Seite “LaTeX und Mac OS X – Textsatz und mehr” das auf deutsch und englisch Jede Menge Informationen und Tips zum Arbeiten mit LaTeX bietet – nicht nur für Apple Macintosh Nutzer.
CVS ist ein hervorragendes Werkzeug zur Verwaltung grösserer Wissenschaftlicher Arbeiten, die in einem Textformat, d.h. nicht im Format von MS Word und Konsorten, erstellt werden.
Allerdings ist CVS am Anfang recht gewöhnungsbedürftig. Über die erste Scheu hilft ein Tutorial von Wolfgang Wiese, bei dem es zwar nicht um Wissenschaftliche Texte, sondern um Webseiten geht, aber das ansonsten seht umfassend ist. [gefunden im advocatus blog]
Etwas schade ist, dass das Tutorial davon ausgeht, dass man CVS in Verbindung mit einem CVS-Server nutzt. Den wird der Durschnittsjurist aber nicht zur Hand haben. Man kann aber auch bequem darauf verzichten, indem man ein Verzeichnis auf der eigenen Festplatte anlegt, (z.B. ‘/var/cvs’) und dann den ganzen SSH und Putty und pagent kram wegläßt und stattdessen als CVSROOT hier einfach den namen des Verzeichnisses (z.B. ‘/var/cvs’) angibt.
In dem Thesenpapier Rechtswissenschaftliche Texte
und elektronisches Publizieren – Zehn Thesen für die deutsche Diskussion schlägt Professor Maximilian Herberger in die gleiche Kerbe, die auch ich oft und gerne bearbeite.
Herberger hat nicht den einzelnen Wissenschaftler im Auge, sondern unser Fach als ganzes; er hat die juristischen Fachzeitschriften im Visier. Im Prinzip macht er sich damit die Ziele zu eigen, die in den Naturwissenschaften als Open Access Movement schon zahlreiche Anhänger gefunden hat.
Professor Herberger geht mit der seit 1996 online erscheinenden Zeitschrift JurPC als leuchtendes Beispiel voran. Allerdings wird auch JurPC von der technikfeindlichen Juristenwirklichkeit eingeholt: Online Quellen werden z.B. von vielen Landesjustizprüfungsämtern als nicht in Examensarbeiten zitierbar angesehen.
Die amnesty international Untergruppe “Koordinationsgruppe Polizei” betreibt ein Weblog und gestaltet sogar ihre Homepage innerhalb des Weblogs.
Das ist nicht nur interessant, weil es da vieles (wohl auch einseitiges) zum Auseinanderklaffen von Theorie und Praxis der Strafverfolgung zu lesen gibt, sondern auch, weil Weblogs ein Spannendes Werkzeug zur Informationsstrukturierung in Arbeitsgruppen sind.
Wenn man mit Microsoft Word entgegen aller Warnungen wissenschaftlich arbeitet, dann ist EndNote offensichtlich das Werkzeug der Wahl zur Verwaltung der Literatur.
Das Problem mit Endnote ist, dass es nicht mit den leicht perversen Zitiergewohnheiten von Juristen umgehen kann. Das einzige Werkzeug, dass juristische Zitiergewohnheiten unterstützt scheint jurabib zu sein. Für Arbeiten aber, die nur auf einige Duzend andere Werke verweisen und die Quellenangaben am Ende des textes sammeln – wie in den meiseten Wissenschaften üblich – hat Endnote fast alles was man sich wünschen kann, kostet allerdings auch einige hundert Euro.
Hier bekommt man als abschreckendes Beispiel erklärt, wie man “juristisch” schreibt. So wird aus diesem Satz:
Vielen Dank für Ihrem Brief. Wir beantworten Ihre Fragen, sobald wir mit Herrn Müller darüber gesprochen haben.
folgender:
Bezugnehmend auf das vorgenannte Schreiben möchten wir unseren Dank aussprechen. Die Unterfertigten werden ins alsbaldiger Erledigung der darin aufgeworfenen interessanten Fragen umgehend auf diese Bezug nehmen, sobald unsererseits die unverzichtbare Rücksprache mit dem derzeit auf einer Reise befindlichen Mandanten gehalten werden konnte.
Als Wissenschaftler hat man beruflich oft als ein Hauptziel, dass einen andere Wissenschaftler lesen, verstehen und dann zitieren. Das heisst, man muß alles daran setzen, dass möglichst viele Kollegen die eigentlichen Veröffentlichungen lesen. Wichtige Vorraussetzung: andere Wissenschaftler müssen möglichst einfach an die eigenen Veröffentlichungen herankommen. Je schwieriger es ist, eine Veröffentlichung zu beschaffen, je wahrscheinlicher ist es, dass andere davon absehen, diese einzusehen, in ihre Überlegungen einzubeziehen und zu zitieren. Dieser Effekt ist nicht nur theoretischer Natur, sondern in der Praxis ganz klar zu belegen: ohne Zugriffsbeschränkungen online verfügbare Literatur wird wesentlich häufiger zitiert, als Literatur, die nicht online verfügbar ist.
Der einfachste Zugriff ist durch eine Online-Verfügbarkeit der eigenen Arbeiten gegeben. Und zwar bei muss die Arbeit zum einen leicht abrufbar sein, d.h. es darf keine Passwörter, Registrierungen oder sonstige Reifen, durch die der Leser springen muss geben; zum anderen muß die Arbeit gut aufzufinden sein, d.h. anhand ihres Titels und des Autorennamens in Suchmaschinen gefunden werden.
Am einfachsten ist dies alles dadurch zu erreichen, dass man die Arbeit über die eigene Homepage abrufbar ist. Dabei sollte die Arbeit als PDF-Datei abrufbar sein und auf einer Webseite sollten Titel, Autorennamen, ein Abstract und ein Link auf die PDF-Datei untergebracht werden. Der Name der PDF-Datei sollte so gewählt werden, dass er auch ohne weiteren Kontext verständlich ist. Also lieber dornseif-2002-datenbegriff.pdf und nicht ausarbeitung.pdf. Achten Sie auch darauf, das der Dateiname keine Leerstellen, Sonderzeichen oder Umlaute enthält – das gibt häufig Probleme.
Ich habe den Tag damit verbracht, die Seminararbeiten zu einem morgen stattfindenen Seminar durchzuarbeiten. Alle Arbeiten waren “online eingereicht worden”, indem die Autoren diese an eine Mailingliste geschickt haben, auf der alle Seminarteilnehmer eingetragen waren.
Die richtige Form bei einer Email zu treffen ist nicht einfach, aber es gibt einige Punkte, die man bei der elektronischen Einsendung wissenschaftlicher Arbeiten auf jeden Fall beachten sollte:
- Die Email sollte einen aussagekräftigen Betreff haben in dem die Veranstaltung bzw. das Seminar und den Titel der Arbeit genannt werden; beides natürlich abgekürzt, wo das sinnvoll erscheint. Also z.B. “Beitrag TuT-Seminar: Die Neuere Entwicklung in der Rechtsprechung” und nicht etwa gar keinen Betreff oder nur “Seminararbeit” als Betreff. Denken Sie daran, dass die Empfänger nicht nur auf Ihre Arbeit warten sondern oft dutzende von Arbeiten oder gar mehrere Veranstaltungen gleichzeitig betreuen, bzw. zumindest an mehreren Veranstaltungen teilnehmen.
- Geben Sie sich bei der Email soviel Mühe, wie Sie sich bei der Formulierung eines (kurzen) Briefes machen würden. Es ist nicht sinnvoll, den ersten Eindruck einer Arbeit, in die man Wochen investiert hat, mit einem dahingeschlurten Anschreiben zu ruinieren. Bei der Gelegenheit überlegen Sie sich auch, ob Ihre Email-Adresse ein Mindestmaß an Seriösität ausstrahlt. Adressen wie “supersonnyboy@lolitacoders.org” tun das wohl ehr nicht. Ich persönlich finde es auch wenig professionell, sich an die Emails Werbung anhängen zu lassen, wie bei z.B. bei GMX üblich. Bei Briefen auf Papier würde man sowas doch wohl kaum akzeptieren bei Emails scheint das jedoch akzeptiert zu sein.
- Schicken Sie ein Dokument und keinen Bausatz. Es ist Ihre Aufgabe, das Dokument zusammenzustellen, nicht die der Empfänger. Ausserdem macht ein solches Stückwerk die Archivierung oder online-Veröffentlichung Ihrer Arbeit unnötig aufwändig.
- Für die Dateinamen gilt das gleiche, wie für den Betreff: Wählen Sie aussagekräftige Dateinamen, die Ihre Arbeit beschreiben. Machen Sie sich klar, dass die Empfänger duzende Arbeiten in einem Verzeichnis speichern und wiederfinden wollen. Gleichzeitig sollten sich – so Sie doch mehrere Dateien senden – die Dateinamen nicht nur im letzten Stück unterscheiden, weil bei vielen Gelegenheiten nur die ersten paar duzend Zeichen des Dateinamens angezeigt werden und mehrere Dateien so ununterscheidbar werden.
Ich selber verwende das Muster “Autor Jahr – Titel” für Dateinamen, also z.B. dornseif02-datenbegriff.pdf.
- Verwenden Sie keine Informationen in den Dateinamen, die nur für Sie selbst bestimmt sind.
Seminararbeit - Endlich fertig das blöde Ding!!!.doc als Dateiname zeugt nicht von Professionallität.
- Verwenden Sie ausschließlich PDF-Dateien zur Einsendung ihrer Arbeit. Microsoft Word Dateien sind aus vielen Gründen unakzeptabel, von denen hier nur einer angeführt werden soll: Der Empfänger kann möglicherweise Ihre gesammte Bearbeitungs-Geschichte einsehen: Was Sie wann und wo bearbeitet und gespeichert haben, inclusive der bei Studenten durchaus beliebten Spielchen mit Zeilen-, Wort- und Zeichenabständen und Cut’n’ Paste aus anderen Dokumenten. Auch kann es bei MS-Word-Dokumenten gut sein, dass Ihre mühevoll auf die maximal erlaubte Anzahl von Seiten gekürzte Arbeit auf dem Computer des Betrachters plötzlich etwas länger und damit zu lang ist.