Erwartungshaltungen

Henyckes so:

Unser Ziel muss die direkte Qualifikation zur Champions League sein. Da muss der FC Bayern dabei sein. Ansonsten ist zuletzt genug erzählt worden. Wir müssen gegen Gladbach topvorbereitet sein, dann sehen wir von Spiel zu Spiel weiter

Bayern-Magazin so:

Bayern-Magazin vor dem 30. Spieltag

“Im Licht der Sonne” / Das Frühwerk des SurfGuards

Ich war nie ein großer Maler. Das zeichnete (haha: “zeichnete”) sich bereits im Kindergarten ab, wie ich gestern mal wieder feststellen musste, als meine Mutter, anlässlich des Besuchs meiner Schwester mit ihrer zwei Monate alten Tochter, in den Keller hinabstieg, um mit Dokumenten des Elends zurückzukehren: den Mappen mit Kindergarten- und frühen Schulwerken meiner Schwestern und meiner selbst. Im Vergleich zu denen meiner Schwestern stanken meine Gemälde deutlich ab – außer an einer einzigen Stelle, an der ich dafür sehr deutlich punkten konnte.

Ich hatte ja bereits berichtet, wie wir bei meinem letzten Arbeitgeber den Büroleiter verhohnepipelt hatten, indem wir seine mittelmäßigen Kunstwerke parodiert hatten: Künst. Nun scheint es, dass die damals verfolgte Taktik, schlechte Kunst durch spannungsvolle Titel doch noch mit oberflächlicher Pseudobedeutung aufzuladen, schon im jungen SurfGuard schlummerte. Oder hatte sich etwa die Kindergärtnerin einen erst nach Jahrzehnten seine ganze Kraft entfaltenden Scherz erlauben wollen, als sie das folgende Gekleckse so abstrakt wie poetisch und klangvoll untertitelte:

“Im Licht der Sonne leuchten die Farben kräftiger”

"Im Licht der Sonne leuchten die Farben kräftiger"

Fast gruselig ist darüber hinaus, dass es sich bei genauem Hinsehen ja um zwei Sonnen handelt. Hat George Lucas sich bei mir bedient? Bin ich gar der Abkömmling von Außerirdischen? Oder hätten meine Eltern schon zu diesem Zeitpunkt darauf aufmerksam werden können, dass ihr Kind eine Brille brauchte (die ich dann übrigens nur wenige, aber harte Grundschuljahre lang tragen musste).

Jedenfalls ist klar, dass die Fähigkeit zur Abstraktion schon genauso früh in mir angelegt war wie die Notwendigkeit, sie zu nutzen.

Wir nennen es Marktwirtschaft

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Absicht ist. Tatsache ist aber jedenfalls, dass Booz & Company der Musikindiustrie mit dieser Pressemeldung eine freundlich ummantelte Breitseite verpasst, gewissermaßen einen Schwinger mit Samthandschuhen: “Booz & Company-Analyse: Digitalisierung entwickelt sich vom Schreckgespenst zum Wachstumstreiber der Musikindustrie”

Es beginnt noch sympathisierend, wenn auch auf Kosten der historischen Wahrheit:

Die fortschreitende Digitalisierung und der rasante Erfolg des Internets haben in der Musikindustrie zu dramatischen Umsatzverlusten geführt.

Tatsächlich schreit der ganze folgende Artikel, warum dieser Satz falsch ist. Nicht die Digitalisierung oder das Internet haben zu Umsatzverlusten geführt, sondern natürlich hat das Missmanagement vieler Menschen dazu geführt, dass ihre ganze Branche zehn Jahre lang die Chancen verpasste, die sich in einem neuen Medium und Markt boten.

Um am Ende mit jedem Musikstück wieder einen angemessenen Umsatz zu generieren und der veränderten Mediennutzung durch die Konsumenten gerecht zu werden, ist die Erschließung weiterer Erlösquellen erfolgskritisch. So kann es sich heute kein Label mehr erlauben, auf Umsatzbeiträge wie iTunes von Apple, “Nokia Comes with Music” oder den neuen MP3-Shop von Amazon zu verzichten.

Ist es nicht bekloppt? Da gibt es ein Medium, das von zwei Dritteln aller Menschen genutzt wird, das für digitale Medien buchstäblich wie gemacht ist und in dem rund 20 Millarden Euro Umsatz pro Jahr in Deutschland gemacht werden. Und man kann es nicht mal ignorieren? Es ist schon erstaunlich.

Die strukturellen Voraussetzungen für eine stärker fragmentierte Musik-Vermarktung in Form von Downloads, Livekonzert-Streamings, Klingeltönen, Musik in Video-Spielen oder Merchandising mussten allerdings erst in einer über ein Jahrzehnt währenden Periode geschaffen werden.

Gemein, wenn im Schneckenrennen auf einmal auch Tausendfüßler antreten.

Aktuell drängen neue Player mit Kampfpreisen in den Markt, um sich als Preisführer zu positionieren und so schnellstmöglich signifikante Marktanteile zu sichern. Setzt sich diese Strategie durch, lässt das für alle Marktteilnehmer die Margen abschmelzen.

Das, liebe Musikindustrie, ist es etwas, das ihr natürlich noch nicht kennt. Es heißt “Marktwirtschaft”. Bislang konntet ihr euch sicher sein, dass ein Kunde nicht zur neuen U2 greifen wird, bloß weil ihm die gewünschte CD von Madonna drei Euro zu teuer ist. Das ändert sich. Willkommen in der echten Welt – in der mit Konkurrenz!

Bonner SC – Fortuna Köln 1-0 (0-0)

Tore lügen nicht. Gestern Abend sah ich das noch etwas anders, aber nach einer Mütze Schlaf muss man sagen, dass der SC Fortuna Köln gestern eine Niederlage erlitt, die zwar vermeidbar, aber nicht unverdient war. Wer siegen will, muss Tore schießen. Oder sich wenigstens Chancen herausarbeiten.

Diese Elf schickte Matthias Mink auf’s Feld des Sportparks Nord: Möllering – Malsch, Mimbala, Schroden, Gran – Hoffmann, Beckers – Glaser, Blankenheim, Dahmani – Kruth. Keine Überraschungen also, sondern never change a winning team. Die Diskussionen, ob Kevin Kruth der richtige für die Startformation ist und ob Jan Malsch überhaupt Daniel Maaßen vorzuziehen ist, wurden durch das Spiel allerdings nicht beruhigt.

Die Mannschaften

Nach dem Anpfiff gab’s allerdings erst mal Feuer – und zwar im Fortuna-Block: Ein einsames Bengalo erhellte die Decke des Tribünendach. Das war so stimmungsvoll wie dämlich, denn natürlich machten sich zwei Aushilfskommissare in grün sofort auf die Suche nach den Schuldigen, fanden sie und führten sie aus dem Block ab, in den sie aber (laut Fortuna-Forum) kurz darauf wieder zurückkehrten.

Eine zündende Idee?

Team Grün sucht die Schuldigen

Der sportliche Beginn der ersten Halbzeit war dagegen etwas verhaltener. Beide Mannschaften tasteten sich ab, und zwar buchstäblich, nämlich in vielen Zweikämpfen, die meist abgepfiffen wurden, aber selten wirklich unfair waren. Lediglich Cedric Mimbala fühlte sich gezielt attackiert und hatte immer wieder kleinere Probleme mit seinem rechten Fuß.

Die Fortuna machte insgesamt jedoch einen guten Eindruck und konnte die Bonner weitgehend in ihre Schranken weisen. Das wurde bestimmt auch dadurch erleichtert, dass der Bonner Goalgetter Ercan Aydogmus nicht auflaufen konnte. Doch über das gesamte Spiel hinweg machte das defensive Kölner Mittelfeld ein starkes Spiel, wenigstens in der Rückwärtsbewegung. Umso ärgerlicher war es, dass der wieder starke Christian Beckers nach einer halben Stunde mit einer Muskelverletzung (?) ausscheiden musste; für ihn rückte Frank Schroden ins Mittelfeld auf. Dessen Platz in der Innenverteidigung nahm kam der kürzlich genesene Sascha Jagusch ein, der sich um ein Haar bei einer seiner ersten Ballberührungen mit einem horrenden, halbhohen Rückpass unglücklich gemacht hätte und der auch in der Folge im Verteidigungszentrum mehr zuließ als zuvor Schroden.

In der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte kam dann etwas mehr Schwung in die Partie: Auf beiden Seiten ergaben sich je zwei gute Torchancen, von denen die allergrößte der BSC hatte, als einer seiner Stürmer den Ball über das Tor drosch, auf halblinks rund 7 Meter vor dem Kasten völlig freistehend.

Das Unentschieden zur Pause war dennoch ein gerechtes Ergebnis, auch wenn ein 1-1 den Spielverlauf besser wiedergegeben hätte.

Tartan-Rastelli

Bonn wechselte zur Pause und brachte mit René Lewejohann einen Offensivmann. Das Spiel beider Teams blieb zunächst aber doch wieder im Mitelfeld stecken, und für gewissermaßen beide Spielrichtungen war die Fortuna verantwortlich. Denn die Angriffe der Bonner konnten von den aufmerksamen und kampfstarken Hoffmann, Schroden und Gran oft abgefangen werden. (Jan Malschs rechte Seite hingegen blieb über das gesamte Spiel hinweg die weiche Leiste der Fortuna-Defensive.)

Mit den in Serie gewonnenen Bällen wusste die Fortuna aber nichts anzufangen. Hier machte sich zum einen das Ausscheiden von Beckers schmerzlich bemerkbar. Aber auch das komplette offensive Mittelfeld konnte sich gegen die Bonner Abwehr nicht durchsetzen, was nicht nur an deren kompaktem Spiel lag, sondern auch an zahlreichen drucklosen Larifari-Pässen, insbesondere von Blankenheim und Dahmani. Glaser wühlte sich auf rechts gewohnt einsatzfreudig in seine Gegenspieler, konnte sich aber selten wirklich durchsetzen und spielte darüber hinaus auch einige schlimme Fehlpässe.

Kevin Kruth hing folglich in der Luft, rackerte zwar wie gewohnt, schaffte es aber auch nicht, sich zum Beispiel fallen zu lassen und als Doppelpasspartner anzubieten. Seine Auswechslung in der 66. für Stasiulewski war folgerichtig, allerdings machte es auch der von den Fans gefeierte Stasi nicht besser. Zu wenige Bälle kamen bei ihm an, und seine eigenen Pässe gerieten regelmäßig zu kurz.

So kam es, wie es kommen musste: Ein mal wieder unnötiger Fehlpass im Angriff der Fortuna, kurz darauf ein steiler Bonner Pass den rechen Flügel hinunter, Gran steht falsch, ein beherzter Sprint, ein schöner Flachpass vor’s Tor, Rennie hält den Fuß hin und der Ball schlägt in der 76. Minute mitten ins Tor zum 1-0 ein.

Trainer Mink reagierte sofort und brachte mit Podlas für Hoffmann mehr nominelle Offensive, allerdings verpuffte das Spiel des Südstadt-Poldis genau so, wie man es von seinen letzten Kurzeinsätzen gewohnt war, als wenn er sich nicht nur das Aussehen, sondern auch das aktuelle Spiel des “großen” Poldis zum Vorbild genommen hätte.

In der letzten Viertelstunde kämpfte die Fortuna zwar bis zum buchstäblichen Umfallen, konnte aber während der gesamten zweiten Halbzeit keine einzige echte Torchance herausspielen.

Blankenheim, verkrampft

Am Ende hatte das Spiel mit dem Bonner SC also einen zwar leicht glücklichen, aber keineswegs unverdienten Sieger. So ist halt Fußball: Manchmal gewinnt die Mannschaft, die mehr Tore schießt. Kämpferisch ließ sich der Fortuna kein Vorwurf machen, spielerisch war die Leistung gestern aber mangelhaft. Mit nur einem bisschen mehr Zug im Spiel nach vorne wäre es sogar möglich gewesen, dem BSC die erste Heimniederlage der Saison beizubringen. Aber über zwei Saisonspiele gegen den BSC hinweg muss man zugestehen, dass deren Mannschaft einfach noch deutlich abgezockter ist als die der Fortuna.

Trotzdem bekamen die erschöpften Kölner Spieler von den rund 400 mitgereisten Fans nach dem Match den verdienten Dank, und sie dankten auch zurück, denn völlig zu Recht hatte die Gästekurve während des Spiels der schweigenden Bonner Mehrheit vorgehalten: “Ihr seid leiser als Fortuna Köln!”

Nach dem Schlusspfiff

Dank an die Fans

Beim Abmarsch aus dem Stadion scheint es dann leider noch zu üblen Szenen mit der Polizei gekommen zu sein: Fortuna-Forum: Polizei in Bonn. Als ich den Block rund 10 Minuten nach Spielende verließ, war alles noch völlig friedlich, während des Spiels sowieso, bis auf das harmlose Scharmützel wegen des Bengalos. Schon im Auto auf dem Weg zur A555 kamen mir allerdings zwei Streifenwagen mit überhöhter Geschwindigkeit entgegen, wenn auch ohne Blaulicht. Ein trauriges Ende für einen schönen Frühsommertag mit einem Spiel, das zwar nie hochklassig, aber jederzeit unterhaltsam war.

P.S.: Am Rande des Spiels war übrigens zu erfahren, dass Emanuel Merkle, eines der zwei einfachen Vorstandsmitglieder des SC Fortuna Köln neben Klaus Ulonska, nach üblem Streit im Vorstand zurück tritt. Dass Merkle mit manchen Entscheidungen im Verein schon in der Vergangenheit nicht zufrieden war, blieb kein Geheimnis. Was die Gründe für die jetzt offenbar erfolgte Eskalation waren, ist mir aber unbekannt.

Deutlich erfreulicher ist da schon die Nachricht, dass Daniel Blankenheim bei der Fortuna verlängert hat, sofern die Mitglieder von deinfussballclub.de seinem neuen Vertrag zustimmen!

P.P.S.: Alle meine Fotos vom Spiel gibt’s bei Flickr.

Ticket

Keine Pommes bei Burger King

Ich hasste es, auf einem Firmenfest meines ersten Arbeitgebers von brasilianischen Tänzerinnen auf die Bühne gezogen zu werden, um dort wie ein Tanzbär zwischen Elevinnen auszusehen. Wer hätte das nicht gehasst? Ich mag Gruppendruck nicht. Wer tut das schon und denkt da nicht an den Renegaten im Leben des Brian? Ich mag es ganz generell nicht, wenn man mir Dinge vorschreibt. Wer schon?

Insofern hatte die Dame hinter der Theke des Burger Kings auf dem Hohenzollernring großes Glück, dass ich vergleichsweise gut gelaunt war, als sich vorgestern folgender Dialog zwischen ihr und mir entsponn:

Ich so: Einen Double Cheeseburger und eine Cola light bitte.
Sie so: Möchten Sie ein Me…
Ich so: Nein, danke.
Sie so: Ist aber billiger!
Ich so: Es ist billiger, wenn ich ein Menü nehme, als wenn ich nur den Burger und die Cola nehme?
Sie so: Ja.
Ich so: Dann machen sie ein Menü und lassen Sie einfach die Pommes weg.
Sie so: OK! Ketchup oder Mayonnaise für die Pommes?
Ich so: …? [Und nach einem Blick auf das Kassensaldo.] Was kostetet der Burger?
Sie so: 2,69 €
Ich so: Und die Cola?
Sie so: 1,89 €
Ich so: Dann sind die zusammen aber doch billiger als das Menü?!
Sie so: Ja, aber nur 30 Cent.
Ich so: ICH WILL KEINE POMMES!

Und wenn es an diesem Abend außer dieser Kritik noch irgendeinen Grund dafür gebraucht hätte, die schon erstandenen Karten für die Hades Fraktur zurückzugeben: Die aufdringlichen Vertriebsmethoden von Burger King hätten ihn mir geliefert.

Fortuna Düsseldorf – Union Berlin 0-1 (0-0)

Zur Abwechslung, und weil die richtige Fortuna heute in der ostwestfälischen Pampa bei einem wirtschaftlich bereits abgestiegenen und folglich unmotivierten Gegner einen erwartet deutlichen Sieg landete, nutzte ich die Gelegenheit, mir mein erstes Spiel der neuen 3. Bundesliga anzusehen: Fortuna Düsseldorf traf auf Union Berlin, Dritter gegen Erster, Spitzenspiel.

Süd-Tribüne

Die Ausgangspositionen waren klar: Fortuna musste nach dem gestrigen Sieg von Unterhaching ebenfalls voll punkten, um den dritten Tabellenplatz halten zu können. “Eisern” Union genügte angesichts ihrer deutlichen Tabellenführung ein Punkt, selbst eine Niederlage hätte den Berlinern noch 9 Punkte Vorsprung auf den Zweiten gelassen.

Das Spiel entwickelte sich folgerichtig: Union stellte sich hinten rein, überließ der Fortuna den Ball und lauerte auf Konter. Die ersten 30 Minuten ging keiner der Kontrahenten volles Risiko. Fortuna spielte etwas unentschlossen nach vorne, Union konterte ohne den letzten Nachdruck. Torchancen ergaben sich selten, und wenn, waren sie nicht besonders zwingend. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnte die Fortuna ein paar halbwegs gefährliche Möglichkeiten herausspielen, so dass der torlose Pausenstand für Berlin leicht glücklich war.

Letzte Ausfahrt

Hätte man nun gedacht, dass sich die Fortuna von der ordentlichen Schlussphase des ersten Durchgangs ermutigt gesehen hätte, stärker auf die notwendigen Punkte zu drängen, dann sah man sich getäuscht. Das Spiel war zwar nicht langweilig, aber doch seltsam larifari. Fortuna machte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, den Sieg erzwingen zu wollen.

Das muss allerdings nicht nur am Wollen gelegen haben, sondern ganz bestimmt auch am Können, wenigstens an diesem Nachmittag. Denn zwar spielte die Fortuna recht lustig und zu gefühlten 70% der Zeit im Ballbesitz hinten rum. Aber wenn es in die Spitze gehen sollte, dann zögerten die Düsseldorfer, hielen den Ball zu lange, fanden aber auch keine Mitspieler, weil die sich nicht frei liefen. Das wirkte alles sehr unkoordiniert, abgestimmte Laufwege waren genauso selten zu sehen wie Vollsprints. Und wenn sich denn mal eine Möglichkeit zur Flanke ergab, dann segelte die entweder zu hoch und harmlos oder zu flach und leicht abzuwehren in den Strafraum. So knackt man keinen Gegner, geschweige denn einen Spitzenreiter.

In der 75. Minute dann die logische Konsequenz: Ein passabel gespielter Konter der Berliner, ein Flachschuss von der Strafraumgrenze neben den linken Pfosten, und die Entscheidung war gefallen: 1-0 für Union.

Union jubelt

Denn auch nach dem Rückstand konnte die Fortuna keine zwingenden Situationen mehr herausspielen, selbst vielversprechendste Ausgangslagen wurden inkompetent verschludert. Die Niederlage war, trotz der deutlichen Feldüberlegenheit, verdient. So kann man kein Drittliga-Spiel gewinnen.

Am Ende hat Union in Düsseldorf wohl den Aufstieg endgültig perfekt gemacht: 13 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei noch sechs ausstehenden Spielen sollten genügen.

Schlussendlich noch ein sportlicher Vergleich mit der NRW-Liga: Der Unterschied von zwei Spielklassen war trotz des mittelmäßigen Spiels deutlich zu sehen. Die Raumaufteilung beider Mannschaften war kaum zu kritisieren, technisch hatte keiner der Akteure irgendwelche Probleme, und insgesamt sahen die Spielzüge schon sehr ausgereift aus, wenn auch bei der Fortuna nur bis zum Strafraum.

Das Ganze honorierten die Düsseldorfer Zuschauer mit einem neuen Besucherrekord für die 3. Liga: immerhin 27.400 Zuschauer sahen die Partie, wenn auch 25.000 von ihnen traurig nach Hause gingen.

Süd-Tribüne

Union-Fans

LTU-Arena

P.S.: Alle meine Fotos vom Spiel bei Flickr.

Post vom Amt

Für einen Moment hatte ich gedacht, dass sich in einem Windradflügel die Sonne gefangen hätte. Aber die vom Amt können einem auch die einfachsten naturromantischen Gedanken kaputt machen. 30 € geht ja noch.

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Fortuna Köln – SF Siegen 0-0

Ein Spiel, das schnell zusammengefasst ist: Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen.

Die einzigen Fragen zur Aufstellung waren vor dem Spiel, ob Trainer Mink mit einem oder zwei Stürmern spielen würde (mit einem) und ob er auf der rechten Außenverteidigerposition Maaßen oder Malsch vertrauen würde (Malsch). Es liefen also vor 1.800 Zuschauern gegen die Sportfreunde Siegen auf: Möllering – Malsch, Mimbala, Schroden, Gran – Beckers, Hoffmann – Glaser, Blankenheim, Dahmani – Kruth. Die Aufstellung von Kevin Kruth als einziger Spitze war nach den letzten Spielen dagegen keine Überraschung mehr, in denen Kruth sich an Stasi vorbei zur Nummer Eins im Fortuna-Sturm geschossen hatte. Trainer Mink hatte bis vor kurzem immer betont, die Laufwege von Stasi passten besser zur Mannschaft. Die Tore sprachen allerdings für Kevin. Nach dem Spiel muss man sich fragen, ob Mink nicht doch recht hatte?

Auflaufen der Mannschaften

Das Spiel begann jedenfalls so flott wie chancenarm: Beide Mannschaften standen hinten sicher, beide Sturmreihen konnten mit den größtenteils lang nach vorne geschlagenen Bällen nicht viel anfangen. Das so entstehende Spiel konnte man zwar ertragen, weil es immerhin abwechslungsreich war, aber man hoffte spätestens nach 30 Minuten inständig auf den Treffer, der die Partie aufgelockert hätte. Lediglich zweimal hätte dieser Treffer in der ersten Halbzeit für die Fortuna fallen können. Relativ früh im Spiel verstolperte Stephan Glaser, nachdem er bei einem Konter schon frei in den Strafraum eingedrungen war, den Ball etwas anfängerhaft. Oder war’s ein Platzfehler? Die einzige andere gute Chance hatte der wieder gut aufspielende Christian Beckers, der den Ball nach einer leicht unfreiwilligen Kombination aus 18 Metern knapp und flach links am Tor vorbei schlenzte.

Pause.

Ioannis Foukis als Co-Kommentator von Radio 90elf.de

Ioannis Foukis zu Gast als Co-Kommentator von Webradio 90elf.de

Nach der Pause zog das Spiel deutlich an. Die Fortuna spielte wesentlich druckvoller gegen das Siegener Tor und kam zu guten Chancen, die aber allesamt verstolpert wurden: teils unglücklich, teils kläglich. Der negative Höhepunkt folgte auf eine flache Hereingabe von Stephan Glaser, der sich auf dem Flügel kampfstark durchgesetzt hatte. Kevin Kruth hätte aus rund 11 Metern den Ball nur irgendwie auf’s Tor bringen müssen, senste aber am Spielgerät vorbei, das ihm in Feiertagslaune neckisch durch die Beine hoppelte. Eine andere Chance, als er endlich mal mit kurzem Steilpass frei vor’s Tor gespielt worden war, vergab Kruth überhastet mit einem Kullerball neben den Pfosten, statt den Ball noch kurz anzunehmen, was locker drin gewesen wäre.

Siegen hatte ein paar kleinere Chancen, doch lediglich ein Kopfball stellte Christopher Möllering ernsthaft auf die Probe, als er den Ball mit einer Hand noch über die Latte lenken konnte.

Nachdem Trainer Mink endlich ausgewechselt hatte (Stasi, Podlas und Bably für Kruth, Glaser und Blankenheim), fiel David Podlas die letzte Chance für die Fortuna auf den Fuß, aber auch er drosch den Ball weit über’s Siegener Tor. Ein unnötiges Rudel unmittelbar vor dem Schlusspfiff kostete die Fortuna dann die letzten Sekunden, in denen sie den Sieg vielleicht noch hätte erzwingen können.

Aufregung kurz vor Spielende

Dieser Punktverlust war unnötig. Die Fortuna hatte den Gegner über 90 Minuten im Griff und erspielte sich genügend Chancen, um das Spiel mit etwas Glück sogar deutlich zu gewinnen. Doch zeigten Kruth, Dahmani und Glaser in der vordersten Spitze nicht die nötige Entschlossenheit, manchmal kam auch Pech hinzu. Dennoch: Dieses Spiel hätte gewonnen werden müssen.

Eine Einzelkritik:

  • Möllering: Wenig beschäftigt, wie üblich aber fehlerfrei wenn gefragt (bis auf einen zu flachen Abschlag).
  • Gran: Der Junge macht sich so langsam, starke Leistung nach hinten, noch zu wenige Impulse nach vorne.
  • Mimbala: Makellos, ein Turm mit Stellungsspiel.
  • Schroden: Ebenso gut wie Mimbala, umsichtig und entschlossen.
  • Malsch: In der ersten Halbzeit ein paar Mal zu leicht ausgespielt, fing sich aber in Halbzeit zwei.
  • Hoffmann: Heute wirklich gut, spielte sogar ein paar Mal nach vorne, kämpfte aber vor allem nach hinten mit Erfolg.
  • Beckers: Wieder ein sehr gutes Spiel, bringt merklich Zug in den Spielaufbau der Fortuna.
  • Dahmani: Das war heute aber mal gar nix. Konnte sich viel zu selten durchsetzen, und brachte dann keine guten Bälle.
  • Blankenheim: Leider kaum zu sehen, wurde in der ersten Hälfte aber auch ein paar Mal sehr hart (und nach seiner gerade kurierten Verletzung: gezielt?) abgegrätscht.
  • Glaser: Kampfstark, konnte aber viel zu selten nach vorne Impulse setzen und ist insgesamt noch nicht wieder der Mannschaftskopf, der er vor seiner Verletzung war.
  • Kruth: Ein Komplettausfall. Sprang nahezu an jedem hohen Ball vorbei, hatte im Strafraum nicht den richtigen Riecher und versiebte zwei Hundertrpozentige.
  • Stasi, Podlas, Bably: Standen nur kurz auf dem Feld (alle weniger als 15 Minuten), fielen aber auch nicht mehr groß auf.

Man muss sich fragen, ob die hohen Bälle auf Kruth das geeignete Mittel sind, um eine Abwehr zu knacken. Die kurzen Steilpässe, die sonst Stasi ersprintet, erzwingt Kruth weniger. Flache Bälle kurz abzulegen ist ohnehin nicht so sein Ding. Wenn er dann aber selbst die Bälle im Strafraum nicht macht, weil ihm vielleicht schon etwas die Kraft fehlt, hemmt er die Mannschaft mehr, als dass er ihr hilft. Als Joker, wenn er im Strafraum mit frischer Kraft in die Bälle spritzen und springen kann, ist er im Moment wahrscheinlich doch besser aufgehoben. Obwohl sein Potenzial, ein wirklich guter Oberligaspieler zu werden, definitiv zu sehen ist. Mit 23 hat er ja noch ein bisschen Zeit.

So bleibt am Ende nur noch zu berichten, dass die Fans das Kreativitätsverbot der Einsatzleitung mit Spruchbändern und Rauchbomben quittierten – und zwar sowohl die Fans der Fortuna, als auch die der Sportfreunde.

"Sicherheitswahn zerstört Fankultur"

"Eure Repressionen kotzen uns an!!!"

"Fans im Visier"

Rauchbomben wider den Sicherheitswahn

Rauchbomben wider den Sicherheitswahn

Ansonsten verlegte man sich in der Fortuna-Kurve auf übrigens sehr sympathische und stimmungsvolle Konfettibomben.

Fortuna-Fans

Alle meine Fotos vom Spiel bei Flickr.

Vorläufig reingeschaut: “Dollhouse” von Joss Whedon

Die 12 Folgen von “Dollhouse” sind zwar noch nicht durch, der neuen Serie von Joss Whedon, dem Erfinder von Buffy und Firefly. Aber nachdem vorgestern immerhin schon Folge 9 versendet wurde und mir dieser nebelige Ostermontagsmorgen außer Bloggen, gleich der Zubereitung des perfekten Rühreis sowie der seelischen Vorbereitung auf Fortuna vs. Siegen nicht viele Optionen lässt, will ich meine Eindrücke doch schon einmal zusammenfassen.

Der Titel “Dollhouse” spielt mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs: Er steht, wörtlich übersetzt, für Puppenstube, andererseits ist er ein Standardname für Stripclubs und Erotik-Etablissements aller Art. Und genau diese beiden Funktionen erfällt das Dollhouse, von dem Whedons Serie handelt.

Eine geheime Organisation, deren Staatsnähe/-ferne sowie genaue Mission und Hintergründe wesentlicher Gegenstand der episodenübergreifenden Handlung der Serie sind, betreibt das Dollhouse: eine unterirdische Wohnanlage, in der programmierbare Menschen leben. Diese Menschen haben sich der Organisation selbst für eine begrenzte Zeit vertraglich zur Verfügung gestellt, weil sie vor irgendwelchen Erlebnissen fliehen wollten. Ihre Persönlichkeit mit allen Erinnerungen wird gelöscht, vorher aber gelesen, auf Platte gespeichert und aufbewahrt. Anschließend können die so entstandenen “Dolls”, die Puppen, für ihre Einsätze mit beliebigen Fähigkeiten (Chinesisch, Kung-Fu, medizinisches Fachwissen…) und Persönlichkeiten programmiert werden. Der Clou: Die Dolls wissen selbst nicht, dass sie programmiert sind, sie sind also perfekte Werkzeuge.

Eine der Dolls und die Hauptfigur der Serie ist “Echo”, gespielt von Eliza Dushku. Ihre Einsätze reichen von Callgirl-Jobs, über die Verhandlungsführerin bei einer Kindsentführung bis hin zur Supereinbrecherin oder Personenschützerin. Über die Serie hinweg dämmert Echo sehr sacht, dass sie eine Doll ist. Immer wieder blitzen bei ihr Erinnerungen auf: aus ihrem alten, echten Leben als Caroline oder auch aus früheren Einsätzen. Wie viel sie genau weiß, wie selbst-bewusst sie ist, wird auch dem Zuschauer nicht ganz klar. Diese langfristige Storyline hält die Serie ebenso am Leben wie das allmähliche Entdecken der Brüche in der Dollhouse-Organisation, das Erahnen ihrer Hintergründe. Parallel arbeitet nämlich auch der FBI-Agent Paul Ballard privat und obsessiv an der Enttarnung des Dollhouse.

Ich bin in der Beurteilung von “Dollhouse” hin und her gerissen. Einerseits sind Whedons Drehbücher brillant. Jede einzelne Folge ist extrem spannend, hat genügend Twists, die für sich alleine funktionieren, die zusätzlich aber immer auch ein bisschen zum episodenübgreifenden Erzählungsbogen beitragen. Der Cast ist sehr gut, wenn auch leider gerade bei Echo/Dushku mit leichten Abstrichen; Kamera, Schnitt und Regie sind, wie bei den meisten US-Serien, nahezu perfekt.

Andererseits habe ich aber regelmäßig das Gefühl, dass “Dollhouse” oft doch nur mit dem billigen Chicks-with-guns-Topos spielt. Die weiblichen Dolls sind ausnahmslos sehr attraktiv, was natürlich auch logische Gründe in der Story hat, da sie immer wieder anschaffen geschickt werden. Sie treten in Verkleidungen auf, in denen sie sich entweder offen prostituieren müssen, oder in denen sie klassische Porno-Klischees als Frau Doktor oder Geheimagentin erfüllen. Und manchmal sind ihre Kostüme auch einfach nur ohne Anlass sexy.

Dollhouse spielt, natürlich bis zu einem gewissen Grad sehr bewusst, mit dem feuchten Macho-Traum der freien Verfügbarkeit schöner Frauen. Whedon versucht dieses Klischee damit zu konterkarieren, dass Echo auch die größte Gefahr für das Dollhouse ist und dass sie gegen den Willen ihrer Schöpfer ein Selbstbewusstsein entwickelt. Wie hier aber Emanzipation en miniature nachgestellt wird, das hat oft schon einen sehr männlichen, manchmal gönnerhaften, selten sogar schmierigen Altherren-Blick.

All das kommt in den ersten Folgen, in denen die Charaktere und Konstellationen erst einmal eingeführt werden müssen, häufiger vor als in den bislang letzten Episoden, wo die Story rund um die Absichten der Hintermänner des Dollhouse stärker in den Vordergrund tritt, und wo in Folge 9 ein wirklich brillanter Zirkelschluss in der Konstellation aus Doll-Machern, ihren Kunden und den Dolls selbst angedeutet wird. Aber auch in dieser Folge 9 lässt es sich die Regie nicht nehmen, Echo für ein paar Szenen im knappsten Dominatrix-Kostüm mit Peitsche zu zeigen, ein paar überflüssige Dialoge darüber einzuschieben, ob es bei SM nun mehr um Schmerz oder Vertrauen geht, und jedenfalls Echo noch mal gepflegt auf den Arsch zu filmen.

Dennoch: Eine gute Serie, die wirklich brillant erzählt ist und deren Story das Potenzial für noch viele Staffeln hat, in denen man Joss Whedon die latenten und offenen Sexismen hoffentlich noch austreibt.

pro Köln: Wenige Sympathisanten, aber immerhin großzügige Schätzmethoden

Eigentlich wollte ich ja heute nur zum Obi auf der Venloer Straße. Er sollte das letzte Ziel meiner kleinen Samstagsvormittagseinkaufstour sein. Doch bereits zu Beginn meiner Schleife bemerkte ich, dass die Zufahrt zur Venloer Straße ab der Ecke Innere Kanal mal wieder gesperrt war: Rechte Demo gegen die dort befindliche und zu bundesweiter Beachtung gelangte Ehrenfelder Moschee.

Wieder heimgekehrt hing ich mir kurzentschlossen die Kameratasche über die Schulter, um mir auch mal ein persönliches Bild von diesen regelmäßig Samstags stattfindenden Demonstrationen zu machen. Gut, dass ich mich für die Tasche mit allen Objektiven entschieden hatte, statt nur die Kamera mit Standardobjektiv mitzunehmen.

Denn vor Ort angekommen bemerkte ich als erstes zwei Dinge: Den Obi gibt’s anscheinend schon ein Weilchen nicht mehr. Und zur Demonstration zu gelangen, gestaltete sich gar nicht einfach: Bereits 100 Meter vor dem Geschehen traf ich, von der Ehrenfelder Seite über die Venloer kommend, kurz hinter der Ecke Piusstraße auf eine Polizeisperre, die nur Anwohner passieren durften. Ich gab an, zur Demo zu wollen. Die Polizistin fragte zurück: “Zur rechten oder zur linken?” Ich: “Weder noch. Ich will mir das einfach nur mal anschauen, als Bürger.”

Es half nichts: Ich durfte nicht passieren, bekam allerdings den Hinweis, dass ich auf der anderen Seite, also von der Inneren Kanal aus, mehr Glück haben sollte. Denkste. Auch von dieser Seite, wo sich ein paar linke Gegendemonstranten versammelt hatten, war kein Zugang möglich und die Entfernung so groß, dass ich das Tele rauskramen musste.

Demo vor der Ehrenfelder Moschee

Naja, dachte ich mir knipste ein paar Bilder, lud sie bei Flickr hoch, und wollte die Sache schon abhaken – bis ich vorhin die Jubelmeldung von “pro Köln” las: “Letzte Samstagsdemo: Generalprobe für 9. Mai gelungen!” Ein sehr erstaunlich andere Wahrnehmung ihrer Veranstaltung haben die Kameraden da im Vergleich zu mir…

Halbjährige Demoreihe gegen die Kölner Großmoschee endet unter großer Beteiligung der Bevölkerung … Zur vorerst letzten Samstagsdemo gegen die Großmoschee kamen am Osterwochenende erneut über 150 Bürger nach Köln-Ehrenfeld

Große Beteiligung der Bevölkerung? Tatsache ist, dass die Bevölkerung überhaupt keine Möglichkeit gehabt hätte, sich zu beteiligen, selbst wenn sie gewollt hätte. Es gab schlicht keinen Zugang.

Polizei

Im hintersten Winkel

Und wenn das 150 Teilnehmer gewesen sein sollen, dann haben die mindestens die Gegendemonstranten mitgezählt, handgestoppte 40 Personen liegt wahrscheinlich näher an der Wahrheit. Teilweise machte es den Eindruck, als gebe es mehr Fahnen und Plakate als Teilnehmer.

Polizisten

Fähnchenfreunde

Bei Indymedia wird davon berichtet, dass zu Beginn der Veranstaltung noch einige Sympathisanten mehr anwesend waren, die dann aber die Seiten gewechselt haben sollen: “Für Köln, aber nicht für diese Scheiße…

Gegendemonstranten

Wenn das Ralph Giordano wüsste

Entspannte Frontlinie

Doch selbst, wenn ich das mal als linke Gegenpropaganda abhake, die mir von vorneherein nicht weniger glaubwürdig erscheint als die der Rechten, dann bleibt unterm Strich: Eine Demonstration, die selbst vor interessierten Bürgern wie mir geschützt werden muss, indem sie beidseitig von einem 100 Meter breiten Todesstreifen umgeben wird, könnte genausogut auch im Saal stattfinden. Dort ließe sich immerhin die Teilnehmerzahl leichter nach oben schwindeln.

P.S.: Ach nee, guck mal, der Stadtanzeiger schätzt genauso wie ich: “Ca. 40 Moscheegegner standen ungefähr der gleichen Zahl an Gegendemonstranten gegenüber.

Abgeschirmt

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