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Wie hoch baut man ein Lager?

Wenn man ein Komissionierlager bauen will, ist natürlich die Frage: Wie hoch soll das Ding denn werden?

Tja, eine Gute Frage. Ab 6m Höhe brauch man eine Sprinkleranlage. Also wäre eine gute Antwort 5.99m. Aber dann braucht man natürlich recht viel Fläche, um die gleiche Menge Ware unterzubringen.

Das Problem ist, das Fläche zum einen Geld kostet, zum anderen Entfernung auch Zeit bedeutet. Wenn man Lager halb so hoch und doppelt so lang ist, muss ich im Schnitt auch doppelt so weit fahren. Das bedeutet mehr PErsonal und mehr Staper.

Wenn Was ist die nächste gute Höhenstufe über 6 Meter?

Sogenannte Schubmaststapler kommen auf 11.50 bis 12.00m. Die Etwas kleineren Modelle kommen auf etwa 10.20 m. Das heist man sollte seine Regalanlage so bauen, dass man den arbeitsbereich dieser Stapler gründlich ausnutzt.

Rechnen wir als: wenn wir 195 cm hohe paletten verwenden, müssen wir darüber 10 cm Platz lassen, damit man raum zum Arbeiten mit dem Stapler hat. Dann rechnen wir 20 cm für den Regalboden, so dass die 2. Palette auf 2.25 m (195+10+20) zum stehen kommt. Auf diese weise kriegen wir 5 Paletten übereinander, wenn wir “kleine” Stapler verwenden und 6 mit “grossen”. Die oberste Palette endet dann bei ca 13 m.

Mit 240 cm hohen Paletten bekommen wir 5 Paletten aufeinander und mit 140 cm hohen Paletten 8.

Leider ist es n icht ganz so einfach. Ab 6 m Regalhöhe muss man in das Regal eine Sprinkleranlage einbauen. Das sit teuer, unflexibel, geht leicht kaputt und braucht etwas zusätzliche Höhe. Und im “Erdgeschoss” sollte man etwas mehr Platz lassen, damit man sich 1) nicht den Kopf stösst und 2) nicht so leicht die Ware verkantet, wenn man damit hantiert.

Na, das klappt ja mal.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Wie berichtet versuchen wir den Verkauf und die Leistung des Versands besser aufeinander abzustimmen. Oft ist den Kunden relativ egal, ob sie für den 22. oder 25. bestellen, solange dir Lieferung nur zum vereinbarten Termin eintrifft. (”Pünktlich ist wichtiger als schnell.”)

Die vorher-nachher Bilder zeigen ganz gut den Erfolg: Vor zwei Wochen schwankte die auslastung von Tag zu Tag noch zwischen 5 % und 100 %. Inzwischen haben wir aber für die kommenden Tage eine recht gleichbleubende Auslastung. Wenigiger Stress für uns und pünktlichere Lieferungen für unsere Kunden sind die Folge.

Hochsaison, Baby!

Der Frühling kommt, die Vögel singen und wir arbeiten uns die Finger blutig.

Das ist eine ganz gute Beschreibung dessen, was momentan passiert. Vor Ostern sind unsere Produkte besonders beliebt und das ist Zeit, wo “im Lager die Luft brennt” (so unser Vertriebsleiter).

Unsere neue Lagerverwaltungssoftware myPL hält sich tapfer und im grossen und ganzen läuft die Arbeit sehr glatt, aber viel Arbeit ist und bleibt viel Arbeit. Und weil wir so viel ware zu bewegen haben, brauchen wir auch viel Platz – der fehlt aber. Deshalb stehen alle Ecken mit Ware voll. Und deshalb arbeiten wir 10 Stunden Schichten und Samstags auch.

Das schöne ist, das all diese Arbeit jetzt in überwiegend planbaren und geordneten Dimensionen abläuft. Das Bild rechts zeigt beispielsweise die erwartete Lagerauslastung im Februar. Am 11, 15 und 18 sind wir an unseren Kapazitätsgrenzen. Am 21. und 22. werden wir wohl Luft holen können.

Solche Berechnungen helfen unserem Verkauf, die Aufträge unserer Kapazität entsprechend einzuholen. Anstatt neue Aufträge für den 25. anzunehmen, können Sie den Kunden vorschlagen, doch lieber für den 21. zu bestellen.

Solche technischen Hilfsmittel, wie die Prognose der Lagerauslastung hilft uns, die Zuverlässigkeit unserer Lieferungen zu erhöhen und dabei gleichzeitig oft die Lieferzeiten zu verkürzen. Statt einer starren Regelung mit viel Sicherheitsspielraum, wie “Lieferzeit 2 Wochen” können wir den Kunden eine realistische Schätzung geben, wann er seine Ware erhalten wird.

Der nächste Schritt wird es, mit Terminals auf Gabelstaplern den Verkauf noch näher ins Lager zu rücken. Natürlich wieder mit selbstentwickelter Software.

Gigaset Preise / VoIP

Interessantes Preismodell:

Siemens Gigaset C47 + Ladeschale = 51 Euro

Siemens Gigaset C47 + Ladeschale + VoIP Basisstation = 55 Euro (nennt sich dann Gigaset C470 IP)

Damit ist DECT mit Gigaset momentan die günstigste VoIP Lösung. Wenn man sich ein Gigaset C470 IP + Gigaset S67H kauft zahlt man dafür etwa 130 Euro und kann damit 2 Arbeitsplätze mit VoIP Funktionalität versorgen. Damit kann man 2 parallele SIP Gespräche führen für 65 Euro pro Teilnehmer (+ 0.5 Ethernet-Switch Ports).

Würde man stattdessen Snom 300 Nutzen käme man auf 110 Euro pro Arbeitsplatz. Ein Linksys SPA921 (incl. Netzteil) kostet etwa 78 Euro pro Arbeitsplatz (jeweils + 1 Ethernet Switch Port).

Damit ist für mich momentan das Siemens Gigaset C470 das optimale Endgerät zu einer sanften VoIP Migration. Die meisten Nutzer bekommen erstmal “zusätzlich ein Schnurrlostelefon”. Das verstehen die meisten Leute besser als wenn man ihnen zwei grosse Telefone (Systemtelefon und VoIP Telefon) auf den Tisch stellt.

Fax is officially dead now.

Etwa 1983 haben wir unser erstes Faxgerät angeschafft. Seit dem haben wir oft und gerne Gefaxt. Wir haben Faxserver gehabt (mit Spezialisierten KArten, die man in seinen 286er Rechner gesteckt hat und betreiben momentan ein halbes duzend Faxgeräte, wovon eins ein “very high Volume” Gerät ist.

Aber Faxen stirbt. Nicht mal langsam, sondern blitzartig. Wo immer wir einen leistungsfähigen Netzwerkssscanner aufstellen, ist es aus mit faxen. Diese Geräte, die in der Regel wie ein vorlauter Fotokopierer aussehen, können Vorlagen direkt als PDF an eine E-Mail Adresse verschicken. Jede Abteilung, die so ein Gerät hat, hört augenblicklich mit dem Faxen auf.

E-Mailen von gescannten Seiten hat eine bessere Qualität und der Empfängerkreis is präziser und einfacher auszuwählen. Und Telefonkosten entstehen auch nicht.

Dsa Bild Nebenan ist der Kloschl¨ssel, den ich mir gefaxt habe – man weiss ja nie ….

Gut ist das nicht

Ich berichte ja gelegentlich von unseren Anstrengungen, die Qualität unserer Produkte immer weiter zu verbessern und zu kontrollieren. Das Chemikalienthema, das die Branche letzten Sommer erschütterte ist bei uns schon sehr lange ein Thema.

All das kostet sehr viel Geld und macht unsere Produkte nicht nur besser sondern auch teurer. Was passiert, wenn irgend ein Containerschieber da weniger Mühe rein investiert, oder das ganz lässt? Container voll Sportartikel irgendwo in China kaufen, nach Deutschland schippern, dass kann doch nicht so schwierig sein?

Ein Importeur hat viel weniger Kosten für Produktdesigner und Qualitätsprüfer, Laborkosten und Anleitungsschreiber, Verpackungsdesigner und Ersatzteilservice. Dass bedeutet er kann auch etwas billiger anbieten. Aber wie kann er die Qualität sicherstellen? Oft gar nicht. Schliesslich haben wir Leute, die Jahrzehnte lang an Qualitäts- Sicherheitsstandarts für Sportartikel und deren Einhaltung arbeiten und doch täglich neues lernen.

Wenn er die Qualität aber eh nicht sicherstellen kann, kann er auch direkt bei der Qualität sparen. Hier ein Rohr etwas dünner, da die Polsterung etwas kleiner, dort ein Warnhinweis weglassen. Dann würde Das Produkt bei einer Sicherheitsprüfung durchfallen. Wenn er Glück hat, fällt es keinem auf. Im zweifel macht man einfach das Prüfsiegel drauf, wird schon gehen.

Tut’s dann aber leider nicht. Und der Handel, der lieber doch die günstigen Trampoline vom Importeur kaufen wollte, sitzt jetzt auf unverkäuflichen Trampolinen. Vielleicht waren die Trampoline ja nur billig und kein bisschen preiswert?

Was aber wirklich schlimm ist, ist, dass nun unsichere Trampoline im Markt sind. Da hat niemand was von.

Was ist eigentlich der Sinn eines Unternehmens?

Das ist einfach: Die Kunden zufrieden zu machen1).

Wie? Muss nicht der Zweck sein, Geld zu verdienen?

Nein. So wie mein Zweck nicht ist zu atmen. Geld verdienen ist die Vorraussetzung eines Unternehmens, aber nicht das Ziel. So wie ich nicht ohne zu atmen existieren kann, kann mein Unternehmen nicht ohne Geld existieren. So wie ich mit zu wenig Luft nicht meine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann, geht es auch einem Unternehmen mit zu wenig Geld schlecht. Aber: der Umkehrschluss gilt nicht! Wenn ich besonders viel atme, bin ich kein besserer Mensch. Es wäre sinnlos, mich anhand des verbrauchten Sauerstoffvolumens bewerten zu wollen. Und wenn mein Unternehmen besonders viel Geld verdient ist es deswegen nicht zwingend ein besseres Unternehmen. (Wenn es zu wenig Geld verdient, ist es aber ein schlechteres unternehmen).

Das was man nach Menge des verdienten Geldes bewertet, nennt sich Geldanlage. Bundesschatzbriefe sind eine Geldanlage. Bayer, DaimlerChrislerBenz und die Allianz sind Geldanlagen. Ein Familienunternehmen ist keine Geldanlage.

Um es noch mal klar zu machen: Geld ist eine Vorraussetzung. Kein Geld kein Unternehmen. Zu wenig Geld ist schlecht. Aber Geld ist nicht das primäre Ziel, sondern Mittel zum Zweck. Stattdessen geht es darum, gute Arbeit zu leisten. Und die Qualität der Arbeit schlägt sich in der Zufriedenheit der Kunden nieder.

1) Wer “die Kunden” sind sei mal dahingestellt: unsere Kunden oder die Kunden unserer Kunden?

E-Mail Guide (Entwurf)

Bei uns kriegt jeder Mitarbeiter im Schnitt 200 E-Mails pro Tag. Wenn wir es schaffen, dass durch gut geschriebene E-Mails der Empfänger bei jeder Mail im Schnitt 20 Sekunden spart, kann jeder eine Stunde früher nach Hause gehen.

Ein paar Tips dazu:

0. Du als Author der E-Mail bist verantwortlich

Der Autor einer E-Mail hat dafür zu sorgen, dass der Empfänger eine Mail schnell und effizient bearbeiten kann. Wer schlechte E-mails schreibt der arbeitet auch schlecht. Im zweifel sollten empfänger unleserliche Mails mit dem Kommentar “das verstehe ich nicht” zurückschicken.

1. Überleg, was du mit der E-Mail erreichen willst

Die zentrale Fragen sind “Warum schreibe ich diese Mail?” und “Was genau soll aufgrund dieser E-Mail passieren?”.

2. Sag was du vom Empfänger erwartest

Worte wie “müsste”, “sollte” und “Jemand” sind klare Anzeichen, dass man schwammig Schwafelt. Wenn die E-Mail dazu führen soll, dass der Empfänger etwas macht, dass muss man dies auch ausdrücklich schreiben.

3. Ein Thema pro E-Mail

Eine E-Mail sollte nur ein Thema beinhalten – wenn man zwei Themen mit einem Empfänger zu klären hat, schreibt man besser auch zwei E-Mails.

4. Fasse im Betreff den Inhalt der E-Mail in einer Zeile zusammen

Wenn man den Inhalt nicht in einer Zeile zusammenfassen kann, dann stimmt vielleicht etwas mit der E-Mail nicht – vielleicht sollte man sie in mehrere Mails teilen. Wenn sich im Rahmen einer Diskussion der Inhalt ändert, muss man den Betreff entsprechend anpassen und den alten Betreff in Eckige Klammern setzen. Beispiel: “Re: Bälle pumpen [war: Kompressor kaputt]“.

In der Betreffzeile sollte nur ein “Antwortkürzel” stehen. Also nicht “Re: We: Re: Re: AW: AW: Re: Streusalz”, sondern “Re: Streusaltz”.

5. Antworte nicht zu einem anderen Thema

Wenn man mit jemand ein neues Thema besprechen will, soll man das nciht als “Reply” (Antwort) auf eine alte mail tun, sondern eine Neue E-Mail erstellen.

6. CC nur Leute, die darum gebeten haben

Grundsätzlich gilt: In das “To:” (Empfänger) Feld kommen die Personen, von denen man möchte, dass sie aufgrund der E-Mail etwas tun. In das “Cc:” (Carbon Copy / Durchschlag) Feld kommen die Personen, die nichts tun sollen, ausser die E-Mail zu lesen.

Mit CC muss man sehr Sparsam umgehen. Als Daumenregel kann gelten, dass nur jemand ein CC bekommt, der ausdrücklich darum gebeten hat. Ein CC ist nicht das richtige Mittel, um “alle informiert zu halten”. Im Zweifel verzichtet man lieber auf ein CC und schickt eine Separate Mail, um andere beteiligte zu informieren.

Beispiel einer “CC-Ersatzmail”: “Sehr geehrter Herr K. ich habe S. jetzt geschrieben, sie soll die Notebooks im Laden um die Ecke beschaffen. Gruß md” – das ist viel praktischer für Herrn Klehr, als sich durch eine Kopie meiner Mail an S. zu wühlen, in der die Details des Notebookkaufs besprochen werden.

7. Nie mehr als ein Bildschirm

Im Zweifel wird von E-Mails eh nur der erste Satz gelesen. Wenn wir E-mails bearbeiten, bearbeiten wir Informationsbröckchen. D.h. in der kürze liegt die Würze. Solange man nicht Dokumente (z.B. Sitzungsprotokolle oder Essays) verschickt, sollte eine E-Mail komplett auf einen Bildschirm passen.

5 Sätze oder weniger ist ein guter Standard.

8. Biete Kontext

Insbesondere, wenn sich die E-Mail auf einen Vorgang bezieht, der einige Tage zurück liegt, sollte man eine kurze Zusammenfassung geben, worum es geht. Der erste Satz ist eine gute Stelle, um nochmal zu erklären, worum es geht und was man vom Empfänger erwartet.

9. Vermeide Anhänge

Ein Anhang ist nutzlos, wenn man das gleiche in die E-Mail schreiben kann. Eine hässliche Unsitte sind Sitzungsprotokolle als MS Word Dokument. Bilder sollten direkt als Anhang verschickt werden und nciht in ein Word-Dokument gepackt werden.

Anhänge stellen immer ein Sicherheitsproblem dar. Insbesondere MS Word, Excel udn Powerpoint dokumente sollten wo möglich vermieden werden.

10. kein TOFU!

ToFu ist “Text oben, Fullquote unten”. Bitte nicht die gesammte E-Mail auf die man Antwortet unten anhängen. Es ist eine Zumutung für den Empfänger, sich zum Verständns einer E-Mail auch noch durch ein dutzend unten angehängte alte Mails durcharbeiten zu müssen. Kürze alte Mails auf das wesentliche oder lösche diese ganz und schreibe stattdessen eine kurze Zusammenfassung.

Auch Mails kommentarlos oder mit einem Kommentar wie “zur Info” weiterzuleiten ist eine Unverschämtheit dem Empfänger gegenüber. Zumindest sollte man schreiben, welchen Teil der Weitergeleiteten Mail der Empfänger zur Kenntnis nehmen soll.

Generell ist es ein schlechtes Zeichen, wenn der “gequotete” (zitierte) Teil einer E-Mail länger ist, als der selbstgeschreibene.

11. Die beste mail ist keine Mail

Man sollte sich immer überlegen, ob man nicht auf eine E-Mail verzichten kann. Insbesondere Mails, deren einziger Inhalt “Danke!” ist, lässt man besser sein. Stattdessen gibt man dem Empfänger lieber wenn man Ihn das nächste mal trifft eine Mate aus.

12. E-Mail ist für vieles ungeeignet

Insbesondere sollte man E-Mail nicht für dringendes benutzen – ein Anruf ist da oft besser geeignet. Das mag anders sein, wenn man die E-Mail Gewohnheiten des Empfängers gut kennt. Aber da auch einige Prozent aller E-Mails verloren gehen, sollte man bei dringenden oder wichtigen Themen immer leiber beim Empfänger vorbeizugehen oder zum Telefonhörer zu greifen.

Eine Zusammenfassung von Gelegenheiten, bei denen E-Mail ungeeignet ist:

* Benutze keine E-Mail wenn die Anfrage zeitkritisch oder besonders wichtig ist.
* Um schlechte Nachrichten, Beschwerden oder Kritik mitzuteilen
* Für Anfragen, die nicht einfach und geradeheraus zu beantworten sind
* Um Zustimmung für kontroverse Dinge zu erhalten
* Um Leuten komplexe Anleitungen zu übermitteln
* Um Kommentare zu einem umfangreichen Dokument einzuholen
* Um periodische Anfragen an eine Gruppe zu stellen
* Um Konsens zu einem Thema herzustellen
* Um eine Idee zu entwickeln

Weiterführende Literatur gibt es bei der Zeit, 43 folders,
Salon.com und Jessica Bauer.

Arbeitsbedingungen im Ausland

Im Deutschlandfunk kam vorgestern dieser Bericht “Billigkleidung für den deutschen Markt – Moderne Sklavenarbeit in chinesischen Textilfabriken”.

Hat mir zu denken gegeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir solche Probleme nicht haben. Mache ich mir da was vor, um mein Gewissen zu beruhigen oder sind die Strukturen bei uns anders? Ich denke, die Strukturen sind anders. Das beginnt mit der Branche: die Textilbranche war schon immer anders “als wir”. Hier bei Wuppertal gab es historisch eine starke Textilbranche, die nach ganz anderen Regeln funktionierte, als wir, mit unseren mechanisch komplexen und präzisionsbedüftigen Produkten. Dort wo wir textilnahe Produkte (z.B. Knieschützer) herstellen, findet das in den gleichen Fertigungsstätten statt, wo auch unsere “mechanischen” Produkte, wie Rollschuhe hergestellt werden.

Der Hauptunterschied ist aber wohl nicht die Branche, sondern der Ansatz: Der Bericht redet von Handelshäusern und Zwischenhändlern. Wir sind Hersteller. Wir haben 88 Jahre Erfahrung im Betrieb von Produktionsstätten und im Umgang mit Arbeitern. Unser ehemaliger Betriebsratsvorsitzender trägt das Bundesverdienstkreuz, d.h. wir kennen den Kampf um “Fairness” – in beide Richtungen. Denn ganz offen: im gewerblichen Bereich gibt es genügend Leute, die am liebsten 7h pause am Tag hätten und das auch durziehen, solange keiner ihnen auf die Füße tritt. (Glücklicherweise überwiegen bei uns die Kollegen, bei denen man aufpassen muss, dass Sie nicht “heimlich” Überstunden machen, um Ihre Arbeit geschafft zu kriegen.) Wir haben Produktion in der BRD, DDR, Tschechei, Ungarn, Rumänien, Großbritannien, Kanada, Pakistan, Indien, Thailand, Taiwan und China betrieben. Es ist also nicht so, als würden wir uns im Jahre 2007 erstmals Gedanken um Arbeitsbedingungen machen.

Unser Status als Produzent bedeutet auch, dass wir natürlich wissen, was in der Produktion passiert. Es ist zwar so, dass ein viele unserer Produktionsstätten von lokalen Partnern betrieben werden, aber dass sind unsere Produktionsstätten. D.h. wir kaufen nicht irgend ein fertiges Produkt was irgendwie, irgendwo hergestellt wird. Wir entwickeln ein Produkt und steuern, wie es wo in welcher Qualität produziert wird. Dass bedeutet, dass wir natürlich auch dauernd vor Ort sind. Wir haben eine eigene Niederlassung in Chinas Guangdong Provinz, wo ein Team nichts anderes macht, als an die diversen asiatischen Produktionsstätten zu Inspektionen zu reisen. Das bedeutet vor allem: Wenn bei der Produktion unserer Produkte schlimmes passiert, können wir nicht “ups, wusste ich gar nicht” sagen.

Der Bericht redet viel von Sozialstandarts und Audits und dem Problem, dass es gar nicht genügend vertrauenswürdige Audit-Stellen gäbe. Bei einem Familienunternehmen ist das natürlich einfacher. Dornseifs fahren dahin und schauen sich das an. Regelmässig. Insbesondere mein Vater kriecht in jede Hütte und steckt seine Nase in jeden Schrank. Er ist der Alptraum eines jeden Werksleiters.

Jetzt wollen wir aber nicht so tun, als sei alles Sommer, Sonne, Sonnenschein. Die Arbeitsbedingungen in China sind hart und ich bin nicht unterwegs, dass zu ändern. Das müssen die Chinesen schon selber machen – und sie sind kräftig dabei. Beispielsweise sind die Sanitätären Einrichtungen oft gruselig. Aber solange mein verweichlichter Europäer-Körper die übersteht, sehe ich keinen keinen bedarf mich da einzumischen. (Und versuche morgends und abends im hotel auf die Toilette zu gehen und ansonsten “einzuhalten” :-). Die Arbeit ist oft genug schlecht organisiert und die Arbeitsplätze sind unegonomisch. Das senkt die Produktivität und erhöht damit die Stückkosten. Nicht gut, aber wenn man sich die Zahl der schlecht organisierten, unegonomischen Arbeitsplätze in Deutschland anschaut, gibt es keinen Grund sich als weltweiter Lehrmeister aufzuspielen. Viele Arbeitsplätze sind miserabel beleuchtet – aber wie kann ich den Chinesen guten Gewissens raten noch mehr Energie zu verbrauchen?

Wenn man sich die diversen Verhaltensnormen anschaut, die wir meinen, den Produktionsstätten aufzuzwingen, fragt man sich, ob da nicht mal wider am deutschen Wesen, die Welt genesen soll. Wenn man sich z.B. den (im allgemeinen recht vernünftigen) Kodex der Kampange für saubere Kleidung anschaut und dann mal darüber nachdenkt, was davon in Deutschland schon vollständig realisiert ist, dann kommen einem doch massive Zweifel.

* “Es darf keine [...] Gefängnisarbeit geben” – die JVA Remscheid würde sich bedanken, wenn die keine Aufträge mehr von uns bekommen würde.

* “Es ist für Chancengleichheit und Gleichbehandlung zu sorgen” – so wie hier auch in Schule und Beruf.

* “Die Arbeitgeber sollen eine positive Haltung gegenüber der Arbeit von Gewerkschaften einnehmen” – immer?

* “Die Löhne und sonstigen Leistungen für eine normale Arbeitswoche müssen zumindest den gesetzlichen oder für die Industrie geltenden Mindestlöhnen entsprechen” – ohne Worte

* Die Löhne müssen “stets ausreichen, um die Grundbedürfnisse der ArbeitnehmerInnen und ihrer Familien zu erfüllen und darüber hinaus einen Betrag zur freien Verfügung enthalten.” – ohne Worte

* “Überstunden müssen freiwillig sein” – in Deutschland ist das nicht so.

Nicht alles was wünschenswert ist, kann man auch vorschreiben. Wenn man sich die obigen Forderungen im Lichte der aktuellen deutschen Debatten anschaut wirkt es gradezu unverschämt, solche Standarts im Ausland durchsetzen zu wollen, während man im eigenen Land zu schwach ist, sich auf all das zu einigen.

Das schlimme ist: durch einen Waschzettel an guten wünschen, gehen die wichtigen Punkte dazwischen verloren: keine Sklaverei, keine Kinderarbeit, keine lebensgefährlichen Tätigkeiten, keine Misshandlungen, kein Betrug bei der Entlohnung.

Wohnin mit dem Laster?

Der Ladeplan ist aller Laster Anfang. So oder so ähnlich.

Wenn ein LKW (ein Tautliner, um genau zu sein) bei uns in die Halle fährt, wie entleeren wir den LKW dann wohin?

Ein Sattelzug darf in Europa 16.50m lang sein und die Ladefläche ist etwa 13,80m lang. Deshalb sind die Paletten (1.20×0.80m) etwas seltsam auf dem Fahrzeug verteilt.

Der LKW ist grau im Bild.

Wir haben uns extra-starken Stapler zugelegt, der drei Paletten auf einmal von der Seite heraus nehmen kann.

So weit so gut.

Aber wie stell ich die Paletten im Lager bereit, damit sie von den kleineren Staplern in die Regale verfahren können?

Gestern haben wir das mal mit leeren Paletten ausprobiert. Das Bild rechts ist das Ergebnis unserer Versuche.