Four years after

Vier Jahre nach dem Kauf hängen meine Julia-Christe-Fotos endlich an der Wand. Prokrastination galore.

Neue Fotos an der Wand

Gier, nicht Leistung

Wenn sich noch irgendjemand gefragt haben sollte, ob Incentives funktionieren, sollte er sich dieses Video ansehen, bis 1:40 vorspulen und hören, wie sauer Barack Obama darüber ist, dass amerikanische Banker sich im vergangenen Jahr die gleiche Menge von Boni ausgezahlt haben wie im Jahr 2004: 20 Millarden Dollar.

Incentives wirken nicht als Belohnung für gute Leistung, die freudig entgegen genommen wird, wenn sie vom Himmel fällt. Incentives sind Geld, das man sich versucht zu holen, egal wie, ob man es verdient hat oder nicht. Individuelle Incentives inspirieren nicht Leistung, solche Incentives inspirieren Gier.

Stilecht

Kam gerade die neue (Naja: neu. aus dem November) Bronx-CD bei mir an: Mit kaputtem Jewel-Case.

That’s so punk rock! (Na? Aus welchem Film?) Wenn das mal keine Absicht war? Hat wahrscheinlich die Band persönlich einen Fernseher drauf fallen lassen, bevor sie den dann aus dem Hotelfenster gefeuert haben.

Zerdöpperte Punkrock-CD

Seltsame Preisgestaltung

Das verstehe, wer will:

  • Somat 3 für 6,49 €
  • Somat 5 für 8,88 €
  • Somat 7 für 6,49 €

Ist das ein Intelligenztest: Setzen Sie die Reihe fort? Oder doch eher Sesamstraße: Eins von den Dingen ist nicht wie die anderen?

Seltsame Preisgestaltung

If I had a hammer

Ist es wahr, was sie sagen?

Wenn man einen Bohrhammer hat, sieht die ganze Welt aus wie
a) ein Dübel,
b) Raum für Ihre Notizen,
c) eine Nachbarschaft ohne MItagsruhe oder
d) all of the above.

Entscheiden Sie selbst!

Bohrhammer

Neue Fotos, altes Bild

Zeitschriftenhängedings

Die Alltags-Borg

Mit die unangenehmsten Zeitgenossen können ja solche sein, die von Amts wegen über das Leben anderer Menschen bestimmen dürfen. Es muss die tägliche Routine sein, vielleicht aber auch diejenige genetische Prädisposition, die jemanden einen solchen Beruf überhaupt ergreifen lässt, die dafür sorgt, dass selbst eigenes Fehlverhalten grundsätzlich zum Anlass genommen wird, andere zu belehren.

Das beginnt schon bei Lehrern und anderen Pädagogen. Wenn du so einen auf der Rolltreppe zur U-Bahn bittest, rechts zu stehen, damit du selbst links gehen kannst, wirst du oft genug nicht, wie von jedem normalen, freundlichen Menschen hören: “Klar, ’schuldigung.” Stattdessen wird irgendwas in Richtung “Jetzt haben Sie’s doch mal nicht so eilig, junger Mann!” kommen.

Wer immer noch nicht weiß, wovon ich reden, muss sich nur mal eine Folge von Toto & Harry ansehen. Selbst in dieser Fast-Doku, in der die Polizei gezielt als Freund & Helfer dargestellt werden soll, ist der durchgängige Kommandoton der beiden Hauptdarsteller unüberhörbar, der ihnen ein normales Gespräch, in dem man vielleicht was vom anderen erfahren könnte, oft unmöglich macht.

Having said that, empfehle ich die Lektüre von: Offener Brief von Wolf-Dieter Narr an den Richter im mg-Verfahren.

Spooky! Or is it?

Was bisher geschah:

  • gestern, 18:05 Uhr: Dem Kunden eine Vorab-Mail mit ein paar Themen geschrieben, die ich in der Mail vorgeschlagen habe, heute telefonisch zu besprechen.
  • heute, 10:30 Uhr: Ich rufe wie angekündigt an, um die Punkte durchzusprechen. Eine Kollegin des Kunden ist dran und teilt mir mit, dass er heute nicht im Haus ist.
  • heute, 10:31 Uhr: Ich bekomme eine Abwesenheitsnotiz – auf meine Mail von gestern Abend…

Also entweder, der Kollege hat sich verleugnen lassen und schnell per Hand eine Abwesenheitsnotiz getippt… Oder der Teufel hat sich heute mal als Mailserver verkleidet und spielt mir einen tatsächlich lustigen Streich.

First things first

Solange ich jede umweltfreundliche und klimaschonende Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bezahlen soll, während gleichzeitig Straßen per Steuerflatrate benutzbar bleiben und Pendeln weiterhin subventioniert wird, verbitte ich mir alle Diskussionen über Kulturflatrates: Eine schlechte Idee, die sich hartnäckig hält.

Danke.

Kurz reingeschaut: Die Kaiser Chiefs in der Live Music Hall in Köln

Ich hätt’s eigentlich wissen müssen. Genaugenommen wusste ich’s auch, hatte es aber bis gestern Abend um ca. 21:05 Uhr verdrängt, weil ich mir den Abend nicht von vornherein vermiesen wollte. Die Kaiser Chiefs sind zu 90% langweiliger Mainstream. Fast schon ein One-Hit-Wonder.

Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich mit auf’s Konzert wollte. Angesichts der Tatsache, dass der Auftritt im Palladium stattfinden sollte, fiel es mir leicht, abzusagen: Das Palladium steht auf meiner schwarzen Liste von Konzertlocations. Als sich dann herausstellte, dass die Kollegen Musiker oder Promoter die Popularität der Band wohl deutlich überschätzt hatten, wurde das Konzert in die gerade mal halb so große Live Music Hall verlegt – womit meine kleine Ausrede hinfällig wurde. Klassiker.

Ein weiterer Moment des Zögerns kam, als die Dame an der Theaterkasse Rudolfplatz von mir 30 € verlangte – und zwar pro Ticket. Dafür würde die Band schon was bieten müssen, nahm ich mir vor.

Gestern also war’s dann soweit, und alle meine Befürchtungen wurden sofort bestätigt: Die Kaiser Chiefs kamen ohne ein Wort auf die Bühne und spielten zwei mittelmäßige Songs, irgendwie wirkte das etwas unpersönlich, zu “professionell”. Der Sound war extrem belanglos abgemischt, hatte weder Druck noch Höhen, der Bass war verwaschen; und nur mit Mitten kriegt man halt keinen Punch hin.

Zudem war Sänger Ricky Wilson ziemlich heiser: zwar so gerade noch diesseits der Grenze, jenseits derer ich mein Geld zurück verlangt hätte, vom Gesang konnte man aber an diesem Abend auch keine Überzeugungskraft erwarten. Dann irgendwann natürlich das unvermeidliche “Ruby”, bei dem ich den Eindruck hatte, dass es Besucher gab, die alleine darauf gewartet hatten, während alle anderen genau diesen Song am liebsten ausgespart hätten.

Erst bei der Zugabe kam ein kleines bisschen echte Stimmung auf, als Ricky Wilson das Mikro im hohen Bogen ins Publikum warf, wo fröhlich weitergesungen wurde. Er selbst stagedivte dann hinterher, eroberte das Gerät zurück und surfte, auf Händen getragen, zurück auf die Bühne.

Nach 75 Minuten war dann inklusive kurzer Zugabe schon Schluss.

Wenigstens der gestern sehr coole DJ in den Hängenden Gärten, die wir anschließend aufsuchten, konnte mir den musikalisch ansonsten durchweg mittelmäßigen Abend versüßen, legte ein paar alte Funk-, Jazz- und HipHop-Schätzchen auf.

Am Ende: Kein verlorener Abend, aber ein zu teuer bezahlter.

P.S.: Patrick von der Affenkoppzentrale hat das gleiche gesehen wie ich, bewertet’s aber positiver. Nur in Sachen Belanglosigkeit sind wir uns einig.

The Kaiser Chiefs

Kurz reingeschaut: “Dead Like Me”

Ich bin seit meinem Winterurlaub im delirierenden US-Serien-Fieber. Über “Wonderfalls” bin ich auf “Dead Like Me” gestoßen: Bryan Fuller war der Schöpfer beider Serien, auch wenn er bei Dead Like Me schon nach wenigen Folgen ausstieg und die Weiterentwicklung den Produzenten überließ. Geschadet hat es der Serie nicht, die, wie ich erst im Nachhinein feststellte, in Deutschland unter dem Titel “So gut wie tot” im Wochenendnachmittagsprogramm von RTL2 versteckt wurde.

Georgia “George” Lass ist ein 18-jähriges Slackermädchen: College-Dropout, bocklos, ständig im Clinch mit ihren Eltern. Sie bewirbt sich um einen Job in der Verwaltung der Zeitarbeitsfirma “Happy Time” an. Ihren ersten Vormittag verbringt sie mit dem Sortieren von Akten im Keller, geht in die Mittagspause – und wird auf der Straße vom Toilettensitz einer abgestürzten, nicht vollständig in der Atmosphäre verglühten Raumstation erschlagen.

George ist tot, erfährt aber schnell, dass sie auserwählt ist, ein “Grim Reaper” zu werden: ein Sensenmann also, Gevatter Tod. Klingt erst mal cool, bis sie erfährt, dass Grim Reaper keine besonderen Fähigkeiten haben, außer den Lebenden die Seele aus dem Leib ziehen zu können. Sie sind eigentlich ganz normale, nur “untote” Menschen, die nicht durch Wände gehen, nicht fliegen oder Gedanken lesen können. Nur sterben können sie logischerweise nicht mehr und wenn sie sich verletzen, heilen sie in Sekunden wieder. Jeden Morgen trifft sich eine vierköpfige Crew von Grim Reapern im Diner “Der Waffel Haus” (sic), wo sie von ihrem Boss Rube Sofer die Todesfälle des Tages auf gelben Post-Its bekommen. Die Reaper müssen dann los und den Todgeweihten die Seele aus dem Leib ziehen, bevor sie das Zeitliche segnen.

Die Tatsache, dass die Reaper dazu wie jeder Sterbliche den Bus nehmen müssen, sich zum Beispiel in Backstagebereiche schmuggeln oder in die Wildnis reisen müssen, führt natürlich genauso zu amüsanten Komplikationen wie die Tatsache, dass auf den Post-Its nur die Todeszeit, der Todesort, der Nachname und das Initial des Vornames des Sterbenden stehen. Die Reaper müssen sich ihre Kundschaft also erst mal suchen, was etwa auf einer belebten Plaza gar nicht mal einfach sein muss.

Wenn man die etwas absurde Story (mit ihren offensichtlichen Lücken) einfach mal als gegeben hinnimmt, dann ist das Wichtigste an “Dead Like Me” nicht die ohnehin meist spärliche Handlung. Viel interessanter und packender ist die melancholische, oft sogar tief traurige Grundhaltung der Serie. Wirklich glücklich und gelassen sind in der Regel nur die Toten, sie sind erlöst. Die Lebenden laufen im Hamsterrad, und die Reaper sind verdammt, jahrzehntelang ihren unbezahlten Dienst zu tun, um irgendwann auch selbst sterben zu dürfen.

Selten habe ich eine TV-Serie gesehen, der Grundton so herzzerreißend deprimiert ist.

Dieser Ton wird dabei zauberhaft kontrastiert von schlagfertigen, schnellen Dialogen und den immer leicht überzeichneten Charakteren, die aber nur manchmal wirklich komödiantisch werden. Die Serie gewinnt durch diese Ambivalenz große emotionale Tiefe und rührt den Zuschauer oft auf eine grundehrliche, völlig unkitschige Art.

Es gibt nicht viele Serien, die mir so schnell wirklich ans Herz gewachsen sind wie “Dead Like Me”. Sehr sehenswert! Nach zwei Staffeln wurde die Serie leider nicht mehr fortgesetzt, im Februar erscheint ein Film auf DVD.

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