Pro und Contra Matthias Mink
Bei Deinfussballclub (DFC) wird schon wieder über den Trainer von Fortuna Köln abgestimmt. Gegen Matthias Mink gab es bereits im Dezember 2009 ein Misstrauensvotum, das von den DFC-Nutzern initiiert wurde. Damals sprach ihm die Mehrheit aber deutlich das Vertrauen aus, auch ich gab ihm meine Stimme. Im April dieses Jahres, als über die Vertragsverlängerung von Mink abgestimmt wurde, bekam er über 2/3 der Stimmen.
Erst kurz nach der Vertragsverlängerung zeichnete sich jedoch ab, dass die Fortuna in einer fast existenzbedrohenden Serie siegloser Spiele festhing. Am Ende sammelte man aus den letzten elf Spielen der Saison gerade mal zwei Punkte und entging dem Abstieg nur wegen der um zwei Tore besseren Differenz gegenüber Hüls. (Im nachhinein hielt Hüls am Grünen Tisch doch noch die Liga.)
In diese Negativserie hinein platzierte ein Nutzer den erneuten Vorschlag, Matthias Mink zu beurlauben. Warum kommt der Vorschlag erst jetzt zur Abstimmung? Als am 01.06. festgelegt wurde, welche Mitglieder-Abstimmung im Juli durchgeführt wird, hatte ein anderer Vorschlag noch mehr Unterstützerstimmen, der die Offenlegung des abgelehnten Vertragsangebots an den Fanliebling Cengiz Can forderte. Die Abstimmung wurde dann auch durchgeführt, allerdings gab DFC, als der Vorschlag eine Mehrheit der Stimmen erhalten hatte, bekannt, dass man das Vertragangebot nicht veröffentlichen werde, weil angeblich die Persönlichkeitsrechte von Can berührt seien.
Das hätte man nun aber auch vorher wissen können, so dass der Vorwurf im Raum stehen bleibt, dass DFC die Can-Abstimmung sehenden Auges benutzte, um die Mink-Abstimmung in den August zu schieben. In diesem Monat hat nämlich die NRW-Liga-Saison bereits begonnen, so dass jedem Abstimmenden klar sein muss: Wird der Trainer abgewählt, dann steht die Fortuna nach drei Spieltagen ohne den Übungsleiter da, der sich vor der Saison eine fast komplett neue Mannschaft zusammenstellen durfte, die um den Aufstieg spielen soll. Das Ziel Aufstieg könnte man dann wahrscheinlich abhaken.
Ich will dennoch meine Argumente pro und contra Mink abwägen, um zu einem sachlichen Urteil zu kommen, dieses Mal allerdings in anderer Form als letztes Mal: Ich werde die Argumente, die mich im Dezember 2009 bewogen hatten, für Mink zu stimmen, im Rückblick auf ihre Richtigkeit überprüfen. Punkte, die sich aus meiner Sicht als stichhaltig pro Mink erwiesen haben, markiere ich grün, neutrale Punkte blau, die für Mink negativen Punkte rot.
- Die Fortuna nimmt eine erkennbare, langfristig positive Entwicklung. Unter Mink stieg sie zunächst (als Meisterschaftszweiter, weil der VfL Leverkusen die Lizenzbedingungen nicht erfüllen konnte) in die NRW-Liga auf, nachdem sie im Jahr davor noch gegen den Abstieg aus der Verbandsliga gespielt hatte. Der Klassenerhalt war in der ersten NRW-Liga-Saison nie ein Thema. In dieser Saison ist ein Platz im oberen Tabellendrittel das Ziel, und dieses Ziel ist eindeutig in Reichweite.
Kommentar heute: Gott, was lag ich damals daneben! Die schon erwähnte Negativserie ließ die Fortuna fast noch in die Verbandsliga absteigen. Von langfristiger Entwicklung kann also keine Rede sein. - Die mannschaftliche Geschlossenheit war bis auf ein, zwei Partien bei allen Spielen dieser Saison erkennbar.
Kommentar heute: Auch das stellt sich aus heutiger Sicht anders dar. Die Mannschaft zerfiel in den letzten Spielen quasi. Es war erkennbar, dass der Zusammenhalt nur auf dem Erfolg gründete, aber nicht stark genug war, schwierige Phasen zu überstehen. Man hört, dass damals positive Führungsfiguren fehlten. - Man erkennt nach einem etwas holprigen Start der auf wesentlichen Positionen veränderten Mannschaft, welches System Matthias Mink spielen lässt und wie dieses System mehr und mehr zu greifen beginnt.
Kommentar heute: Das System ist in der Tat erkennbar, ein 4-2-3-1 mit Mittelfeldpressing. Allerdings greift es in Heimspielen nicht, wenn der Gegner defensiv steht. - Matthias Mink gelingt es, wenn auch nur über längere Zeiträume, flexibel zu sein und sich zu ändern. Die Umpositionierung von Hamdi Dahmani vom Flügel auf die Sechser-Position, der immer besser funktionierende Einbau von Abdelkader Maouel in die Mannschaft, die Umstellung auf zwei Spitzen: All das sind Veränderungen, die der Mannschaft halfen.
Kommentar heute: Das sehe ich heute neutraler. Zwar nimmt Matthias Mink auch mal Änderungen vor, aber nur sehr, sehr langsam – für meinen Geschmack zu langsam, wenn man schnell Erfolg haben will, wie es jetzt notwendig ist, und zudem mit vielen neuen Spielern noch viel wird erproben müssen. - Das von Mink bevorzugte 4-2-3-1 mit Mittelfeldpressing funktioniert auswärts ganz hervorragend (Bilanz in dieser Saison bislang 5-2-2).
Kommentar heute: Auch wenn die letzten Auswärtsspiele der vergangenen Saison von einer verunsicherten Mannschaft verloren wurde, halte ich das System auswärts für erfolgversprechend. In dieser Saison gab es leider erst ein Auswärtsspiele, das bei Kleve mit 3-0 gewonnen wurde. Allerdings hat Kleve nach drei Spielen keinen Punkt auf dem Konto und 0:9 Tore… - Junge Spieler entwickeln sich unter Mink immer wieder positiv und bekommen Einsatzzeiten: Kevin Kruth hat es vom Superjoker zum kaum noch verzichtbaren Sturmführer gebracht. Abdelkader Maouel tut der Mannschaft sehr gut. Jan Gran kommt auch noch. Von Michael Khan hört man immer wieder, dass er sehr gute Trainingsleistungen bringt. (Auf dem Platz ist davon allerdings noch nicht viel zu sehen.)
Kommentar heute: Das betrachte ich heute als Fehleinschätzung, lediglich bei Kevin Kruth bleibe ich bei meiner Meinung. Allerdings wird gerade der von Mink aktuell verunsichert, weil er vor der Saison gleich drei Konkurrenten vor die Nase gesetzt bekam, in den ersten drei Spielen trotz der Knipserprobleme von Said erst einmal von Anfang spielte und da noch ausgewechselt wurde. Alle anderen jungen Spieler sind entweder inzwischen gegangen oder haben kaum noch eine Chance auf einen Einsatz. - Die Mannschaft hat unter und mit Matthias Mink die Kurve aus einer ganz, ganz schwierigen Saisonphase gekriegt.
Kommentar heute: Tja, und anschließend ist sie gleich wieder in die nächste ganz, ganz schwierige Saisonphase geschliddert. - Das Spielsystem im Südstadion funktioniert erst in den letzten Spielen einigermaßen, aber noch lange nicht so gut wie auswärts.
Kommentar heute: Es deutet sich an, dass auch die neue Mannschaft Probleme hat, das Spiel zu machen. Mir scheint das ein Systemproblem zu sein. - Matthias Mink denkt aus der Defensive heraus. Das ist zwar im modernen Fußball weit weg von grundfalsch, aber auch gegen schlechte Mannschaften wird oft mehr reagiert als agiert. Mir fehlt eine klarere Spielphilosophie, wie die Mannschaft bei Ballbesitz agiert.
Kommentar heute: Nochmal dasselbe mit anderen Worten. - Mink ist ein Sturkopf, obwohl er langfristig durchaus Veränderungen vornimmt, beispielsweise wird in dieser Saison früher einwechselt als noch letzte Saison.
Kommentar heute: Diesen Punkt müsste ich eigentlich doppelt rot machen, wenn das ginge. In einem doppelseitigen Artikel in der Sport-Bild zur Beurlaubungs-Abstimmung wurde Mink zitiert, dass er gerade jetzt nicht etwa mehr auf die DFC-User hören wolle. Das muss er vielleicht auch nicht tun, aber Widerspruch, so der Eindruck, lässt Matthias Mink auf seiner Meinung noch mal extra beharren. - Wechsel dienen bei einer Führung fast ausschließlich der Ergebnissicherung, nie dem Willen, die Entscheidung herbeizuführen, indem man noch ein Tor nachlegt.
Kommentar heute: Das wird man abwarten müssen. In den ersten drei Spielen gab es unterschiedliche Signale. - Die Zusammenstellung des Kaders, für die Mink auch verantwortlich ist, ist nicht optimal. Es fehlt beispielsweise ein dritter, ligatauglicher Stoßstürmer. Auch die beiden Sechserpositionen und die Flügel sind zu dünn besetzt. Das ist nicht nur mit dem Etat erklärbar, denn wenn ich ein 4-4-2 spielen möchte, zu dem Matthias Mink sich bekennt, dann kann ich mich einfach nicht mit zwei Stoßstürmern zufrieden geben.
Kommentar heute: Auch hier heißt es abwarten. Der Kader ist zwar recht tief und ausgeglichen besetzt. Andererseits scheint ein Wunschspieler wie Tibor Heber doch nicht ins System zu passen. Unterm Strich machen die neuen Spieler aber schon den Eindruck, als sei mit ihnen mehr fußballerische Qualität ins Team gekommen. Vielleicht also doch eine Tendenz ins Grüne.
Insgesamt muss ich sagen, dass mir nur die Hoffnung bleibt: die Hoffnung, dass Matthias Mink doch eine erfolgträchtige Taktik für Heimspiele auf der Tafel stehen hat, die Spieler sie irgendwann früh in der Saison auch erfolgreich umsetzen werden und es letzte Saison nur an der Qualität der Spieler lag.
Wissen kann ich das allerdings nicht. Vor der Saison hatte DFC immer wieder betont, dass sie mit Mink in die neue Saison gehen wollten, weil sie seinem sportlichen Konzept vertrauten. Ich bat dann im internen Forum darum, dieses sportliche Konzept einfach mal offenzulegen, was mir auch zugesagt wurde. Was eine Weile später kam, waren rund fünf Zeilen, in denen der Trainer in einem Newsletter seine Spielphilosophie beschrieb, sowie, auf den losbrechenden Proteststurm hin, ein paar vom DFC-Pressesprecher nachgeschobene Spiegelstriche, teilweise mit Banalitäten. Es gibt also bei der Fortuna kein niedergeschriebenes sportliches Konzept. Das ist mir für ein Wirtschaftsunternehmen wie DFC, das den Aufstieg in diesem Jahr eigentlich unbedingt braucht, zu wenig. Das ist mir auch vom sportlichen Alleinverantwortlichen zu wenig – und das ist der Trainer.
In der Summe würde ich deswegen gegen Matthias Mink stimmen. Tatsächlich enthalte ich mich aber, weil der Zeitpunkt einer Ablösung wie erwähnt ungünstig ist und die Saison fast sicher zerstören würde. Außerdem gibt es keine Alternative, die heute schon feststünde
Mir bleibt als Trost nur, dass sich auch DFC dem Erfolg der Arbeit von Matthias Mink vollkommen ausliefert – und im Misserfolgsfall deutlich mehr verlieren kann als ich. Ich kann eigentlich nur gewinnen, denn falls das System “Mink plus Geld für neue Spieler” doch greift, steigt die Fortuna vielleicht auf. Und wenn nicht? Mir hat’s auch in der Verbandsliga nicht so schlecht gefallen.
Fortuna Köln – Alemannia Aachen II 0-1
Oh Gott! Ich bin in einer Zeitschleife gefangen! Es ist wieder Sommer 2009, und die NRW-Liga-Saison beginnt. Die Fortuna spielt auswärts erfolgreichen, teilweise sogar souveränen Konterfußball. Zuhause im Südstadion hingegen will so gar nichts gelingen. Die Mannschaft schafft es nicht, das Spiel zu machen, spielt zu wenige Torchancen heraus und verliert. Am Ende dann sitzen rotweiß gekleidete Spieler, als hätte eine höhere Macht sich gegen sie verschworen, frustriert auf dem Rasen rum, während sich im Hintergrund der Gegner abklatscht.
Sieht irgendwie alles bekannt aus, obwohl die Fortuna sich doch, dank einer satten Investition der Gesellschafter von Deinfussballclub, eine fast komplett neue Mannschaft zusammengekauft hat. In der Anfangsformation standen auch heute wieder acht neue Spieler. Bis auf drei Akteure ist also nur einer gleich geblieben: Matthias Mink, der bei den Fans heftig umstrittene Trainer. Und auch, wenn es mir fern liegt, nach zwei Spielen das Urteil über eine komplett neu zusammengestellte Mannschaft zu fällen, waren die Parallelen zur vergangenen Saison heute unübersehbar.
Nach dem Spiel hieß es von offizieller Seite angeblich, die Fortuna sei in einem 4-3-3 aufgelaufen. Wer auch immer das möglicherweise angeordnet hatte, auf dem Platz sah es nicht danach aus. Da erkannte man in der Rückwärtsbewegung ein 4-2-3-1. Nur Chamdin Said blieb in der Offensive, Defensive und Mittelfeld rückten sehr eng zusammen, machten das Spielfeld flach, so dass das manchmal mehr nach einem 4-5-1 aussah, mit vielleicht 20 Meter zwischen den beiden Verteidigungslinien.
In der Vorwärtsbewegung rückte Hamdi Dahmani, hinter Said aufgeboten, oft weit nach vorne, so dass ein 4-4-2 mit offensiven Außen entstand, in der Mitte allerdings mit nur einem gelernten Stürmer.
Die Aufstellung (von links nach rechts): Sela – Canizales-Smith, Caspers, Habl, Bartsch – Schäfer, Ende – Ouedraogo, Dahmani, Glaser – Said.
Ich habe seit dem Schlusspfiff eine Weile überlegt, wie ich das Spiel beurteilen soll. Die Mannschaft ist neu, kann noch nicht eingespielt sein. Andererseits ist der Aufstieg das erklärte Ziel, Matthias Mink hat sich für acht neue Spieler entschieden und auf ein paar in der letzten Spielzeit bewährte Kräfte bewusst verzichtet, beispielsweise auf Kevin Kruth, Frank Schroden oder Christopher Möllering. Ich will nicht jede dieser Entscheidungen kritisieren, ich kann die Trainingseindrücke nicht beurteilen. Aber eine Mannschaft, die den Aufstieg zum Ziel hat, die hat keine Punkte zu verschenken, also werde ich sie sofort an ihrem Maßstab messen. Und wenn es also das Ziel ist, erster oder wenigstens zweiter Aufstiegskandidat zu sein, dann war dieses Spiel: ein verdammtes Scheißdebakel.
Nach vorne ging sehr wenig, nach hinten wackelte alles. Aachen machte zu jedem Zeitpunkt des Spiels den gefährlicheren Eindruck, alleine vor der Pause klärten Fortuna-Spieler drei Mal auf der Linie. Andy Habl ließ sich in der Innenverteidigung immer wieder austanzen, vorne dagegen versägte Chamdin Said die große Chance kurz vor der Pause, eine schlechte Hälfte vergessen zu machen, als er alleine auf den Keeper zulief. Nachdem Said sich schon im ersten Spiel in Kleve keineswegs als eiskalter Knipser hervorgetan hatte und Habl erkennbar nicht zurecht kam, war mir unverständlich, warum beide zur zweiten Halbzeit wieder aufliefen.
In der 62. Minute durfte immerhin Montabell für Said sein Glück versuchen. Doch erst als Tibor Heber in der 75. und Kevin Kruth unmittelbar nach dem Gegentreffer in der 83. Minute ins Spiel kamen, entwickelte die Fortuna so etwas wie Druck auf das Aachener Tor.
Das war natürlich viel zu spät, hätte aber sogar noch zum Ausgleich reichen können, wenn Kruth einen freien Kopfball nach weiter Flanke aus rund sieben Metern nicht am langen Pfosten vorbeigesetzt, sondern auf’s Tor gebracht oder quer gelegt hätte.
Eine kurze, etwas unschöne Szene folgte dieser: Denn wenn ich es richtig beobachtet habe, schimpfte Mannschaftskapitän Glaser nach dieser vergebenen Chance mit Kruth, der unwillig reagierte. Zwar hätte man aus der Chance mehr machen können, aber es kann in der Tat nicht sein, dass man einem fünf Minuten vor Schluss eingewechselten Spieler Vorhaltungen macht, wenn der die erste richtige Torchance nach längerer Zeit überhaupt für sein Team mit erarbeitet hat, selbst wenn er sie knapp vergibt
Ich will das nicht zu hoch hängen, aber man hört, dass die Kameradschaft in der Mannschaft vergangene Saison keineswegs so gut war, wie sie von manchem Spieler geschildert wurde, dass tragfähige Führungsstrukturen fehlten.
Bester Mann in der Elf der Fortuna war heute eindeutig Jonas Sela, der gleich ein paar 100%ige Chancen der Aachener vereitelte, indem er sich den Stürmern mutig entgegenwarf. Tibor Heber belebte während seiner kurzen Einsatzzeit das Spiel der Fortuna merklich. Stephan Glaser wirbelte auf der rechten Seite sehr einsatzfreudig, letztlich aber doch mit zu wenig Durchschlagskraft.
Im Rückblick scheint nur ein gigantischer Wolkenbruch, der Mitte der zweiten Halbzeit über Köln niederging, die schon länger fällige Führung von Alemannia bis kurz vor Schluss verzögert zu haben.
Unterm Strich ist klar: Es mus alles besser werden, und zwar schnell. Denn schon am nächsten Sonntag steigt das nächste Heimspiel, gegen den Aufsteiger VfB Homberg. Wenn dieses Spiel nicht gewonnen wird, dann könnte es eng werden für Mathias Mink. Aktuell läuft bei Deinfussballclub nämlich eine mitgliederinitiierte Abstimmung, ihn zu beurlauben. Die Abstimmung endet in der Woche nach dem Homberg-Spiel. Bislang, das hatte die Sport-Bild in ihrer aktuellen Ausgabe verraten, sind rund 50% der Stimmen gegen Minks Beurlaubung abgegeben worden. Das ist ein sehr schlechter Wert, denn bei den zwei bisher gelaufenen Abstimmungen über seinen Verbleib bei der Fortuna hatte er jeweils satte Mehrheiten von über 70% eingefahren. Dass die Zustimmung zu ihm gesunken ist, obwohl jeder weiß, dass eine Beurlaubung des Trainers zu Beginn der Saison sehr problematisch sein kann, lässt nachdenklich werden, zumal man erwarten kann, dass viele Mitglieder ihre Stimme erst kurz vor Schluss abgeben werden, um noch möglichst viele Eindrücke der Saison einfließen zu lassen.
Kleine Randanekdote: Trainer von Alemannia Aachen II ist seit dieser Saison Ralf Außem. Und just den hatte eine andere Mitgliederabstimmung in der Sommerpause vorgeschlagen, zur Fortuna zurück zu holen.
Alle meine Fotos auf Flickr. (Offizielle Spielfotos gibt es übrigens in dieser Saison nicht mehr.)
1. FC Kleve – SC Fortuna Köln 0-3
Saisonauftakt in der NRW-Liga. Die spannende Frage aus Sicht der Fortuna-Fans war: Hat sich die Mannschaft gefunden? Vor der Saison hatte Deinfussballclub, der Investor hinter der Fortuna Köln Spielbetriebsgesellschaft, ordentlich Geld in die Hand genommen. Mit einem Saisonetat, der in der Spitzengruppe der Liga liegt, wurden deutlich über ein Dutzend neue Spieler geholt: Der Aufstieg soll her, muss es aus Sicht der Investoren wahrscheinlich sogar. Jedenfalls ist er das erklärte Saisonziel, an dem auch der Trainer gemessen werden soll.
In der Startaufstellung gegen Kleve standen mit Alex Ende, Hamdi Dahmani und Kapitän Stefan Glaser gerade mal noch drei Spieler der letzten Saison. Die Vorbereitung hatte diese neu zusammengestellte Truppe praktisch komplett vergeigt: Bis auf das respektable 0-2 im Testspiel gegen die erste Mannschaft von Bayer 04 hatte es keine positiv erwähnenswerten Ergebnisse gegeben. Schlimmes dagegen ließ ein 0-5 gegen die U23 des Effzeh befürchten, das wohlgemerkt bei einem Turnier zustande kam, in dem jede Partie in nur einer Halbzeit ausgespielt wurde, und ein 0-1 im letzten Testspiel beim Landesligisten SC Worringen.
Heute aber, als es gegen Kleve um Punkte ging, sah das dann doch (über den DFC-Livestream) sehr, sehr ordentlich aus. In der Defensive konnte die Fortuna gegen die (allerdings nicht sehr heimstarken) Klever den Ball ein ums andere Mal erobern, indem sie Überzahl in Ballnähe schuf, auch wenn Kleve insgesamt keinen übermäßig gefährlichen Eindruck machte. Das schnelle Umschalten auf die Offensive gelang dann sehr gut, das Spiel in die Spitze folgte einem erkennbaren Schema: Steilpässe die Flügel hinab, dann Flanken auf die Stürmer. So sollte man es in einem 4-3-3 wohl spielen, das Matthias Mink in Halbzeit 1 aufführen ließ.
Die Tore fielen dann jeweils kurz vor Ende der ersten und zweiten Halbzeit nach dem Schema: Flügelspiel, flacher Ball in die Mitte, Tor. Das 2-0 war ein souverän verwandelter Elfmeter, nachdem sich Hamdi Dahmani mit in einer tollen Einzelaktion in gute Schussposition gebracht hatte, aber klar umgerissen wurde.
Unterm Strich ein verdienter Erfolg, der vielleicht ein Tor zu hoch ausfiel. Aber wenn es der Mannschaft Selbstbewusstsein gibt, soll es mir recht sein.
Sehr spannend wird es sein, zu beobachten, wie die Fortuna in einer Woche zuhause gegen die U23 von Alemannia Aachen aussieht. Auch letzte Saison gab es auswärts viele Erfolge, wenn man den Gegner das Spiel machen lassen und ihn auskontern konnte. Mit dem Spielaufbau, zumal gegen konterstarke Mannschaften, tat sich die Fortuna dagegen schwer. Die Taktikumstellung vom 4-2-3-1 auf jetzt 4-3-3- oder 4-4-2 lässt aber hoffen, dass Matthias Mink dieses Problem analysiert und behoben hat. Ich werde im Stadion sein und anschließend berichten.
Bis dahin aber heißt es: Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!
DerenFussballClub: Wie DFC den SC Fortuna Köln spaltet
(Achtung: Laaaanges Posting!)
Am 3. April 2008 startete Deinfussballclub (DFC): Ein kommerzielles Projekt, das es sich auf die Fahnen geschrieben hatte, Fußballfans gegen Zahlung einer Mitgliedsgebühr zu ermöglichen, den traditionsreichen SC Fortuna Köln als „Co-Trainer“ und „Co-Manager“ in eine hoffentlich bessere und höherklassige Zukunft zu führen. Nicht zuletzt die eingenommenen Mitgliedsbeiträge sollten dazu beitragen, der Fortuna einen Wettbewerbsvorsprung vor der Konkurrenz zu verschaffen. Vor gut einem Jahr wurde der Plan mit der Gründung der Fortuna Köln Spielbetriebsgesellschaft mbH (SBG) dingfest gemacht, an der der Verein mit 51% beteiligt ist, die Deinfussballclub GmbH mit 49%.
Inzwischen ist die zweite Saison mit DFC fast vorbei: Zeit für ein weiteres Fazit, nachdem ich bereits zu Beginn dieser Saison einen kritischen Blick auf die Entwicklung des Projekts geworfen hatte. Damals sagte mir Burkhard Mathiak, neben Geschäftsführer Dirk Daniel Stoeveken einer der beiden operativen Köpfe von DFC: Man wisse, dass man einige Dinge noch besser machen müsse, man nehme aber auch Kritik an und lerne jeden Tag hinzu. Ein Versprechen, das seitdem nicht mit Leben gefüllt wurde.
The great divide
Tatsächlich ist der Graben zwischen der DFC-Leitung und den Fans während der letzten Monate eher breiter geworden, wobei DFC sogar einen Zweifrontenkrieg führt. Da sind zum einen die im Forum aktivsten DFC-Mitglieder, die oft auch die kritischsten sind: Sie fordern von der Leitung die versprochene Transparenz und die Möglichkeit zur gestaltenden Einflussnahme als Co-Trainer und -Manager so unermüdlich wie erfolglos ein. Immer mehr wenden sich enttäuscht ab, neue kommen nicht nach: Die Mitgliederzahlen sind rückläufig.
Und da ist zum anderen die alteingesessene Fortuna-Fangemeinde, die DFC zu großen Teilen kritisch gegenübersteht. Insbesondere taten sich einige Fanblockbesucher von Beginn an schwer damit, den Einfluss, den sie in einem kleinen Verein wie dem SC Fortuna Köln durch den persönlichen Kontakt mit Vereinsverantwortlichen auf die Entwicklung des Clubs nehmen konnten, mit den Machern eines aus dem Nichts gekommen Projekts und mit „Konsumfans“ aus aller Herren Ländern zu teilen. Immerhin diese Sorge war unbegründet – denn tatsächlich nehmen inzwischen weder die Altfans noch die DFC-Mitglieder echten Einfluss auf die Entwicklung der Fortuna.
Kein Anspruch, keine Wirklichkeit
Doch war es nicht genau das zentrale Versprechen von Deinfussballclub gewesen, seinen Mitgliedern ein reales Managerspiel zu bieten, sie sportliche und wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu lassen, ihnen das „Management eines echten Fußballteams“ zu ermöglichen? Von diesem Versprechen ist im Alltag von DFC wenig übrig geblieben. Bereits zum Start vor zwei Jahren hatten Kritiker darauf aufmerksam gemacht, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den DFC-Mitgliedern keine Rechte einräumen, außer an Abstimmungen teilnehmen zu dürfen. Ob oder welche Entscheidungen aber überhaupt zur Abstimmung kommen, ist ebenso wenig verbindlich geregelt wie die Frage, ob die DFC GmbH sich dem Ergebnis einer Mitgliederabstimmung eigentlich unterwerfen muss. De jure haben die DFC-Mitglieder also nur das Recht, dabei zu sein.
Optimisten wie ich waren der Ansicht, dass es sich DFC trotz der AGB de facto nicht würde leisten können, das implizit (und über die Werbung auch explizit) gegebene Versprechen zu ignorieren, seinen Kunden echte Mitbestimmung anzubieten. Was ich nicht ahnte war, dass DFC bis vor kurzem kein Versprechen würde brechen müssen, um dennoch nahezu unbehelligt von seinen Kunden den Verein nach Gutdünken umzugestalten. Die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder stimmt nämlich ohnehin bei jeder Abstimmung im Sinne von DFC. Ob diese breite Zustimmung tatsächlich auf Grundlage fundierter und informierter Entscheidungen zustande kommt, oder ob sie das Votum kritikloser Jubelperser ist, wird zwar unter den kritischen DFC-Mitgliedern heiß diskutiert, spielt aber letztlich keine Rolle, wenn man eine pluralistische und demokratische Entscheidungsfindung als Basis von DFC akzeptiert: Jeder Abstimmungsklick ist gleich viel wert, egal ob er mutmaßlich informiert ist oder nicht.
DFC steuert die Abstimmungen dabei durchaus geschickt. Die Meinung der Leitung ist jedenfalls immer deutlich zu spüren, manchmal werden Abstimmungstexte tendenziös verändert: So wurde beispielsweise aus dem Mitgliederantrag, Jens Nowotny seinen Job als sportlicher Berater von DFC zu kündigen, die Abstimmungsfrage, ob Nowotny bleiben soll. Personalien werden immer erst dann zur Abstimmung gegeben, wenn der Vertrag bereits verhandelt ist und nur noch von der Zustimmung der Mitglieder abhängt. Eine offene Frage, ob mit Spieler X oder Trainer Y in Verhandlungen überhaupt eingetreten werden soll, wird man bei DFC nicht erleben. Das ist nicht illegitim, doch es lässt die Absicht klar erkennen, das Votum der Mitglieder mit der Kraft des Fast-schon-Faktischen zu lenken.
Die Ohnmacht der Sieger: Wie DFC mit unliebsamen Mitgliedervoten umgeht
Wie wenig tief die basisdemokratische Gesinnung jedoch wirklich im Herzen der DFC-Macher wurzelt, wird immer dann offenbar, wenn ihnen ein Abstimmungsergebnis ausnahmsweise mal nicht in den Kram passt. Das kommt zwar selten genug vor, das Verhaltensmuster ist aber immer dasselbe: Man stellt sich tot und versucht erst einmal, das Thema auszusitzen, ohne zu handeln. Beispielsweise hatten die Fans in einem Überraschungscoup zur Abstimmung gebracht und entschieden, dass der Vertrag des Stadion-Caterers gekündigt werden soll. Diese Kündigung kann zwar frühestens zum Jahr 2012 erfolgen, aber die DFC-Leitung unterschätzte die Stimmung der Community und die Unzufriedenheit mit den Leistungen an den Wurst- und Bierständen, ließ die Abstimmung ohne nennenswertes eigenes Engagement im Forum laufen – und sah sich unerwartet damit konfrontiert, einem von ihr geschätzten Geschäftspartner kündigen zu sollen. Wochen nach der Abstimmung fragten Mitglieder im Forum nach, ob die Kündigung erfolgt sei? Antwort: Der Anwalt formuliere noch am Schreiben. Warum die Geschäftsführung einer GmbH bei der einfachen Kündigung eines befristeten Vertrags anwaltlichen Beistand braucht, wurde zwar nicht deutlich, aber mit der Antwort brachte DFC die lästigen Nachfragen vorläufig zum Schweigen. Erst als die Mitglieder fast vier Monate nach Abstimmungsende erneut nachfragten, trat Geschäftsführer Stoeveken im Forum auf und versicherte, die Kündigung sei gemäß der Abstimmung erfolgt. Die Tatsache, dass das eigentliche Schreiben bis heute nicht präsentiert wurde, ließ bei manchen Mitgliedern einen Restzweifel bestehen, ob die Kündigung denn wirklich gemäß dem Votum erfolgte und nicht DFC vielmehr darauf hofft, dass die Abstimmung bis zum Wirksamwerden der Kündigung wieder vergessen sein könnte.
Auch eine andere, vergleichsweise harmlose Abstimmung wurde von DFC zunächst ignoriert: Die Mitglieder beschlossen, dass der Standort der Kamera auf die Gegengerade verlegt werden soll, mit der jedes Spiel der Fortuna live für die DFC-Mitglieder gestreamt wird. Der Beschluss war bereits Anfang Dezember gefasst worden. Im April fragten Mitglieder nach, warum er eigentlich in den Heimspielen der Rückrunde nicht umgesetzt worden war? Antwort: Das Wetter sei zu schlecht gewesen, man habe schließlich auf der Gegengerade keine Überdachung. Das ist sogar richtig, aber das Abstimmungsergebnis war nicht gewesen, den Kamerastandort nur bei gutem Wetter zu wechseln. Zeit zur Vorbereitung hätte DFC ebenfalls monateweise gehabt, und eine aktive Kommunikation der DFC-Leitung, dass es (vielleicht sogar nachvollziehbare) Probleme bei der Umsetzung des Beschlusses gebe, hatte es nicht gegeben. Für das letzte Heimspiel der Saison wird nun möglicherweise doch noch ein Gerüst aufgebaut werden.
So verfestigt sich Abstimmung für Abstimmung der Eindruck, dass von der DFC-Leitung nur solche Mitgliederbeschlüsse aktiv umgesetzt werden, mit denen sie selbst einverstanden ist. Und die Abstimmungsgewinner sehen ohnmächtig, wie ihre schönen Siege ins Handlungsvakuum verdunsten.
Änderung bestehender Abstimmungsergebnisse: Die letzten Tabus fallen
Doch was soll die Leitung tun, wenn sie eine bereits getroffene Entscheidung ändern will? Ganz einfach: Die nächste Stufe der Ignoranz betreten und versuchen, den Mitgliedern diese Änderung möglichst unbemerkt unterzujubeln. Die DFC-Mitglieder hatten zur Transparenz von Spielergehälter bereits vor langer Zeit beschlossen, dass ihnen bei Abstimmungen über Vertragsabschlüsse zwar nicht die exakten Gehälter genannt werden sollten, wohl aber die Einstufung des Spielers in eine von vier Gehaltskategorien, deren oberste mit „1.500 – 2.500 €“ beziffert war. Vor kurzem fiel auf, dass die mit sportlichen Begriffen benannten Kategorien („Stammspieler“, „Führungsspieler“…) keineswegs nur die sportliche Einschätzung des Spielers durch DFC wiedergaben, sondern dass auch steuerliche Aspekte wie die Länge der Anreise dazu führen konnten, dass ein Spieler zum Beispiel von der Stammspieler- in die Führungsspielerkategorie rutschte. Auf die Forderungen nach einer besseren Benennung der Kategorien spulte die DFC-Leitung zunächst das komplette, abgestufte Standardprogramm ab: Erst wird das Problem geleugnet, dann wird es als irrelevant dargestellt und schließlich wird behauptet, dass die Lage allen hätte klar sein müssen.
Irgendwann jedoch schien DFC auf die nicht nachlassenden Proteste einzugehen: Okay, man werde die Gehaltskategorien umbenennen; ab sofort heiße die unterste Kategorie von 1 – 400 € Gehalt einfach nur „1“, und die oberste Kategorie „4“ sei für Spieler mit einer Entlohnung ab 1.500 € vorgesehen. Alles schien in Ordnung, bis Mitglieder nachfragten, ob denn die ehemals beschlossene Obergrenze von 2.500 € bei der Umbenennung der obersten Kategorie nur anzugeben vergessen worden sei? Keineswegs, antwortete DFC, man habe sich entschieden, diese Obergrenze aufzugeben, um möglicherweise auch höhere Gehälter zahlen zu können.
Diese inhaltlich wesentliche Änderung war also mit voller Absicht in einer Mitteilung verborgen worden, die scheinbar nur eine reine Umbenennung der Gehaltskategorien kommunizieren sollte. Dass diese „Entscheidung“ nicht nur den Wortlaut sondern auch den Sinn der alten Mitgliederabstimmung ignorierte, nämlich zum einen niedrige Grundgehälter und hohe Punkteprämien zu zahlen und zum anderen den „Co-Managern“ eine Einschätzung der Spielergehälter zu ermöglichen, störte bei DFC offensichtlich niemanden. Erst auf weiteren, massiven Protest im Forum lenkte DFC ein: Man werde vor der nächsten Abstimmung, die diese Kategorie betrifft, „eine Lösung“ präsentieren. Dieses Versprechen ist nun zwei Wochen alt, und auch wenn es seitdem noch keine Abstimmung zu einem Spieler der Gehaltskategorie 4 gab, würde man sich angesichts der Wichtigkeit des Vorganges wünschen, dass hier schon lange Klarheit geschaffen worden wäre.
An diesem Beispiel wurde jedenfalls endgültig augenscheinlich, dass die DFC-Leitung die Mitglieder nur noch als störend wahrnimmt: Viel lieber würde man ohne die lästigen Abstimmungen durchregieren. Abstimmungen werden tendenziös vorbereitet, unwillkommene Entscheidungen werden ignoriert und Änderungen bereits getroffener Entscheidungen versucht man den Mitgliedern so unterzuschieben, dass die es nicht bemerken.
Tabus scheint es nicht mehr zu geben bei dem Bedürfnis, Fortuna ohne die Mitglieder zu führen, und das hat Auswirkungen: An der vielleicht wichtigsten Abstimmung der letzten Jahre, der Vertragsverlängerung mit dem umstrittenen Trainer Matthias Mink, nahmen gerade mal 1.000 der 8.000 aktiven DFC-Mitglieder teil. Dagegen ist jede Presbyteriumswahl ein Demokratiefest.
Lässt der Hund zu, dass der Schwanz mit ihm wackelt?
Allerdings: Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Verhalten sogar verständlich. Denn hatte man bei DFC ursprünglich geplant, mit 30.000 Mitgliedern zu starten, was der Spielbetriebsgesellschaft nach Abzug von Veraltungskosten und Mehrwertsteuer satte 750.000 € Budget verschafft hätte, kann man bei den mittlerweile verbliebenen rund 8.000 Mitgliedern nur etwa 200.000 € einplanen. Dieser Betrag ist aber bei weitem nicht genug, um der Fortuna in der NRW-Liga einen relevanten Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen: Um halbwegs sicher in die Regionalliga aufzusteigen benötigt man einen Etat von über 1 Mio. Euro. Die Investoren hinter DFC hatten aber bereits hohe Anlaufkosten des Projekts, mussten zwei Jahre lang ihr Personal finanzieren, eine Website aufbauen und deren Betrieb sicherstellen – und zuletzt das Stammkapital der Spielbetriebsgesellschaft auf 1 Mio. Euro aufstocken; diese Auflage macht der DFB allen Regionalligisten. Warum also sollte die DFC GmbH sich mit ihren Entscheidungen noch länger nach 8.000 potenziell unberechenbaren Mitgliedern richten wollen, die doch bestenfalls 20% des NRW-Liga-Etats beisteuern – von der Regionalliga ganz zu schweigen?
Denn falls nächstes Jahr tatsächlich der offiziell angestrebte Aufstieg gelänge, müsste das Budget wohl eher in der Ecke von 5 Mio. € liegen: Eine Summe, für die man die etwa zehnfache Zahl von Mitgliedern bräuchte, um einen relevanten Anteil über Beiträge zu erwirtschaften. Das ist aber ausgeschlossen, wir reden immer noch von Fortuna Köln. Der Einfluss der DFC-Mitglieder auf die Entwicklung der Fortuna wird tendenziell also eher sinken, der Einfluss der Investoren aus dem Hintergrund und der Sponsoren eher wachsen.
Auch der Stammverein, der nominell immer noch mehrheitliche 51% an der Spielbetriebsgesellschaft mbH hält, hat schon länger keinen Einfluss mehr auf das Management seiner ersten Herrenmannschaft: Bei den aktuell laufenden Vertragsgesprächen für die nächste Saison waren Vertreter des Vereins nicht mal mehr anwesend. Auch das ist aus finanzieller Sicht nur folgerichtig, denn die 975.000 €, mit denen das Grundkapital der SBG aufgestockt wurde, kamen ausschließlich von Investoren hinter DFC; der notorisch klamme Verein steuerte keinen Cent bei. Zwar verzichtete DFC rein rechtlich auf die Erhöhung des Stimmrechtsanteils, der mit der Kapitaleinlage normalerweise verbunden gewesen wäre, um so der 50+1-Regel des DFB weiter zu genügen. Aber man kann sich ungefähr vorstellen, wie lautstark sich ein Verein noch in Diskussionen um den Betrieb seiner Fußballmannschaft einmischen wird, zu der er gerade mal noch den Namen und die Zulassung zur Teilnahme an einer DFB-Liga beisteuert, für deren Aufwände während der vergangenen zwei Saisons aber die Deinfussballclub GmbH und Sponsoren zu ziemlich exakt 99% aufkamen.
Wie DFC im Verein ausmistete: Herakles oder doch nur zweiter Augias?
Ob die schwindende Einflussnahme des Vereins Fluch oder Segen ist, muss sich auf Dauer noch zeigen. Auf der einen Seite ist es ein unbestreitbarer Verdienst von DFC, die bei der Fortuna vorgefundenen, für unterklassige Vereine typischen Strukturen aufgebrochen zu haben, die von Egomanie (ein ehemaliger Vorstand stellte Spieler ohne Rücksprache mit dem Trainer an), finanzieller Verantwortungslosigkeit (vor der letzten Saison gab es gültige Verträge mit gleich zwei Trainern) und intransparenter Buchführung geprägt waren: Noch auf der letzten Hauptversammlung des e.V. wurde den Mitgliedern kein Kassenbericht vorgelegt, der Kassenprüfer war nicht einmal anwesend; Zahlungen auf die Hand von Spielern an der ohnehin kaum vorhandenen Buchführung vorbei sollen gang und gäbe gewesen sein; und generell kann oder will der e.V. den Verbleib der aus verschiedenen Quellen eingenommenen Gelder seinen Mitgliedern bis heute nicht nachweisen, was die Entstehung verschiedener dunkler Gerüchte jedenfalls nicht behindert. Inzwischen hält sich selbst manch eingefleischter Fan mit Bargeldzuwendungen an den Verein zurück.
Und wenn also DFC an manchen Stellen die Fortuna einmal durchfegen musste, so ist andererseits auch nicht klar, welche Erfahrung die in der Spielbetriebsgesellschaft handelnden DFC-Verantwortlichen wirklich mit der Führung eines Fußballvereins haben, die spätestens nach dem angestrebten Aufstieg in die Regionalliga eine hoch anspruchsvolle Managementaufgabe werden wird. Bereits in dieser Saison zeigten sich Probleme, als die sportliche Leitung es versäumte, sich zu versichern, dass die Spielberechtigungen für alle eingesetzten Spieler tatsächlich vorlagen: Wegen des möglicherweise unzulässigen Einsatzes von Winterzugang Nico Schmied gegen den VfB Hüls wurden der Fortuna erstinstanzlich die Tore und Punkte für den Sieg aberkannt; über die Berufung ist noch nicht entschieden. Außerdem beklagen sich Spieler über die Personalführung der SBG-Verantwortlichen: Während der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und auch das Verhältnis der meisten Spieler zum Trainer intakt zu sein scheint, ist die Unzufriedenheit mit den vertraglichen Ansprechpartnern bei manchem groß.
Schlussendlich ist die aktuelle DFC-Leitung schon rein zeitlich erkennbar überfordert. Letztlich sind es nur Burkhard Mathiak und Dirk Daniel Stoeveken, die bis auf ausführende Tätigkeiten wie die technische Websitepflege, den kompletten Laden schmeißen: von der Sponsorenakquise über die Personalführung und die Organisation der von der Stadt gemieteten Trainingsplätze bis hin zum Liveticker während der Spiele oder zur Moderation der Mitgliederforen. Dieser Einsatz fast rund um die Uhr und an allen Tagen der Woche ist zwar menschlich anerkennenswert. Allerdings ist klar, dass dadurch auch Fehler entstehen können und wichtige Aufgaben vernachlässigt werden. Unterstützung wird aber auch dann nicht angenommen, wenn sie günstig zu haben ist. So bot sich ein arbeitslos gewordenes und aktives DFC-Mitglied an, für ein Praktikantengehalt nach Köln zu ziehen und die aufwändige und dringend nötige Moderation der Mitglieder-Community zu übernehmen. DFC schlug dieses Angebot aus.
Und natürlich ist es letztlich auch nicht so, dass die Spielbetriebsgesellschaft mbH strengeren Rechenschaftspflichten unterliegt als ein Verein. Im Gegenteil: Die wirtschaftliche Transparenz, die man vom Fortuna Köln e.V. als Mitglied wenigstens theoretisch noch einfordern könnte, können sich DFC-Mitglieder vielleicht wünschen, aber nicht fordern.
Fortuna, viergeteilt
Die Grundkonstellation wird sich in der nächsten Saison nicht ändern. Die Fortuna ist gerade dabei, ihr sportliches Saisonziel deutlich zu verfehlen. Man wollte die Spielzeit auf einem Platz im oberen Tabellendrittel beenden, muss nach dem Abzug der Punkt von Hüls und einer üblen Serie von bislang neun sieglosen Spielen aber froh sein, wenn man nicht noch ernsthaft gegen den Abstieg spielt. Ein Platz im Mittelfeld der NRW-Liga kann es zum Saisonende maximal noch werden, was rein quantitativ eine Stagnation gegenüber der letzten Saison bedeuten würde. Und auch die sportlichen Leistungen insbesondere im heimischen Südstadion waren viel zu wechselhaft, um neue Fans und DFC-Mitglieder in den benötigten Scharen anziehen zu können. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Mitgliederzahl weiter sinken wird, nur gebremst vom Zwang zur Schriftlichkeit und der vergleichsweise langen Kündigungsfrist von drei Monaten vor Ablauf eines Mitgliedsjahres.
Das Band zwischen DFC und den eingesessenen Fans ist ohnehin schon lange zerschnitten. Die Auftritte des Öffentlichkeitsbeauftragten Burkhard Mathiak im offiziellen „Heimspiel-Forum“ schwankten zwischen banaler Beschwichtigung („Wir stehen zum Trainer“, „Niemand kann mit der aktuellen Situation zufrieden sein“) und offener Konfrontation, wenn er der Fangemeinde regelmäßig vorhielt, wie viel schlimmer sie als alles sei, was er in einer früheren Tätigkeit bei Schalke erlebt habe. Der Ton ist inzwischen entsprechend rau, Mathiak heißt bei den Fans nur noch „der Schalker“. Einmal sagte er öffentlich, was die Fortuna brauche, sei nicht ein neuer Trainer, sondern seien andere Fans; mit den aktuellen hat er die Kommunikation jedenfalls schon öffentlich aufgekündigt, sofern sie über das Heimspiel-Forum erfolgt.
So stehen nach zwei Jahren DFC gleich vier Gruppierungen entfremdet nebeneinander: DFC, der alte Verein Fortuna Köln, seine Fans und die meisten der engagierten DFC-Mitglieder. Lediglich Verein und Fans halten noch zueinander, wenn auch oft im Wesentlichen nibelungenhaft. Die anderen Gruppen wollen nicht mehr viel miteinander zu tun haben, was DFC egal zu sein scheint, weil dessen einzige Chance es ist, die bislang aufgelaufenen Investitionen mit noch mehr Geld und zwei notwendigen Aufstiegen in den bezahlten Fußball zu retten. Auf diesem Weg ist das Konzept einer fanbestimmten Basisdemokratie aber genauso überflüssig wie eine Fangemeinde. Die TSG Hoffenheim macht’s vor.
Potemkin all over again: Basisdemokratie nur als Fassade
DFC wird also mit möglichst minimalem Aufwand versuchen, seiner Community noch ein paar Beitrags-Euro abzuringen. Für 200.000 € im Jahr kann man ruhig mal ein paar Stunden am Tag investieren, echte Mitbestimmung aber wird es bei DFC nicht geben, dafür ist der Ertrag dann doch zu niedrig. Und so war es für einzelne Mitglieder mehr als ein amüsanter Treppenwitz, dass DFC im vergangenen Jahr eine von Mitgliedern betriebene Abstimmung mit dem Titel „Volle Transparenz“ massiv bekämpfte, die am Ende von der Mehrheit auch abgelehnt wurde – nur um wenige Monate später auf der Homepage mit dem Versprechen „100% Transparenz“ um neue Mitglieder zu werben und diese Mogelpackung als Reaktion auf Proteste im Forum tatsächlich noch in “volle Transparenz” umzubenennen. In your face!
Jedenfalls ist Fortuna Köln von „DeinemFussballClub“ schon lange zu „DerenFussballClub“ geworden, zum Spielball einiger unbekannter Investoren hinter DFC. Das Konzept ist von anderen Clubs bekannt, aber immerhin verbrämen weder Dietmar Hopp noch Red Bull ihre Absichten mit dem immer fadenscheiniger werdenden Versprechen, gemeinsam mit Sönke Wortmann den Fußball der Basis zurückzugeben.
Fortuna Köln – MSV Duisburg II 0-1
Diese Woche weigere mich, einen Spielbericht zu schreiben. Bereits letzte Woche hatte ich ja überlegt, einfach den letzten zu kopieren, dieses Mal kann der geneigte Leser das tatsächlich tun: Einfach den Spielbericht vom Match gegen Bielefeld 2 vor einer Woche nehmen, das Ergebnis austauschen und noch ergänzen, dass der einzige Gegentreffer gestern durch einen Elfmeter zustande kam, den Christopher Möllering ziemlich unnötig und ungelenk verursachte. Ansonsten: Erste Halbzeit okay, keine Tore, zweite Halbzeit Katastrophe, null Spielfluss. Genau wie gegen Bielefeld.
Meine Bilder: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2010/05/16/detail/
Die offiziellen Bilder von palim: http://www.flickr.com/photos/palimphoto/sets/72157623949768159/
Fortuna Köln – Arminia Bielefeld II 0-3
Ich könnte es mir leicht machen und dem geneigten Leser einfach empfehlen, meine Spielberichte der letzten Heimspiele zu lesen, darin den Gegner und das Ergebnis von heute zu ersetzen, die Anmerkungen über das Spiel und die aus der Mannschaft gelassene Luft aber weiterhin zu beachten. Bis auf mindestens 80% könnte man sich so der Wahrheit auch des Spiels gegen Arminia Bielefeld II nähern: Wieder ein kraftloser, manchmal lustloser Auftritt der Fortuna, wieder ein Gegner, der seine Chancen entschlossener suchte und auch nutzte.
Wobei der Fairness halber gesagt werden muss, dass diese Einschätzung hauptsächlich für die zweite Halbzeit der heutigen Partie gilt. In der ersten Halbzeit zeigte sich die Fortuna verbessert, hätte auch verdientermaßen in Führung gehen können. Aber der Reihe nach.
Die Fortuna lief mal wieder im Minkschen 4-2-3-1 auf, wobei das, Tribünengerüchten zufolge, dieses Mal der Tatsache geschuldet war, dass Cengiz Can zu spät zum Aufwärmen erschienen war und schon aus disziplinarischen Gründen nicht in der Startelf auflaufen konnte. Der kurzfristig verletzte Kapitän Glaser wurde nicht wie zuletzt von Nuno Sanches ersetzt, sondern von Mario Schwarz, Hamdi Dahmani begann mal wieder auf links, also liefen diese elf Spieler auf: Möllering – Venekamp, Schroden, Marten, Furucu – Schmied, Ende – Schwarz, Maouel, Dahmani – Kruth.
Fortuna war von Beginn an feldüberlegen, und auch gute Chancen sprangen heraus: An einer gut geschlagenen Halbfeldflanke sprangen drei Fortunen vorbei (5), einen sich gefährlich senkenden Distanzschuss von Schmied konnte der Bielefelder Keeper nur mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenken (25.), einen Freistoß verpassten wiederum mehrere Kölner im Strafraum (32.). Die junge Bielefelder Mannschaft machte den Eindruck, als wolle sie sich das alles mal in Ruhe anschauen und, solange nicht Entscheidendes passierte, erst mal ein paar Schlüsse ziehen.
Die Konsequenz war dann ab Minute 35 zu sehen: Bielefeld spielt entschlossener nach vorne, kam zu nun auch zu guten Möglichkeiten. Ein Distanzschuss pfoff noch knapp am entfernten Torgiebel vorbei, doch eine Minute vor dem Halbzeitzeitpfiff war alles zu spät: Ein Freistoß aus der rechten Mitte der Kölner Hälfte schlug Bielefeld in den Strafraum, dort wurde er mit dem Kopf verlängert, ein Angreifer stand frei vor dem Tor, traf nur die Latte, doch den Abpraller verwertete ein Mannschaftskamerad endlich zum 1-0.
In der Pause wechselte Matthias Mink Cengiz Can nun doch ein, nahm dafür Mario Schwarz heraus. Erfolg konnte diese Maßnahme aber nicht mehr zeigen, weil nur fünf Minuten nach der Pause Bielefeld aus dem Mittelfeld einen Steilpass auf den durchgestarteten linken Außenverteidiger spielte, der zog frei auf Möllerings Tor zu und schob souverän zum vorentscheidenden 2-0 ein.
Über den weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit kann man den Mantel des Schweigens legen: Die Fortuna brachte keinen vernünftigen Spielzug mehr zustande, was sich am deutlichsten vielleicht daran zeigte, dass selbst Kevin Kruth einen (nicht mal ungefährlichen) Weitschuss ansetzen musste, anstatt wie gewohnt mit Zuspielen gefüttert zu werden. Cengiz Can gab sich mehrfach verärgert, war selbst aber auch in manchen Situationen zu eigensinnig. Es ergab sich bis auf einen weiten Freistoß, den Lars Marten am langen Pfosten direkt nahm aber vorbei setzte, keine gute Torchance mehr für die Fortuna. Das Aufbauspiel wurde von Bielefeld erstickt, die Fehlpässe häuften sich, der letzte Wille war nicht erkennbar.
Unterm Strich war es ein einschläferndes Bild des Elends, aus dem erst das 3-0 der Bielefelder aufschrecken konnte: Ein guter Diagonalpass auf den rechten Flügel, eine scharfe Hereingabe an den kurzen Pfosten, eine Direktabnahme und die endgültige Entscheidung in der 85. Minute.
Bielefeld zeigte alle Qualitäten, die ein Aufsteiger aus der Oberliga haben muss: Eine engagierte, bewegliche Defensive, ein klares Spiel in die Spitze, schnellfüßige Abnehmer für Diagonalpässe auf die Flügel und vor allem eine konsequente Chancenverwertung. Insofern war das für die Fortuna, die für das nächste Jahr den Aufstieg als unmissverständliches Ziel ausgegeben hat, kostenloser, wenn auch im sportlichen Ergebnis bitterer Anschauungsunterricht.
Und eins ist inzwischen auch klar: Das selbstgesteckte Saisonziel Platz 6 kann die Fortuna kaum noch erreichen. Es sind zwar noch vier Spiele zu spielen, aber sieben Punkte Rückstand auf Rang 6 ließen sich wohl nur mit einer Siegesserie noch aufholen, auf die zu hoffen die Mannschaft derzeit keinen Anlass gibt. Besonders ärgerlich: Mit der heutigen Niederlage hat die Fortuna bis auf weiteres eine negative Saisonbilanz, eine Niederlage mehr als Siege eingefahren.
Das nächste Heimspiel, schon am nächsten Sonntag gegen die zweite Mannschaft des MSV, wird mein letztes für diese Saison sein, anschließend bin ich im Urlaub. Und ehrlich gesagt: Nach den deprimierenden letzten Spielen bin ich froh, wenn es vorbei ist.
Meine Fotos vom Spiel: http://www.flickr.com/photos/surfguard/archives/date-taken/2010/05/09/detail/
Und die offiziellen Fotos von palim: http://www.flickr.com/photos/palimphoto/sets/72157624025164470/
Fortuna Köln – Rot-Weiß Essen II 1-1
Der erste richtige Frühsommertag des Jahres: 24°, Sonne, leichte Wolken, kaum ein Wind. Es wäre eine wunderbare Gelegenheit für die Fortuna gewesen, die nur rund 400 im Südstadion erschienenen, aber vermutlich hartnäckigsten ihrer Fans zu versöhnen, die zuletzt in vier Spielen nur einen einzigen Punkt hatten bejubeln dürfen.
Soviel vorweg: Die Chance wurde vergeben. Vielmehr verstärkte sich der Eindruck, dass dieser Mannschaft aller Schwung abhanden gekommen ist. Was heute im Südstadion geboten wurde, das war entspannter, zielloser Sommerfußball – seltsamerweise auch von den abstiegsbedrohten Gästen, von denen man eigentlich doch erwartet hätte, etwas Biss in die Partie zu bringen.
Das größte Rätsel gab mir jedoch nicht die Einstellung auf, sondern die Taktik. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Trainer bin, aber ich konnte heute nicht erkennen, wer bei der Fortuna in der Offensive den rechten Flügel besetzte. Oft stand dort Tevfik Furucu, der aber im Wesentlichen den rechten Außenverteidiger gab. Bei seinen Vorstößen sicherte ihn Alex Ende ab, der sich dann von der Sechserposition nach rechts hinten fallen ließ. Ab und an wichen Hamdi Dahmani, eigentlich zweiter Sechser, Abdelkader Maouel, eigentlich als 10er unterweg, oder einer der beiden Stürmer auf den rechten Flügel aus. Oft war die Position aber auch einfach unbesetzt, so dass es ein paar Mal zu groben Fehlpässen kam.
Im Wesentlichen schien mir das nämlich ein 4-2-2-2 zu sein, das Matthias Mink aufgeboten hatte, oder was wenigstens die Mannschaft auf’s Feld brachte: Möllering – Venekamp, Marten, Schroden, Furucu – Ende, Dahmani – Maouel, Schwarz – Kruth, Can. Im DFC-Liveticker versuchte Burkhard Mathiak die Formation als 4-4-2 mit Raute zu erklären, angeblich mit Dahmani links und Schwarz rechts. Ich saß in Halbzeit eins auf der linken Angriffsseite der Fortuna: Hamdi Dahmani kam mir nie näher als geschätzte 50 Meter, während Mario Schwarz und auch Abdelkader Maouel sich deutlich öfter blicken ließen. Zwischen allen Angreifern gab es aber zahlreiche Positionswechsel, und es machte fast den Eindruck, als hätte die Mannschaft entweder die taktischen Anweisungen des Trainers nicht verstanden, als hätte sie auf dem Feld die Orientierung komplett verloren oder als wäre das taktische Konzept irgendwie anders missraten.
Im Ergebnis von unzureichend besetzten Positionen und fortwährenden Positionswechseln ergab sich jedenfalls ein Spiel, in dem der Aufbau der Fortuna erkennbar “auf Sicht” gespielt wurde: Besonders Ende und Dahmani wussten nicht, wo ihre Anspielstationen waren, sondern sie mussten sie erst sichten, um einen Pass zu spielen. So konnte das nur ergeben, was in beiden Halbzeiten zu beobachten war: Ein müder Kick mit viel zu niedriger Passquote.
Und da die zweite Mannschaft von RWE ihren 13. Tabellenplatz anscheinend zu Recht einnimmt, ergab sich ein Spiel, bei dem die Zuschauer sich nur über das Wetter freuen konnten.
Spielerische Höhepunkte waren rar. Zu Beginn der Partie konnte der aus seiner langen Sperre zurückgekehrte Can noch ein paar Akzente setzen, gleich zu Beginn wurde ein Schuss von ihm nur so eben noch von einem Essener Defensivfuß abgeblockt. Mit zunehmender Spielddauer verpuffte aber auch Cans Wirkung, zumal kaum Anspiele aus dem Mittelfeld kamen, das viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt war.
Die Führung der Fortuna konnte entsprechend fast nur aus einem Standard fallen: Ein schön angeschnittener Freistoß von Benjamin Venekamp dreht sich in Richtung Fünfmeter-Eck, Kevin Kruth sprintet in den Ball und hält den Kopf hin: 1-0 neben dem kurzen Pfosten.
Unmittelbar danach pfiff der sichere Schiedsrichter, der mit dem Spiel aber auch wenig Mühe hatte, zur Pause.
Die Erwartung war, dass die Fortuna, nun von der Pflicht entbunden, das Spiel zu machen, gegen offensiver antretende Essener mit Kruth und Can erfolgreich würde kontern können. Weit gefehlt. Die Fortuna musste weiter nach vorne spielen, weil Essen nicht daran dachte, zu stürmen. Und zu allem Überfluss ließ sich Köln von den Essener mit einem allerdings sehr gut gespielten Angriff auskontern: Als die Kölner Verteidiger sich eigentlich gerade wieder formiert hatten, verlagerte Essen das Spiel mit einem schnellen, präzise gespielten Ball auf den linken Flügel, die Kölner Abwehr schob hektisch hinterher, während Dirk Caspers, in der nächsten Saison in Diensten der Fortuna, jedoch genug Zeit hatte, um den Ball technisch sauber anzunehmen und sofort präzise und flach hinter der Abwehr entlang an den langen Pfosten zu flanken, wo der durchgestartete Lukas Lenz keine Mühe hatte, zum 1-1 einzuschieben. Respekt: Genau so spielt man eine verschiebende Viererkette aus.
Über den Rest des Spiels könnten wir den Mantel des Schweigens betten, hätte nicht Mario Schwarz noch eine 100%ige Chance vergeben, als er frei von halblinks auf den Essener Torwart zulief und an ihm scheiterte. Ansonsten nur noch erwähnenswert, dass Alex Ende für seine zahlreichen Fernschussversuche heute wenig Zielwasser getrunken hatte. Einmal traf er immerhin einen Gegenspieler, der kurz behandelt werden musste.
Ansonsten war das eine zwar nicht leb-, aber doch lustlose, jedenfalls konfuse und im Ergebnis einschäfernde Leistung der Fortuna. Es war nie eine Linie im Spiel zu erkennen, ebensowenig war zu spüren, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen wollte. Sie war zwar dauerhaft feldüberlegen und nie in der Gefahr zu verlieren, aber das genügt gegen einen so harmlosen Gegner nicht, wie es RWE an diesem Nachmittag war.
Durch das Unentschieden ist nun auch der 6. Tabellenplatz futsch, der als Saisonziel ausgegeben war. Und wenn der Fortuna die drei Punkte sowie die geschossenen Tore vom Sieg gegen Hüls auch in der zweiten Instanz aberkannt werden, dann findet man sich unversehens auf dem 10. Tabellenplatz wieder. [Danke für den Hinweis auf die Tore, wumpi!] Das ist für die Fähigkeiten, die diese Mannschaft hat, eindeutig zu wenig. Allerdings kann man mit so schwankenden Leistungen auch nicht mehr erreichen. Es bleibt viel zu tun, um verbleibenden immerhin sechs Partien noch zu einem würdigen Ende zu bringen und nicht am Ende sogar noch nach unten schauen zu müssen.
Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.
Die offiziellen Fotos von palim auf Flickr.
Kurz nachgefragt bei: Christopher Möllering, Torwart von Fortuna Köln
Christopher Möllering, 1987 in Ratingen geboren, ist seit der Saison 2008/2009 Torwart beim SC Fortuna Köln. Christopher hat schon zahlreiche Vereinsstationen hinter sich, spielte unter anderem in den U19-Mannschaften von Fortuna Düsseldorf und Schalke 04, in der Regionalliga bei Werder Bremen II und vor dem Wechsel zur Fortuna beim KFC Uerdingen.
Aktuell plant er seine Zukunft, hat ein Vertragsangebot von der Fortuna vorliegen und will nach einer gerade abgesessenen Rotsperre am Sonntag gegen den 1. FC Kleve zurück ins Tor der Fortuna kehren. Am vergangenen Dienstag stand er mir für ein Telefoninterview zur Verfügung.
Hallo Christopher! Wie hoch ist eigentlich die Strafe, die man als Fortuna-Spieler für eine rote Karte in die Mannschaftskasse zahlt?
Das sind, je nach Ermessen, zwischen 100 und 200 €.
Immerhin! Das ist gemessen an dem Monatsgehalt, das ihr verdient, wirklich eine Menge.
Ja klar. Aber die Höhe wird eher daran bemessen, wie es zu der Karte gekommen ist und inwiefern sie vermeidbar war.
Du hast nach dem Schlusspfiff des Spiels gegen Wattenscheid 09 eine rote Karte bekommen, weil du in Richtung Schiedsrichter gesagt hast, das sei „eine Schweinerei“ gewesen. Würdest du das noch mal machen?
Ich lerne relativ schnell aus Fehlern, die weh tun. Entsprechend halte ich mich mit so belanglosen Äußerungen dann auch demnächst zurück, um die Energie lieber ins nächste Spiel mitzunehmen als rumzupalavern.
Auf das grandiose Windeck-Spiel (3-0 am 28.03.10) folgten drei Niederlagen. Was ist da mit der Mannschaft passiert?
In der ersten Halbserie hatten wir ja auch eine kleine Schwächephase, aus der wir uns gegen Velbert wieder rausgezogen haben. Damals haben wir explizit daran gearbeitet, frühe Gegentore zu vermeiden, und genau das ist jetzt auch wieder unser Lösungsansatz. Wenn man so ein Spiel macht wie gegen Windeck, 3-0 gewinnt und im nächsten Spiel das Leistungsniveau nicht mehr abruft, weckt das natürlich Erinnerungen an die erste Halbserie. Daran dürfen jetzt aber einfach nicht denken. Ich denke, wir fahren gut, wenn wir die Sache so angehen, wie der Trainer das auch schon begonnen hat.
Wart ihr euch nach dem Windeck-Spiel zu sicher?
Nein, zu sicher auf gar keinen Fall. Ich denke, es hat auch eine Rolle gespielt, dass wir in den letzten Wochen sehr, sehr viele Spiele hatten. Das zehrt natürlich an den Kräften, und man ist auch im Kopf nicht mehr so wach. Gegen Windeck haben wir es geschafft, unsere Kräfte zu bündeln, und wir hatten uns natürlich vorgenommen, auch das Wattenscheid-Spiel erfolgreich zu bestreiten. Aber Wattenscheid ist auch keine Mannschaft, die man mal einfach so weghaut, es sei denn, man macht früh ein Tor. Wir wollten so ein frühes Tor, das hatten wir uns wenigstens ausgemalt. Dieses Tor kam aber nicht, und wir haben es nicht geschafft, weiter Fußball zu spielen, sondern haben die Brechstange rausgeholt und haben es auch wegen unserer individuellen Fehler nicht geschafft, unser Spiel so aufzuziehen wie gegen Windeck. So kam es dann zu der Niederlage.
Zum Schluss, insbesondere in Herne und in der zweiten Halbzeit gegen Velbert, hat es ein bisschen den Eindruck gemacht, dass ihr die Saison schon abgehakt habt. Ist die Luft raus, weil nach oben eigentlich nichts mehr geht?
Wir haben noch Spiele. Es ist unser Ziel, jedes Spiel erfolgreich zu bestreiten, und das hatten wir uns natürlich auch für die letzten drei vorgenommen. Aber es ist schwer, die Ausfälle zu kompensieren, die wir haben. Und es ist auch schwer für die Spieler aus der zweiten Reihe, genau dort anzusetzen, wo die Mannschaft aufgehört hat, die letzte Woche auf dem Platz stand.
Aber abgeschenkt haben wir auf gar keinen Fall. Man darf nicht vergessen, dass jeder von uns auch Geld verdienen möchte, und es geht in jedem Spiel für uns um sehr viel Geld. Schon deswegen ist es natürlich unser Ziel, jedes Spiel zu gewinnen. Die Summe, die am Monatsende ausgezahlt wird, ist für jeden Anreiz genug, drei Punkte zu holen.
Als du vor der letzten Saison zur Fortuna gekommen bist, hatte Niklas Blech die Nummer 1. Die trägt er auch heute noch auf dem Rücken. Du hast dir dann aber sofort einen Stammplatz erkämpft. Zu Beginn dieser Saison war plötzlich Niklas erneut die Nummer 1, nach seiner Verletzung dann wieder du. Das sind überraschend viele Wechsel und ein überraschend offener Zweikampf für eine Torwartposition. Wie ist eigentlich das Verhältnis von Niklas und dir?
Ich bezeichne das mal als Konkurrenzkampf. Vorweg möchte ich aber sagen, dass wir einen tollen Zusammenhalt pflegen in der Truppe, auch wenn wir uns mal ankacken, was relativ selten vorkommt. Wir denken immer an das Kollektiv, und so habe ich das noch nie in meiner Laufbahn erlebt. Ich habe schon einige schlechte und einige gute Erfahrungen gemacht und kann mir rausnehmen, das zu beurteilen: Das ist bei der Fortuna vom Mannschaftsgefüge her das Beste, was ich erlebt habe.
Als ich zur Fortuna gekommen bin, wollte ich die 1 gar nicht, weil mein persönliches Vorbild Alexander Walke ist. Er hat mir damals in Bremen in der schweren Zeit viel geholfen, und von ihm habe ich, als er gegangen ist, meine Rückennummer bekommen: die 31. Aber ich könnte auch mit der 99 spielen.
Und zur Situation mit Nik: Vor der letzten Saison habe ich mich gegen ihn durchgesetzt, und während der Saison gab es dann auch ein paar Spannungen zwischen uns. Wir waren uns nicht immer ganz so grün. Klar: Wenn man auf der Bank sitzt, ist das nicht so schön. Aber Nik hat weiter gearbeitet, wofür ich ihm wirklich mein Kompliment ausspreche. Und genauso wenig habe ich aufgehört, an mir zu arbeiten, als ich zu Beginn dieser Saison nicht im Tor gestanden habe.
Kam das für dich überraschend?
Ehrlich gesagt: ja. Aber ich hatte während der Vorbereitung viele private Probleme. Unter anderem ist mein Vater krank geworden, und ich hatte nicht so den Kopf frei. Dabei habe ich noch den Fehler gemacht, nicht mit dem Trainer zu sprechen, mit dem man wirklich über alles reden kann. Ich habe das aber nicht in Anspruch genommen, so dass er nicht über meine Situation Bescheid wusste. Der Trainer hat dann entschieden, dass ich wegen fehlender körperlicher Frische der Mannschaft nicht weiterhelfen kann.
Dann wurde die Situation mit meinem Vater akut: Er musste ins Krankenhaus und operiert werden. Damals fand ich es von Nik eine ganz starke Geste, dass er für mich den Weg zum Trainer gemacht hat. Ich wusste davon nichts, aber Nik hat dem Trainer Bescheid gesagt, als ich den Anruf aus dem Krankenhaus bekommen hatte, dass ich schnellstmöglich kommen sollte. Der Trainer hat mir dann sein vollstes Verständnis ausgesprochen und gesagt, dass ich mir ein paar Tage nehmen soll, wenn ich sie brauche. Das habe ich allerdings nicht gemacht, weil ich die Sache über den Fußball ganz gut verarbeiten konnte.
Und wie hast du dich dann wieder zurück ins Tor gekämpft?
Über die Trainingsleistung. Ich wusste irgendwann auch, dass das mit meinem Vater gut gelaufen war und hatte mir meine Chance verdient, zu spielen – ob Nik verletzt war oder nicht. Die Chance habe ich dann gegen Bergisch-Gladbach bekommen, und mein Spiel war nicht schlecht – bis auf das eine Gegentor, das mir noch heute im Magen liegt. Danach hat dann Nik weiter gespielt, war irgendwann aber wieder verletzt, und in der Woche habe ich viel Gas gegeben und gedacht: Jetzt nutzt du deine Chance.
Wie ist euer Verhältnis jetzt?
Seitdem haben Nik und ich eigentlich ein sehr gutes Verhältnis und unterstützen uns auch gegenseitig. Nik hat sicher Erfahrungen gemacht, die ich nicht gemacht habe, weil er eben auch schon 30 Jahre alt ist. Wenn dann eine Situation entsteht, in der er mir etwas sagen kann, sprechen wir. Und genauso stand ich hinter Nik, als er jetzt die zwei Spiele gespielt hat. Ich habe ihn vor den Spielen explizit abgeklatscht und ihm viel Glück gewünscht und dass das Spiel so läuft, wie er sich das vorstellt.
Man sagt, als Torwart und als Linksaußen muss man ein bisschen verrückt sein. Wie verrückt bist du?
Ich bin sehr verrückt. Aber wir Torhüter sind nicht von Haus aus bekloppt, sondern wir werden bekloppt, weil wir einen Arschloch-Job haben: Wir versuchen, die Fehler der Vorderleute auszubügeln. Und entweder, man macht den Job gerne und ist bekloppt genug dafür, oder man macht ihn nicht.
Und zu dem Thema Linksaußen: Mein bester Kollege ist Benni Venekamp, der zufällig Linksaußen spielt. Ich kenne ihn schon sehr lange, wir machen alles zusammen, werden oft als Ying-Yang-Twins oder als Brüder bezeichnet. Ich habe anderthalb Jahre lang sogar mit ihm zusammen gewohnt.
Das war dann eine Verrückten-WG?
Auf jeden Fall. Wir hatten schon das ein oder andere Mal die Polizei auf der Matte stehen, wenn wir gefeiert haben, weil in der Zeit auch alle immer bei uns waren. Da war’s dann auch mal zu laut, trotz der zwei-etagigen Wohnung.
Warum bist du eigentlich Torwart geworden?
Daran kann ich mich ziemlich genau erinnern. Als Spieler war ich nicht schlecht, aber auf einem E-Jugend-Turnier in München mit Fortuna Düsseldorf hat mich mein Trainer ins Tor gestellt, weil unser Torwart nicht so gut gehalten hatte. Wir lagen bei einem Hallenturnier 2-0 gegen 1860 München zurück, haben nachher noch 2-2 gespielt, und der Trainer fand wohl, dass ich ganz gut gehalten habe. Danach bin ich ab und an ins Tor, aber erst ab der C-Jugend fest. Anschließend bin ich relativ schnell den Weg auch in die Auswahlmannschaften und in die Jugendnationalmannschaft gegangen.
Was ist deine größte Qualität als Torwart?
Sicherlich meine Sprungkraft und mein fußballerisches Verständnis und Können.
Und an welcher Schwäche arbeitest du am meisten?
Das ist eine gute Frage, die ich jede Woche nach dem Spiel auch mit meinem Vater ausdiskutieren muss, der fast immer zuguckt: Das ist die Strafraumbeherrschung. An der muss ich arbeiten, habe ich schon viel gearbeitet und mich auch verbessert. Aber mir reicht das noch nicht.
Hast du einen Karriereplan? Willst du bis zu einem bestimmten Alter in einer bestimmten Liga gespielt haben?
So weit will ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen, man weiß nie, was in der nächsten Zeit kommt. Mein Ziel ist es jedenfalls nicht, die nächsten zwei Jahre in der NRW-Liga zu spielen. Deshalb arbeite ich daran, mit der Fortuna nächstes Jahr den Weg in die Regionalliga zu schaffen. Ich will nach oben.
Verhandelst du aktuell mit der Fortuna über deinen Vertrag für die nächste Saison?
Ja. Die Fortuna ist mein erster Verhandlungspartner, und wir reden zurzeit miteinander. Da wird auch das Finanzielle abgesteckt: Ich fahre jeden Tag von Duisburg nach Köln, sitze sehr viel im Auto und dieser Aufwand muss entsprechend entlohnt werden.
Ich kann natürlich keine Wasserstandsmeldungen über die Verhandlungen abgeben. Aber ich habe mir aber auch einen Termin beim Trainer geben lassen. Ich werde am Donnerstag mit ihm darüber sprechen, wie er sich das nächste Saison vorstellt, denn ich weiß ganz genau, dass er auch nach oben will. Und mir geht es vor allem um die Perspektive, nicht um Geld. [Das Gespräch fand am Dienstag, 13.04.10, statt.]
Du hast schon bei vielen Vereinen gespielt. Wofür steht für dich die Fortuna? Was zeichnet sie im Vergleich zu dem aus, was du in anderen Vereinen erlebt hast?
Die Nähe zwischen Fans und Spielern. Diese Nähe bekommt nicht jedem Spieler, aber mir bekommt sie sehr gut. Natürlich wird auch Kritik geäußert, aber damit muss man umgehen können und wir haben dafür eigentlich immer ein Ohr.
Und generell hat der Verein natürlich sehr, sehr viel Tradition. Für mich ist es unbegreiflich, wie die Fortuna nur so wenige Zuschauer ins Stadion locken kann, auch wenn es mit dem großen FC schwierig ist, in der Stadt noch was abzuzweigen. Aber man merkt trotzdem, was für eine Stimmung im Südstadion ist: Die ist unbeschreiblich. Wenn man mal vor 1.500 Zuschauern spielt, wie ich es selbst schon erlebt habe, ist es einfach ein geiles Gefühl, in diesem Stadion zu stehen und die Fans zu sehen, wie sie uns aufpeitschen.
Das zeichnet die Fortuna also für mich aus: Diese Menschlichkeit und auch die Kritik, die man sich anhören muss, die aber persönlich ausgesprochen wird.
Was würdest du sagen, fehlt der Fortuna am meisten? Was hast du bei anderen Vereinen erlebt, von dem sich die Fortuna eine Scheibe abschneiden könnte?
Ich muss sagen, als ich den Weg zur Fortuna gewählt habe, hatte ich bei beim KFC Uerdingen gespielt. Und von der Struktur her war es bei Uerdingen eine Katastrophe, eine reine Katastrophe. Ich habe mich damals in Uerdingen trotz des Abstiegs sehr wohl gefühlt, aber mir hat die professionelle Struktur drumherum gefehlt – und die hat die Fortuna.
Es ist wirklich schwer zu sagen, was mir fehlt, weil ich mich bei der Fortuna ausgesprochen wohl fühle.
Und was ist das Wichtigste, das du in den letzten beiden Saisons bei der Fortuna gelernt hast?
Das Wichtigste für mich ist, mir abgeschaut zu haben, wie man den Teamgeist fördert und wie man schlechte Stimmung aus einem Team nimmt. Das läuft bei uns grandios, und es macht Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Man hat immer Lust auf Fußballspielen, wenn auch natürlich in den Wintermonaten etwas weniger. Aber generell ist das schon allererste Sahne, muss ich sagen.
Vielen Dank für das Gespräch, Christopher, und weiterhin viel Erfolg!
Fortuna Köln – SSVg Velbert 1-2
Gestern Abend hatte ich, nachdem ich die gute Kamera mit dem Tele mit zur Fortuna genommen und für die Bildbearbeitung zwei Stunden gebraucht hatte, einfach keine Lust mehr, noch einen Spielbericht zu schreiben. Dazu trug allerdings auch die lustlose Leistung der Fortuna besonders in der zweiten Hälfte des Spiels gegen Velbert bei.
Die Bocklosigkeit, einen ausgefeilten Spielbericht zu diesem Gegurke zu schreiben, ist geblieben, so dass ich mich auf weisen Rat hin und angesichts der dieses Mal optisch besseren Qualität meiner Fotos entschließe, einen Bildreport mit kurzen Kommentaren anzubieten, der die Stimmung des Tages vielleicht sogar besser einfängt als viele Worte. Auf geht’s.
Niklas Blech wärmt sich vor dem Spiel auf. Er war der Sündenbock des letzten Spiels in Herne, hatte glücklicherweise nur einen Gegentreffer verschuldet, wo zwei möglich gewesen wären. Heute aber nicht nur beim Aufwärmen sondern auch sonst in guter Verfassung, auch wenn der ein oder andere Abschlag zu kurz geriet.
Matthias Mink hatte von der Mannschaft Wiedergutmachung für Herne gefordert.
Immer gute Stimmung in der Südkurve bei den Mülltonns.

Die Aufstellung der Fortuna: Mal wieder ein 4-2-3-1 mit Blech – Beckers, Schroden, Marten, Furucu – Ende, Schmied – Sanches, Dahmani, Schwarz – Kruth.
Nachwuchskicker Nuno Sanches warf sich von Anfang an voll in die Partie, wild entschlossen, seine Chance zu nutzen.
Gekrönte Mühe: Die Vorbereitung zu Dahmanis 1-0 kam von Sanches.
Leicht angespannte Stimmung auf dem Platz: Für Velbert ging es noch um was, und für Kevin Kruth geht’s sowieso immer um was.
Und von Anfang an: Üble Velberter Tritte gegen Sanches.
Nico Schmied, unermüdlich gegen das Schicksal kämpfend.
Kevin Kruth, Rächer der Verwarnten.
Pause.
Velberter Ausgleich nach gut platziertem Fernschuss.
Nuno Sanches, endlich kaputtgetreten.
Zeitvertreib, Mülltonn-Style: Man vermisst die Kurve in ihrer ganzen Breite.
Der Vorstandsvorsitzende, noch entspannt.
Velbert schießt die Führung – und jubelt dreist in Richtung Heimblock.
Tiefe (aber teilweise gut choregrafierte) Melancholie fällt über das Südstadion.
Minksche Verzweiflungstat: Innenverteidiger Marten als dritte Spitze zwischen Kruth und Tomanek.
Letztes Anrennen: Die Stürmer und die Langenin den Strafraum.
Blauer Jubel nach dem Schlusspfiff.
Was kann da noch trösten?
Mienenspiele.
Und ein Ende, als wär nie was gewesen.
Fortuna Köln – SG Wattenscheid 09 1-3 (0-1)
Was für ein Wechselbad der Gefühle: Noch am Sonntag rief die Fortuna gegen einen der Ligafavoriten ihre beste Saisonleistung ab, taktisch meisterlich, kämpferisch eindrucksvoll. Gestern dagegen, nur vier Tage später, gab es gegen den Vorletzten der Liga eine debakulöse Leistung, eine unverständliche Taktik und eine verdiente Niederlage. Dass der Schiedsrichter eine unselige Rolle spielte, wird zwar erwähnt werden müssen, kann aber als Entschuldigung nicht alleine herhalten.
Zunächst muss nämlich gefragt werden, was Matthias Mink bewog, gegen eine der schlechtesten Ligamannschaften dieselbe Aufstellung zu wählen wie gegen den Aufstiegsfavoriten Germania Windeck. Gegen die hatte ich noch die Sondermaßnahme gelobt, mit drei Sechsern das Zentrum zu schließen und auf Konter zu spielen. Gegen Wattenscheid 09, die auswärts erst zwei Siege und nur rund 1 Tor pro Spiel hatten einfahren können, ist mir so eine Aufstellung allerdings völlig schleierhaft. Natürlich fehlten mit Cengiz Can und Abdelkader Maouel zwei wichtige Offensivkräfte. Aber was hätte dagegen gesprochen, beispielsweise Hamdi Dahmani wieder ins Zentrum zu stellen, Mario Schwarz auf links auflaufen zu lassen und Frank Schroden wieder auf seine Paradeposition in der Innenverteidigung zurückzuziehen?
So dagegen stand Schroden nicht mal auf einer echten Sechserposition sondern vor der Abwehr, Schmied und Ende gaben die Sechser (Ende bei Ballbesitz mit vielen Freiheiten und eigentlich sehr erfreulich beweglich) und Dahmani stürmte auf links: ein 4-1-4-1. Gegen Windeck hatte die Fortuna noch kontern dürfen, Wattenscheid dachte aber gar nicht daran, zu offensiv zu werden. Das Ergebnis war ein völlig unzureichender Spielaufbau, in dem sich auch nicht positiv bemerkbar machte, dass Nico Schmied gestern einen ganz, ganz schlimmen Tag erwischt hatte und sich mit lächerlichen Sohlentricks zu profilieren versuchte, anstatt klare Bälle nach vorne zu spielen. Ich hätte ihn spätestens zur Halbzeit ausgewechselt, eigentlich aber schon für den zweiten Übersteiger nach vielleicht 20 Minuten: Sowas gehört sich in der 5. Liga einfach nicht, und vor allem nicht dann, wenn man seit der 8. Minute zurückliegt und merkt, dass die Mannschaft nicht so recht ins Spiel findet.
Aber doch noch mal der Reihe nach. Die Aufstellung von Matthias Mink war identisch mit der vom Sonntag: Möllering – Venekamp, Marten, Jagusch, Beckers – Schroden, Schmied, Ende – Dahmani, Glaser – Kruth. Zusätzlich muss heute der Name eines weiteren Hauptakteurs genannt werden: Christian Erbs war der Mann an der Pfeife, die er gestern besser jemand anderem überlassen hätte.
Es begann in Minute 1: Ein Einwurf für die Fortuna, Beckers führt in Höhe des gegnerischen Strafraums aus, wirft den Ball in Richtung eigenes Tor – und der Schiri gibt falschen Einwurf. Das wird vermutlich sogar eine sachlich richtige Entscheidung gewesen sein, aber sie belegte sofort, dass Erbs sehr, sehr kleinlich pfeifen und sich selbst zu wichtig nehmen würde. Denn mal im Ernst: Warum muss man in der 1. Minute bei einer völlig harmlosen Szene eine überformale Entscheidung treffen? So wirkt man jedenfalls nicht beruhigend auf das Spiel ein. Das schien aber generell nicht Erbs’ Stärke zu sein: Als ihm die Partie im weiteren Verlauf zu entgleiten drohte, tat er sich mit komplett überdramatischer und hektischer Gestik hervor, die seine fehlende Souveränität allzu deutlich machte.
Seinen ersten ganz großen Moment hatte der Schiedsrichter in Minute 8: Ein Ball wird auf rechts in den Fortuna-Strafraum gespielt, ein Wattenscheider sprintet hinterher, ein Fortune (Marten? Venekamp?) will abblocken und zum Abstoß klären, beide Spieler stürzen, alle drehen zur Ecke ab – bis auf Christian Erbs, der auf den Punkt zeigt: Elfmeter.
Damit war dem Spiel natürlich eine völlig andere Richtung angeboten worden: Wattenscheid konnte sich nun noch weiter zurückziehen, obwohl ich ihnen keineswegs vorwerfen kann, gemauert zu haben. Aber sie überließen der Fortuna den Ball – und die konnte mit dem nichts anfangen. Versuch um Versuch, einen Angriff einzuleiten, wurde von Nico Schmied oder Frank Schroden mit einem Rückpass auf Möllering abgebrochen. Und so unfassbar geschickt checkten die Wattenscheider nun auch nicht vor, als dass man ihnen attestieren könnte, diese Rückpässe erzwungen zu haben.
Matthias Mink reagierte schon in Minute 24 zum ersten Mal. Aber wie? Benjamin Venekamp musste gehen (oder war er doch verletzt?), für ihn kam Furucu – ohne nennenswerte Wirkung. Die einzig sinnvolle Maßnahme wäre eine offensivere Ausrichtung des Spiels gewesen: Schwarz für Schmied beispielsweise, der dem Spiel der Fortuna gestern erkennbar abträglich war. Warum Mink aber gegen die Mannschaft mit den zweitmeisten Gegentoren der Liga auf seiner Defensivtaktik beharrte? Unverständlich.
Die Fortuna konnte bis zur Pause zwar ihre Ballbesitzstatistik ausbauen, aber auch keine wirklich gefährlichen Situationen mehr heraufbeschwören.
Unerträglich war allerdings auch, wie Wattenscheid ab dem Moment der Führung auf Zeit spielte. Immer wieder wurden Situationen, in denen die Fortuna den Ball gewonnen hatte, abgebrochen, weil sich irgendein ein Kohlenpöttler demonstrativ den ach so aua aua schlimm schmerzenden Knöchel rieb. Statt eine Behandlung in Anspruch zu nehmen, sprangen die Sportskameraden dann aber lieber wieder auf, wenn der drohende schnelle Gegenstoß der Fortuna auf diese Art und Weise erfolgreich unterbunden worden war. Besonders die schwarze 10 tat sich in dieser Hinsicht hervor. Unfair, aber wirkungsvoll.
Nach der Pause änderte sich das Spiel nicht (die Fortuna gurkte weiter inkompetent den Ball durch die Gegend), nur der Schiedsrichter kam zu seinen großen Auftritten, der erste davon in Minute 66. Käptn Glaser, dem wenig gelang und der schon leicht gefrustet wirkte, verlor im Mittelfeld den Ball und trat dem an ihm vorbeiziehenden Gegenspieler gegen den Knöchel. Ein klares Foul, gerechterweise auch eine gelbe Karte. Der Schiri zog allerdings glatt rot: Eine völlig überzogene Maßnahme, die der Härte des Fouls oder auch des keineswegs nickeligen Spiels in keiner Weise gerecht wurde.
11 Minuten später war dann Christian Beckers dran. Der schien im Vorbeilaufen etwas zum Schiedsrichter gesagt zu haben, dessen Pfiffe tatsächlich sehr einseitig verteilt waren. Jedenfalls unterbrach Erbs das Spiel und zeigte Beckers die zweite gelbe Karte des Abends, gelb-rot.
Mit neun Spielern war es nun schwierig für die Fortuna, die aber endlich Mut zu fassen schien und auf das Wattenscheider Tor drängte. In der 83. Minute schien die Partie vorbei, als ein Wattenscheider Konter zum 0-2 einschlug.
Doch fünf Minuten später zog Alex Ende unwiderstehlich in den Wattenscheider Strafraum, wurde von zwei gegnerischen Spielern bedrängt und zu Fall gebracht. Den fälligen Elfer verwandelte er selbst und läutete eine heiße Schlussphase ein.
Die Fortuna drückte Wattenscheid nun an deren eigene Strafraumgrenze zurück, und auch wenn die ganz großen Chancen ausblieben, so hätte doch jederzeit der Ausgleich fallen können.
In der vorletzten Minute der regulären Spielzeit aber versetzte Christopher Möllering seiner eigenen Mannschaft den Knockout. Einen Freistoß in Höhe der Mittellinie führte er aus, alle anderen Spieler waren im und um den Wattenscheider Strafraum versammelt. Alle Spieler? Nein, ein schwarzgekleideter Herr bildete eine Minimauer vor Mölle – und dieses einzige Hindernis im Umkreis von geschätzt 30 Metern traf Mölle mit seinem Freistoß. (Update: Glaubwürdigen, wenn auch parteiischen Augenzeugenberichten zufolge nahm der Wattenscheider bei der Abwehr des Freistoßes die Hände zuhilfe. Auf meinem Video kann man es erahnen. Dennoch: Der Ball muss deutlicher am Gegenspieler vorbei.) Den folgenden Konter versenkte Wattenscheid zur endgültigen Entscheidung: 1-3.
Kurz darauf beendete der Schlusspfiff ein aus Fortuna-Sicht desaströses Spiel. Der Schlusspunkt war das allerdings noch nicht, denn noch auf dem Feld sah Christopher Möllering nach dem Schlusspfiff die rote Karte. Er hatte sich beim wirklich übel und mit wenig Augenmaß leitenden Schiedsrichter mit dem Wort “Schweinerei” beklagt. Ob das nach dem Ende der Partie zwingend noch eine rote Karte war und es nicht vielleicht auch eine gelbe getan hätte? Immerhin war der Schiedsrichter nicht direkt persönlich beleidigt worden.
So passte es aber, dass nach Can in den nächsten Wochen nun auch der Mannschaftskapitän und der Torwart fehlen werden. Wenn man verfolgt, wie großzügig in der Liga gesperrt wird, dann ahnt man, dass es ab sofort für die Fortuna nur noch darum gehen kann, wenigstens das Saisonziel Platz 6 zu retten. Das wird schwer genug werden, alleine aus Motivationssicht heraus. Rein sportlich ist der Aufstiegszug nämlich endgültig abgefahren: 10 Punkte Rückstand, ein Spiel mehr und noch 10 Partien zu spielen. Wenn da vorne nicht noch zwei oder drei Mannschaften komplett einbrechen, wird Rang zwei nicht mehr erreichbar sein.
Allerdings wäre denkbar, dass Spitzenreiter Wiedenbrück aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufsteigen möchte, dass Windeck die Lizenz verwehrt wird und dass auch Bielefeld II auf den Aufstieg verzichtet. Und dann gälte es nur noch zwei Mannschaften zu überholen.
Doch mit den schwankenden Leistungen dieser Saison ist die Fortuna mit einem Platz im oberen Mittelfeld wirklich fair bedient.
So blieb es einem Fan vorbehalten, für den Höhepunkt des Abends zu sorgen: War es die Einlösung einer Wette? Jedenfalls flitze Sportfreund veeni nach der Partie plötzlich über die Tartanbahn, nur mit der Unterhose bekleidet, feierte kurz mit den Wattenscheider Spielern zusammen und ließ sich wieder im Block angekommen zu Recht feiern. Wenigstens einer, der gestern seine Leistung brachte!
P.S.: Die offiziellen Fotos von palim auf Flickr.
P.P.S.: Alle meine Fotos vom Spiel auf Flickr.
P.P.P.S.: Das DFC-Mitglied und Fortuna-Fan fortuna73 hat ein paar Zitate von Spielen gesammelt, in denen Schiedsrichter Erbs in der Vergangenheit ähnlich aufgefallen war wie gestern. Ich zitiere:
Spätestens seit der Partie in Hamm hätten alle Beteiligten wissen müssen, welch “lustiger” Geselle da an der Pfeife steht.
In unserer Hinrundenpartie in Hamm stellte Herr Erbs innerhalb von 7 Minuten 3 Hammer Spieler vom Platz.
Nicht die einzige Begegnung in der Herr Erbs im Mittelpunkt des Geschehens stand.
Beispiele…….
In der Partie SW Essen gegen Westfalia Herne spielte eben dieser Herr Erbs ebenfalls eine unrühmliche Rolle.
In der 80. Minute dieser Begegnung gab er ein reguläres Tor für Herne nicht.
Später zitierten gleich mehrere SCW-Spieler den Unparteiischen so: „Das war kein Abseits, aber mein Assistent hatte ja die Fahne oben.” Haben sich die Strünkeder vielleicht auch Erbs’ Ausspruch „Hau ab und halt die Fresse” nur ausgedacht? Die Stimmung auf dem Platz war jedenfalls nicht die beste. Und als Nils Eisen, der in Halbzeit eins bereits Gelb gesehen hatte, in der 85. Minute nach einem Allerweltsfoul mit der Ampelkarte vom Feld geschickt wurde, brodelte es auf der Westfalia-Bank. Trainer Frank Schulz drehte sich zu seinen Jungs, ermahnte zu Ruhe – und wurde von Erbs auf die Tribüne geschickt. Co-Trainer Horst Albert ließ diese Aktion nicht unkommentiert und durfte gleich hinterher.
Quelle: blogs.myspace.com/westfaliaherneIm Jahre 2007 stellte Herr Erbs in der Begegnung der Oberliga Nordrhein zwischen Velbert und Homberg innerhalb von 35 Minuten 4 Homberger Spiele mit der Ampelkarte vom Platz. Auf der Gegenseite sahr ein Velberter Spiele bei einer tätlichkeit allerdinmgs nur die gelbe Karte.
Quelle: RS-OnlineAuch in der Regionalligapartie Lotte gegen Schalke erwischte Herr Erbs wohl nicht seinen Sahnetag.
Trainer Maik Walpurgis war aber auch von der Leistung des Schiedsrichter Christian Erbs (Neuss) nicht sonderlich angetan: „Ich bin kein Freund davon, es am Schiedsrichter festzumachen und sich nach einer Niederlage dann darüber zu beschweren. Aber wir hätten insgesamt mindestens acht Freistöße mehr bekommen müssen, und da waren ganz entscheidende Situationen dabei. Insofern hatte der Schiedsrichter meiner Meinung nach sicherlich nicht seinen besten Tag erwischt.“
Quelle: Neue OZ online


























































































