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Wupperdamm bei Nacht

Bunker bei Beyenburg

Ich habe dieses Wochenende angefangen, die mir bekannten Bunkeranlagen in der Region auszumessen. Bin nicht so weit gekommen, wie erhofft, aber ein paar Bilder sind schon dabei rausgekommen.

Brückenrückbau in Öhde

In Oehde quert die Autobahn A1 die Wupper und seit geraumer Zeit gibt es dort recht spektakuläre Bauarbeiten, die uns auch wohl noch einige Jahre begleiten werden.

Erst wurde neben die alte, 4-streifige Brücke eine neue, etwa genau so breite gebaut. Dann stellte sich heraus, das die alte Brücke nach 50 Jahren so verrottet war, das neu bauen günstiger ist.

Deshalb wurde ein Abrissplan gefasst: Kleinteile abmontiernen, Brücke aussteifen, Fahrbahn zersägen, abbauen (Brücke bricht davon nicht zusammen, weil sie ausgesteift wurde), Rest der Brücke zersägen, Pfeiler zersägen, neu bauen.

Das klingt einfach, ist es aber nicht. Das fängt damit an, wie man die Aussteifungen an den Ort des Geschehens bekommt. Wenn die Fahrbahndecke einmal ab ist, alles kein Problem. aber bevor die Fahrbahn abkommt, muss man einige hundert Meter Brücke aussteifen. Scheinbar mussete alles Mqterial durch ein 200×20 cm grosses Loch, dass in die Brücke geschnitten wurde, geschoben und dann durch die mehrere hundert Meter lange Brücke transportiert werden.

Nachdem die Brücke ausgesteift wurde, konnte damit angefangen werden, die Fahrbahn abzumontieren. Zuerst wurden rechts und links die überstehenden Stücke abgesägt. Das Sägen ist nicht so einfach, wie man denkt, denn in der Fahrbahn sind dicke Stahlseile.

Dann konnte der restliche Teil der Fahrbahndecke zersägt werden. Damit die Mocke, die dabei entsteht, nicht auf Menschen, Autos, Strassen und Häuser unter der Brücke tropft, wurden alle Ablauflöcher in der Brücke verstopft. Problem: durch die Schnitte in der Fahrbahndecke drang nun jede Menge Wasser und Schlamm ein und sammelte sich im Brückenkasten. Das hatten die Statiker, die die Brücke geplant hatten, sicher nicht so berechnet. Aber Wuppertal ist ja nicht Köln …

Jetzt (April 2009) ist die Fahrbahndecke fast weg und nächsten Monat geht es wohl mos mit dem entfernen den stählernen Brückenkastens.

Was mir bisher völlig unklar ist, ist die frage des gigantischen Wiederlagers auf der Karmener Seite.

Weitere Informationen gibt es bei Strassen NRW, der Website zum Abriss, Wikipedia, flickr und Karte.

Beste Partylocation für Freunde der Industrie-Archilogie

Ich hatte vor einiger Zeit die Freude auf einer ungewöhlichen Gebutrtstagsfeier dabei zu sein: Zum einen hatte das Geburtstagskind eine sehr spannende Mischung von unterschiedlichen Leuten eingeladen. Zum anderen fand das ganze in einem stillgelegten Kesselhaus statt, dass sehr liebevoll ausgeleuchtet und mit Schnittchen bestückt wurde.

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, hat jemand kurz bevor es zu spät war, bemerkt, das es nicht gut ist, wenn Flugrost auf’s Buffet rieselt und die Rettungsdecken aus ein paar Verbandskästen geplündert.

Winterspaziergänge

Heute Nacht war es -9° C, was mal ganz eindeutig als Super-Duper-Bitterkalt durchgeht.

Das ganze macht mir in der Firma viel Freude, schliesslich verkaufen wir Schlittschuhe und es ist gut 10 Jahre her, dass wir zum letzten mal nennenswerte Mengen in Natureis in Deutschland.

Aber auch für den passionierten Extrem-Spaziergänger ist es eine gute Zeit. Was sonst eine Matschwüste ist, lässt sich nun gut begehen. Wo sonst Tropfwasser eine Spassbremse ist, herrscht nun Ruhe.

Und am besten: wo sonst Getümmel ist, herrscht Menschenleere, weil selbst den Hundebesitzern zu kalt ist. Und ohne Getümmel ist so mancher Spaziergang nochmal so schön.

Geisterstädte ganz um die Ecke

Im Urlaub hatten wir hinreichend Geisterstädte gefunden. Aber bei uns? Zu dicht besiedelt, oder?

Bei dem geisterhaften Wetter haben wir uns auf den weg nach Garzweiler gemacht. Eigentlich waren wir auf der suche nach Godzillas im Nebel – die grossen Bagger interessierten uns.

Was wir fanden waren verlassen Autobahnen, lehrstehende Häuser und jede menge komische Gestalten. Ein Paar Impressionen gibts bei flickr.

Paternoster

Paternoster sind eine Kuriosität, die man eigentlich nur noch aus Comics, Zeichentrick- und 60 Jahre Filmen kennt. Wenn man beim Kölner Kaufhof vom Parkhaus her kommt, gibt es noch einen zu sehen.

Paternoster im Kaufhof Köln

Ich war extra mit den Kindern da, damit sowas mal in echt sehen,

Betriebsausflug – schneesicher

Annonymer Barfüßiger

Betriebsausflug

Eisenbahntunnel in Halver (Stichter Tunnel)

Neben dem Beyenburger und dem Höhsieper Eisenbahntunnel, gibt es in unmittelbarer Nähe zu Rade noch einen weiteren Eisenbahntunnel zwischen Halver und Brügge, den Stichter Tunnel.

Die Strecke aus Halver heraus fährt einen 180° Bogen nach rechts, um dann 90° nach links abzubiegen. Ein großer Teil dieser zweiten Kurve verläuft in einem Tunnel.

Die Strecke ist, wie die in Beyenburg dem Grunde nach in Betrieb, wird aber praktisch nicht mehr befahren. Allerdings gehört das Gleis hier nicht mehr der Bahn AG, sondern der Schleifkottenbahn GmbH die dort eine Versuchsstrecke für innovativen Bahnverkehr betreibt. Es lohnt sich die Webseite der Gesellschaft anzuschauen!

Die Gleise der Wupperschiene bei Dahlhausen & Co scheinen mir allerdings deutlich besser in Schuss zu sein, als die Strecke der Schleifkottenbahn GmbH. Andererseits sieht man deutlich, dass die Trasse noch gepflegt wird.

Im Tunnel liegt auch ein Geocache (GC15H3R), allerdings finde ich das Thema “Eisenbahnunglück” doch recht unpassend, kamen doch wenige Kilometer von hier 46 Menschen bei einem Eisenbahnunglück ums Leben.

Ein bisschen mehr zur Strecke gibt es noch bei oberbergische-eisenbahnen.de unter der Überschrift “Abschnitt Halver – Oberbrügge”.

Hilgener Dampfziegelei

Wer sich Satelittenbilder entlang der alten Bahntrassen anschaut, kann die alte Ziegelei in Hilgen kaum übersehen. Letztens wollten wir uns das ganze dann mal vor Ort anschauen. Das ganze ist nicht ganz einfach navigierbar, weil die Ziegelei in Wermelskirchen liegt, der Ort Hilgen aber zu Burscheid gehört. Wir sind in die Bechhausener Straße in Wermelskirchen gefahren und von dort aus de Feldweg gefolgt bis wir an den Waldrand gekommen sind. Von dort führt ein Pfad zu der ehemaligen Tongrube.

Die ist seit Mitte der achtziger ein Naturschutzgebiet und wenn man dem Tramplepfad folgt, weis man auch bald warum. (Tip: an der Gabelung nach 200m rechts halten: das ist zwar eine “Sackgasse” bietet aber einen wunderbaren Blick auf den See). Bilder vom See gibt es hier.

Vom See geht eine steile Lorenbahn über ein beeindruckendes Bauwerk hinauf zur Fabrik. Diese Strecke wurde wohl erst errichtet, nachdem die Tongrube zu tief geworden war. Im Umfeld dieser Strecke finden sich auch noch diverse andere schienen, winden und vielleicht eine Seilbahn, die Pumpstation zur Wasserführung der Grube und jede Menge Abfall von 30 Jahren.

Oben finden sich dann zunächst Gebäude, die wie Wanderarbeiterheime aussehen und scheinbar auch noch nach der Schliessung der Ziegelei bewohnt wurden und teilweise wohl auch mal als Stallungen verwendet wurden. Ulkig ist, dass wirklich jeder Raum ein Sofa oder einen Sessel hat.

Daneben findet sich die wohl ältere Lorenstrecke zur Grube mit Rampe, die hinauf in ein Fabrikgebäude führt. Daneben ist eine Halle in die die neuere Lorenstrecke führt und das aktuell noch genutzt wird – zur Lagerung von Autos, landwirtschaftlichem Gerät und Wohnwagen.

Die beiden Ringöfen stammen stammen aus unterschiedlichen Epochen. Der südliche ist näher an der Tongrube, älter und steht in einem Ziegelgebäude. Der nördlichere ist neuer, verkleidet mit einem Traum aus Stahl und Eternit und deutlich stärker heruntergekommen. Wer sich für die grundsätzliche Funktionsweise eines Ringofens interessiert, der sollte zur Zeche Nachtigall fahren, da stehen zwei samt umfangreicher Erklärungen.

Im nördlichen Ofen befand sich ein Palettenlager, dass Mitte der neunziger abgebrannt ist, was dem vermutlich eh schon weniger robusten Gebäude den Rest gegeben hat. Auf der Ostseite des neueren Ofens hat das zu bizarren Stahl-Landschaften geführt. Ein schönes Lehrstück, warum Stahlträger in Gebäuden immer mit einem Feuerschutz (z.B. durch Spritzbeton) versehen werden müssen. Stahlträger falten sich bei Feuer zusammen.

Dazu kommt, dass der Schornstein des nördlichen Ofens 2005 nach einem Sturmschaden gesprengt wurde – das hat sicher auch nicht zum Erhaltungszustand des Gebäudes beigetragen.

Die Geschichte der “Hilgener Dampfziegelei, Becker & Co.” ist bewegt und voller bürokratischer Hürden. Nach dem Krieg durfte das abgebrannte Burscheider Werk nicht wieder aufgebaut werden. Nach dem Niedergang des Ziegelgeschäfts dauerte die Genehmigung der Umstellung auf Fliesenproduktion so lange, dass sie unwirtschaftlich wurde. Als ein Investor das Gelände umnutzen wollte, wurde plötzlich alles unter Denkmalschutz gestellt.

Ein paar Hintergrundinformationen finden sich hier, hier und hier. Es gibt eine Karte mit Fotos und diverse Fotos bei flickr.