Eurovision 2009: Vergleich von Jury-Vote und Gesamt-Vote
Auf eurovision.tv wurde in dieser Woche die aggregierte Punktevergabe der professionellen Jurys veröffentlicht, die 50% der Stimmen jedes Landes ausmachten. Zwar wird aus guten Gründen nicht publiziert, welche Jury genau wie abstimmte, aber aus dem Abgleich von Jury-Vote und Gesamtvote kann man einen Rückschluss ziehen, welche Länder gegenüber dem bisherigen Stimmverfahren profitiert haben oder benachteiligt wurden.
Die Ergebnisse der professionellen Jurys:
| Norway | 312 |
| Iceland | 260 |
| United Kingdom | 223 |
| France | 164 |
| Estonia | 124 |
| Denmark | 120 |
| Turkey | 114 |
| Azerbaijan | 112 |
| Israel | 107 |
| Moldova | 93 |
| Greece | 93 |
| Bosnia and Herzegovina | 90 |
| Malta | 87 |
| Germany | 73 |
| Armenia | 71 |
| Ukraine | 68 |
| Russia | 67 |
| Portugal | 64 |
| Croatia | 58 |
| Lithuania | 31 |
| Romania | 31 |
| Sweden | 27 |
| Albania | 26 |
| Finland | 12 |
| Spain | 9 |
Norwegen hätte also auch so gewonnen, und Spanien wäre nicht nur fast, sondern wirklich Letzter geworden. In der Spitzengruppe kam dagegen England bei den Jurys deutlich besser und die Türkei deutlich schlechter an als beim abstimmenden Publikum. Ein detaillierter Vergleich sortiert nach Abweichung der Jury-Punkten von den Gesamt-Punkten:

Und derselbe Vergleich, sortiert nach prozentualer Abweichung von den Gesamtpunkten:

(Hier die Daten zum Download: esc2009.pdf. Leider lässt Wordpress mich keine xls-, csv- oder zip-Files hochladen, weil das die Sicherheitsrichtlinien verletzt.)
Wir stellen fest:
- Prozentual sind Malta, Deutschland und Israel von den Jurys am stärksten bevorteilt worden, hätten mehr als doppelt so viele Punkte bekommen, allerdings auf weiterhin niedrigem Niveau.
- Von den Ländern der Top 10 hätte Frankreich bei einer reinen Publikumsabstimmung am deutlichsten schlechter abgeschnitten, gefolgt von UK und Island.
- Griechenland dagegen hätte profitiert, wenn die Jurys nicht eingesetzt worden wären, und wer weiß, wo vor allem auch der Dritte gelandet wäre, Aserbaidschan, das von den Jurys fast 50% weniger Punkte erhielt als von Jurys und Publikum gemeinsam.
- Zu einem Sieg hätte es allerdings für Aserbaidschan nicht gereicht, denn der Norweger hat offensichtlich beim Publikum noch viel deutlicher abgeräumt, als es im Gesamt-Ergebnis zum Ausdruck kam. Von den Jurys hätte er jedenfalls weniger Punkte bekommen.
- Wenn man den Ost-West-Vergleich bewertet, dann erkennt man, dass die Jurys die Songs der “klassischen” Grand-Prix-Länder doch höher bewerten als das Gesamtpublikum. Von den 11 Ländern, die von einem reinen Jury-Voting profitiert hätten, sind nur 3 Länder aus Osteuropa: Moldau, Kroatien, Litauen. Dagegen liegen von den 14 Ländern, die von den Jurys schlechter beurteilt wurden als vom Publikum, 8 in Osteuropa.
Die Abweichungen, die sich in den Final-Platzierungen ergeben, wenn nur die Jurys abgestimmt hätten, sind nicht extrem dramatisch, wenn auch im einzelnen schon bemerkenswert:
| Land | Platz
gesamt |
Platz
Jury |
Abweichung
bei Jury-Vote |
| Norway | 1 | 1 | 0 |
| Iceland | 2 | 2 | 0 |
| Azerbaijan | 3 | 8 | -5 |
| Turkey | 4 | 7 | -3 |
| United Kingdom | 5 | 3 | 2 |
| Estonia | 6 | 5 | 1 |
| Greece | 7 | 11 | -4 |
| France | 8 | 4 | 4 |
| Bosnia and Herzegovina | 9 | 12 | -3 |
| Armenia | 10 | 15 | -5 |
| Russia | 11 | 17 | -6 |
| Ukraine | 12 | 16 | -4 |
| Denmark | 13 | 6 | 7 |
| Moldova | 14 | 10 | 4 |
| Portugal | 15 | 18 | -3 |
| Israel | 16 | 9 | 7 |
| Albania | 17 | 23 | -6 |
| Croatia | 18 | 19 | -1 |
| Romania | 19 | 21 | -2 |
| Germany | 20 | 14 | 6 |
| Sweden | 21 | 22 | -1 |
| Malta | 22 | 13 | 9 |
| Lithuania | 23 | 20 | 3 |
| Spain | 24 | 25 | -1 |
| Finland | 25 | 24 | 1 |
Vor allem die Mainstream-Popsongs aus Dänemark, Israel, Deutschland und Malta haben im Ergebnis ihrer Platzierung von der Einbeziehung der Jurys in diesem Jahr profitiert. Aserbaidschan, Russland, Albanien und mit Abstrichen Griechenland und die Ukraine hätten sich lieber eine reine Publikumsabstimmung gewünscht.
Unterm Strich bleibt die wenig überraschende Erkenntnis: Die professionellen Jurys bevorzugen klassische Popsongs, während das Publikum Disco-Tunes mit Showeffekten etwas mehr gustiert. Es ist aber nicht etwa so, dass ein breiter Graben zwischen beiden Lagern verläuft. Vielmehr sind die Unterschiede graduell.
Man kann also sagen, dass das Eurovision-Ergebnis in diesem Jahr nicht dramatisch anders ausgefallen wäre, wenn wie in den vergangenen Jahren nur das Publikum abgestimmt hätte.
I hope we have a little bit lucky
Dieses Mal hatte ich mich im Vorfeld überhaupt nicht mit dem Eurovision Song Contest beschäftigt. Hauptsächlich, weil meine letzten Wochenenden mit Fußball, Konzerten und Vorlesungen ausgebucht waren und ich nicht die 3-4 Stunden Zeit fand, mich mit allen Beiträgen wertend auseinanderzusetzen. So setzte ich mich gestern also einfach mit Snacks und Starkbier vor die Glotze und wartete auf das, was da kam.
Und ich muss sagen: Das war der ausgeglichenste Eurovisions-Jahrgang seit langem, wenn auch nicht unbedingt der stärkste. In den vergangenen Jahren hatte es für meinen Geschmack mehr große Einzelhits gegeben, außer im letzten Jahr, als im wesentlichen Grütze am Start war.
Dieses Jahr konnte man allerdings eindrucksvoll beobachten, wie alle deutschen Verschwörungstheorien ins Leere liefen, weil der Song Contest schlicht und einfach von der Qualität und vom Zufall regiert wird.
Die ohnehin unglaubwürdige Theorie von der nicht zu schlagenden Abstimmungsverschwörung der Ostblockländer ist mit einem haushohen Sieger Norwegen, einem zweiten Platz von Island und vor allem mit dem fünften Platz für eine Lloyd-Webber-Schnulze, die schon vor 25 Jahren als traditionell gegolten hätte, hoffentlich ein für allemal widerlegt. Auch ein anderes Big-4-Land hatte mit einer getragenen, schlichten Ballade relativen Erfolg: Frankreich kramte Patricia Kaas aus dem Archiv und ließ sie im schwarzen Kleid einen schlichten, schönen Chanson ins Mikro singen, der fast schon reaktionär war, so traditionell kam er daher. Immerhin Achter!
Im Gegensatz dazu landeten die von mir nach ihrem ultraenergetischen Auftritt sehr hoch eingeschätzten Ukrainer abgeschlagen auf dem 12. Rang. Auch die wie immer schöne bosnische Ballade konnte diese Mal nur noch die einstelligen Ränge sichern: Neunter. Ebenso unter Wert geschlagen: Die bunt-fröhlichen Portugiesen (15.) und die ewige Chiara für Malta (22.).
Richtige Grütze lieferten eigentlich nur Litauen (komplett belanglose Multi-Song-Kopie aus We Are The Champions und Fallin’), Finnland (WTF?) und Spanien (gähn) ab und landeten verdient auf den letzten Plätzen.
Das deutsche Liedchen ging da einfach nur unter, hätte ein paar Plätze höher und auch noch zwei Plätze tiefer als auf dem 20. Rang landen können, ohne dass sich jemand beschweren könnte. Da helfen eben auch keine amerikanischen Kauftitten, zumal dann, wenn sie von der russischen Regie weitgehend ausgeblendet und anschließend zu langsam geschüttelt werden.
Man muss immer wieder mal daran erinnern, was die letzten deutschen Grand-Prix-Erfolge waren: Max, Michelle, Stefan Raab, Sürpriz, Guildo Horn, MeKaDo sowie Chris Kempers und Daniel Kovac konnten in den letzten 20 Jahren einstellige Platzierungen für Deutschland holen. Und ich denke Sie sehen, dass sie nichts sehen: Kein Muster, kein Schema in diesen Songs. Es gehört einfach ein guter Song dazu, der in die Zeit passt und gut performt wird. Und dann auch ein bisschen Glück.
Eurovision-Gastbeitrag: O tempora, o mores!
Wahnsinn, mein zweiter Gastbeitrag! axel von Lost in Nippes hatte dereinst gegen mich um die Platzierung der No Angels gewettet. Wetteinsatz: Ein Gastbeitrag für das Blog des anderen.
Das besonders erwähnenswerte ist, dass ich seinerzeit die No Angels in Unkenntnis der Konkurrenz noch auf den 19. Platz tippte, axel hielt mit Position 22 dagegen – lag also damals deutlich näher am wirklich Ergebnis als ich. Erst mein letzter Final-Tipp vom Freitag, nach Wettabschluss abgegeben, nannte korrekt den 23. Platz. Mit unvergleichlich sportlichem Geist hat axel die Wette für sich trotzdem als verloren gewertet und mir darum den folgenden Gastbeitrag geschickt, den ich voller Dankbarkeit hiermit wiedergebe!
—–
Achja, der GrandPrix.
Was waren das damals noch fest gebuchte Feiertage. Als Kind saß man mit den Eltern vor dem Fernseher, hoffte inständig nicht vor der Punktevergabe ins Bett geschickt zu werden (was immer gelang, weil es ja Samstag war und der Tag -von der Wichtigkeit her- nur mit einem WM-Finale zu vergleichen war) fieberte bei jeder Punktevergabe mit, egal ob eine sowjetische (o.ä.) Betonfrisur im Bild war und grade der erstaunten Welt mitteilte daß der rote Knopf bereits gedrückt wurde oder aber eine aparte Schönheit aus Frankreich nonchalant erklärte daß die Deutschen durch die unendliche Gnade der Grand Nation zwei Punkte ergattert hatten. Hach.
Damals gab es kein “Televoting”, der Pöbel hatte keine Chance sich durchzusetzten, denn die Punkte wurden von einer Fachjury vergeben die in erster Linie die “songwriting-skills” (hihi) bewerteten. Ergo hatte auch Deutschland jedes Jahr die Chance zu gewinnen. Das taten dann zwar immer die Iren (Johnny Logan!) aber trotzdem war es aufregend vor allem wegen der “Gruppe Wind” und derem unerhörtem Schicksal.
Irgendwann wurden die Regeln geändert und man selbst wurde genauso flügge wie Osteuropa. Während Kasachstan und Lettland Mütterchen Rußland den Rücken kehrten machten wir es genauso und veranstalteten pubertäre Partys zum GrandPrix die meistens schon vor 23 Uhr zu deutlichen Wahrnehmungsschwierigkeiten führten. Trotzdem war die Abstimmung immer noch ein Höhepunkt und es wurde aufrichtig mitgefiebert. Und was mußten wir alles schlucken:“Wind”, “Müchener Freiheit”, “Stone & Stone”…es wurde immer schlimmer. Dann kam 1996: Deutschlands Titel (“Leon” mit “Blauer Planet”) wurde ausgeladen! Wegen zuvielen Teilnehmern! Halloooo? Damals hatte man die historische Chancen dem GrandPrix den Rücken zu kehren und zu sagen: “Dann macht euren Driss doch selber. Von uns gibts keinen Pfennig(!) mehr”. Da fehltem dem NDR aber die Cochones für und man ergab sich still in sein Schicksal.
Mit diesem ganzen neuen Firlefanz, der Telefonabstimmung und dem Wust an Ländern wurde die Veranstaltung für mich immer mehr zur “kann-man-machen-wenn-grad nix-anderes-anliegt”-Veranstaltung.Das ist es eigentlich bis heute geblieben nur kurz unterbrochen von Guildo Horn, Stefan Raab und Roger Cicero, dessen Lied ich wirklich stark und für siegeswürdig hielt. Die Geschichte mußte mich eines besseren belehren.Die restlichen Jahre sind spurlos an mir vorbei gegangen.
Ich hatte mir ja eigentlich geschworen der Belgrader Ausgabe gestern fernzubleiben und zur Not das TV kaputt zu hauen, aber da der Freitag hochexplosiv war und ich anscheinend zuviele masochistische Tendenzen habe, hab ich dann doch mal reingeschaut. O tempora, o mores! Wär ich doch ausgegangen! Hätt ich doch meinen faulen Hintern von der Couch bewegt! Zwischen den Innings (Baseball auf NASN war dann doch mein “Hauptprogramm”) hab ich immer mal wieder umgeschaltet und konnte nur staunen. Ich weiß jetzt nicht ob ich ein völliger Ignorant bin aber ich fand orginal jeden einzelnen Song unfassbar schlecht. Da hat mir nix gefallen. Nada.
Gesehen hab ich die Türken, die Russen, die Engländer, die Deutschen, die Spanier, die Ukraine und die Franzosen. Ähm. Da fällt mir nix zu ein. Daß die Russen das Ding gewinnen kann nur heißen daß alle außer mir keinen Geschmack haben. Da gibt es auch keine zwei Meinungen drüber. Obwohl…wenn ich so drüber nachdenke…einen besseren Sieger kann ich auch nicht nennen…vielleicht die Isländer allein weil das ein kuscheliges und schrulliges Volk ist aber das kann ich nicht beurteilen, denn das Lied hab ich nicht gehört und ich werd einen Teufel tun und youtube befragen. Soweit geht es dann doch nicht.
Was mir aber wirklich komplett die (eh schon miese) Stimmung versaut hat war dann die Punktevergabe. Also der offene Kanal Bielefeld hätte das wohl stimmungsvoller inszeniert.
Jeder, absolut J-E-D-E-R der 43 Köpfe lobte die “großartige Show” und stammelte dann die Punkte von drei Ländern in die Kamera nachdem er erstmal zehn Sekunden ins Leere lächelte weil man ihm anscheinend keinen Monitor zur Verfügung gestellt hatte und er nur raten konnte wann die Einblendung der niedrigeren Wertungen aus dem Bild war. Da kann man es auch ganz sein lassen und einfach das Ergebnis aller Länder einbenden, dann wär die Veranstaltung wenigstens schneller vorbei. Da ist aber auch wirklich gar nichts mehr übrig geblieben von dem Flair was den GrandPrix (jedenfalls für mich) mal ausgemacht hat. Unsäglich.
Zu dem deutschen Beitrag wiederhole ich gerne, was ich in in meinem Blog bei der Vorausscheidung geschrieben habe: Unwürdig. Keine Klasse. Anbiederei. Zum Glück mit völliger Ignoranz abgestraft worden.
Normalerweise könnte man ja hoffen daß dieses Ergebnis ein Art “Hallo-wach!” sein könnte, aber ich glaube, der NDR und vor allen Dingen die “TeleVoter” sind da beratungsresistent.
Und während ich mich noch ärgere, daß die Engländer und die Polen nicht ein Pünktchen mehr haben holen können und auf Spiel 1 des StanleyCups aus HockeyTown warte, grinst mich Thomas Her(r?)mann in bester “Galopper des Jahres”-Manier von der “großen GrandPrix Party auf der Reeperbahn” an macht das, was Thomas Her(r?)mann halt macht, nämlich unlustige zotige Belanglosigkeiten in ein entmündigtes Publikum zu schreien und das war dann doch eine Spur zu viel für mich auch wenn ich als Katastrophengaffer schon gern ein Statement der “No Angles” gehört hätte aber ich mußte kapitulieren und hab die nächsten 20 Minuten mit der neuen “11 Freunde” und den “Cocteau Twins” verbracht nur um mir dann anzusehen wie Sidney Crosby mit den Pens schön von den Red Wings auf die Mütze bekommt.
Hätte ich doch die blaue Pille geschluckt!
Letzter, und noch stolz drauf
Wer sich wirklich noch fragt, warum die No Angels abgekackt sind, der muss sich einfach nur dieses Video ansehen: Die No Angels im Interview mit bild.de nach der Show.
Eurovisions-Wett-Rückblick
Ein deutlich besserer Schnitt als letztes Jahr:
- Serbien kommt unter die Top 7.
GEWONNEN! - Bulgarien kommt unter die Top 7.
VERLOREN! - Finnland kommt nicht unter die Top 5.
GEWONNEN! - Irland kommt nicht unter die Top 5.
GEWONNEN! - Frankreich kommt nicht unter die Top 10.
GEWONNEN! - Die Länderziehwette: Albanien, Aserbaidschan, Deutschland, Finnland, Island, Israel, Kroatien, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Ukraine schnitten schlechter ab (zusammen 189 Plätze) als der Rest (135 Plätze, obwohl sogar ein Land mehr)
VERLOREN
4:2 ist nicht schlecht, verglichen mit dem 1:5 aus 2007.
Skandal: Grand-Prix-Letzter profitiert von Ostvoting!
Das Witzige ist ja, dass die No Angels nur mithilfe von Ostblock- und Nachbarschaftsvoting nicht alleinige Letzte geworden sind. Da traut sich selbst die Bild-Zeitung nur, mit dem üblich verschwörerischen Titel aufzumachen, wird im Text dahinter aber vergleichsweise ehrlich:
Lustig ahnungslos das Statement von H. P. Baxxter, dem Scooter-Frontmann:
Deutschland hat keine Chance, weil die Songschreiber nicht an Titel denken, die ein internationales Publikum ansprechen. Stattdessen werden provinzielle Liedchen ins Rennen geschickt, in denen jemand mit dem Lasso zappelt, oder Gimmick-Nummern wie Guildo Horn. Das ist Klasse zum Ablachen. Aber von den Nummern kann doch keiner im Ernst annehmen, dass sie sich international durchsetzen
Der erste Satz stimmt ja noch. Aber wir wollen mal festhalten, dass Scooter im deutschen Vorentscheid gegen Max verloren, der in Istanbul einen respektablen 8. Platz holte. Guildo wurde 7. Und Stefan Raab konnte mit seinem eigenen Auftritt (”Wadde hadde dudde da”) sogar den 5. Platz abräumen.
Richtig ist allerdings, dass die No Angels eine lustlosen Feuerwehrfest-Performance ihres ohnehin langweiligen Songs hinlegten.
Letzter Wissenstest vor dem Grand Prix
Das SpOn-Eurovisions-Quiz endete für mich mit diesem Ergebnis:
Sie haben 10 von 12 Punkten.
Das ist zwar zwei Punkte schlechter als erhofft, aber erstaunlich treffend ist die Typisierung:
Sie stellen jedes Jahr zur Übertragung des Eurovision Song Contest Käseigel und Sekt-Flöten bereit, schmücken Ihr Wohnzimmer mit Luftschlangen und verwetten zwei Monatsgehälter darauf, dass dieses Jahr – ganz sicher! – Deutschland gewinnen wird. Weiter so!
Ein Käseigel ist für die Party, auf die ich gleich gehe, tatsächlich versprochen, die Sekt-Flöten bringe ich als Einweihungsgeschenk mit (kein Geheimnis) und die zwei Monatsgehälter liegen jetzt noch in meinem Kühlschrank – wenn sie auch nicht auf Deutschlands Sieg gewettet worden waren.
In diesem Sinne: Möge der Beste gewinnen!
Eurovision 2008: Mein Final-Tipp
So ganz dolle lag ich mit meinen bisherigen Grand-Prix-Tipps ja nicht, so ganz schlecht aber auch nicht. Nachdem die Finalisten feststehen, gebe ich den folgenden Tipp für’s Finale ab (jeweils zuerst der von mir erwartete, mangels eindeutigem Urteil oft auch doppelt vergebene Platz, dann das Land, dann meine persönlichen, max. 25 Bewertungspunkte):
1 Ukraine 19
2 Croatia 18
2 Serbia 18
4 Albania 15
4 Armenia 15
4 Israel 15
4 Russia 15
8 Turkey 14
8 Spain 14
8 Finland 14
8 Romania 14
8 Bosnia & Herzegovina 14
8 Portugal 14
14 Azerbaijan 13
14 Greece 13
14 Poland 13
17 Norway 12
17 Iceland 12
19 Denmark 11
19 Sweden 11
19 France 11
19 Latvia 11
23 Germany 10
24 Georgia 9
25 UK 8
dogfood hat seine Tipps hierhin geschrieben:
http://blogs.23.nu/bubbleboy/stories/18085/#18124
Bei Griechenland und Bosnien liegen wir dann doch deutlich auseinander in der Einschätzung. Meine Meinung zur Ukraine musste ich nach dem Halbfinalauftritt dann doch sehr deutlich revidieren.
Meine 2008er Grand-Prix-Wetten stehen natürlich weiterhin. Zwei sind bereits entschieden, jeweils eine zu meinen Un/Gunsten. Ich hoffe, dass mich die Wetteinlösung unterm Strich nicht genauso viel kosten wird wie dieses Jahr…
2. Grand-Prix-Halbfinale: R.I.P. Bulgaria
So, Hund ist mit Eltern wieder abgereist, wodurch ich die Verkündung der Qualifikanten verpasst habe. Dann schaun wir mal, wer weiter ist:
- Ukraine
- Croatia
- Albania
- Iceland
- Georgia
- Denmark
- Sweden
- Latvia
- Turkey
- Portugal
Das war dann ja ein kleines Tippdebakel: Gerade mal 4 von 10 richtig vorhergesagt. Dass Georgien und Island weiter sind, schockt mich komplett. Und bei Lettland hat die uralte Kostümnummer unverständlicherweise wohl doch gezogen.
Immerhin sind Kroatien und die Türkei weiter, zwei meiner Lieblinge. Aber die Schweiz und BULGARIEN SIND RAUS! Skandal. Außerdem habe ich damit meine erste Wette dieses Jahr verloren (eine dank Irland aber auch schon gewonnen). Andorras Ausscheiden im letzten Jahr hat mich zwar härter getroffen, aber dennoch in memoriam:
2. Grand-Prix-Halbfinale: Vorhersage und Livecast
Heute Abend steht das 2. Grand-Prix-Halbfinale an; der NDR überträgt dieses Mal nicht live im TV, sondern erst zeitversetzt nach Mitternacht. Auf der offiziellen Website eurovision.tv gibt es aber einen Livecast (Windows Media Player mit Octoshape-P2P-Plugin notwendig, das Plugin gibt’s vor Ort): http://www.eurovision.tv/esctv/index.html.
Meine Vorhersage der Länder, die sich für’s Finale qualifizieren werden:
- Kroatien
- Albanien
- Bulgarien
- Schweiz
- Türkei
- Ungarn
- Ukraine
- Zypern
- Mazedonien
- Malta
Nur ganz knapp dahinter, und deswegen möglicherweise auch in den Top 10 sehe ich Dänemark, Portugal und Schweden. Eigentlich bin ich mir sogar fast sicher, dass einer dieser drei Songs das Finale schafft, da dieses Jahr in den Halbfinals nur 9 von 10 Songs vom Publikum gewählt werden, der letzte aber von einer Jury – und spätestens die wird nach den Anwürfen der letzen Jahre schon dafür sorgen, dass ein zusätzlicher westeuropäischer Song weiterkommt, zumal alle drei gefällig und typisch Eurovision sind.
Meine einzige Sorge für heute Abend ist, dass ich den Hund meiner Eltern zu Gast haben werde, die in Köln ins Theater gehen. Ich hoffe, der gute Bodo verträgt die Grand-Prix-Mucke und jault nicht die Nachbarschaft zusammen. Könnte aber, angesichts des niedrigen Niveaus des diesjährigen Wettbewerbs, vielleicht auch gar nicht groß auffallen…
Ich warne in diesem Zusammenhang bereits im vorhinein vor Tschechien, Georgien und ganz besonders: Litauen (obwohl er jetzt schon viel besser singt als noch bei der Studioaufnahme der Nummer).


