Fortuna Köln – FC Wegberg-Beeck 1-0

Ein lauer Frühsommer-Abend über Köln-Süd, ein maues Spiel, immerhin unterbrochen von ein paar Chancen auf beiden Seiten, und ein glücklicher Sieger: Das war der gestrige Freitagabend der Fortuna.

Abendstimmung über Köln Süd

Matthias Mink musste zahlreiche verletzte Spieler ersetzen, so dass die Aufstellung ein paar Überraschungen bereit hatte: Maycoll Canizales spielte im zentralen Mittelfeld neben Alex Ende, nicht der dort vielleicht eher erwartete Nico Schmied. Auf der defensiven Außenbahn durfte mal wieder Benni Venekamp ran, und offensiv rückte Chamdin Said mal wieder von Beginn an in die Mannschaft: Sela – Bartsch, Schroden, Habl, Venekamp – Ende, Canizales – Glaser, Heber, Said – Montabell.

Auflaufen der Mannschaften

Da ich mir das Spiel gestern mal aus der Südkurve anschaute, kann ich zur Analyse nicht viel beitragen, dafür ist die Sicht von dort aus zu schlecht. Im Ergebnis konnte die Fortuna sich jedenfalls weder die aus der Rückrunde gewohnte Feldüberlegenheit erarbeiten, noch konnte sie sich die besseren Chancen erspielen. In der einzigen brandgefährlichen Situation stand in der ersten Halbzeit Stephan Glaser vor dem leeren Tor, allerdings in sehr spitzem Winkel, und konnte den Ball nicht am einzigen Abwehrspieler auf der Linine vorbeibringen.

Fortuna Köln - FC Wegberg-Beeck

Wegberg-Beeck dagegen konnte sich einige gefährliche Gelegenheiten erarbeiten, davon zwei, in denen sie nur mit etwas Pech den Torerfolg verpassten, so auch in der folgenden Szene:

In der zweiten Halbzeit konnte sich die Fortuna etwas freispielen, besaß den Ball häufiger, kam aber immer noch nicht zu sehr guten Chancen. So mussten dann der Schiedsrichter und das Glück ein bisschen mithelfen, dass schließlich doch die Führung gelang. Ein Fortuna-Spieler wurde vor dem Strafraum gefoult, der Schiedsrichter ließ Vorteil laufen, den der ballführende Kölner (Tibor Heber?) jedoch vergab, in dem er sich in der Abwehr festdribbelte. Daraufhin pfiff der Schiedsrichter zumindestens überraschend doch noch das erste Foul. Meiner Ansicht nach eine regeltechnisch falsche Entscheidung, die der Fortuna aber die Gelegenheit gab, Benni Venekamp in Schussposition zu bringen. Dessen keineswegs überharter Schuss wurde von einem Wegberger noch leicht so abgefälscht, dass er kurz vor der Torlinie noch einmal aufsetzte und unhaltbar neben dem Pfosten einschlug.

Nun war der auch der Kampfeswille der Wegberger gebrochen. Fabian Montabell kam noch einmal frei im Straraum zum Schuss, versuchte den Schlenzer um den Torwart herum, hätte aber wohl besser auf den nach ewiger Zeit mal wieder eingewechselten Kevin Kruth quergespielt.

Kevin Kruth

Am Ende war der Sieg der Fortuna so doch glücklich, wenn auch nicht völlig unverdient, denn der Gegner ist dann doch immer noch selbst dafür verantwortlich, seine Chancen in Tore umzumünzen. Der Elfmeter, den der Wegberger Trainer nach dem Spiel für seine Mannschaft reklamierte, war jedenfalls eine klare Schwalbe.

Erwähnenswert gestern auch die gute Unterstützung durch die Fans auf der Tribüne und in der Kurve, und das nach sehr langer Zeit mal wieder gemeinsam mit der Mannschaft gegebene F.

Gefroren hat gestern keiner, einen Fortuna-Sieg gab es auch, und das Bier reichte bis zum Schlusspfiff. Was will man mehr?

Dämmerung über dem Südstadion

Nach dem Spiel

Alle meine Fotos vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2011/05/06/detail/

Fortuna Köln – SSVg Velbert 4-1

Endlich, endlich mal wieder lieferte der SC Fortuna Köln gegen einen respektablen Gegner ein gutes Heimspiel. Und wenn der Sieg vor nur rund 300 oder 400 Zuschauern auch etwas zu hoch ausfiel, so war er letztlich doch hochverdient.

Wenig Andrang

Dee Tribüne kurz vor dem Anpfiff

In der Aufstellung fiel zunächst die Nicht-Berücksichtigung von Zweitligaveteran Moussa Ouattara in der Innenverteidigung auf, statt seiner lief Frank Schroden auf. Ouattara hatte in den letzten Tagen wegen der Geburt seiner Tochter weniger trainiert. Schrodens Platz im defensiven Mittelfeld besetzte (endlich mal) Hamdi Dahmani, der allerdings mehr als Achter denn als zweiter Sechser agierte und sich oft in die Angriffe einschaltete. In der Offensive stellte Matthias Mink wieder auf Fabian Montabell als einzige Sturmspitze um, nachdem der in den letzten Spielen noch von Abdou-Nassirou Ouro-Akpo unterstützt worden war. Das war natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass Tibor Heber wieder fit war und im 4-2-3-1 seinen Platz auf der 10 einnehmen konnte. Die Aufstellung: Sela – Furucu, Schroden, Schäfer, Caspers – Ende, Dahmani – Glaser, Heber, Canizales-Smith – Montabell.

Die Mannschaften

Zunächst schien es, als sollte das Spiel laufen, wie zuletzt viele der Fortuna: Die war durchaus feldüberlegen, bemühte sich auch um das Spiel nach vorne, allerdings misslang der letzte Pass oder der Abschluss. Prototypisch agierte Maycoll Canizales: Technisch gut, immer wieder mit schönen Ballannahmen und Dribblings – aber seine Flanken bleiben unzureichend. Als er nach einer halben Stunde alleine auf den Velberter Torwart zulaufen konnte, entschied er sich für einen halben Lupfer und einen halben Querpass, jedenfalls einen Ball, den ein blauer Verteidiger leicht wegschlagen konnte. Ein entschlossener Schuss wäre die einzig richtige Lösung gewesen.

Velbert dagegen wirkte bei seinen seltenen Angriffen etwas zielstrebiger und hätte bereits nach fünf Minuten in Führung gehen können, als ein schöner Schlenzer von der Strafraumgrenze die Latte traf.

Die Führung für die Fortuna fiel dann so, wie sie wohl nur fallen konnte: Mit etwas Glück. Eine Flanke von Tevfik Furucu, als Ball kaum noch gefährlich war, geriet eigentlich zu hoch und zu weit. Der Velberter Verteidiger verschätzte sich, so dass Fabian Montabell im Rückwärtsfallen, durchaus gekonnt und vor allem gewollt, einen Kopfball-Lupfer gegen die Laufrichtung des Torwarts einnetzen konnte.

Jubel nach dem 1-0 durch Montabell

Jubel nach dem 1-0 durch Montabell

Nur gut fünf Minuten später zeigte dann Hamdi Dahmani, wie man es macht, wenn man nur noch den Keeper vor sich hat: Von Tibor Heber mit einer kurzen Verlängerung mit der Hacke durch die hoch stehende Velberter Abwehr geschickt zog er trocken ab, und der Ball schlug mittig im Netz ein: 2-0.

Jubel nach dem 2-0 durch Hamdi

Kurz zuvor hatte allerdings Velbert noch die Chance zum Ausgleich gehabt: Einen Kopfball aus sieben Metern pariertere Jonas Sela jedoch mit all seiner Ruhe und Reaktionsschnelligkeit.

So ging es also mit einer beruhigenden Führung in die Pause, und die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Velbert schien fast schon aufgegeben zu haben, die Fortuna hatte durch die Führung Sicherheit gewonnen, kontrollierte jetzt Ball und Gegner. In der 72. Minute die Entscheidung: Nach einem Eckball köpfte wiederum Dahmani aufs Tor, und der Ball wurde laut Linienrichter erst hinter der Linie abgewehrt.

Nach dem zwischenzeitlichen 3-1 durch einen sehr schönen Schuss von Yilmaz aus 18 Metern machte Alassane Ouedraogo in der 85. Minute den Deckel auf das Spiel, als er den Ball aus kurzer Distanz ins Tor schieben konnte.

Jubel in der Südstadt: 4-1

Am Ende steht also ein Sieg für Köln, der unbedingt verdient war, weil Velbert nie zu seinem Spiel fand und seine zwei sehr guten Chancen in der ersten Halbzeit nicht verwerten konnte, während die Fortuna aus ihren vier Gelegenheiten  zwei Tore machte und damit den Gegner vorentscheidend anknockte.

Meine Spieler des Tages waren heute Hamdi Dahmani, der nicht nur zwei Tore erzielte sondern in der Zentrale des Kölner Spiels für Druck nach vorne sorgte, der sehr fleißige Fabian Montabell und Tevfik Furucu, der in der Defensive eine entschlossene Leistung bot.

Die Fortuna hat, nachdem RWE sich am Freitag ein überraschendes Unentschieden gegen Rhynern leistete, nun 15 Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz bei einem absolvierten Spiel weniger. Die Chancen auf den Aufstieg sind also ungefähr so gut wie die des FC Bayern auf die Deutsche Meisterschaft.

Traurige Verlierer

Zufriedene Fortunen

Zufriedene Fortunen

Quatsch nicht, Bruchhagen!

Viele Amateurclubs betreiben gerade eine Kampagne, um die Regionalligen attraktiver zu machen. Dazu gehört auch der Kampf gegen die Zweitmannschaften der Bundesligavereine, die in der Regionalliga West aktuell 10 von 18 Plätzen einnehmen.

Ich verstehe noch das Argument, dass die Bundesligaclubs schon 2006 einen Kompromiss eingegangen sind (Verzicht auf DFB-Pokal-Teilnahme und auf Fernsehgelder für die Zweiten). Was der DFL-Vorsitzende dann aber noch so von sich gibt, verstehe ich nicht:

Laut Bruchhagen dürften die Amateurvereine grundsätzliche Probleme im Amateurbereich nicht an den zweiten Mannschaften der Profiklubs festmachen: “Das Argument der Amateure, dass sie Zuschauereinbußen hätten, stimmt nicht.”

Äh: Stimmt ja wohl!?! Zweitvertretungen bringen grundsätzlich keine Zuschauer mit. Zwar gilt das auch für ein paar andere Mannschaften, aber für Zweitvertretungen gilt es immer.

“Und den Wettbewerb verfälschen wir auch nicht, weil niemand Lizenzspieler delegiert, um die zweite Mannschaft zu stärken”, sagte der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt.

Außer natürlich, wenn es gegen den Abstieg geht. Dann wird sich nämlich jeder Verein ein paar Mal überlegen, ob er seine Zweitvertretung wirklich in die Oberliga abrutschen lässt. Es wäre für einen Bundesligisten wie Schalke ein echtes Problem, wenn seine Zweite gleich vier Klassen unter der Ersten spielen müsste. Das würde sowohl den Nachschub an jungen Spielern schwächen als auch die Möglichkeiten für Profis verschlechtern, in der Reserve wieder sportlich relevante Spielpraxis aufzubauen. Und bevor das droht, stellt man natürlich mal ein paar Jungs für die Zweite ab, die am Schluss die entscheidenden Punkte sammeln helfen.

Die vorhandenen Probleme der Amateurvereine einfach zu leugnen, obwohl die Wahrheit offen auf der Hand liegt, kann’s in einer solchen Diskussion ja wohl nicht sein.

P.S.: Ein Saarbrückener Fanblog hat die Lügen von Heribert Bruchhagen noch etwas detaillierter auseinander genommen.

Mein WM-Fazit: Close, but no cigar

In den letzten Tagen gab es vermehrt auch kritische Stimmen zum Verlauf dieser Weltmeisterschaft für die deutsche Nationalmannschaft. Karl-Heinz Förster bemühte sich um die Wiederherstellung des Rufs des deutschen 80er-Jahre-Vorstoppers, und im Guardian wurde das deutsche 4-2-3-1 als reaktiv und unkreativ gescholten.

Mein WM-Fazit fällt gemischt aus. Zum einen war es natürlich herzerfrischend, eine deutsche Mannschaft mit einem Mittelfeld voller Twentysomethings und ohne Platzhirsch zu sehen. Andererseits wurde mir um das Alter insbesondere von Bastian Schweinsteiger auch zu viel Aufhebens gemacht: Man sollte immer berücksichtigen, dass Schweini ja schließlich erst 25 sei. Ja, genauso alt wie Michael Ballack bei der WM 2002. Mit 25 sollte man eben auch schon was können, wenn man denn ein Großer werden will, was Schweinis Anspruch spätestens seit der Saison 2003/04 ist. Übrigens ist Schweinsteiger derselbe Jahrgang wie Andrés Iniesta, der auch in dem Alter, das Sami Khedira heute hat, schon deutlich mehr leistete.

Und die hohen Siege über Australien, über England und Argentinien waren natürlich Balsam für die Seele. Das 4-1 gegen England wird voraussichtlich noch sehr lange auf meiner Spielstandstasche stehen. Aber andererseits waren dies Siege gegen Mannschaften, die zu offensiv und teilweise taktisch minderbemittelt gegen uns antraten. Der Guardian weist zurecht darauf hin, dass in drei Spielen gegen defensiv gut organisierte Gegner (Serbien, Ghana, Spanien) der deutschen Nationalmannschaft genau ein Tor gelang, und das war ein perfekt getroffener Fernschuss.

Gestern gegen Uruguay konnte man sehen: Wenn Deutschland gegen einen mittelmäßigen Gegner Platz hat, dann fallen viele Tore, man gewinnt und sieht gut dabei aus. Wenn Deutschland aber gegen einen guten oder sehr guten Gegner antritt, dann tut sich die Mannschaft mindestens sehr schwer. So gewinnt man am Ende dann eben nichts.

Ich fasse es mal kurz: Deutschland muss aufpassen, nicht die Anna Kournikova des Weltfußballs zu werden.

Und da bin ich dann irgendwie am Ende auch bei Karl-Heinz Förster, der mit dem rumpeligsten aller deutschen Fußballstile in den 80ern zweimal im WM-Finale stand. Und das muss diese Mannschaft erst noch mal leisten. Ich traue es ihr zu, aber sie darf nicht zu selbstgefällig werden, weil sie ja ach so multikulti und ja so schön anzusehenden Fußball spielt. Der Verzicht auf einen Empfang am Brandenburger Tor ist deswegen ein guter Schritt.

GWCoaT?

Ich habe bewusste Erinnerungen an die Fußball-Weltmeisterschaften seit 1978. Die gedanken an ‘78 sind allerdings nur, dass ich für das Finale aufbleiben durfte und dass da unglaublich viel Papier auf dem Spielfeld lag. Von 1982 bekam ich die Schande von Gijón am Radio mit, an Halbfinale und Finale kann ich mich recht bewusst erinnern. Mit halbwegs erwachsenem Blick sah ich dann alle Weltmeisterschaften ab 1986.

Und ich muss wie viele andere sagen, dass diese Weltmeisterschaft aus deutscher Sicht schon jetzt eine der besten aller Zeiten ist, aus den oft genannten Gründen.

Allerdings würde ich Italia Novante bislang doch noch über der laufenden WM einstufen. Warum? 1990 war die Mannschaft einfach so gut, dass wir alle vorher wussten, dass wir die Chance, Weltmeister zu werden, nutzen müssen. Alles andere als der Weltmeistertitel wäre, ohne jede Arroganz und jede Geringschätzung des Glücks, das man bei einer Weltmeisterschaft haben muss, eine Enttäuschung gewesen. Der Erfolgsdruck war also ungleich größer, die Mannschaft hielt ihm stand, und schlug auf dem Weg immerhin auch Holland, England und Argentinien.

Außerdem war damals der offizielle WM-Song natürlich ungleich viel besser.

Falls allerdings Deutschland am Sonntag tatsächlich Weltmeister werden sollte, bin ich bereit, Klinsi, Rudi, Litti, Andy, Icke, Bodo, Lothar, Auge, den Kokser, den Golfer und den deutschen Diego vom Sockel zu stoßen und mit den dann größeren Helden von 2010 zu ersetzen.

Aber ich will nichts beschreien und werde die Zeit bis Sonntag auf jeden Fall sehr genießen, fast egal, wie es kommt.

Fallhöhe

DFB_Team twitterte:

Übrigens: Noch nie ist eine deutsche Mannschaft in der Vorrunde einer WM ausgeschieden. Sollte ein gutes Omen sein.

Liebes DFB-Team, so was nennt man nicht Omen, sondern Fallhöhe.

P.S. in eigener Sache: Demnächst wir’s hier wieder mehr Beiträge geben. Ich war nach dem letzten Beitrag erst im Urlaub und bin in den folgenden Wochen vom Büro immer quasi direkt in die WM-Abendübertragung gestolpert. Selbst an den Wochenenden gab’s ja keine freie Minute, die man nicht mit Fußball gefüllt hätte. Ich werde aber spätestens am Wochenende mal über meinen gestrigen Theaterbesuch bloggen, demnächst dann auch sonst wieder mehr.

DerenFussballClub: Wie DFC den SC Fortuna Köln spaltet

(Achtung: Laaaanges Posting!)

Am 3. April 2008 startete Deinfussballclub (DFC): Ein kommerzielles Projekt, das es sich auf die Fahnen geschrieben hatte, Fußballfans gegen Zahlung einer Mitgliedsgebühr zu ermöglichen, den traditionsreichen SC Fortuna Köln als „Co-Trainer“ und „Co-Manager“ in eine hoffentlich bessere und höherklassige Zukunft zu führen. Nicht zuletzt die eingenommenen Mitgliedsbeiträge sollten dazu beitragen, der Fortuna einen Wettbewerbsvorsprung vor der Konkurrenz zu verschaffen. Vor gut einem Jahr wurde der Plan mit der Gründung der Fortuna Köln Spielbetriebsgesellschaft mbH (SBG) dingfest gemacht, an der der Verein mit 51% beteiligt ist, die Deinfussballclub GmbH mit 49%.

Inzwischen ist die zweite Saison mit DFC fast vorbei: Zeit für ein weiteres Fazit, nachdem ich bereits zu Beginn dieser Saison einen kritischen Blick auf die Entwicklung des Projekts geworfen hatte. Damals sagte mir Burkhard Mathiak, neben Geschäftsführer Dirk Daniel Stoeveken einer der beiden operativen Köpfe von DFC: Man wisse, dass man einige Dinge noch besser machen müsse, man nehme aber auch Kritik an und lerne jeden Tag hinzu. Ein Versprechen, das seitdem nicht mit Leben gefüllt wurde.

The great divide

Tatsächlich ist der Graben zwischen der DFC-Leitung und den Fans während der letzten Monate eher breiter geworden, wobei DFC sogar einen Zweifrontenkrieg führt. Da sind zum einen die im Forum aktivsten DFC-Mitglieder, die oft auch die kritischsten sind: Sie fordern von der Leitung die versprochene Transparenz und die Möglichkeit zur gestaltenden Einflussnahme als Co-Trainer und -Manager so unermüdlich wie erfolglos ein. Immer mehr wenden sich enttäuscht ab, neue kommen nicht nach: Die Mitgliederzahlen sind rückläufig.

Und da ist zum anderen die alteingesessene Fortuna-Fangemeinde, die DFC zu großen Teilen kritisch gegenübersteht. Insbesondere taten sich einige Fanblockbesucher von Beginn an schwer damit, den Einfluss, den sie in einem kleinen Verein wie dem SC Fortuna Köln durch den persönlichen Kontakt mit Vereinsverantwortlichen auf die Entwicklung des Clubs nehmen konnten, mit den Machern eines aus dem Nichts gekommen  Projekts und mit „Konsumfans“ aus aller Herren Ländern zu teilen. Immerhin diese Sorge war unbegründet – denn tatsächlich nehmen inzwischen weder die Altfans noch die DFC-Mitglieder echten Einfluss auf die Entwicklung der Fortuna.

Kein Anspruch, keine Wirklichkeit

Doch war es nicht genau das zentrale Versprechen von Deinfussballclub gewesen, seinen Mitgliedern ein reales Managerspiel zu bieten, sie sportliche und wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu lassen, ihnen das „Management eines echten Fußballteams“ zu ermöglichen? Von diesem Versprechen ist im Alltag von DFC wenig übrig geblieben. Bereits zum Start vor zwei Jahren hatten Kritiker darauf aufmerksam gemacht, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den DFC-Mitgliedern keine Rechte einräumen, außer an Abstimmungen teilnehmen zu dürfen. Ob oder welche Entscheidungen aber überhaupt zur Abstimmung kommen, ist ebenso wenig verbindlich geregelt wie die Frage, ob die DFC GmbH sich dem Ergebnis einer Mitgliederabstimmung eigentlich unterwerfen muss. De jure haben die DFC-Mitglieder also nur das Recht, dabei zu sein.

Optimisten wie ich waren der Ansicht, dass es sich DFC trotz der AGB de facto nicht würde leisten können, das implizit (und über die Werbung auch explizit) gegebene Versprechen zu ignorieren, seinen Kunden echte Mitbestimmung anzubieten. Was ich nicht ahnte war, dass DFC bis vor kurzem kein Versprechen würde brechen müssen, um dennoch nahezu unbehelligt von seinen Kunden den Verein nach Gutdünken umzugestalten. Die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder stimmt nämlich ohnehin bei jeder Abstimmung im Sinne von DFC. Ob diese breite Zustimmung tatsächlich auf Grundlage fundierter und informierter Entscheidungen zustande kommt, oder ob sie das Votum kritikloser Jubelperser ist, wird zwar unter den kritischen DFC-Mitgliedern heiß diskutiert, spielt aber letztlich keine Rolle, wenn man eine pluralistische und demokratische Entscheidungsfindung als Basis von DFC akzeptiert: Jeder Abstimmungsklick ist gleich viel wert, egal ob er mutmaßlich informiert ist oder nicht.

DFC steuert die Abstimmungen dabei durchaus geschickt. Die Meinung der Leitung ist jedenfalls immer deutlich zu spüren, manchmal werden Abstimmungstexte tendenziös verändert: So wurde beispielsweise aus dem Mitgliederantrag, Jens Nowotny seinen Job als sportlicher Berater von DFC zu kündigen, die Abstimmungsfrage, ob Nowotny bleiben soll. Personalien werden immer erst dann zur Abstimmung gegeben, wenn der Vertrag bereits verhandelt ist und nur noch von der Zustimmung der Mitglieder abhängt. Eine offene Frage, ob mit Spieler X oder Trainer Y in Verhandlungen überhaupt eingetreten werden soll, wird man bei DFC nicht erleben. Das ist nicht illegitim, doch es lässt die Absicht klar erkennen, das Votum der Mitglieder mit der Kraft des Fast-schon-Faktischen zu lenken.

Die Ohnmacht der Sieger: Wie DFC mit unliebsamen Mitgliedervoten umgeht

Wie wenig tief die basisdemokratische Gesinnung jedoch wirklich im Herzen der DFC-Macher wurzelt, wird immer dann offenbar, wenn ihnen ein Abstimmungsergebnis ausnahmsweise mal nicht in den Kram passt. Das kommt zwar selten genug vor, das Verhaltensmuster ist aber immer dasselbe: Man stellt sich tot und versucht erst einmal, das Thema auszusitzen, ohne zu handeln. Beispielsweise hatten die Fans in einem Überraschungscoup zur Abstimmung gebracht und entschieden, dass der Vertrag des Stadion-Caterers gekündigt werden soll. Diese Kündigung kann zwar frühestens zum Jahr 2012 erfolgen, aber die DFC-Leitung unterschätzte die Stimmung der Community und die Unzufriedenheit mit den Leistungen an den Wurst- und Bierständen, ließ die Abstimmung ohne nennenswertes eigenes Engagement im Forum laufen – und sah sich unerwartet damit konfrontiert, einem von ihr geschätzten Geschäftspartner kündigen zu sollen. Wochen nach der Abstimmung fragten Mitglieder im Forum nach, ob die Kündigung erfolgt sei? Antwort: Der Anwalt formuliere noch am Schreiben. Warum die Geschäftsführung einer GmbH bei der einfachen Kündigung eines befristeten Vertrags anwaltlichen Beistand braucht, wurde zwar nicht deutlich, aber mit der Antwort brachte DFC die lästigen Nachfragen vorläufig zum Schweigen. Erst als die Mitglieder fast vier Monate nach Abstimmungsende erneut nachfragten, trat Geschäftsführer Stoeveken im Forum auf und versicherte, die Kündigung sei gemäß der Abstimmung erfolgt. Die Tatsache, dass das eigentliche Schreiben bis heute nicht präsentiert wurde, ließ bei manchen Mitgliedern einen Restzweifel bestehen, ob die Kündigung denn wirklich gemäß dem Votum erfolgte und nicht DFC vielmehr darauf hofft, dass die Abstimmung bis zum Wirksamwerden der Kündigung wieder vergessen sein könnte.

Auch eine andere, vergleichsweise harmlose Abstimmung wurde von DFC zunächst ignoriert: Die Mitglieder beschlossen, dass der Standort der Kamera auf die Gegengerade verlegt werden soll, mit der jedes Spiel der Fortuna live für die DFC-Mitglieder gestreamt wird. Der Beschluss war bereits Anfang Dezember gefasst worden. Im April fragten Mitglieder nach, warum er eigentlich in den Heimspielen der Rückrunde nicht umgesetzt worden war? Antwort: Das Wetter sei zu schlecht gewesen, man habe schließlich auf der Gegengerade keine Überdachung. Das ist sogar richtig, aber das Abstimmungsergebnis war nicht gewesen, den Kamerastandort nur bei gutem Wetter zu wechseln. Zeit zur Vorbereitung hätte DFC ebenfalls monateweise gehabt, und eine aktive Kommunikation der DFC-Leitung, dass es (vielleicht sogar nachvollziehbare) Probleme bei der Umsetzung des Beschlusses gebe, hatte es nicht gegeben. Für das letzte Heimspiel der Saison wird nun möglicherweise doch noch ein Gerüst aufgebaut werden.

So verfestigt sich Abstimmung für Abstimmung der Eindruck, dass von der DFC-Leitung nur solche Mitgliederbeschlüsse aktiv umgesetzt werden, mit denen sie selbst einverstanden ist. Und die Abstimmungsgewinner sehen ohnmächtig, wie ihre schönen Siege ins Handlungsvakuum verdunsten.

Änderung bestehender Abstimmungsergebnisse: Die letzten Tabus fallen

Doch was soll die Leitung tun, wenn sie eine bereits getroffene Entscheidung ändern will? Ganz einfach: Die nächste Stufe der Ignoranz betreten und versuchen, den Mitgliedern diese Änderung möglichst unbemerkt unterzujubeln. Die DFC-Mitglieder hatten zur Transparenz von Spielergehälter bereits vor langer Zeit beschlossen, dass ihnen bei Abstimmungen über Vertragsabschlüsse zwar nicht die exakten Gehälter genannt werden sollten, wohl aber die Einstufung des Spielers in eine von vier Gehaltskategorien, deren oberste mit „1.500 – 2.500 €“ beziffert war. Vor kurzem fiel auf, dass die mit sportlichen Begriffen benannten Kategorien („Stammspieler“, „Führungsspieler“…)  keineswegs nur die sportliche Einschätzung des Spielers durch DFC wiedergaben, sondern dass auch steuerliche Aspekte wie die Länge der Anreise dazu führen konnten, dass ein Spieler zum Beispiel von der Stammspieler- in die Führungsspielerkategorie rutschte. Auf die Forderungen nach einer besseren Benennung der Kategorien spulte die DFC-Leitung zunächst das komplette, abgestufte Standardprogramm ab: Erst wird das Problem geleugnet, dann wird es als irrelevant dargestellt und schließlich wird behauptet, dass die Lage allen hätte klar sein müssen.

Irgendwann jedoch schien DFC auf die nicht nachlassenden Proteste einzugehen: Okay, man werde die Gehaltskategorien umbenennen; ab sofort heiße die unterste Kategorie von 1 – 400 € Gehalt einfach nur „1“, und die oberste Kategorie „4“ sei für Spieler mit einer Entlohnung ab 1.500 € vorgesehen. Alles schien in Ordnung, bis Mitglieder nachfragten, ob denn die ehemals beschlossene Obergrenze von 2.500 € bei der Umbenennung der obersten Kategorie nur anzugeben vergessen worden sei? Keineswegs, antwortete DFC, man habe sich entschieden, diese Obergrenze aufzugeben, um möglicherweise auch höhere Gehälter zahlen zu können.

Diese inhaltlich wesentliche Änderung war also mit voller Absicht in einer Mitteilung verborgen worden, die scheinbar nur eine reine Umbenennung der Gehaltskategorien kommunizieren sollte. Dass diese „Entscheidung“ nicht nur den Wortlaut sondern auch den Sinn der alten Mitgliederabstimmung ignorierte, nämlich zum einen niedrige Grundgehälter und hohe Punkteprämien zu zahlen und zum anderen den „Co-Managern“ eine Einschätzung der Spielergehälter zu ermöglichen, störte bei DFC offensichtlich niemanden. Erst auf weiteren, massiven Protest im Forum lenkte DFC ein: Man werde vor der nächsten Abstimmung, die diese Kategorie betrifft, „eine Lösung“ präsentieren. Dieses Versprechen ist nun zwei Wochen alt, und auch wenn es seitdem noch keine Abstimmung zu einem Spieler der Gehaltskategorie 4 gab, würde man sich angesichts der Wichtigkeit des Vorganges wünschen, dass hier schon lange Klarheit geschaffen worden wäre.

An diesem Beispiel wurde jedenfalls endgültig augenscheinlich, dass die DFC-Leitung die Mitglieder nur noch als störend wahrnimmt: Viel lieber würde man ohne die lästigen Abstimmungen durchregieren. Abstimmungen werden tendenziös vorbereitet, unwillkommene Entscheidungen werden ignoriert und Änderungen bereits getroffener Entscheidungen versucht man den Mitgliedern so unterzuschieben, dass die es nicht bemerken.

Tabus scheint es nicht mehr zu geben bei dem Bedürfnis, Fortuna ohne die Mitglieder zu führen, und das hat Auswirkungen: An der vielleicht wichtigsten Abstimmung der letzten Jahre, der Vertragsverlängerung mit dem umstrittenen Trainer Matthias Mink, nahmen gerade mal 1.000 der 8.000 aktiven DFC-Mitglieder teil. Dagegen ist jede Presbyteriumswahl ein Demokratiefest.

Lässt der Hund zu, dass der Schwanz mit ihm wackelt?

Allerdings: Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Verhalten sogar verständlich. Denn hatte man bei DFC ursprünglich geplant, mit 30.000 Mitgliedern zu starten, was der Spielbetriebsgesellschaft nach Abzug von Veraltungskosten und Mehrwertsteuer satte 750.000 € Budget verschafft hätte, kann man bei den mittlerweile verbliebenen rund 8.000 Mitgliedern nur etwa 200.000 € einplanen. Dieser Betrag ist aber bei weitem nicht genug, um der Fortuna in der NRW-Liga einen relevanten Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen: Um halbwegs sicher in die Regionalliga aufzusteigen benötigt man einen Etat von über 1 Mio. Euro. Die Investoren hinter DFC hatten aber bereits hohe Anlaufkosten des Projekts, mussten zwei Jahre lang ihr Personal finanzieren, eine Website aufbauen und deren Betrieb sicherstellen – und zuletzt das Stammkapital der Spielbetriebsgesellschaft auf 1 Mio. Euro aufstocken; diese Auflage macht der DFB allen Regionalligisten. Warum also sollte die DFC GmbH sich mit ihren Entscheidungen noch länger nach 8.000 potenziell unberechenbaren Mitgliedern richten wollen, die doch bestenfalls 20% des NRW-Liga-Etats beisteuern – von der Regionalliga ganz zu schweigen?

Denn falls nächstes Jahr tatsächlich der offiziell angestrebte Aufstieg gelänge, müsste das Budget wohl eher in der Ecke von 5 Mio. € liegen: Eine Summe, für die man die etwa zehnfache Zahl von Mitgliedern bräuchte, um einen relevanten Anteil über Beiträge zu erwirtschaften. Das ist aber ausgeschlossen, wir reden immer noch von Fortuna Köln. Der Einfluss der DFC-Mitglieder auf die Entwicklung der Fortuna wird tendenziell also eher sinken, der Einfluss der Investoren aus dem Hintergrund und der Sponsoren eher wachsen.

Auch der Stammverein, der nominell immer noch mehrheitliche 51% an der Spielbetriebsgesellschaft mbH hält, hat schon länger keinen Einfluss mehr auf das Management seiner ersten Herrenmannschaft: Bei den aktuell laufenden Vertragsgesprächen für die nächste Saison waren Vertreter des Vereins nicht mal mehr anwesend. Auch das ist aus finanzieller Sicht nur folgerichtig, denn die 975.000 €, mit denen das Grundkapital der SBG aufgestockt wurde, kamen ausschließlich von Investoren hinter DFC; der notorisch klamme Verein steuerte keinen Cent bei. Zwar verzichtete DFC rein rechtlich auf die Erhöhung des Stimmrechtsanteils, der mit der Kapitaleinlage normalerweise verbunden gewesen wäre, um so der 50+1-Regel des DFB weiter zu genügen. Aber man kann sich ungefähr vorstellen, wie lautstark sich ein Verein noch in Diskussionen um den Betrieb seiner Fußballmannschaft einmischen wird, zu der er gerade mal noch den Namen und die Zulassung zur Teilnahme an einer DFB-Liga beisteuert, für deren Aufwände während der vergangenen zwei Saisons aber die Deinfussballclub GmbH und Sponsoren zu ziemlich exakt 99% aufkamen.

Wie DFC im Verein ausmistete: Herakles oder doch nur zweiter Augias?

Ob die schwindende Einflussnahme des Vereins Fluch oder Segen ist, muss sich auf Dauer noch zeigen. Auf der einen Seite ist es ein unbestreitbarer Verdienst von DFC, die bei der Fortuna vorgefundenen, für unterklassige Vereine typischen Strukturen aufgebrochen zu haben, die von Egomanie (ein ehemaliger Vorstand stellte Spieler ohne Rücksprache mit dem Trainer an), finanzieller Verantwortungslosigkeit (vor der letzten Saison gab es gültige Verträge mit gleich zwei Trainern) und intransparenter Buchführung geprägt waren: Noch auf der letzten Hauptversammlung des e.V. wurde den Mitgliedern kein Kassenbericht vorgelegt, der Kassenprüfer war nicht einmal anwesend; Zahlungen auf die Hand von Spielern an der ohnehin kaum vorhandenen Buchführung vorbei sollen gang und gäbe gewesen sein; und generell kann oder will der e.V. den Verbleib der aus verschiedenen Quellen eingenommenen Gelder seinen Mitgliedern bis heute nicht nachweisen, was die Entstehung verschiedener dunkler Gerüchte jedenfalls nicht behindert. Inzwischen hält sich selbst manch eingefleischter Fan mit Bargeldzuwendungen an den Verein zurück.

Und wenn also DFC an manchen Stellen die Fortuna einmal durchfegen musste, so ist andererseits auch nicht klar, welche Erfahrung die in der Spielbetriebsgesellschaft handelnden DFC-Verantwortlichen wirklich mit der Führung eines Fußballvereins haben, die spätestens nach dem angestrebten Aufstieg in die Regionalliga eine hoch anspruchsvolle Managementaufgabe werden wird. Bereits in dieser Saison zeigten sich Probleme, als die sportliche Leitung es versäumte, sich zu versichern, dass die Spielberechtigungen für alle eingesetzten Spieler tatsächlich vorlagen: Wegen des möglicherweise unzulässigen  Einsatzes von Winterzugang Nico Schmied gegen den VfB Hüls wurden der Fortuna erstinstanzlich die Tore und Punkte für den Sieg aberkannt; über die Berufung ist noch nicht entschieden. Außerdem beklagen sich Spieler über die Personalführung der SBG-Verantwortlichen: Während der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und auch das Verhältnis der meisten Spieler zum Trainer intakt zu sein scheint, ist die Unzufriedenheit mit den vertraglichen Ansprechpartnern bei manchem groß.

Schlussendlich ist die aktuelle DFC-Leitung schon rein zeitlich erkennbar überfordert. Letztlich sind es nur Burkhard Mathiak und Dirk Daniel Stoeveken, die bis auf ausführende Tätigkeiten wie die technische Websitepflege, den kompletten Laden schmeißen: von der Sponsorenakquise über die Personalführung und die Organisation der von der Stadt gemieteten Trainingsplätze bis hin zum Liveticker während der Spiele oder zur Moderation der Mitgliederforen. Dieser Einsatz fast rund um die Uhr und an allen Tagen der Woche ist zwar menschlich anerkennenswert. Allerdings ist klar, dass dadurch auch Fehler entstehen können und wichtige Aufgaben vernachlässigt werden. Unterstützung wird aber auch dann nicht angenommen, wenn sie günstig zu haben ist. So bot sich ein arbeitslos gewordenes und aktives DFC-Mitglied an, für ein Praktikantengehalt nach Köln zu ziehen und die aufwändige und dringend nötige Moderation der Mitglieder-Community zu übernehmen. DFC schlug dieses Angebot aus.

Und natürlich ist es letztlich auch nicht so, dass die Spielbetriebsgesellschaft mbH strengeren Rechenschaftspflichten unterliegt als ein Verein. Im Gegenteil: Die wirtschaftliche Transparenz, die man vom Fortuna Köln e.V. als Mitglied wenigstens theoretisch noch einfordern könnte, können sich DFC-Mitglieder vielleicht wünschen, aber nicht fordern.

Fortuna, viergeteilt

Die Grundkonstellation wird sich in der nächsten Saison nicht ändern. Die Fortuna ist gerade dabei, ihr sportliches Saisonziel deutlich zu verfehlen. Man wollte die Spielzeit auf einem Platz im oberen Tabellendrittel beenden, muss nach dem Abzug der Punkt von Hüls und einer üblen Serie von bislang neun sieglosen Spielen aber froh sein, wenn man nicht noch ernsthaft gegen den Abstieg spielt. Ein Platz im Mittelfeld der NRW-Liga kann es zum Saisonende maximal noch werden, was rein quantitativ eine Stagnation gegenüber der letzten Saison bedeuten würde. Und auch die sportlichen Leistungen insbesondere im heimischen Südstadion waren viel zu wechselhaft, um neue Fans und DFC-Mitglieder in den benötigten Scharen anziehen zu können. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Mitgliederzahl weiter sinken wird, nur gebremst vom Zwang zur Schriftlichkeit und der vergleichsweise langen Kündigungsfrist von drei Monaten vor Ablauf eines Mitgliedsjahres.

Das Band zwischen DFC und den eingesessenen Fans ist ohnehin schon lange zerschnitten. Die Auftritte des Öffentlichkeitsbeauftragten Burkhard Mathiak im offiziellen „Heimspiel-Forum“ schwankten zwischen banaler Beschwichtigung („Wir stehen zum Trainer“, „Niemand kann mit der aktuellen Situation zufrieden sein“) und offener Konfrontation, wenn er der Fangemeinde regelmäßig vorhielt, wie viel schlimmer sie als alles sei, was er in einer früheren Tätigkeit bei Schalke erlebt habe. Der Ton ist inzwischen entsprechend rau, Mathiak heißt bei den Fans nur noch „der Schalker“. Einmal sagte er öffentlich, was die Fortuna brauche, sei nicht ein neuer Trainer, sondern seien andere Fans; mit den aktuellen hat er die Kommunikation jedenfalls schon öffentlich aufgekündigt, sofern sie über das Heimspiel-Forum erfolgt.

So stehen nach zwei Jahren DFC gleich vier Gruppierungen entfremdet nebeneinander: DFC, der alte Verein Fortuna Köln, seine Fans und die meisten der engagierten DFC-Mitglieder. Lediglich Verein und Fans halten noch zueinander, wenn auch oft im Wesentlichen nibelungenhaft. Die anderen Gruppen wollen nicht mehr viel miteinander zu tun haben, was DFC egal zu sein scheint, weil dessen einzige Chance es ist, die bislang aufgelaufenen Investitionen mit noch mehr Geld und zwei notwendigen Aufstiegen in den bezahlten Fußball zu retten. Auf diesem Weg ist das Konzept einer fanbestimmten Basisdemokratie aber genauso überflüssig wie eine Fangemeinde. Die TSG Hoffenheim macht’s vor.

Potemkin all over again: Basisdemokratie nur als Fassade

DFC wird also mit möglichst minimalem Aufwand versuchen, seiner Community noch ein paar Beitrags-Euro abzuringen. Für 200.000 € im Jahr kann man ruhig mal ein paar Stunden am Tag investieren, echte  Mitbestimmung aber wird es bei DFC nicht geben, dafür ist der Ertrag dann doch zu niedrig. Und so war es für einzelne Mitglieder mehr als ein amüsanter Treppenwitz, dass DFC im vergangenen Jahr eine von Mitgliedern betriebene Abstimmung mit dem Titel „Volle Transparenz“ massiv bekämpfte, die am Ende von der Mehrheit auch abgelehnt wurde – nur um wenige Monate später auf der Homepage mit dem Versprechen „100% Transparenz“ um neue Mitglieder zu werben und diese Mogelpackung als Reaktion auf Proteste im Forum tatsächlich noch in “volle Transparenz” umzubenennen. In your face!

Jedenfalls ist Fortuna Köln von „DeinemFussballClub“ schon lange zu „DerenFussballClub“ geworden, zum Spielball einiger unbekannter Investoren hinter DFC. Das Konzept ist von anderen Clubs bekannt, aber immerhin verbrämen weder Dietmar Hopp noch Red Bull ihre Absichten mit dem immer fadenscheiniger werdenden Versprechen, gemeinsam mit Sönke Wortmann den Fußball der Basis zurückzugeben.

Fortuna Köln – MSV Duisburg II 0-1

Diese Woche weigere mich, einen Spielbericht zu schreiben. Bereits letzte Woche hatte ich ja überlegt, einfach den letzten zu kopieren, dieses Mal kann der geneigte Leser das tatsächlich tun: Einfach den Spielbericht vom Match gegen Bielefeld 2 vor einer Woche nehmen, das Ergebnis austauschen und noch ergänzen, dass der einzige Gegentreffer gestern durch einen Elfmeter zustande kam, den Christopher Möllering ziemlich unnötig und ungelenk verursachte. Ansonsten: Erste Halbzeit okay, keine Tore, zweite Halbzeit Katastrophe, null Spielfluss. Genau wie gegen Bielefeld.

Meine Bilder: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2010/05/16/detail/

Die offiziellen Bilder von palim: http://www.flickr.com/photos/palimphoto/sets/72157623949768159/

Frank Schroden ab

Fortuna Köln – Arminia Bielefeld II 0-3

Ich könnte es mir leicht machen und dem geneigten Leser einfach empfehlen, meine Spielberichte der letzten Heimspiele zu lesen, darin den Gegner und das Ergebnis von heute zu ersetzen, die Anmerkungen über das Spiel und die aus der Mannschaft gelassene Luft aber weiterhin zu beachten. Bis auf mindestens 80% könnte man sich so der Wahrheit auch des Spiels gegen Arminia Bielefeld II nähern: Wieder ein kraftloser, manchmal lustloser Auftritt der Fortuna, wieder ein Gegner, der seine Chancen entschlossener suchte und auch nutzte.

Wobei der Fairness halber gesagt werden muss, dass diese Einschätzung hauptsächlich für die zweite Halbzeit der heutigen Partie gilt. In der ersten Halbzeit zeigte sich die Fortuna verbessert, hätte auch verdientermaßen in Führung gehen können. Aber der Reihe nach.

Auflaufen der Mannschaften

Die Fortuna lief mal wieder im Minkschen 4-2-3-1 auf, wobei das, Tribünengerüchten zufolge, dieses Mal der Tatsache geschuldet war, dass Cengiz Can zu spät zum Aufwärmen erschienen war und schon aus disziplinarischen Gründen nicht in der Startelf auflaufen konnte. Der kurzfristig verletzte Kapitän Glaser wurde nicht wie zuletzt von Nuno Sanches ersetzt, sondern von Mario Schwarz, Hamdi Dahmani begann mal wieder auf links, also liefen diese elf Spieler auf: Möllering – Venekamp, Schroden, Marten, Furucu – Schmied, Ende – Schwarz, Maouel, Dahmani – Kruth.

Stretchmaster Cengiz

Fortuna war von Beginn an feldüberlegen, und auch gute Chancen sprangen heraus: An einer gut geschlagenen Halbfeldflanke sprangen drei Fortunen vorbei (5), einen sich gefährlich senkenden Distanzschuss von Schmied konnte der Bielefelder Keeper nur mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenken (25.), einen Freistoß verpassten wiederum mehrere Kölner im Strafraum (32.). Die junge Bielefelder Mannschaft machte den Eindruck, als wolle sie sich das alles mal in Ruhe anschauen und, solange nicht Entscheidendes passierte, erst mal ein paar Schlüsse ziehen.

Die Konsequenz war dann ab Minute 35 zu sehen: Bielefeld spielt entschlossener nach vorne, kam zu nun auch zu guten Möglichkeiten. Ein Distanzschuss pfoff noch knapp am entfernten Torgiebel vorbei, doch eine Minute vor dem Halbzeitzeitpfiff war alles zu spät: Ein Freistoß aus der rechten Mitte der Kölner Hälfte schlug Bielefeld in den Strafraum, dort wurde er mit dem Kopf verlängert, ein Angreifer stand frei vor dem Tor, traf nur die Latte, doch den Abpraller verwertete ein Mannschaftskamerad endlich zum 1-0.

Bielefelder Jubel nach dem 0-1

In der Pause wechselte Matthias Mink Cengiz Can nun doch ein, nahm dafür Mario Schwarz heraus. Erfolg konnte diese Maßnahme aber nicht mehr zeigen, weil nur fünf Minuten nach der Pause Bielefeld aus dem Mittelfeld einen Steilpass auf den durchgestarteten linken Außenverteidiger spielte, der zog frei auf Möllerings Tor zu und schob souverän zum vorentscheidenden 2-0 ein.

Bielefelder Jubel nach dem 0-2

Über den weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit kann man den Mantel des Schweigens legen: Die Fortuna brachte keinen vernünftigen Spielzug mehr zustande, was sich am deutlichsten vielleicht daran zeigte, dass selbst Kevin Kruth einen (nicht mal ungefährlichen) Weitschuss ansetzen musste, anstatt wie gewohnt mit Zuspielen gefüttert zu werden. Cengiz Can gab sich mehrfach verärgert, war selbst aber auch in manchen Situationen zu eigensinnig. Es ergab sich bis auf einen weiten Freistoß, den Lars Marten am langen Pfosten direkt nahm aber vorbei setzte, keine gute Torchance mehr für die Fortuna. Das Aufbauspiel wurde von Bielefeld erstickt, die Fehlpässe häuften sich, der letzte Wille war nicht erkennbar.

Cengiz will den Ball

Unterm Strich war es ein einschläferndes Bild des Elends, aus dem erst das 3-0 der Bielefelder aufschrecken konnte: Ein guter Diagonalpass auf den rechten Flügel, eine scharfe Hereingabe an den kurzen Pfosten, eine Direktabnahme und die endgültige Entscheidung in der 85. Minute.

Bielefelder Jubel nach dem 0-3

Bielefeld zeigte alle Qualitäten, die ein Aufsteiger aus der Oberliga haben muss: Eine engagierte, bewegliche Defensive, ein klares Spiel in die Spitze, schnellfüßige Abnehmer für Diagonalpässe auf die Flügel und vor allem eine konsequente Chancenverwertung. Insofern war das für die Fortuna, die für das nächste Jahr den Aufstieg als unmissverständliches Ziel ausgegeben hat, kostenloser, wenn auch im sportlichen Ergebnis bitterer Anschauungsunterricht.

Und eins ist inzwischen auch klar: Das selbstgesteckte Saisonziel Platz 6 kann die Fortuna kaum noch erreichen. Es sind zwar noch vier Spiele zu spielen, aber sieben Punkte Rückstand auf Rang 6 ließen sich wohl nur mit einer Siegesserie noch aufholen, auf die zu hoffen die Mannschaft derzeit keinen Anlass gibt. Besonders ärgerlich: Mit der heutigen Niederlage hat die Fortuna bis auf weiteres eine negative Saisonbilanz, eine Niederlage mehr als Siege eingefahren.

Das nächste Heimspiel, schon am nächsten Sonntag gegen die zweite Mannschaft des MSV, wird mein letztes für diese Saison sein, anschließend bin ich im Urlaub. Und ehrlich gesagt: Nach den deprimierenden letzten Spielen bin ich froh, wenn es vorbei ist.

Meine Fotos vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2010/05/09/detail/
Und die offiziellen Fotos von palim: http://www.flickr.com/photos/palimphoto/sets/72157624025164470/

Da hätte der Ball reingemusst

Fortuna Köln – Rot-Weiß Essen II 1-1

Der erste richtige Frühsommertag des Jahres: 24°, Sonne, leichte Wolken, kaum ein Wind. Es wäre eine wunderbare Gelegenheit für die Fortuna gewesen, die nur rund 400 im Südstadion erschienenen, aber vermutlich hartnäckigsten ihrer Fans zu versöhnen, die zuletzt in vier Spielen nur einen einzigen Punkt hatten bejubeln dürfen.

Das Südstadion im Frühsommer

Soviel vorweg: Die Chance wurde vergeben. Vielmehr verstärkte sich der Eindruck, dass dieser Mannschaft aller Schwung abhanden gekommen ist. Was heute im Südstadion geboten wurde, das war entspannter, zielloser Sommerfußball – seltsamerweise auch von den abstiegsbedrohten Gästen, von denen man eigentlich doch erwartet hätte, etwas Biss in die Partie zu bringen.

Das größte Rätsel gab mir jedoch nicht die Einstellung auf, sondern die Taktik. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Trainer bin, aber ich konnte heute nicht erkennen, wer bei der Fortuna in der Offensive den rechten Flügel besetzte. Oft stand dort Tevfik Furucu, der aber im Wesentlichen den rechten Außenverteidiger gab. Bei seinen Vorstößen sicherte ihn Alex Ende ab, der sich dann von der Sechserposition nach rechts hinten fallen ließ. Ab und an wichen Hamdi Dahmani, eigentlich zweiter Sechser, Abdelkader Maouel, eigentlich als 10er unterweg, oder einer der beiden Stürmer auf den rechten Flügel aus. Oft war die Position aber auch einfach unbesetzt, so dass es ein paar Mal zu groben Fehlpässen kam.

Im Wesentlichen schien mir das nämlich ein 4-2-2-2 zu sein, das Matthias Mink aufgeboten hatte, oder was wenigstens die Mannschaft auf’s Feld brachte: Möllering – Venekamp, Marten, Schroden, Furucu – Ende, Dahmani – Maouel, Schwarz – Kruth, Can. Im DFC-Liveticker versuchte Burkhard Mathiak die Formation als 4-4-2 mit Raute zu erklären, angeblich mit Dahmani links und Schwarz rechts. Ich saß in Halbzeit eins auf der linken Angriffsseite der Fortuna: Hamdi Dahmani kam mir nie näher als geschätzte 50 Meter, während Mario Schwarz und auch Abdelkader Maouel sich deutlich öfter blicken ließen. Zwischen allen Angreifern gab es aber zahlreiche Positionswechsel, und es machte fast den Eindruck, als hätte die Mannschaft entweder die taktischen Anweisungen des Trainers nicht verstanden, als hätte sie auf dem Feld die Orientierung komplett verloren oder als wäre das taktische Konzept irgendwie anders missraten.

Auflaufen der Mannschaften

Im Ergebnis von unzureichend besetzten Positionen und fortwährenden Positionswechseln ergab sich jedenfalls ein Spiel, in dem der Aufbau der Fortuna erkennbar “auf Sicht” gespielt wurde: Besonders Ende und Dahmani wussten nicht, wo ihre Anspielstationen waren, sondern sie mussten sie erst sichten, um einen Pass zu spielen. So konnte das nur ergeben, was in beiden Halbzeiten zu beobachten war: Ein müder Kick mit viel zu niedriger Passquote.

Und da die zweite Mannschaft von RWE ihren 13. Tabellenplatz anscheinend zu Recht einnimmt, ergab sich ein Spiel, bei dem die Zuschauer sich nur über das Wetter freuen konnten.

Traumwetter

Spielerische Höhepunkte waren rar. Zu Beginn der Partie konnte der aus seiner langen Sperre zurückgekehrte Can noch ein paar Akzente setzen, gleich zu Beginn wurde ein Schuss von ihm nur so eben noch von einem Essener Defensivfuß abgeblockt. Mit zunehmender Spielddauer verpuffte aber auch Cans Wirkung, zumal kaum Anspiele aus dem Mittelfeld kamen, das viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt war.

Cengiz Can

Die Führung der Fortuna konnte entsprechend fast nur aus einem Standard fallen: Ein schön angeschnittener Freistoß von Benjamin Venekamp dreht sich in Richtung Fünfmeter-Eck, Kevin Kruth sprintet in den Ball und hält den Kopf hin: 1-0 neben dem kurzen Pfosten.

Das 1-0 durch Kevin Kruth

Jubel nach dem 1-0

Unmittelbar danach pfiff der sichere Schiedsrichter, der mit dem Spiel aber auch wenig Mühe hatte, zur Pause.

Die Erwartung war, dass die Fortuna, nun von der Pflicht entbunden, das Spiel zu machen, gegen offensiver antretende Essener mit Kruth und Can erfolgreich würde kontern können. Weit gefehlt. Die Fortuna musste weiter nach vorne spielen, weil Essen nicht daran dachte, zu stürmen. Und zu allem Überfluss ließ sich Köln von den Essener mit einem allerdings sehr gut gespielten Angriff auskontern: Als die Kölner Verteidiger sich eigentlich gerade wieder formiert hatten, verlagerte Essen das Spiel mit einem schnellen, präzise gespielten Ball auf den linken Flügel, die Kölner Abwehr schob hektisch hinterher, während Dirk Caspers, in der nächsten Saison in Diensten der Fortuna, jedoch genug Zeit hatte, um den Ball technisch sauber anzunehmen und sofort präzise und flach hinter der Abwehr entlang an den langen Pfosten zu flanken, wo der durchgestartete Lukas Lenz keine Mühe hatte, zum 1-1 einzuschieben. Respekt: Genau so spielt man eine verschiebende Viererkette aus.

Essener Jubel nach dem 1-1

Über den Rest des Spiels könnten wir den Mantel des Schweigens betten, hätte nicht Mario Schwarz noch eine 100%ige Chance vergeben, als er frei von halblinks auf den Essener Torwart zulief und an ihm scheiterte. Ansonsten nur noch erwähnenswert, dass Alex Ende für seine zahlreichen Fernschussversuche heute wenig Zielwasser getrunken hatte. Einmal traf er immerhin einen Gegenspieler, der kurz behandelt werden musste.

Ansonsten war das eine zwar nicht leb-, aber doch lustlose, jedenfalls konfuse und im Ergebnis einschäfernde Leistung der Fortuna. Es war nie eine Linie im Spiel zu erkennen, ebensowenig war zu spüren, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen wollte. Sie war zwar dauerhaft feldüberlegen und nie in der Gefahr zu verlieren, aber das genügt gegen einen so harmlosen Gegner nicht, wie es RWE an diesem Nachmittag war.

Durch das Unentschieden ist nun auch der 6. Tabellenplatz futsch, der als Saisonziel ausgegeben war. Und wenn der Fortuna die drei Punkte sowie die geschossenen Tore vom Sieg gegen Hüls auch in der zweiten Instanz aberkannt werden, dann findet man sich unversehens auf dem 10. Tabellenplatz wieder. [Danke für den Hinweis auf die Tore, wumpi!] Das ist für die Fähigkeiten, die diese Mannschaft hat, eindeutig zu wenig. Allerdings kann man mit so schwankenden Leistungen auch nicht mehr erreichen. Es bleibt viel zu tun, um verbleibenden immerhin sechs Partien noch zu einem würdigen Ende zu bringen und nicht am Ende sogar noch nach unten schauen zu müssen.

Diskussionen nach dem Schlusspfiff

Diskussionen nach dem Schlusspfiff

Diskussionen nach dem Schlusspfiff

Und dann ist aller Frust vergessen

Südstadion nach dem Spiel

Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.

Die offiziellen Fotos von palim auf Flickr.

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