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Netversys – “serverbasiertes Versandlogistiksystem”

Eben NetVerSys gefunden, ein Web-Basiertes “Versandlogistik-System”. Erinnert mich sehr an unser huLOG.

Die Saison hat sich angeschlichen …

Während man mit 1000 anderen Sachen beschäftigt ist, hat sch von hinten die Saison angeschlichen. Letztes Jahr, hat die einige Wochen später begonnen.

Die Grafik zeigt die versandten Packstücke pro Tag. Neben dem eindeutigen Trend nach unten am Jahresende sieht man einen zweiten interessanten Trend: In der Mitte der Woche ist oft weniger los. Ich hab das Phänomen den “langsamen Mittwoch” genannt. Warum das so ist, konnte mir niemand erklären.

Um auf das Thema von der Betriebsführung zurückzukommen: Das tolle an diesen Versandstatistiken ist, dass diese durch und durch auf dem Erfolg einiger tausend Zeilen Code fußen. Zum einen ist durch unsere Eigenentwicklung huLOG, der Aufwand zur Versandbearbeitung und zum Tracking um etwa 90% gesunken. Zum anderen haben wir erst jetzt überhaupt erst die Möglichkeit, aussagekräftige Statistiken über mehrere Frachtführer zu erstellen. Sowas macht Softwareentwicklung schon ungemein befriedigend: Software die unmittelbar und konkret die Arbeit von jemandem leichter, weniger fehleranfällig und den ganzen Prozess auch noch preiswerter macht.

huLOG @ large

Die Aufregung um die huLOG Software geht weiter. Gestern haben wir DPD “aufgeschaltet”. Aufgeschaltet nennt man in der corporate Welt, wenn man Software in betrieb nimmt. Komisches Wort.

Wie auch immer. Seit November nutzen wir eine selbstgeschriebene Software zur Verwaltung unseres Warenausgangs. Das augenscheinliche dabei ist der Druck von Paketaufklebern, aber es steht joch sehr viel dabei im Hintergrund, insbesondere EDI mit den Speditionen, Track & Trace, Abrechnung & Rechnungsprüfung mit Speditionen und eine Qualitätskontrolle der Versanddienstleistung.

Wenn man David A. Wheeler’s SLOCCount befragt ist huLOG mit gut 6500 Zeilen Code etwa 190.000 US$ wert. Wenn ich bedenke, was andere Software in diesem Bereich kostet und wie häufig diese verkauft wird, macht es auch mit diesen Zahlen vielleicht Sinn, huLOG eines Tages weiterzuverkaufen.

Bisher haben wir mit der Software Palettenwiese Sendungen abgewickelt. Gestern haben wir nun die Paketdienste dazu genommen. Nach der ruhigen Inventurzeit kam damit für das huLOG der Hammer: Statt täglich ein bis zweihundert Paletten, musste es zusätzlich einige hundert Pakete verarbeiten.

Im Vorfeld gab es da erhebliche Bedenken: huLOG zwingt einem eine Arbeitsweise, auf, die an der Arbeit einer Spedition angelehnt ist. Insbesondere muss jede Übergabe von Ware dokumentiert werden. Das bedeutet, dass Ware, die man auf den LKW eines Spediteurs schiebt am Tor beim Verladen gescannt werden muss, um die Übergabe zu dokumentieren. Beim huLOG wird das ganze dadurch auf die Spitze getrieben, dass bei jedem Scannvorgang auch noch ein Foto der Ware geschossen wird.

Für Paletten alles kein Problem, aber die Pakete hatten wir bisher immer auf Paletten mit je 50 oder so Paketen auf den LKW geschoben. “Die muss man ja alle nochmal anfassen.” “Das dauert viel zu lange.” “Das geht gar nicht.”

Gestern war es dann so weit. Siehe da, wir haben in 25 Minuten eine Wechselbrücke bis unters Dach voll mit Paketen gemacht und die auch alle brav beim Beladen gescannt. es geht also.

huLOG mobile

Heute sind diverse Einzelteile zusammengekommen und bieten etwas, was hoffentlich mehr als die Summe der einzelnen Teile ist. Wir nutzen huBarcode um Auto IDs zu erzeugen. PyShipping für den Datenaustausch mit Speditionen, pyJasper um Etiketten mit allerlei Schnickschnack zu erzeugen, datamatrix und QRcode um URLs maschinenlesbar zu machen, entsprechende Leser für diverse Telefone von diversen
Anbietern
und einige Telefone haben das inzwischen von Haus aus eingebaut. Die Dinger fangen nun an in Anzeigen und sonstwo aufzutauchen.

Dann mal los: Ab morgen hat jeder Paletten-Versandaufkleber von uns einen Datamatrix Barcode und – für die altmodischeren Nutzer – eine URL aufgedruckt. Damit kommt man auf die Seite zur Sendung, z.B. hierhin. Auf dieser Seite kann man dann Bilder, Status und sonstige Informationen seiner Sendung einsehen (für eine grundsätzliche Einführung siehe huLOG.) Also Fotos von der Verladung, Statuscodes vom Spediteur und die eingescannte Unterschrift von dem, der letztendlich die Sendung angenommen hat. (All das gibt es bei der oben verlinkten Beispielsendung nur sehr beschränkt, weil diese Sendung nie physisch durch das System gelaufen ist.)

Ein nächster Schritt wäre es, dass ganze maschinenlesbar zu machen … und tausend andere Sachen. Wo sich das ganze mal hinentwickeln wird ist mir nicht ganz klar, aber irgendwer wird bestimmt aufregende Applikationen finden. Fürs erste bin ich zufrieden, wenn unsere Kunden durch ihr oder ich durch mein Lager gehen und bequem mit dem Telefon schauen können was denn da genau ‘rumsteht.

huLOG lauch: Party!

Unser Leiden mit Paketaufklebern hat ein Ende. Seit letzter Woche nutzen wir für unsere Versandverwaltung huLOG – eine Eigenentwicklung.

Das spannende ist, dass wir hier nicht nur Aufkleberdruck machen, sondern alle Versanddaten konsolidieren. Das bedeutet, alle Informationen zu unseren Sendungen werden an einer Stelle gesammelt und stehen unter einer Oberfläche zur Verfügung.

Oben ist ein Beispiel einer der ersten Sendungen, die wir mit huLOG bearbeitet haben. (Die allererste Sendung ging an Sport Otto in Rabenkirchen, aber da gab es noch allerlei technische Probleme.)

Im Abschnitt Protokoll hat man die gesamte Sendungsverfolgung. Bei Speditionen und Paketdiensten heisst das in der Regel “Track & Trace” oder ähnlich – aber das besondere ist, dass die Daten eben nicht bei den Speditionen lagern, sondern in unserem System zusammenlaufen. Das geht so weit, dass in unserem System bei Klick auf “Ablieferbeleg” die gescannte Unterschrift dessen, der das Paket angenommen hat, erscheint.

Nicht jede Spedition ist glücklich bei dem Gedanken, ihre internen Tracking Daten weitergeben zu sollen. Aber manche sehen das Licht: ECR funktioniert halt nur, wenn man Daten austauscht. Auch mag es durchaus der Motivation zum Datenaustausch helfen, der größte Versender im Städchen zu sein (in Spitzenzeiten kommen wir auf etwa zwei duzend LKWs am Tag) und das der IT- und Logistikleiter in einer Person (meiner Person) vereint ist.

Unser erster Partner mit dem wir das Projekt gestartet haben, ist die Spedition Mäuler. Die sind übrigens genau gegenüber der Autobahn von uns.

Mit Mäuler tauschen wir Daten im FORTRAS Format aus. Das Format wurde vom IT-Dienstleister der Spedition Mäuler vorgeschlagen und es war definitiv eine gute Wahl. In wenigen hundert Programmzeilen kann man Fortras mehr oder wennigerr komplett lesen und schreiben. Eine EDIFACT Implementierung wäre deutlich mehr Aufwand gewesen. Die Implementierung war eine helle Freude. Mäuler hatte uns einen Ansprechpartner zugeteilt, bei dem wir jederzeit anrufen konnten und uns einzelne FORTRAS Felder erklären lassen konnten. Und auf beiden Seiten wurde die Gleiche Sprache gesprochen. (”Beim FTP-TLS Handshake klappt alles, aber bei einem darauf folgenden PASV geben sie eine andere IP zurück, als ohne SSL – vielleicht liegt es daran?”, waren Fragen, die verstanden wurden und nicht mit “da muss ich mal beim Hersteller anrufen” beantwortet wurden.) Insgesamt haben wie die Implementierung inclusive Programmierung in weniger als drei Wochen hinbekommen. Wenn man das mit anderen EDI Projekten vergleicht, ist das ja deutlich über Schallgeschwindigkeit. Wenn alle Zusammenarbeit im IT-Bereich so agil wäre, wie die mit Mäuler, dann könnte ich auf eine Halbtagsstelle umstellen.

Das Aufregende an huLOG ist, dass es die Infrastruktur bietet, auf der wie viele aufregende neue Services aufsetzen können. Z.B. Track & Trace und E-Mail-Benachrichtigungen für unsere Kunden.