Die Firma ist weltweit als Hersteller von Sport-, Freizeit- und Fitnessgeräten bekannt. Das ca. 700 Artikel umfassende Sortiment reicht vom Inliner bis zum Crosstrainer und erzeugt einen Gesamtumsatz von über 60 Millionen Euro pro Jahr.
Um den heutigen Marktanforderungen gerecht werden zu können, ist eine gesunde IT-Infrastruktur unerlässlich. Eine optimale Unterstützung der Unternehmensprozesse durch gute Software- und Hardwareprodukte kann entscheidende Wettbewerbsvorteile bringen. Aus diesem Grund investiert Hudora seit vielen Jahren viel Zeit und Know-How in die IT.
Da die Firma Hudora zur Festigung der Markposition äusserst flexibel auf Kundenwünsche reagieren muss, ist es häufig schwierig, diese Anforderungen mit der am Markt erhältlichen Standardsoftware umzusetzen. Aus diesem Grund werden viele Anwendungen im eigenen Haus entwickelt, um genauestens auf die unternehmerischen Prozesse abgestimmt werden zu können:
Der elektronische Artikelpass
Ein einzelner Artikel enthält eine Unmenge an Daten, die für die Handhabung des Artikels im Laufe seines gesamten Lebenszyklus’ benötigt werden. Angefangen bei den Daten für das Produktmanagement, über den Einkauf, das Marketing, die Logistik bis hin zum Vertrieb werden unzählige Daten benötigt, um das Produkt schnell, effizient und korrekt verwalten zu können. Die Logistik muss z. B. wissen, wie viele Artikel in welcher Packweise auf eine Palette gepackt werden können. Der Verkauf benötigt Artikeltexte aus dem Marketing, um Angebote für das Produkt erstellen zu können. In der Vergangenheit hat jede Abteilung diese Daten selbstständig in einer eigenen Software gepflegt. Dies führte zu inkonsistenten Daten und einer Vielzahl von Fehlern. Da keine Software gefunden werden konnte, die alle Anforderungen erfüllt, wurde die Idee für den elektronischen Artikelpass geboren. Auf Basis der Programmiersprache Python wurde eine webbasierte Software erstellt, die allen Anforderungen gerecht wird und über eine Weboberfläche von jedem beliebigen Browser und von jedem beliebigen Standort gepflegt werden kann.
Die eigene Versandsoftware
Die Versandabwicklung stellte lange Zeit ein grösseres Problem dar, da jeder Logistikpartner eine eigene Software für die Versandabwicklung benötigte. Die Versandabteilung musste also je nach Sendung zwischen diversen Anwendungen hin- und herschalten, um den entsprechenden Versandauftrag und den dazugehörigen Beleg zu erzeugen. Um alle Anwendungen unter einen Hut zu bekommen, wurde eine eigene Software geschrieben. Diese Software erzeugt für alle Logistikpartner die entsprechenden Versandaufkleber und Versandaufträge. Ausserdem werden die Versandlisten auf Wunsch per Datenübertragung an den Logistikpartner gesendet. Die Erfassung der Versandaufträge erfolgt über eine Weboberfläche, die ausserdem auch zur Versandverfolgung verwendet werden.
Die selbst entwickelte Software zur Steuerung eines chaotischen Lagers
Das grösste bisher realisierte Projekt ist eine Software zur Verwaltung eines chaotischen Lagers. Das bisher genutzte Programm konnte den unterschiedlichen Anforderungen bei Weitem nicht gerecht werden und es wurde lange Zeit nach einer passenden Lösung gesucht. Die Anforderungen an diese Software sind sehr vielseitig, da man sowohl kleine Paketsendungen, als auch grosse Palettensendungen und Filialbelieferungen (sehr viele gleichartige Sendungen) innerhalb sehr kurzer Zeitrahmen realisieren können muss und die Auslastung des Lagers sehr grossen Schwankungen unterliegt. Eine wesentliche Anforderung an die Software war, dass diese vorausschauend agiert und zum richtigen Zeitpunkt die benötigte Ware in der Kommissionierzone zur Verfügung gestellt wird. Zur Realisierung des Projekts mussten diverse Schnittstellen (zum bestehenden Warenwirtschaftssystem und zur bestehenden Webumgebung) geschaffen werden. Die Software ist komplett in Eigenregie erstellt und wurde in den Programmiersprache Erlang und Python realisiert. Die Software wurde im vergangenen Winter innerhalb von nur zwei Wochen eingefügt und in den Regelbetrieb übernommen und hat für eine deutliche Effizienzsteigerung im diesjährigen Saisongeschäft gesorgt. Die selbst entwickelte Software bietet maximale Flexibilität. Wenn neue Anforderungen und Wünsche seitens der betroffenen Abteilungen geäussert werden, können diese umgehend umgesetzt werden und müssen keinem Standard folgen.
Die oben geschilderten Anwendungen stellen nur einen Teil der bereits realisierten Projekte dar. Ständig kommen neue Ideen hinzu, die entweder seitens der Abteilungen oder seitens der Kunden an Hudora herangetragen werden. In der nächsten Zeit stehen z. B. Projekte aus dem Bereich der gerätegesteuerten Kommissionierung, des elektronischen Datenaustauschs zwischen Lieferanten und Kunden (EDI) und der kaufmännischen Auswertung geschäftlicher Daten (Business Intelligence) auf der Liste der umzusetzenden Projekte.
Das ist ein Ergebnis unseres internen Aufsatzwettbewerbs “Software als Werkzeug”. Der Text stammt von Lars Ronge.
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