Paketaufkleber

Wir verschicken Ware. Recht viel sogar. Die Zahl der Pakete und Paletten liegt pro Woche liegt irgendwo im vierstelligen Bereich. Damit das ganze nicht Langweilig wird, verschicken wir mit ca. einem halben duzend verschiedenen Spediteuren. Immer wenn es darum geht, mit einem neuen Spediteur ins Geschäft zu kommen, sagt der Vertrieb der Spedition: “Sie kriegen dann unsere Software für die Erfassung, kein Problem”. Wenn man gut verhandelt, bekommt man auch noch einen Eikettendrucker oder gar einen PC dazu, wenn man schlecht verhandelt, zahlt man auch noch ordentlich für die Software, Installation und Support. Am Ende hat man also einen Haufen Software auf den Rechnern im Lager installiert. Jede mit ihren eigenen Updatecyclen. Mal mit dem Bedarf, per Modem mit der Spedition zu kommunizieren, mal mit allerlei Anforderungen zur Kommunikation per Internet. Mal mit fragilen Access Datenbanken die über Netzlaufwerke geshared werden, mal mit einem MSSQL Server, der irgendwo installiert werden muss. Und natürlich ist all diese Software schlecht, fehlerhaft oder (meist) gar nicht dokumentiert. Ein Support-Albtraum. Man traut sich kaum diese Lager Rechner anzufassen, geschweige denn dort mal Windows zu updaten oder dergleichen

Wir haben ausgerechnet, dass uns Fremdsoftware alles in allem pro Softwarepaket, pro Rechner 1000 Euro im Jahr kostet. D.h. die Speditionssoftware kostet uns im Jahr einige zehntausend Euro. Obendrein funktioniert die Software nicht so gut: Oft können Daten nicht ohne weiteres übernommen werden. Das bedeutet dann z.B. dass wir die Adresse vom unserem Lieferschein noch einmal in der Speditionssoftware EINTIPPEN müssen. Und natürlich liegt dann Information, wie die Trackingnummern in der Speditionssoftware und nicht in unseren Systemen.

Unter diesen Bedingungen fiel die Entscheidung leicht: Wir entwickeln unsere Software zum Versandaufkleberdruck und zur Kommunikation mit den Speditionen selbst. Bei den jährlichen Kosten für den Versandaufkleberdruck rechnet sich das auf jeden Fall – und da ist noch nicht mal eingerechnet, dass wir durch bessere Anpassung der Software auf unsere Bedürfnisse unsere internen Prozesse optimieren können.

Sehr interessant sind die unterscheidlichen Anforderungen, die die unterschiedlichen Speditionen an die Aufkleber stellen. Der eine will eine Eindeutige Nummer mit Barcode, der Rest ist egal. Der andere verlangt umfangreiche Zusatzinformationen (z.B. “Routing”), die aufwändig berechnet werden müssen. Am schlimmsten ist da scheinbar DPD, wo man sogar das Papier, auf dass die Aufkleber gedruckt werden sollen, von DPD genehmigt werden muss. Das ist ja auch durchaus verständlich, weil DPD die Pakete in hochautomatisierten verarbeiten will. DPD hat ein ca. 100-Seitiges Handbuch, in dem beschrieben wird, wie die Aufkleber auszusehen haben. Stand: August 2006 Wir haben dass dann auch Munter implementiert, wobei ich es durchaus für eine Zumutung halte, das wir z.B. das Logo von DPD auf die Aufkleber drucken müssen.

Wirklich bemerkenswert ist allerdings, dass die Software, die uns von DPD empfohlen wurde und die wir für teures Geld gekauft haben (”VLOG“), Aufkleber nicht nach dem DPD Vorschriften erstellt. Zum Vergleich habe ich oben einen mit VLOG erstellten Aufkleber fotografiert und unten einen selbster stellten. Das ist schon heftig.

Der Fairness halber muss gesagt werden, dass dich den Unterschied letzte Woche bemerkt habe und wenige Tage später jemand von MHP, dem Software Hersteller vorbei kam, u, VLOG zu updaten, so dass es konforme Aufkleber erzeugt.

blog comments powered by Disqus