Das totale Versagen kommerzieller Unix-Software

Man mag sich fragen, warum ich mir nur “freie” OCR Software anschaue. Man hat sogar gefragt – bin ich zu geizig, Geld für Software auszugeben?

Auf keinen Fall! Unsere knappste Ressource ist Entwicklungszeit und wenn ich an Entwicklungszeit sparen kann, dann können wir auch gerne erhebliches Geld ausgeben. Was nicht geht, ist erhebliches Geld ausgeben und da nach immer noch erhebliche Arbeit haben. Gegenbeispiel ist die Suche bei auf unserer Firmen Webseite: wir hätten gute Suchfunktion implementieren können. Mit der Suche nach Produktarten/Grössen usw. Stattdessen haben wir eine kleine Google Appliance gekauft: Einstecken, einschalten, Firmen-Logo ins XSLT einbinden fertig. Vermutlich hätten wir selbst eine Suche entwickeln können, die besser auf unsere Bedürfnisse passt. Aber die Google Appliance hat uns erheblich Arbeit gespart. Und der Ruf von Google, sowie die Reviews im Internet gaben mir das Vertrauen, dass das Gerät nicht mehr Arbeit macht, als es einspart.

Ein Großteil der komerziellen Unix Software kann mir nicht das sichere Gefühl geben, mehr Arbeit einzusparen als es Arbeit bereitet. Zunächst muss man sich oft mit Lizenzdateien, Lizenzservern oder Dongles herumärgern.

Dann kommen undurchsichteige Preismodelle hinzu: Für jedes kleine Feature Aufpreis, jährliche Zahlungen, Preise pro gescannter Seite inklusive eines hässlichen Abrechnungs-Software Stacks.

Ich kann so nicht Arbeiten! Wenn ich Software entwickeln soll, muss ich mit den Komponenten experimentieren. Meistens kann ich nicht im Voraus sagen, wie das Endprodukt aussehen wird und in welchem Umfang es genutzt werden wird. Das geht einfach nicht gut mit all den Beschränkungen der OCT-Toolkits einher.

Ausserdem will ich nicht die Katze im Sack kaufen. Wenn ich viel Geld ausgeben soll, dann will ich auch wissen, das ich einen Gegenwert dafür bekomme (s.o.). Während in der Regel Trials angeboten werden, ist es oft ausgesprochen langwierig und lästig, bis man die am Laufen hat: Ehrst einmalige Telefon & E-Mail Verkehr mit einem Sales-Droid, dann hat man irgendeinen Haufen Binaries, den man mit fiel Mühe ans Laufen bringen muss, dann muss man sich mit Lizenzservern usw. ‘rumärgern und dann muss man auch noch betteln, die Features freigeschaltet zu bekommen, die man interessant findet. Und dafür noch Geld ausgeben? Nein danke!

Dann lasse ich das lieber ganz mit OCR oder warte, bis Freie Software herauskommt, die ich testen kann. ./configure; make install ; [test]. Wenn eine Software mir das bietet, dann gebe ich auch gerne Geld dafür aus (z.B. für Zimbra).

BTW: Meine Testbilder kann man unter
http://static.23.nu/md/Pictures/testimages.tar.bz2 herunterladen. Wenn man die PNGs zum Testen in ein anderes Format convertieren will, geht das mit GraphicsMagick: ls *png | perl -npe 's/(.*).png/gm convert $1.png $1.pnm/;' | sh.

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