Wortspiel am Morgen
Wochenendeinkauf beim Rewe. Ich habe mein übliches Set an Lebensmitteln aufs Kassenband gepackt, hinter mir stellt sich eine Frau an, die nur eine Tüte Waschmittel gekauft hat.
Ich so: Ham Sie nur das eine Teil? Dann gehen Sie doch grad vor.
Frau so: Oh, danke.
Typ vor mir: *winkt Sie auch durch.
Ich so: Ich wollte jetzt aber keinen Sozialdruck ausüben.
Er so: Nee nee, ich hab die Zeit.
In the meantime: Von der falschen Seite der Kasse nähert sich ein Ehepaar mit einem Blumentopf, will den rasch bezahlen, ohne sich anzustellen. Sie fragen zwar nicht, sondern drängeln sich so ein bisschen rein, bedanken sich aber hinterher nett.
Die Frau wieder so: Das ist ja wohl die “Sozialkasse” hier.
Es sind halt die kleinen Dinge.
Aküfi als Lehrmittel
Ich hatte mich schon vor einiger Zeit über ein kulurpessimistisches Titelblatt-Lamento des Spiegels ausgelassen. Damals hatte ich schon mit Nick Hornby behauptet, dass es falsch ist, sich über Abkürzungen in SMS-Sprache lustig zu machen. Statt dessen fand ich es erstrebenswert, wenn Kinder überhaupt schreiben.
Nun behauptet ein Artikel in der SZ von gestern (“Überhaupt kp“), der eine britische Studie zitiert, dass sich tatsächlich die Nutzung von Abkürzungen in SMSen “positiv auf den Umgang mit Sprache” auswirkt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Studie mit nur 88 Probanden wirklich repräsentativ ist, aber interessant ist sie allemal.
Die Benutzung SMS-typischer Formen sei nicht nur in positiver Weise mit der Lesefähigkeit verknüpft, so die Autoren der Studie, die im British Journal of Developmental Psychology erschienen ist. Sie könne sogar dazu beitragen, diese Fähigkeit zu verbessern.
zum einen würde ja auch ich behaupten: Wer schreibt und kreative Abkürzungen wie “N8″ überhaupt versteht, der spielt mit Sprache, und das kann nicht schlecht sein. Die Studienautoren hauen allen Kulturpessimisten noch dies um die Ohren:
Die britische Studie bestätigt frühere Untersuchungen, die auch zu dem Ergebnis kamen, dass SMS-Sprache Grammatik und Rechtschreibung nicht verschlechtere. “Kinder”, sagte die Hauptautorin der Studie, Beverly Plester, der BBC, “haben ein hochentwickeltes Verständnis für den richtigen Sprachgebrauch.”
Eben. Ich kann in SMSen oder Tweet Abkürzungen benutzen, weil sie schlicht notwendig oder vielleicht auch witzig sind. Aber natürlich schreibe ich in einem Brief an einen Kunden ganz anders.
Und eins muss man ja auch mal sagen: Die größten Abkürzer (und generell Sprachverwurster) sind doch mit Sicherheit Beamte, die in ihrem Leben noch nie eine SMS geschrieben haben und ein “CU” empört als Untergang des germanischen Abendlandes ablehnen würden.
Was ist die die Grundlage der Volksherrschaft?
Mit Sicherheit gibt es viele Dinge, die man in so einem Interview mal schnell sagt. Deswegen will ich Roland Koch nachsehen, dass er Entscheidungsprozesse als “intern” deklariert, die von gewählten Volksvertretern in einem Gremium eines öffentlich(sic!)-rechlichen, aus Zwangsgebühren finanzierten Senders getroffen werden. Ich habe Vergleichbares aus anderem Anlass schon mal gegeißelt und freue mich, dass Stefan Niggemeier an der Stelle nachhakt.
Aber witzig wird’s dann schon, wenmn Roland Koch sich am Ende rechtfertigt:
Politiker sind nicht eine Gefahr für die Demokratie, sondern ihre Grundlage.
Ach? Ich dachte immer, das Volk sei die Grundlage einer Demokratie. Und die Gefahr, die manche Leute von Politikern für die Demokratie ausgehen sehen, ist eben genau, dass die sich vom Volk distanzieren, dass ein professionelles Politikertum entsteht, eine Herrschaftskaste, die keine Verwurzelung im Volk mehr hat. Und genau deswegen fände ich von einem Ministerpräsidenten etwas mehr Sensibilität bei Äußerungen zur Grundlage seiner Macht schon angebracht.
P.S.: SpOn hat’s auch schon aufgespießt.
Kurz reingeklickt: G1, das Google Phone
Nach schwierigem Bestellprozess bin ich seit nun zwei Wochen Besitzer eines G1, des “Google Phones”, zusammen mit einer T-Mobile-Daten-Flatrate. 44,95 € kostet die Datenflat, einschließlich kostenlosen Anrufen ins Festnetz (wahlweise zu D1). Außerdem habe ich noch einmalig 15 € gezahlt.
Nach den Schmerzen bei der Bestellung erst mal ein Lob an T-Mobile: Das Gerät wurde sofort versendet, am Montag nach meiner samstäglichen Bestellung, es war wertig verpackt an und binnen weniger Minuten startklar. (Wenn die Tatsache, dass sich die 2-GB-Mini-SD-Karte schon im Gerät befindet, auch der Kurzanleitung bekannt wäre, wär’s sogar noch schneller gegangen.)
Im Gegensatz zum amerikanischen Ableger liefert T-Mobile Deutschland das G1 mit Zubehör aus: die erwähnte Mini-SD-Karte, natürlich ein Ladegerät, eine Schutzfolie für’s Display (allerdings ohne Aufbring-Anleitung, hab ich dann drauf verzichtet), ein paar Aufkleber (naja, hab mal einen benutzt, bin aber nicht überzeugt) eine Schutztasche/-hülle für das Gerät und insbesondere auch ein Kopfhörer/Freisprechdingsie. Da das G1 nur einen Mini-USB-Port hat, aber keinen Mini-Klinken-Anschluss für normale Walkman-Kopfhörer, ist das auch extrem sinnvoll. Ein USB-Verbindungskabel gibt’s auch. Seltsamerweise passt dessen kleiner Stecker aber nur auf’s G1, nicht auf andere Geräte. Mit einem normalen Mini-USB-Kabel kommt man dagegen auch erfolgreich ins G1. (Getestet mit einem “normalen” USB-Verbindungskabel zum Computer und mit dem Auto-Ladegerät meines Navis mit Mini-USB-Ausgang, das auch das G1 lädt.)
Eine Kurzanleitung ist ausgedruckt dabei, die Komplettanleitung gibt’s nur auf CD-ROM (und auf der SD-Karte).
Verarbeitung und Design
Das G1 ist nicht extrem elegant, aber es hat durchaus seinen eigenen, etwas clumsig-nerdigen Charme. Vielleicht so, wie eine Datasette ihren eigenen Charme hatte. Dem iPhone ist es in Sachen Design natürlich meilenweit unterlegen, aber hässlich ist es wirklich nicht, wirkt in echt noch mal ein bisschen sympathischer als auf Fotos.
Das Gehäuse ist aus Plastik, die Verarbeitung ist aber sehr solide. Einen Sturz aus Überkopfhöhe auf den Linoleumboden einer Küche an Karneval (ähem…) überstand mein Gerät schon ohne irgendwelche Spuren, nicht mal Kratzer. (Auch wenn ich etwas Glück hatte, und das Gerät nicht auf der Glasseite über den Boden schlidderte.)
Die Tastatur, die wohl einer der größten Vorteile gegenüber dem iPhone ist, schnappt mit einer sehr angenehmen, sich gleichzeitig fest und leichtgängig anfühlenden Bewegung aus.
Die Kamera auf der Rückseite ist komplett eben verblendet. Schönes Detail: Ein winziger, spitzer Noppen neben den Lautsprechlöchern lässt einen beim Fotografieren erfühlen, wo man mit seinen Finger jetzt die Linse bedecken würde, selbst wenn man’s im Display natürlich auch sofort sähe.
Anschlüsse und Bedienelemente
Das G1 hat an der Seite den üblichen Laut-Leise-Kippschalter, für Rechtshänder beim Telefonieren mit dem Zeigefinger leicht zu bedienen. Das Ding dient aber auch außerhalb eines Telefonats zur Lautstärkeregelung und zur Einstellung der Klingeltonlautstärke. Selbst stumm kann man das Gerät mit dem Schalter bekommen, sehr praktisch!
An der schmalen Unterseite des G1 gibt’s den erwähnten Mini-USB-Port. Er ist der einzige Anschluss für externe Geräte, logischerweise auch die Verbindung zum Computer, wenn gewünscht. Negativer Nebeneffekt: Man kann das Gerät nicht gleichzeitig aufladen und Kopfhörer anschließen. (Übrigens kann man auch nicht gleichzeitig eine USB-Verbindung zum Computer auf haben und über das G1 auf die SD-Karte zugreifen. Die ist dann gesperrt. Eventuell eine notwendige Maßnahme, um konkurrierende Zugriffe vom Computer und G1 zu vermeiden?)
Ein anderes, echtes Highlight sind die fünf festinstallierten, physischen Tasten und der Trackball. Sieht eigentlich genauso aus wie beim Palm (hab ihn selig), und ist auch genauso sinnvoll wie da, weil häufig benutzte Features über einen einfachen Klick jederzeit angesteuert werden können:
- eine Taste zum Anrufen,
- eine Taste zum Auflegen bzw. Ablehnen und Ein-/Ausschalten des Geräts,
- eine Taste, die den Nutzer auf den Startbildschirm/Desktop zurück bringt,
- eine Zurück-Taste, die in praktisch allen Applikationen genau das macht: den Nutzer einen Screen zurück führen. Total super!
- Dann eine Menü-Taste, die in allen Applikationen das jeweilige Kontextmenü aufruft.
- Und schließlich der Trackball, der zwar winzig klein ist, sich aber völlig überzeugend anfühlt und insbesondere beim Browsing eine von mir zunehmend mehr geschätzte Hilfe zum Ansteuern kleiner Elemente auf dem Screen ist.
Nicht vergessen darf ich die kleine LED über dem Bildschirm, die dezent aber doch gut sichtbar in jeder beliebigen Farbe blinken und leuchten kann, wenn eine Benachrichtigung vorliegt. Das können angekommene SMS oder Mails sein, das kann der Ladestand der Batterie sein; aber auch jede Applikation kann diese LED auslösen, wenn man es ihr erlaubt. Bei mir ist das zum Beispiel “Astrid”, eine To-Do-Applikation, die mich so an Deadlines erinnert. (Seltsamerweise lösen verpasste Anrufe keinen LED-Alarm aus, auch wenn’s dafür natürlich schon eine Helper-Applikation gibt, die genau das ergänzt.)
Die Tastatur des G1 ist schon ein echter Hammer – überhaupt, und auch in der konkreten Ausführung. Nach kurzer, ca. zweitägiger Lernphase hat man die Tastenabstände drin und trifft, obwohl die Tasten nicht stark erhaben sind, praktisch alle Buchstaben. Nach dieser Zeit hat man sich außerdem an die “Treppe” rechts neben der Tastatur zu den festen Bedientasten gewöhnt und hält die Hände nicht im 45°-Winkel zum Gerät, sondern parallel zur Längsachse. Klingt erst mal komisch, funktioniert aber erstaunlich gut. Andererseits ist es auch notwendig, weil man sonst laufend mit dem Daumen an die Treppe stößt. (Wenn allerdings das Ladegerät drin steckt, geht diese Haltung nicht mehr. Dann wird’s schon echt blöd.)
Wer einmal die Soft-Keys des iPhones mit der echten Tastatur des G1 verglichen hat, wird diese bestimmt nicht mehr missen wollen.
Schließlich das natürlich wichtigste Bedienelement: Der Touch-Screen. Der ist gut, fühlt sich in Ordnung an, auch wenn er manchmal ein kleines bisschen hakelig wird. Das liegt dann zwar weniger an irgendwelchen physikalischen Eigenschaften des Screens, sondern daran, dass schon die Browsing-Applikation den Prozessor des G1 beim Aufbau einer Seite in der Spitzenlast zu fast 100% braucht. Kommt für den Nutzer aber auf’s selbe raus. Starker Fingerdruck ist jedenfalls nicht nötig, und nach dem Putzen hilft ein bisschen Benutzung, dass der Screen etwas “leichtgängiger” wird, weil die Finger dann nicht mehr so am Glas haften, sondern besser gleiten.
Die Helligkeit des Bildschirms ist in Ordnung (und mit 32% als Default-Einstellung für die bequeme Benutzung ohne direkte Sonneneinstrahlung mit genügend Reserve ausgestattet).
Größter Nachteil gegenüber dem iPhone ist, dass der Screen kein Multi-Touch unterstützt.Das ist wirklich extrem schade. Ein bisschen kleiner ist er im Vergleich ebenfalls, wenn auch nicht viel.
Netzwerke
Das G1 kennt sich mit UMTS, WLAN, Bluetooth und GPS aus. Die Standortbestimmung funktioniert übrigens auch ohne GPS, wenn auch nur auf einen knappen Kilometer genau.
WLAN funktioniert völlig schnafte, wie es sein muss, und mit guter Bandbreite. Bluetooth dient zurzeit leider nur zum Anschließen kabelloser Headsets; eine Dateiübertragungsapplikation ist noch nicht vorhanden, kommt vielleicht mal mit einem Android-Update. Das GPS hat sich nach dem Aktivieren erstaunlich schnell gefunden und ist maximal präzise.
Haken: Alle Netzwerke, die aktiviert werden, fressen enorm viel Strom. In aller Regel wird man deswegen nur UMTS aktiviert haben, wenn man keinen USB-Anschluss zum Aufladen in Reichweite hat.
Benutzung
Nach dem ersten Einschalten verlangt das G1 logischerweise erst mal die SIM-Karten-PIN, und dann die Google-Credentials. Sich das Ding ohne Google-Account zu holen ist eher sinnlos, aber mit einem solchen, hat das Gerät sich nach ein paar Sekunden Synchronisation die Emails, den Kalender und auch die Kontakte aus dem Google-Account gezogen. (Man kann auch die Kontakte von der SIM-Karte importieren, muss das allerdings einen nach dem anderen tun.)
Das Bedienkonzept orientiert sich grundsätzlich an einem Computer-Desktop mit Applikationsmenü. Alle Applikationen sind in einem großen, alphabetisch sortierten Start-Menü aufgelistet. Jede Applikation kann man sich aber auf den Desktop ziehen, genauso geht das auch mit Kontakten, die dann mit einem “Finger-Tipp” zur Verfügung stehen. (Der grüne Desktop-Hintergrund unten ist übrigens ein von mir installierter; das geht natürlich wie inzwischen bei allen anderen Handys auch hier.)
Ein Feature-Vorsprung gegenüber dem iPhone ist die wirklich extrem praktische Statusleiste am oberen Rand des Bildschirms. In ihr stehen nicht nur der Batteriestand und die Uhrzeit und die aktuelle Netzwerkstärke. In diese Zeile können alle Applikationen kleine Benachrichtigungs-Icons setzen. Der Nutzer kann die Leiste dann wie eine Jalousie nach unten ziehen, die jeweilige Benachrichtigung lesen (Email angekommen, Anruf verpasst, 5 Tweets angekommen, was auch immer) und mit einem Klick zur auslösenden Applikation kommen. Hammerpraktisch, das Ding!
Um mehr Platz zu haben, steht auf dem G1 nicht nur ein Desktop zur Verfügung, sondern drei zusammenhängende, die man mit dem Finger hin und her schieben kann. Hier mal ein kleines Bedienungsbeispiel von Desktop, Browser und Maps:
Insgesamt muss man sagen, dass sich das G1 sehr gut und vor allem intuitiv verständlich anfasst. Das einzige Konzept, das man lernen muss, ist der “Long Click”: Hält man den Finger auf ein Element gedrückt, dann springt nach einer knappen Sekunde ein Kontextmenü auf, falls denn für dieses Element eins verfügbar ist. Das kann natürlich auch mal schief gehen, andererseits lernt man schnell, wo es geht und wo nicht. (Meistens geht’s, wenn irgendetwas sinnvolles mit dem Ding anzustellen ist.) Bei den Desktop-Icons löst ein Long Click ein kleines Brummen aus, und dann hat man das Icon “in der Hand”, um es zu verschieben oder zurück ins Anwendungsmenü zu schubsen.
Applikationen
Das Gerät kommt mit Mail, Kalender, natürlich Telefon/Kontakten/SMS, Kamera, Browser, Google Maps und YouTube vorinstalliert.
- Mail und Kalender sind nicht hübsch, tun aber ihren Zweck, Google-Style eben. Erwähnenswert: Die Mails fühlen sich wirklich “gepusht” an, sind oft eher im Handy als im Webclient.
- Die Kamera kann nicht zoomen, hat auch keinen Blitz, macht bei Licht aber ganz okaye Bilder. Ein Fotohandy ist das G1 aber definitiv nicht.
- Der Browser ist völlig in Ordnung, kann aber kein Flash, genausowenig wie andere mobile Browser.
- Damit aber wenigstens YouTube geht, hat Google dem G1 eine eigene YouTube-Android-Applikation spendiert, die ziemlich gut funktioniert und Videos fullscreen abspielt.
- Instant Messenger: Google-Talk-Chat
- Musik: was wohl?
- Google Maps ist schon in Verbindung mit der Mobilfunk-Zellen-Ortung eine tolle Sache für unterwegs, mit GPS wird’s kaum schlagbar.
Ebenfalls auf dem Desktop vorinstalliert ist logischerweise ein Google-Suchfeld (mit Auto-Suggest). Die Tastatur hat ein kleines Lupensymbol, das ebenfalls die Google-Suche aufruft.
Aber natürlich gibt’s auch bei Google einen App-Store, der hier “Market” heißt und jetzt schon eine wirklich große Zahl an kostenlosen Applikationen bietet. Erste Bezahlapplikationen sind in Amerika angeblich in den letzten Tagen im Market erschienen, in Deutschland finden sich noch keine. Das müssten aber wirklich schon extreme Kracher sein, wahrscheinlich Spiele, für die man bezahlen wollte, da das Umsonst-Angebot recht groß ist.
Ich habe mir aktuell installiert:
- Twidroid: eine Twitter-Applikation, die allerdings mit ständigen Updates und teilweise auch mit Inkompetenz und Abstürzen nervt. (Eine bessere Option gibt’s meines Wissens aber leider noch nicht.)
- Alice: eine ziemlich umfangreiche To-Do-Verwaltung.
- The Weather Channel: alles Wetter der Welt, personalisierbar und in eine gute Oberfläche gepackt
- Quickpedia: Wikipedia in etwas einfacher und besser für’s mobile Endgerät aufbereitet als in der mobilen Wikipedia.
- ShopSavvy: scannt Barcodes und bietet dann eine Produktbeschreibung, Web- und lokale Preise sowieso Rezensionen an. Relativ umfangreich bei allem, für das sich ein Preisvergleich lohnt. Deutsche Margarine-Sorten sind hingegen nicht in der Datenbank.
- MyTracks: ein guter GPS-Tracker, ich berichtete bereits (am Ende des Artikels).
- QypeRadar: Im Zusammenspiel mit der Selbstortung des Geräts ziemlich coole Vorschlags-Enginge von Qype-rezensierten Locations in der Umgebung
- Useful Switchers: eine Applikation, die die wichtigsten Netzwerkeinstellungen mit zwei Klicks (Applikation aufrufen plus eins) verfügbar macht.
- Note pad: ebendas
- Rechner: genauso
- Missed Call: Helferlein, das die LED blinken lässt, wenn man einen Anruf verpasst hat (s.o.)
- Bookmarker: Helferlein, das den Nutzer die Browser-Bookmarks sortieren lässt. (Das geht unglaublicherweise nämlich nicht out of the box…)
Ein großer, erwähnenswerter Nachteil: Aktuell können Applikationen nicht auf der SD-Karte installiert werden, sie müssen in den Festspeicher des G1 gepackt werden. Der ist aber nur 80 MB groß, so dass der Applikationsgröße zurzeit noch sehr enge Grenzen gesetzt sind. Zum Größenvergleich: die Google-Mailapplikation hat etwa 2 MB, ebenso Twidroid und ShopSavvy. “Astrid” hat 580 k, Google Maps begnügt sich mit 216 k, ein Helferlein wie Missed Call will aber auch schon 212 k haben. Aktueller MB-König unter meinen Applikationen ist Quickpedia mit 4 MB. Von meinem internen Speicher sind mit all den oben aufgeführten Applikationen noch 38 MB verfügbar, also etwa 50%.
Performance und Akkuleistung
Die Performance der meisten Applikationen ist ordentlich, aber auch nicht überragend. Man merkt doch immer wieder mal, wie das G1 an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht wird. Extreme Hänger gibt’s zwar nicht, aber hin und wieder, eher selten wartet man doch mal zwei, drei Sekunden, bis der Desktop wieder da ist. Oder das Scrollen einer Seite hakt etwas.
Mal schauen, wie sich das auf Dauer entwickelt, ob das System auch “verschmutzt”. Erwähnenswert nämlich: Android-Applikationen werden nicht vom Nutzer beendet, habe ich wenigstens den Eindruck. Man verlässt die Applikation nur so, wie man das auf einem PC tut, wenn man sie minimiert. Ein Beenden ist bei Android einfach nicht vorgesehen, und tatsächlich sind Applikationen nach dem Verlassen noch in der Liste aktiver Programme zu finden. Andererseits verschwinden nicht verwendete Applikationen nach einiger Zeit dann doch von alleine, wenn sie nicht explizit im Hintergrund weiterlaufen, wie zum Beispiel das Missed-Call-Helferlein. Es scheint da einen Selbstreinigungsmechanismus von Android zu geben. Ich bin gespannt, ob der so auf Dauer funktioniert oder doch hier und da mal was wegzuräumen vergisst.
Zum Akku: Der ist nach einem Tag (im Sinne von: nicht inklusive der folgenden Nacht) leer. Natürlich hängt die Laufzeit extrem von der Benutzung ab. Wenn ich an einem freien Tag zuhause rumhänge und das G1 als verlängerten Rechner benutze, WLAN aktiviert habe und beim Fußball-Gucken immer wieder mal die Tweets checke oder einen Kicker google, dann ist das Gerät nach 12 Stunden ziemlich runter mit dem Strom. Wenn ich dagegen nicht viel mache, ein paar Mal am Tag die Mails checke und beim Warten auf die Bahn ins und vom Büro mal durch die Nachrichten surfe, dann sind auch nach 16 Stunden noch 30% Akku übrig. Ein Dauerbrenner ist das G1 aber wahrlich nicht, tägliches bzw. nächtliches Aufladen ist unvermeidlich.
Fazit
Das G1 funktioniert einfach. Wie man das von Google-Applikationen kennt, sind sie nicht extrem schön, aber sie erfüllen ihren Zweck auf meine meist okay benutzbare Art und Weise.
Alles fasst sich ordentlich an und ist vernünftig responsiv, nur manchmal ein kleines bisschen hakelig.
Die Desktop-Metapher lässt das G1 sich zwar eher nach Rechner denn nach Telefon anfühlen, aber irgendwie ist es das ja auch mehr.
Ich bin bislang zufrieden. Wenn die Akkulaufzeit besser wäre, dann wäre ich sogar sehr zufrieden.
Alle meine Fotos vom G1 auf Flickr.
Spenden für Jens Weinreich
Sollten in so einem Fall sich nicht die verschiedenen (Sport-)Journalistenverbände darum balgen, Jens Weinreich als erste beispringen und seine Prozessrisiken übernehmen zu dürfen, um einen nach allen Erwartungen triumphalen Sieg für die Meinungsfreiheit zu erfechten? Er meint: eher nicht.
Der deutsche PR-Rat hat offenbar auch kein Interesse mehr daran, die von Gerichten gerügte zweifelhafte Qualität der DFB-Pressemitteilung vom 14. November zu würdigen. Deutsche Journalistenverbände hatten sich ohnehin nur zögerlich dazu geäußert, Hilfe darf ich nicht erwarten.
…
Über die Frage, wer wem was bezahlt und welche Versicherungen greifen, hat der DFB-Präsident in einigen Interviews gesprochen. Er hat keine Sorgen. Ich habe gleich zu Beginn klargestellt, dass ich als freier Journalist das Risiko allein trage. Für Gegendarstellungsstreitigkeiten gibt es überhaupt keine Rechtschutzversicherung.
Der Mieterverein, bei dem ich Mitglied bin, würde mir in einer Mietstreitsache, die er nicht für hoffnungslos hält, Rechtsschutz gewähren. Der DJV erwähnt auf seiner Homepage Gegendarstellungsprozesse explizit nicht in der Auflistung von Rechtsschutzgarantien, nur Schadenersatz und arbeitsrechtliche Themen kommen da vor.
Jedenfalls bittet Jens Weinreich jetzt entgegen seiner ursprünglichen Absicht, die Sache alleine durchzuziehen, öffentlich um finanzielle Unterstützung für seine Prozesse gegen den DFB (wir berichteten).
Ich habe etwas gespendet, will daraus aber keine Empfehlung machen. Es möge jede/r entscheiden, ob ihm dieser konkrete Fall etwas seines eigenen Geldes wert ist. Unerwähnt lassen wollte ich´die Sache aber Jens Weinreichs Bitte aber auch nicht.
Hier geht’s zu Jens Weinreichs Text: http://jensweinreich.de/?p=3038.
So alt wie Heesters
Hehe, einmal hab ich mich heute schon kaputt gelacht, auch ohne auf den Zuch zu gehen.
Alle Krähen unter einer Decke
Die Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker haben eine Doping-Kontrolle nach dem Spiel in Gladbach verpasst. Sie sind, anstatt dem Kontrolleur zu folgen, erst mal in eine Mannschaftsbesprechung gegangen und zur Doping-Kontrolle mit 10 Minuten Verspätung erschienen.
Dafür sieht das Regelwerk eine Strafe von einem Jahr vor. Auch mir kommt das etwas hart vor, allerdings sind die Regeln bekannt und man darf von einem Bundesliga-Profi erwarten, dass er sie kennt und vor allem befolgt.
Wirklich unsäglich wirkt auf mich aber, wie DFB, DSF und Premiere diese Angelegenheit kommentieren. Der DFB ermittelt zwar, aber sein Justiziar und Vorsitzender der Anti-Doping-Komission des DFB äußert sich schon mal öffentlich im Sinne der Angeklagten. Im Premiere-Studio forderten gestern Stefan Effenberg und der sonst von mir hoch geschätzte Jan Henkel von den Gladbachern “Solidarität”. (Danke an axeljohan für den Hinweis, dass es nicht Dieter Nickles war. An Henkel hätte ich im Rückblick gar nicht gedacht, sowas hätte ich ihm einfach nicht zugetraut.)
Dem Fass den Boden schlug dann gerade Jörg Wontorra im DSF-”Doppelpass” aus: Nach kurzer Diskussion, in der ein Gast sogar erläuterte, dass Mediziner meinen, dass man auch in kurzen Zeiträumen Dopingergebnisse verfälschen könne und dass sich so die Regel erkläre, schloss Wontorra mit der Bemerkung: Gladbach solle nicht protestieren, schließlich seien die beiden Dopingtests ja negativ gewesen und die beiden Spieler somit “nachweislich” ungedopt.
Wie? NATÜRLICH waren die Tests negativ! Denn falls die beiden Spieler tatsächlich in den 10 Minuten ein Dopingmittel verschleiern wollten, dann ja eben, um einen negativen Test zu erzielen.
Es ist widerlich, mit anzusehen, wie Premiere, DSF und (vorläufig mit Abstrichen, immerhin wird noch ermittelt) auch der DFB hier ganz offensichtlich mit schlichtesten, rabulistischen und demagogischen Mitteln ihr schönes Produkt Bundesliga retten wollen.
Man kann gerne eine Diskussion darüber führen, ob eine kurze Verspätung bei der Doping-Kontrolle eine lange Strafe nach sich ziehen sollte. Man könnte diese Diskussion aber auch mit Argumenten führen, die in der Sache tragen, und die nicht nur eine Solidarität mit Doping-Verdächtigen einfordern
Im Rückblick muss man der ARD ja fast dankbar sein, dass sie nicht öffentlich Solidarität mit Jan Ullrich einforderte.
Scholli for President
Wenn es von irgendeinem Ex-Fußballprofi immer Spaß macht, etwas zu hören, dann von Mehmet Scholl. Am heutigen Samstag druckt die Süddeutsche ein Interview mit ihm über seinen neuen Job beim Fernsehen. Das Interview ist unspektakulär und doch interessant, denn Scholl gibt sich mal wieder so unprätenziös, wie er wohl auch wirklich ist, gepaart mit großer Flapsigkeit. Das ist einfach immer unterhaltsam zu lesen.
Ein paar Auszüge:
Über seinen Job als Jugendtrainer beim FCB:
Die sind fast 13. Da macht’s noch ein bisschen Spaß. Die kann man wegdrücken vom Ball. Nach Fußball mit Gleichwertigen habe ich kein Verlangen mehr.Auf die Frage, ob er sich nicht wundere, dass mit Kahn und ihm ausgerechnet die beiden ehemaliger Karlsruher beim FC Bayern den Deutschen die Fußballspiele erklären sollen:
Wenn wir beim Karslruher SC geblieben wären, dann würde ich mich wundern.Über Günther Netzer als Fernsehkommentator:
Mein Respekt vor ihm ist gewachsen. Ich habe das Gefühl, das Allermeiste, was er sagt, trifft zu. Ich könnte ihm nicht widersprechen. Ich denke immer: So einer müsste doch eigentlich beim FC Bayern gespielt haben, so viel, wie der weiß.Über einen möglichen Job beim FC Bayern:
Jetzt bin ich dabei, den Sprung ins zweite Leben zu schaffen und habe kein Problem damit, einem Profi ins Gesicht zu sagen, warum es bei ihm nicht läuft. Eines verträgt jeder Profi: die Wahrheit.

SZ-Interview mit Mehmet Scholl
Ganz kurz reingeschaut: “Der letzte Riesenalk” im Schauspielhaus Köln
Nicht viel Zeit heute, darum in aller Kürze, die dem Stück aber auch gerecht werden müsste.
“Der letzte Riesenalk” ist kein Stück, sondern “ein Diorama”. Das Unverständnis dieses Stücks fängt also bereits im Untertitel an: Was zur Hölle ist ein Diorama? (Einzelne, mir persönlich bekannte Besucherinnen der gestrigen Aufführung, wussten auch nicht, dass ein Riesenalk ein Vogel war, und versuchten verzweifelt, Alkoholismus mit pickenden Kopfbewegungen gedanklich zusammen zu bringen :-))
Gemeint ist wohl diese Bedeutung:
Ebenfalls als Diorama werden in der Nachfolge von Krippendarstellungen stehende Schaukästen bezeichnet, bei denen mit Modellfiguren und -landschaften vor einem oft halbkreisförmigen, bemalten Hintergrund zum Beispiel historische Szenen oder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt werden, auch wenn die ursprüngliche Technik des Dioramas dabei selten Anwendung findet. Diese Dioramen sind häufiger in naturkundlichen und technischen Museen zu finden und können sehr kunstvoll sein.
Aha, soso. Im letzten Riesenalk wird tatsächlich wenig gesagt, mehr gezeigt. Ist Hauptdarsteller Josef Ostendorf jetzt ein Wissenschaftler, der über Angst forscht? Oder ist er der Riesenalk? Irgendwie beides, aber was hat beides miteinander zu tun?
Viel Atmosphärisches, viel Angedeutetes bricht über den Zuschauer hinein, leider auch viele Längen. Das Thema wird wohl bewusst verschleiert, allerdings trägt aber die Inszenierung die emotionale Ebene nicht, wie sie das beim konzeptionell sehr vergleichbaren “Heute: Raum Lumina” sehr wohl noch konnte.
Ein paar witzige Szenen können die Inszenierung nicht herausreißen, die im Gewollten bleibt. Und selbst wenn Kunst in diesem Fall tatsächlich nicht von “wollen” käme – von “konfus” kommt sie auch nicht. Immerhin gibt es ein fast anrührendes Ende, das ein bisschen für die vorangegangene Orientierungslosigkeit entschädigt.
Verwirrend, verworren, verschenkt.
In der IT Brache
Aus meiner gemeinen Reihe lustiger Bewerbungszitate:
Nach meiner Ausbildung bei der XYZ AG und einem weiteren Arbeitsstelle in der IT Brache, entschied ich mich in die UK zu gehen, primär für meine Weiterbildung der Englischen Sprache.
Ich kann nicht beurteilen, ob das mit der Weiterbildung im Englischen geklappt hat. Es scheint aber, als sei die persönliche Kompetenzmenge im sprachlichen Bereich endlich… Vier Fehler in einen Satz zu packen, dazu noch eine unbeholfene Formulierung: Das hat jedenfalls noch selten ein Bewerber geschafft.


















