Kurz reingeschaut: Primera Division auf LAOLA1.tv

Gestern lief zum ersten Mal die Primera Division auf laola1.tv. Die gute Nachricht: Der Stream wird kostenlos angeboten und er lief während der Partie Real Madid – Deportivo La Coruña ohne merkliche Verzögerung. Die schlechte Nachricht: Die Qualität war eine einzige Katastrophe – und das betraf nicht etwa nur die Bild-Qualität.

Wenn ich schätzen sollte, in welcher Bandbreite der Stream lief, würde ich auf 0,5 MBit/s tippen. Für den Laien übersetzt: Das resultiert ungefähr in der Auflösung eines typischen White-Sripes-Videos. Tatsächlich konnte ich bei einer Chance von Deportivo, als ein Stürmer einen scharfen Querpass vor’s Tor erstaunlicherweise doch vorbeischoss, auch in der zweiten Wiederholung in Zeitlupe und Großaufnahme nicht erkennen, wohin der Ball eigentlich gegangen war. Den normalen Spielfluss konnte man zwar durchaus verfolgen, aber sobald es mal etwas unübersichtlich oder überraschend wurde und der Ball nicht dahin ging, wo das Fußballguckerhirn ihn normalerweise erwatet hätte, wurde es wirklich schwierig.

Die andere Vollkatastrophe war der Kommentator des Spiels. (Weiß jemand den Namen, vielleicht eine Biografie?) Dass er grundsätzlich wenig sagte und das Spiel auch mal ein, zwei Minuten ohne Gequatsche laufen ließ, hätte ja noch positiv sein können – wenn denn nicht bei seinen kurzen Wortbeiträgen klargeworden wäre, dass er außer dem Alter der Spieler nichts beitragen konnte, was nicht auch auf dem Bildschirm zu erahnen war.

Ich erinnere mich an eine Bundesligaübertragung auf Premiere Ende der 90er, als Fritz von Thurn und Taxis, ja nun auch ein Plauderer vor dem Herrn, den Offenbarungseid jedes TV-Kommentators leistete und die legendären Worte sagte: “…aber was erzähle ich? Sie sehen’s ja selbst.” Ebenso klebte der LaOla-Kommentator gestern an den Bildern, las sogar die On-Screen-Einblendungen vor.

Andererseits war das vielleicht auch eine Maßnahme des Selbstschutzes. Denn mindestens eine lustige Fehlleistung brachte er, als er behauptete, Spanien sei eine Stunde zurück, es sei dort zum Anpfiff der zweiten Halbzeit um 21 Uhr MESZ also erst ca. 20 Uhr. Äh, nein? Spanien hat die ganz normale mitteleuropäische Zeit.

Ich hoffe unterm Strich sehr, dass sich Sky Deutschland doch noch mit der spanischen Liga einigen wird. Schließlich zahle ich nicht zuletzt auch Geld für den normalen Sport-Kanal, von dem ich wegen der vergangenen Saisons der Meinung gewesen war, dass ich auch die Primera Division als Gegenleistung bekommen würde. Und die Qualität der Übertragungen, insbesondere der Kommentar, war auf Premiere um mehrere Klassen besser als gestern auf LaOla1.

Kleine Twitter-Kritik der Köln OB-Kandidaten

Morgen sind Kommunalwahlen ein NRW. Ich brauche zwar keine Entscheidungshilfe mehr, will aber mal eine kleine Kritik der Twitter-Aktivitäten der Kölner OB-Kandidaten vornehmen.

Es treten fünf Kandidaten an: Jürgen Roters (SPD), Peter Kurth (CDU), Ralph Sterck (FDP), Markus Kurt Beisicht (pro Köln), Dr. Martin Müser (Freie Wähler – Kölner Bürger-Bündnis). Vier der fünf twittern, nur Dr. Müser verzichtet auf einen persönlichen Twitter-Account. Schauen wir uns die anderen mal an.

@juergenroters
Dem aussichtsreichsten Kandidaten oder seinen Publicityberatern sollte mal jemand erklären, dass der RSS-Feed schon vor Twitter erfunden wurde und man ihn mit seinem Twitter-Account deswegen nicht nachbauen muss. Von den aktuell letzten 50 Tweets auf @juergenroters sind nur geschlagene sieben keine Hinweise auf einen neuen Artikel in Roters Blog. Das ist eindeutig zu wenig, dafür braucht man keinen Twitter-Account, oder wenigstens verschenkt man leichtfertig fast alle Chancen, die Twitter einem Politiker bietet.

@peterkurth
Der CDU-Kandidat macht seine Sache da schon deutlich besser. Er berichtet immerhin darüber, was er tut (”Gerade Diskussion mit 200 Schuelern an einem Berufskolleg. Grosses Thema : Einschraenkungen im Internet.”), mit wem er unterwegs ist (”Kneipenwahlkampf mit Claus Ulonska und Cornel Wachter. Superstimmung.”), postet relativ zusammenhanglos immer mal wieder einen politischen Programmpunkt (”Weniger Verwaltung für mehr Kultur: Keine Kürzung im Kulturetat bis 2014!”), bindet sogar mal ein Twitpic ein (”Sehr informativer und kommunikativer Stammtisch bei den @PiratenKoeln auf Augenhöhe http://twitpic.com/f9cku“), verlässt sich jedoch ein bisschen zu sehr auf die Fortuna (”Nach 6 Sommerfesten jetzt erstmal sitzen: Fortuna gegen Wiedenbrueck. Hier gewinnen wir auch”, ging dann aber eher 1-2 aus…).

Eine Chance, die Kurth auf Twitter nicht ergreift, ist der Dialog mit den Wählern. Ich selbst hatte ihn während des erwähnten Fortuna-Spiels aus dem Stadion heraus angetwittert, was vielleicht auch nur die Möglichkeit für eine flapsige Antwort gegeben hätte: Fehlanzeige. Antworten findet man in Kurths Tweets fast grundsätzlich nicht. Lediglich ein etwas seltsamer Animationstweet (”@AIRMAX1 @haasberlin @RRilke @FelixWende @VeraCologne @Little_Pirate @ACzymmeck @surfguard Wir können jede Hilfe gebrauchen. Danke!!!”), den wenigstens ich mich nicht motiviert zu haben erinnere, und einzelne Retweets des Kölner CDUlers und Burschenschaftlers @schomberg zeugen davon, dass Kurth immerhin weiß, wie das geht.

Trotz der Schwächen liegt Kurth aber um Lichtjahre vor Roters.

@ralphsterck
Der FDP-Kandidat (zur Erläuterung: FDP und CDU hatten sich vor der Wahl nicht rechtzeitig auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können, wollen sich nun also lieber gegenseitig die Stimmen wegnehmen, was aus deren Sicht umso gefährlicher ist, da zur OB-Wahl die einfache Mehrheit genügt und die Grünen und die SPD Roters als gemeinsamen Kandidaten nominiert haben) versteht seinen Twitter-Account als Drehscheibe für alle möglichen politischen Artikel. Das sind mal eigene, mal Berichte aus lokalen Medien, die Sterck ins politische Konzept passen, mal kurze programmatische Mitteilungen. Das ist zwar deutlich abwechslungsreicher als Roters’ RSS-Tweets, letztlich aber doch zu eindimensional.

@prokoeln
Das Problem bei Markus Beisicht, dem Kandidaten der rechtsnationalistischen Möchtegern-Bürgerbewegung “pro Köln”, beginnt mit seinem Accountnamen: @prokoeln? Wer Person und Partei nicht trennt, hat nicht nur politisch verkackt, sondern auch Twitter nicht verstanden. Eins muss man Beisicht aber lassen: Sein Twitter-Account ist definitiv der persönlichste aller Kandidaten – und das ist auch gut so, denn auf diese Weise werden alle Qualitäten offenbar, die Beisicht auszeichnen: Größenwahn, Wirklichkeitsverlust und Paranoia. Ich erspare es mir und euch, einzelne Beispiele zu zitieren, empfehle aber aus Unterhaltungsgründen dringend eine Lektüre seines Accounts. Am witzigsten finde ich die die Tweets, in denen er irgendwelche Behauptungen aufstellt, die das komplette Gegenteil des verlinkten Artikels behaupten. Soll das Ironie sein? Jedenfalls ist es angewandter Wahnsinn.

Fazit
In einem schwachen Feld siegt Peter Kurth deutlich vor Ralph Sterck und Jürgen Roters. Ohne Wertung bleibt Markus Beisicht.

Peter Kurth nutzt die vergleichsweise breiteste Palette der Möglichkeiten, die Twitter in der politischen Kommunikation bietet.

Keiner der Kandidaten erreicht aber die Qualität, die etwa @tsghessen oder @obkiel2009 bieten: Torsten Schäfer-Gümbel und Torsten Albig nutzen Twitter als Medium, in dem ein Politiker sich als Mensch darstellen und in dem er die Follower ein bisschen an seinem Alltag teilhaben lassen kann. Diese Dimension lässt sich nicht über Blogs, nicht über Videotagebücher und natürlich sowieso nicht über klassische Medien erreichen, außer über ausführliche Features. Die Kaffee-Tweets von TSG oder die teilweise mit Flüchen durchsetzten Sport-Tweets von Albig geben diesen beiden, vergleichsweise hochrangigen deutschen Politikern eine extrem sympathische Dimension. Diese Chance haben die Kölner OB-Kandidaten in unterschiedlichem Maße nicht erkannt, jedenfalls aber nicht genutzt.

P.S.: Außer Konkurrenz, weil ohne OB-Kandidaten: @deine_freunde. Die hätten aber in jeder Kategorien deutlich an der Spitze gelegen!

Vorschau auf Fortuna Köln – SV Bergisch Gladbach 09, leider ohne mich

Ist ja immer alles auf einmal. Heute abend zum Beispiel hätte ich theoretisch die Wahl zwischen dem Sommerfest meiner Firma, dem Geburtstag der Tochter meines besten Freundes und dem Besuch im Südstadion, wo die SV Bergisch Gladbach 09 zu Gast ist. Da mir von allen drei Optionen meine Firma über’s Jahr hinweg das meiste Geld zahlt, war die Entscheidung recht klar.

Schade, denn wegen eines Kurzurlaubs werde ich auch das nächste Heimspiel der Fortuna nicht miterleben können, ebensowenig wie das nächste Auswärtsspiel, das nur ein paar Kilometer entfernt von Köln steigt.

Mit Bergisch Gladbach ist jedenfalls im fünften Saisonspiel der vierte Aufsteiger zu Gast. Nach bislang nur einem Punkt aus zwei Heimspielen muss für die Fortuna unbedingt ein Sieg her. Dass das aber nicht so einfach ist, konnte man am vergangenen Wochenende sehen, als die Fortuna ihr Auswärtsspiel auch gut hätte verlieren können – das sie im Endeffekt mit 4-0 gewann.

Die Liga präsentiert sich extrem ausgeglichen: Unter den ersten sechs Mannschaften der Tabelle finden sich zwei Aufsteiger, zwei Mannschaften , die letzte Saison gegen den Abstieg spielten und mit Germania Windeck (Ex-Dattenfeld) und den SF Siegen nur zwei Teams, die man dort erwartet hatte. Danach kommt schon die Fortuna.

Sprich: Ein Heimsieg wäre nicht nur für’s Selbstvertrauen und die Zuschauerzahlen wichtig, sondern auch für die noch junge Tabelle.

Alles weitere Wissenswerte über das Spiel hat Jan drüben in seinem Blog aufgeschrieben. Unter anderem hat er mal recherchiert, wer eigentlich der Trainer des Gegners ist – und den kennt wirklich jeder Fußballfachmann.

Archivklitterung bei TNS-Emnid

Ach nee: Ich habe gerade, weil der Verantwortliche ja seit dieser Woche aus dem Urlaub zurück sein soll, mal bei TNS-Emnid nachgeschaut. Und tatsächlich haben die Kollegen stillschweigend die falsche Überschrift ihrer Pressemeldung korrigiert. Da heißt es jetzt nicht mehr: “Über 60 Prozent der Deutschen…” sondern korrekt “Über 60 Prozent der deutschen Onliner stellen eigene Inhalte ins Internet“.

Aber natürlich ist dieser grobe Fehler nicht etwa öffentlich korrigiert worden. Es gibt keine Anmerkung im Artikel, dass die Überschrift zunächst anders gelautet hatte oder überhaupt, dass ein Fehler korrigiert worden sei.

Das ist natürlich eine schöne Taktik: Da haut man eine Meldung mit einem groben Fehler raus, die sich aber schmissiger liest. Dann ist man, wenn man auf einen Fehler aufmerksam gemacht wird, im Urlaub. Und vier Wochen später, wenn die Meldung eh schon lange und Dutzende von Malen weiterverbreitet in der Welt ist, dann wird ohne Spuren die Geschichte korrigiert. Damit keiner ins Archiv schauen und TNS-Emnid nachweisen kann, sie häten einen Fehler gemacht?

Ihr müsst alle noch so viel lernen – und offensichtlich nicht nur im Umgang mit der “Generation Upload”.

Immerhin kann man davon ausgehen, dass Oliver Krieg, der Verantwortliche für die Meldung, ernsthaft einen auf die Finger bekommen hat. Dafür war die Reaktion seines Chefs schnell genug.

Kurz nachgefragt bei: Felix Bably, Ex-Spieler von Fortuna Köln

Felix Bably ist am 04.10.1982 geboren. Nachdem er sich bei Bayer Leverkusen von der A-Jugend bis in die Regionalligamannschaft gespielt hatte, war er ein Jahr für Germania Dattenfeld im Einsatz. Zur Saison 2008/09 heuerte er dann bei Fortuna Köln an, kam aber meist nur kurz zum Einsatz: In 30 Einsätzen (von 38 Saisonbegegnungen) spielte er im Schnitt 39 Minuten. Trotz eines laufenden Zweijahresvertrags wurde Bably am 06. Juni von Trainer Matthias Mink in die U23 verbannt. Heute nun stimmten die Mitglieder von Deinfussballclub.de nach arbeitsrechtlichen Streitereien zwischen der Fortuna Köln Spielbetriebsgesellschaft und Felix Bably einem gerichtlichen Vergleichsvorschlag zu, mit dem der Vertrag von Bably rückwirkend zum 31.07.2009 aufgelöst wird.

Mich interessierte, wie Felix Bably sein schwieriges Jahr bei der Fortuna erlebt hat, also fragte ich telefonisch bei ihm nach.

Hallo Felix, dein Vertrag mit Fortuna Köln wird in Kürze aufgelöst werden, die DFC-Mitglieder haben heute zugestimmt. Mal ehrlich: Bist du erleichtert, dass es vorbei ist?

Ja, das sind gemischte Gefühle. Ich bin auf der einen Seite natürlich traurig, dass ich den Vertrag nicht erfüllen kann. Auf der anderen Seite ist es auch für mich schon eine Erleichterung, dass es jetzt endlich mal vorbei ist mit dem ganzen Hickhack.

Wenn du zurückblickst auf das Jahr bei der Fortuna: Wie hast du das erlebt?

Wenn ich auf meine Fußballerzeit zurückblicke, war das natürlich nicht das beste Jahr, was ich je hatte, eher das schlechteste, seit ich im Seniorenbereich spiele. Sportlich war’s natürlich enttäuschend für mich, aber von den Fans her, von der Mannschaft oder auch von Köln, vom Umfeld her, hab ich mich sehr wohl gefühlt. Aber für mich persönlich war’s nicht so überzeugend.

Wie bist denn eigentlich zur Fortuna gekommen? Bist du angesprochen worden oder hast du dich bei der Fortuna gemeldet, dass du gerne kommen würdest?

Ich hatte ja vorher in Dattenfeld ein gutes Jahr gespielt, ein sehr gutes, in der Oberliga. Aber in der Vorbereitung lief’s dann nicht so gut für mich. Das hatte mehr private Gründe, es gab einen Todesfall in der Familie, und da hatte ich ein bisschen Probleme, also habe ich gedacht: Ich will mal was ganz Neues machen. Deswegen hatte mich dann Dr. Merkle angesprochen, dann haben wir uns an einen Tisch gesetzt, haben darüber gesprochen und dann haben wir uns auf einen Zweijahresvertrag geeinigt.

Offensichtlich hattest du ja nicht mit Trainer Matthias Mink gesprochen, bevor du unterschrieben hast, oder?

Nein, ich hatte nicht mit Mink gesprochen.

Kam dir das nicht irgendwie komisch vor, dass man nicht mal mit dem Trainer des Vereins spricht, zu dem man geht?

Zu der Zeit habe ich mir gedacht: Egal, wer da Trainer ist, ich bin stark genug, ich werd immer spielen. Und zu dem Zeitpunkt war es ja auch nicht so ganz klar, ob Mink Trainer bleibt oder nicht. Es war ja, glaube ich, auch im Gespräch dass der [Hermann-Josef] Werres Trainer wird, und das habe ich schon im Hinterkopf gehabt: dass der Mink eh nicht mehr lange dableiben wird.

Und wie war dann das Verhältnis zu Matthias Mink?

Ich war halt da, und er musste mich einbauen. Ich hatte das Gefühl, dass er mich nicht so wirklich… Natürlich hat er mir hier und da mal eine Chance gegeben, aber nicht so, wie ich mir das vorstelle, dass man mal auch nach drei schlechten Spielen noch ein viertes bekommt. War schon ein bisschen schwierig, aber das hat er ja am Ende auch öffentlich gesagt.

Gestern war ein Chat mit den DFC-Mitgliedern, und da sagte Matthias Mink, dass es alleine sportliche Gründe waren, wegen derer er dich in die Zweite Mannschaft versetzt hat. Hat er mit dir darüber gesprochen, welche Schwächen er bei dir sieht, was du verbessern sollst, damit er meint, dich in der ersten Mannschaft einsetzen zu können?

Nein, so wirklich nicht. Er hat mir gesagt, ich hätte das Potenzial, aber da wäre halt nicht viel gekommen und er wäre enttäuscht, dass das so ist. Das hat er mir gesagt drei, vier Wochen bevor die Saison zu Ende war. Und als ich mich dann wieder reingeklagt hatte in die erste Mannschaft, da wurde ich gar nicht mehr beachtet und nur zum Laufen geschickt. Das war schon so eine Art Disqualifizierung, fand ich. Er hat ja gesehen, dass wir uns nicht einigen mit dem Verein über die Vertragsauflösung, zu dem Zeitpunkt, und irgendwie muss er mich ja wenigstens mittrainieren lassen, hab ich mir gedacht. Aber das hat er halt nicht gemacht.

Wie war denn eigentlich das Verhältnis zu den Mitspielern?

Bei den Mitspielern hatte ich eigentlich mit keinem irgendein Problem. Da hatte ich eigentlich ein gutes Verhältnis zu allen.

Das hat also nicht abgefärbt?

Nein. Ich hatte zwar manchmal das Gefühl, dass der Mink nicht so mein Fan ist. Und dass ein paar Mitspieler mich meiden, hatte ich auch manchmal das Gefühl. Und dass ich ein bisschen isoliert bin. Aber sonst hatte ich eigentlich keine Probleme mit den Jungs.

Wie war das Verhältnis zu den Fans?

Das ist natürlich so ne Sache. Da sind natürlich ein paar beigewesen, die hätten mich am liebsten zum Mond geschossen. Aber da waren natürlich auch ein paar, die für mich waren. Ist ja immer so.

So wie ich das verfolgt habe, was deine sportlichen Leistungen anging gab’s ein paar, die fanden dich viel zu ballverliebt. Dann gab’s ein paar, die mochten deine kämpferische Art und wie du immer auf die Abwehr zugehst und Alarm machst. Und dann gab’s andere, auch mich, die fanden beides. Wie würdest du selbst deine Spielart beschreiben?

Ich bin ein Kämpfertyp, der immer die Offensive sucht. Ich guck nicht so nach hinten. Aber dann hat mir auch das Selbstvertrauen gefehlt, weil der Trainer ja nicht so wirklich auf mich gebaut hat. Dann haben wir auch oft nur mit einem Stürmer gespielt, das ganze Jahr, und die Position, die ich gespielt habe, rechtes Mittelfeld oder linkes Mittelfeld, die liegt mir nicht so. Wenn dann im 4-3-3, so richtig offensiv als Stürmer, wo man nicht so viel nach hinten arbeiten muss.

Also wäre rechter Flügelstürmer deine Lieblingsposition?

Genau. Das kam auch dazu, dass ich nicht im rechten Mittelfeld spiele, sondern als rechter offensiver Spieler. Und dann hatte ich noch das Problem, dass der Trainer mich wirklich nur auf dieser Position [im rechten Mittelfeld] gesehen hat, und da war halt der Glaser, Käptn Glaser, vor mir, und an dem kommt man einfach nicht vorbei. Der ist ein Urgestein in Köln, Publikumsliebling, und Mink baut tausend Prozent auf ihn. Das war natürlich auch noch ein Problem, und das hat dann einfach nicht gepasst. In manchen Spielen konnte ich’s mal aufblitzen lassen, ich hab aber auch kein Tor gemacht, und das war alles eine Katastrophe.

Außer in dem Freundschaftsspiel gegen den FC…

Ja, genau, da durfte ich mal. Da durften wir einfach locker drauflos spielen. Da hab ich auch mal gespielt. Und wenn man die Tore schießt, wird’s wiederum was leichter.

Du sagst, dass Fußballer dein Beruf ist. Stimmt das?

Ja, genau. Als ich bei Dattenfeld war, habe ich nebenbei noch meine Ausbildung als Fachlagerist gemacht, die habe ich auch erfolgreich beendet. Und davor habe ich mit 19 Zivildienst gemacht. Aber ansonsten habe ich immer nur vom Fußball gelebt.

Ich stelle mir vor, dass dich das Jahr bei der Fortuna und auch der Abschluss jetzt eher zurückgeworfen haben, wenn du sagst, du willst vom Sport leben.

Ja, natürlich. Ich hab bis jetzt immer Glück gehabt, dass ich ein gutes Jahr hatte, so dass ich einen Vertrag bekommen habe, von dem ich leben kann. Nur jetzt wird’s natürlich für mich… Ich hab jetzt noch bis zum 31.08. Zeit, was zu finden. Und ich werde in der kurzen Zeit bestimmt keinen Verein finden, der mir so viel zahlt, wie die Kölner oder davor die Vereine. Und deswegen muss ich jetzt erst mal gucken. Ich muss wieder von vorne anfangen, dass ich das zweigleisig mache, dass ich irgendwie einen Job habe und dann beim Fußball wieder reinkomme. Das Jahr hat mich schon zurückgeworfen.

Du suchst also noch nach einem neuen Verein?

Ich halte mich im Moment fit. Ich habe am Donnerstag ein Gespräch mit einem Verein, und dann guck ich mal, was dabei rauskommt. Ansonsten weiß ich‘s jetzt noch nicht genau, und das macht ja auch mein Berater.

Letzte Frage: Was ist denn deine persönliche Lehre aus dem Jahr bei der Fortuna? Gibt’s irgendetwas, das du mitnimmst, positiv oder negativ?

Ich hab halt vielleicht ein bisschen zu sehr dran gedacht: Ich hab ja einen Zweijahresvertrag, und wenn’s im ersten Jahr nicht so gut läuft, dann versuch ich’s halt im zweiten Jahr. Es gibt ja manchmal Spieler, die im ersten Jahr Probleme haben, und dann im zweiten Jahr läuft’s besser. Aber da hatte ich ja gar nicht die Möglichkeit zu, weil der Mink mich abgesägt hat. Ich muss auch ehrlich sagen: Vom rein Fachlichen sage ich nicht, dass Mink ein schlechter Trainer ist. Er macht ja auch viel. Aber rein menschlich? So einen Trainer hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben, hab ich noch nie erlebt. Und deswegen bin ich auch enttäuscht. Aber es ist passiert, jetzt haben wir den Vertrag aufgelöst, und mal gucken wie’s weitergeht für mich. Ich find‘s nur schade, dass ich bei der Fortuna nicht das zeigen konnte, wofür ich geholt wurde. Ich bin selbst sehr enttäuscht, dass es so gekommen ist.

Vielen Dank für das Gespräch, Felix, und alles Gute für die Zukunft!

Felix Bably

Felix Bably

Kurz reingeschaut: Tortoise in der Kulturkirche in Köln

Tortoise-Konzerte scheinen Soloveranstaltungen zu sein – wenigstens für mich. Bei meinem ersten Besuch, 1996 in der alten Kölner Kantine, nahm ich meine beste Freundin mit, die es (natürlich, ich Depp) hasste, so dass ich nach der Hälfte des Konzerts alleine dastand. Beim zweiten Mal, nur ein paar Monate später im Autonomen Zentrum in Aachen, ging ich dann gleich alleine hin. Und als ich jetzt, nach 13 Jahren, den Freunden mal wieder die Ehre geben wollte, da hing mein geplanter Mitgänger in seiner neuen Verantwortung für die Fortuna beim immerhin hoch erfolgreichen Auswärtsspiel in Hamm bzw. auf der A1 fest. Andere, in Nippes wohnende Kollegen, überschlugen sich zwar mit Sympathiebekundungen via Twitter, tauchten letztlich aber auch nicht vor Ort auf.

Egal, dann eben vor der Tür noch rasch die überschüssige Karte vertickt, und wieder mal alleine rein.

Tortoise

Es begann mit Hauschka. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Volker Bertelmann, der auf der Bühne diverse Gegenstände in sein Piano stopft und auf dem so verfremdeten Instrument Musik macht. Zwischen oder auf den Saiten finden sich da Keile aus verschiedenen Materialien, Streifen, Tapes, Bälle und auch elektrische Geräte, die die Saiten hektisch von alleine anschlagen. Darüber spielt Hauschka repetitive Themen, so dass sich hier mal die Verwandtschaft der Vorband zum Hauptact sofort erschließt. Entsprechend freundlichen und anhaltenden Applaus erhält er für seine fast einstündige Performance denn auch. Verdient!

Hauschka

Hauschka

Gegen viertel nach neun betreten dann Tortoise die Bühne – und machen in ihrem ersten Song sofort den ersten Fehler: Sie benutzen einen Bass. Das aber sollte man in der Kulturkirche lieber nicht tun. Wenigstens nicht dann, wenn man möchte, dass die Zuschauer außer einem dröhnenden Brummen noch etwas hören. Die Akustik einer Kirche ist definitiv nicht für zeitgenössische Elektrobässe ausgelegt. Da hallt einfach zu viel. Der arme Mixer bekam den Sound im zweiten, dritten Song immerhin einigermaßen in den Griff, so dass man nicht mehr nur krachiges Schlagzeug über Dröhnbass wahrnahm. Wirklich gut wurde der Klang aber nie, und da das schon letztes Mal so war, werde ich mir gut überlegen, ob ich noch mal ein Konzert in der Kulturkirche besuche.

Tortoise kann man man jedenfalls keinen Vorwurf machen. Die Band rackerte sich an ihrer Musik ab, in einer seltsamen, strengen, aber auch vereinnahmenden Mischung aus Spielfreude und Todesernst. Da schaut kaum mal jemand ins Publikum, für den Applaus gedankt wird sowieso nicht, stattdessen werden zwischen den Songs wortlos die Instrumente gewechselt, einer macht den Anfang für das nächste Stück, und die Band fällt ein. Das ist alles hochpräzise, sehr kraftvoll und einfach engagiert. Die wollen nicht nur spielen, die meinen es ernst mit ihrer Musik. Das grenzt zwar mit zunehmender Dauer auch ans Anstrengende, aber letztlich muss man doch froh sein, wie gut diese Musiker ihre Instrumente und ihre komplexen Arrangements beherrschen.

Denn nur so entsteht nach und nach dieser ganz spezielle Sog, der Tortoise-Konzerte auszeichnet. Wenn die meist zwei Drummer vorne am Bühnenrand die Rhythmen in die Felle dreschen, oder  wenn, wie bei meinem Lieblingsstück Ten-Day Interval, sechs Klöppel mit högschder Konzentration auf die Platten hämmern, dann ist wenig Raum für einen zweiten Gedanken. Die speziellen Tortoise-Harmonien tragen das ihre bei – und auch John McEntires entrückter Blick am Drumkit, immer schräg nach oben über das Publikum gerichtet.

Am Ende gibt es zwei Zugaben, so dass die Konzertdauer fast zwei Stunden beträgt. Ich gehe zufrieden nach Hause und weiß, dass es nicht wieder 13 Jahre dauern wird bis zu meinem nächsten Tortoise-Konzert. Aber auch nur, wenn ein besserer Sound garantiert ist.

Tortoise

Tortoise

Tortoise

Tortoise

Tortoise

Deine Freunde, meine Freunde

Kürzlich musste ich ja feststellen, wie fürchterlich unterrepräsentiert ich in dieser Stadt bin: Keiner der OB-Kandidaten stimmt mit mir in mehr als 21% einer Liste von Aussagen überein, die der Stadtanzeiger zusammen gestellt hatte.

Vielleicht ist das aber doch anders: DEINE FREUNDE könnten auch meine Freunde sein. “Deine Freunde” sind eine Art organisierte Bürgerbewegung. Und nicht nur, weil ich Thor Zimmermann, der für Ehrenfeld und auch auf Listenplatz 1 der Freunde steht, als Kunde und Nachbar von einem kurzen Plausch kenne, sondern auch weil sich die “Freunde” exakt um die Themen kümmern, die auch mir in Köln am wichtigsten sind: Klüngel (…not), Kultur und Lebensqualität, könnte ich mir durchaus vorstellen, mein Kreuzchen am nächsten Sonntag bei ihnen zu machen.

Bestellen auf deutsch, reklamieren nur auf englisch

Ich bekomme, wie aufgrund meiner recht einfach strukturierten Emailadresse vorname@großerprovider.de schon oft passiert, eine Anmeldebestätigung zu einem Portal, das ich vorher nicht mal kannte:

Hallo,
Danke, dass Du Dich für den Nobex Radio Companion entschieden hast!

Nobex Radio Companion ermöglicht Dir:

[blabla ausführliche, deutsche Leistungsbeschreibung gelöscht blablabla]

P.S. Falls Sie der Auffassung sind, dass Sie diese Mitteilung irrtümlich erhalten haben, kontaktieren Sie uns bitte unter support@nobexinc.com. Wir entschuldigen uns für die aufgetretenen Unannehmlichkeiten.

Ich schreibe eine Mail an support@nobexinc.com:

ich habe diese meldung irrtümlich erhalten. bitte löschen sie meine emailadresse vorname@großerprovider.de aus ihren daten.

viele grüße,
[surfguard]

Man antwortet mir:

Hi,

Thanks for contacting us!

We are sorry, at the moment we only have support in English.

Please make sure that your TCP settings are setup correctly.

From the BlackBerry home screen go to Options -> Advanced Options -> TCP

Appropriate settings for this screen can be found in the following websites:

http://www.pinstack.com/carrier_settings_apn_gateway.html

http://phoneontherun.com/
Cheers,

Mike
Nobex Technologies

Nettes Angebot auf deutsch, Fehler zu korrigieren, udn dann nicht mal einfachstes Deutsch gerade durch Google Translate jagen können? Geschickte Taktik: Verkaufen geht in allen Sprachen, Reklamieren aber nicht.

Und was haben meine blöden TCP-Settings damit zu tun, dass die kein Deutsch verstehen?

Kurz nachgefragt bei: Sebastian Flügel, Teammanager bei Fortuna Köln

Sebastian Flügel war in den letzten Jahren der offizielle Haus- und Hof-Fotograf von Fortuna Köln. Geboren wurde er am 02. Januar 1976 in Köln-Longerich, aufgewachsen ist er aber in Pulheim-Geyen. Er hat die Fachhochschulreife und ist ausgebildeter Mediengestalter für Digital- und Printmedien. Seit 2006 ist Sebastian verheiratet, und 2008 ist noch das Amt des Vaters dazugekommen. Sebastian stand mir freundlicherweise für ein Email-Interview zur Verfügung.

Hallo Sebastian, du bist ein inzwischen sehr bekanntes, aber doch noch vergleichsweise neues Gesicht bei der Fortuna. Was hat dich zum ersten Mal ins Südstadion getrieben?

Ein alter Arbeitskollege von mir hat mich mal zu einem Benefiz-Spiel mitgenommen. Damals habe ich dann bei den Tonnen in der Südkurve gestanden. Die ganze Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen.

Seit ein paar Wochen bist du nun der neue Teammanager. Wie bist du zu dem Job gekommen?

Da war ich auch sehr überrascht. In den letzten Monaten hatte ich verstärkt mit den Jungs vom DFC (Deinfussballclub.de) zu tun, und die Zusammenarbeit hat gut geklappt. In vielen Bereichen sind wir auf einer Wellenlänge, auch wenn ich das ganze Projekt am Anfang eher kritisch betrachtet habe.

Was sind deine Aufgaben, wofür bist du als Teammanager bei der Fortuna konkret verantwortlich?

Das Aufgabenfeld ist eigentlich überschaubar. Zu den Auswärtsspielen muss der Bus organisiert werden. Vor den Spielen muss die Aufstellung in das Internetportal des DFBs eingepflegt werden. Der Gegner wird in Empfang genommen. Außerdem stehe ich als direktes Bindeglied zwischen Spielbetriebsgesellschaft und Mannschaft. Die Spieltagsverlegung koordiniere ich auch.

Macht die spezielle Konstellation bei der Fortuna mit Verein, Deinfussballclub.de, DFC-Mitgliedern und Spielbetriebsgesellschaft die Arbeit für dich schwieriger?

Überhaupt nicht. Eher im Gegenteil. Wir ziehen hier zurzeit alle an einem Strang, und die Arbeit zusammen wird immer besser. Neben der Tätigkeit als Team-Manager bin ich ja auch noch Co-Trainer der F2 mit Bahadir Civgen zusammen.

Wie viel Zeit wirst du ungefähr investieren?

In Stunden kann ich das schwer sagen. Da meine Tätigkeit ehrenamtlich ist, sollte sich das Arbeitsvolumen aber in Grenzen halten. Und das ist im Moment auch so.

Bei DFC gibt es eine Diskussion darüber, ob die Besetzung des Teammanagers-Postens den Mitgliedern zur Entscheidung hätte vorgelegt werden sollen. Wie siehst du das?

Bei allen Dingen und Posten, die mit Kosten verbunden sind, halte ich das für zwingend notwendig. Bei ehrenamtlicher Arbeit bin ich mir da nicht so sicher. Hier sollte man vielleicht froh sein, dass man für nicht entstandene Kosten etwas mehr Geld in Spieler anlegen kann.

Du hast es erwähnt: Du machst den Job ehrenamtlich. Dein Auftraggeber, die Spielbetriebsgesellschaft der Fortuna, ist aber eine auf Gewinn ausgerichtete Gesellschaft. Hast du kein Problem damit, dass du mit deiner Arbeit anderen beim Geld verdienen hilfst, selbst aber von diesem Geld nichts siehst?

Du hast es ja schon im Eingangssatz deiner Frage formuliert. Die SBG ist auf Gewinn ausgerichtet. Das heißt aber nicht, dass sie gegenwärtig schon Gewinn erzielt. Langfristig soll das natürlich anders aussehen. Und wenn das so ist, haben wir natürlich eine veränderte Situation. Darüber habe ich mit DS (Dirk Daniel Stoeveken, Geschäftsführer von DFC) aber auch schon offen gesprochen. Mein Tätigkeitsfeld ist momentan noch nicht sehr groß. Wenn sich das verändert, die Fortuna wieder im bezahlten Fußball ist und ich noch in dieser Position sein sollte, müssen wir die Situation noch einmal überdenken.

Was kannst du dir von Oliver Bierhoff abgucken, dem ranghöchsten Teammanger des deutschen Fußballs: Nur die Wahl des richtigen Shampoos?

Bei meinem nicht ganz so voluminösen Haar ist Shampoo eigentlich nicht das zentrale Thema. Die Arbeit von Oliver Bierhoff kann ich nicht genug beurteilen um mir von ihm etwas abzuschauen. Aber ich glaube man kann sagen, dass zwischen seiner Verantwortung und meiner Welten liegen.

Kümmerst du dich weiterhin um die Art Direktion des Heimspiels (Stadionheft von Fortuna)?

Wenn es die Zeit zulässt, werde ich das auch weiterhin machen. Der neue Redakteur hat sich sehr gut ins Team eingebunden und macht die Arbeit somit wieder ein Stück leichter und angenehmer.

Vielen Dank für das Interview, Sebastian!

Sebastian Flügel

Sebastian Flügel

Kurz nachgefragt bei: Lukas Stelmaszyk, Stadionsprecher bei Fortuna Köln

Lukas Stelmaszyk ist ein Kind der Kölner Südstadt: 28 seiner bald 30 Lebensjahre hat er im Stadtteil Zollstock verbracht, in dem auch Fortuna Köln zuhause ist. Geboren wurde er am 08.12.1979 in Laurahütte, dem polnischen Siemianowice Śląskie.

Lukas spricht bereits seit einiger Zeit auf Deinfussballclub.de die Kommentare der Video-Spielberichte im Mitgliederbereich. Heute vor einer Woche, beim Spiel der Fortuna gegen den VfB Speldorf, gab er seine Premiere als Stadionsprecher im Südstadion. Mir stand er freundlicherweise für ein Email-Interview zur Verfügung.

Lukas, du bist seit dieser Saison der neue Stadionsprecher der Fortuna im Südstadion. Welche Fähigkeiten muss man eigentlich mitbringen, um diese Aufgabe ausfüllen zu können?

Lukas: Organisationstalent, Stressresistenz, Offenheit, Ideen, Spontaneität.

Was guckst du dir von Klaus Schmitt ab, der den Job jahrelang vor dir gemacht hat?

Lukas: Ich orientiere mich nicht an meinen Vorgängern Manfred Dorschler oder Klaus Schmitt, da mit einem neuen Stadionsprecher möglichst auch neuer Wind in die Moderation kommen soll. Trotzdem bewundere ich ihre Arbeit, die sie über Jahre gemacht haben.

Was willst du hingegen verändern?

Lukas: Mehr aktuelle, „fanaffine“ Musik, Interviews und Interaktion mit den Fans.

Mir hat gut gefallen, dass ihr die Pressekonferenz vor die Haupttribüne verlegt habt. Wessen Idee war das, und was hat den Anstoß gegeben?

Lukas: Die Idee ist von den Verantwortlichen des DFC (Deinfussballclub.de) entwickelt worden. So sind die Fans noch näher am Geschehen und bekommen gleich nach dem Spiel fachliche Analysen der Trainer.

Wird es für die anwesenden Journalisten so aber nicht auch schwieriger, Fragen zu stellen? Schließlich ist die räumliche Distanz zu den Trainern nun recht groß.

Lukas: Grundsätzlich ist es so, dass die Journalisten die Trainer ohnehin gerne im persönlichen Gespräch befragen, um exklusives Material zu bekommen. Trotzdem arbeiten wir natürlich daran, den Medienvertretern die Möglichkeit zu bieten, ihre Fragen im Rahmen der Pressekonferenz zu stellen.

Es gab im Heimspiel-Forum Kritik an deinem Versuch, wie in den großen Stadien die Nachnamen der Spieler von den Fans rufen zu lassen: Dafür gebe es im Südstadion einfach zu wenig Fans, außerdem sei die Fortuna eben nicht der FC. Willst du das beibehalten?

Lukas: Auch ich muss sagen, dass der erste Versuch gescheitert ist. Wir behalten die Entwicklung im Auge, nehmen derzeit aber Abstand davon, die Aufstellung auf diese Weise zu präsentieren, da unter dem Strich zu wenig Zuschauer partizipieren.

Die Soundanlage klang arg brustschwach, sobald du mit dem Funkmikro unterwegs warst. Arbeitet ihr daran?

Lukas: Wir haben bereits ein neues, leistungsstärkeres Funkmikro im Einsatz, das sich gegen Wiedenbrück bereits bewährt hat.

Nach dem ersten Spiel ist deine Musikauswahl allgemein gelobt worden. Legst du im Stadion dieselbe Musik auf, die du auch zuhause hörst?

Lukas: Sicher ist der eine oder andere Titel dabei, den ich zuhause nicht unbedingt höre, aber im Großen und Ganzen ja.

Hast du schon Kontakt zu Arnd Zeigler gehabt, der ja bei Werder Bremen den Stadionsprecher gibt und auch Deinfussballclub.de unterstützt?

Lukas: Nein, bislang noch nicht.

Wie stellst du dir deine Zusammenarbeit mit den Fanclubs vor?

Lukas: Wir planen hier eine engere Zusammenarbeit, damit die Interessen der Fanclubs besser gewahrt werden und die Heimspiele zu einem „etwas anderen“ Besuch werden.

Wie erwartest du den Verlauf der kommenden NRW-Liga-Saison für die Fortuna?

Lukas: Die beiden anstehenden Partien gegen Hamm und Bergisch Gladbach werden sicher zeigen wohin der Weg führt. Die einzelnen Mannschaftsteile müssen noch besser ineinander greifen, denn nur als homogene Elf hat man in dieser Klasse eine Chance. Grundsätzlich muss der Blick der Fortuna nach oben gehen, von einem Aufstieg in der laufenden Saison kann und will ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht sprechen.

Vielen Dank für die Antworten!

Lukas Stelmaszyk mit Matthias Mink und Dirk Wißel (Trainer VfB Speldorf)

Lukas Stelmaszyk mit Matthias Mink und Dirk Wißel (Trainer VfB Speldorf)

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