Microsoft Word ist ein ausgesprochen teures Programm für dass man den Preis eines guten Monitors hinblätterrn muß. Das spricht zunächst nicht gegen die Software. Die Erstellung einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit ist sowieso ein ausgesprochen teures Unterfangen, insbesondere im Bezug auf Arbeitszeit, da sollte man bereit sein, für gutes Werkzeug auch gutes Geld auszugeben. Leider ist MS Word kein gutes Werkzeug, sondern bietet für den Wissenschaftler ein ausgesprochen schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis.
Für den Unternehmens-Einsatz bietet MS Word gewisse Vorteile, die nicht abzustreiten sind. Für die wissenschaftliche Nutzung hingegen überwiegen die Nachteile klar.
1. MS Word ist unsicher. Vom Standpunkt der IT-Sicherheit aus gesehen, ist es eine Katastrophe. MS Wort ist heute eine der Hauptverbreitungswege für Computer Viren/Würmer und verrät vertrauliche Informationen aller Art nach Außen.
2. MS Word ist nicht zuverlässig. Es stürzt ab, Textbereiche, Positionsrahmen und Grafiken verschwinden, oder wandern, Fußnoten sind auf der falschen Seite, automatisch erstellte Inhaltsverzeichnisse sind fehlerhaft, etc. Insbesondere die penetrant falsche Plazierung von Fußnoten läßt sich auch durch Gebastel kaum umgehen. Beim Speichern geht MS Word manchmal auf misteriöse Weise eine Datei kaputt und läßt sich praktisch nicht reparieren.
Ein besonderes Problem ist, dass bei MS Word-Dokumente je nach Drucker bzw. Druckertreiber, auf dem sie gedruckt werden, unterschiedlich ausfallen. Dies ist besonders ärgerlich, wenn man eine Arbeit bis auf die letzte Zeile des erlaubten ausgereitzt hat um sie dann auf einem Laserdrucker bei einem Freund auszudrucken und dort ist das Werk dann plötzlich eine halbe Seite länger, die Abbildungen sind falsch plaziert und die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis stimmen nicht.
Microsoft bekennt sich offen dazu, kein Interesse an der Beseitigung dieser Fehler zu haben.
3. MS Word ist nicht beständig. Etwas ältere Word Dokumente lassen sich mit neuereren Word Versionen nur mit Schwierigkeiten oder gar nicht öffnen. Neuere MS Word Dokumente lassen sich nicht mit älteren MS Word Versionen öffnen.
Das mag für Geschäftsbriefe akzeptabel sein, aber eine wissenschaftliche Arbeit sollte auch in fünfzehn Jahren noch les- und edierbar sein.
4. MS Word erschwert den Datenaustausch. MS Word Dokumente sind nur mit Mühen in andere Datenformate zu konvertieren. Selbst andere MS Word Nutzer haben Probleme mit Word Dokumenten anderer Autoren, wenn diese nicht die gleiche MS Word-Version, Betriebssystem-Version und die gleichen Druckertreiber und Schriften installiert haben. Wissenschaftler sind jedoch auf den problemlosen Austausch wissenschaftlicher Dokumente angewiesen.
5. MS Word bietet nur eine rudimentäte Versionskontrolle. MS Word kann zwar im Grundsatz “Änderungen verfolgen” doch bewegt es sich hier auf dem Software-Niveau der siebziger Jahre. Eine Versionskontrolle, die verschidene Bearbeiter, Verzweigungen, Anzeige der Änderungen zwischen beliebigen Versionen, Tagging, selektive Rückschritte usw. möglich macht, fehlt.
6. MS Word bietet kaum Unterstützung für wissenschaftliches Arbeiten. Funktionen für verschiedene Formen von Verzeichnissen, “Formatvorlagen” und Formelsatz sind rudimentär. Literaturverwaltung incl. Zitat-Managment ist gar nicht vorhanden.
7. MS Word Dokumente sind häßlich. Word beherrscht kaum typographische Finessen und läßt den Nutzer beim Satzspiegel auf sich allein gestellt. Es kann sich beim Druck nicht auf die Bedingungen des Ausgabemediums einstellen. Im allgemeinen haben mit Word erstellte Dokumente eine ausgesprochen niedrige typographische Qualität.
Comments 4
Fußnoten-Probleme
microsoft word hat notorisch probleme mit fußnoten. z.b. im bild rechts, wo – wie auch immer – die nummerrierung durcheinander gekommen ist. am häufigsten ist jedoch, dass die fußnoten nicht auf der richtigen seite stehen, d.h. auf der seite, wo sie im text vorkommmen. fußnoten-probleme
This comment was originally posted on 20030716T22:35:28
Posted 16 Oct 2008 at 7:45 ¶WYSIWYG-Probleme
WYSIWYG-Probleme
Microsoft Word gibt vor, den Text auf dem Bildschirm so zu zeigen, wie er auf dem Paper erscheint. Im großen und ganzen klappt das auch, aber wo es brenzlich wird, da versagt Word dann bei der Darstellung auch noch, was die Umschiffung von den zahlreichen Word immamenten Problemen um so schwieriger macht.
Der Text oben stammt aus der Word “Layoutansicht” vom rechten Rand einer Seminararbeit. Alles in allem so, wie man es erwartet.
Wenn man das Dokument jedoch ausdruckt, hat plötzlich eine Zeile auf der rechten Seite einen einzug von ca. 1 cm nach innen, wie im zweiten Bild gezeigt.
This comment was originally posted on 20030716T22:42:16
Posted 16 Oct 2008 at 7:45 ¶“Das muss so”
“das muss so” die ms word faq meint zum problem:
This comment was originally posted on 20030722T12:16:48
Posted 16 Oct 2008 at 7:45 ¶Aufgepasst bei Druckertreibern
schuld an solchen “vorkommnissen” ist oft genug der druckertreiber. word kalkuliert dann ordentlich die abstände die mit den korrekten fonts entstehen sollten — aber die fonts werden leider durch im drucker eingebaute schriften ersetzt, deren laufweite eben nicht ganz mit der von word geplanten übereinstimmt. es wird ja nicht jeder buchstabe fest positioniert.
also unbedingt in den druckereinstellungen forschen, ob da irgendwelche schriften ersetzt werden. gewisse unter- und überschneidungen können da schon mal auftreten. aufgepasst bei druckertreibern
This comment was originally posted on 20030813T23:31:43
Posted 16 Oct 2008 at 7:45 ¶Post a Comment