Alles kinderleicht

Gestern wunderte ich mich noch über die Gedankenwelt von Business-Leuten – heute schon finde ich dieses Video, das alles ganz natürlich erklärt. Der kurze Schluckauf: Das muss die Erkenntnis sein, dass DVB-T umsonst ist.

via Glaserei

DVB-H macht auf Pippi Langstrumpf

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher: Der wenig zufriedenstellende kommerzielle Erfolg dieses Blogs liegt im wesentlichen darin begründet, dass Spiegel Online kostenlos Nachrichten und Meinungen in die Welt rausbläst.

Ich verlange deshalb, dass die kostenfreie Übertragung von Artikeln über den Konkurrenz-Standard SpOn aufhört, da dies die Entwicklung eines Geschäftsmodells für den boy in the bubble verhindert.

Im Ernst, manchmal denke ich, dass man nur eine Gedankenwelt wie Pippi Langstrumpf haben muss, um einen Businessplan schreiben zu können: Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt. In diesem Sinnen nominiere ich Rudolf Gröger, Präsident von Mobile 3.0, für den von mir zu stiftenden Pippi-Langstrumpf-Award:

Gröger verlangt zudem, dass die kostenfreie Übertragung von Handy-TV über den Konkurrenz-Standard DVB-T aufhört, da dies die Entwicklung eines Geschäftsmodells für DVB-H verhindert.

Alle komplett größenwahnsinnig! Wo kämen wir da schließlich hin, wenn jeder Bürger sich einfach kostenlos informieren und unterhalten könnte?

Was macht eigentlich die Legislative?

Ich hab von Finanzwirtschaft ja nicht so viel Ahnung, mich deshalb hier bislang jedes Kommentars zum aktuellen Spektakel enthalten.

Eins frage ich mich aber doch: Jahrelang haben die Politiker Deregulation propagiert. Jetzt wird diskutiert, ob Banken nicht wenigstens teilweise verstaatlicht werden sollen.

Warum aber bitte macht die Politik nicht einfach mal genau das, wofür sie bestellt ist: Legislative sein? Die Legislative setzte Regeln, in deren Rahmen sich Leben (inkl. Wirtschaft) abspielt. Diese Regeln müssen so gut sein, dass sie nicht zu sehr einschränken, aber Fehlverhalten verhindern oder wenigstens bestrafen.

Wenn die Polizei demnächst mal ein paar Klöpse bringen sollte, würde sich Schäuble dann überlegen, persönlich auf Verbrecherjagd zu gehen (no pun intended)? Eher nicht. Aber die bessere Bank zu sein, das traut man sich dann doch eher zu, als gute Gesetze für die Finanzwirtschaft zu machen.

Irgendwie Thema verfehlt, würde ich sagen.

Das BVerfG und der nackte Kaiser

Es ist schon wirklich erstaunlich, dass es in Deutschland immer erst das Bundesverfassungsgericht braucht, um festzustellen, dass der Kaiser nackt ist.

Man muss sich ja wirklich fragen, was sich Menschen dabei denken, auf den Vorwurf, der Einsatz von Wahlcomputern mache die Aufdeckung einer Wahlmanipulation unmöglich, zu antworten, dieser Vorwurf sei unbegründet – bislang sei schließlich noch keine Manipulation nachgewiesen worden. Wa?

Das Allerallerallerlustigste aber war gestern wohl die Einlassung des hessischen Landeswahlleiters Wolfgang Hannappel: Man könne Wahlergebnisse ja sehr wohl nachkontrollieren, indem man sie nämlich mit historischen Ergebnissen und denen aus benachbarten Wahlkreisen vergleiche. Noch mal: Das sagt ein Wahlleiter.

Da muss sich erst das höchste deutsche Verfassungsorgan bemühen, um die alleroffensichtlichsten Missstände zu bennen, die man nur leugnen kann, indem man sich (wie oben) mit Zirkelschlüssen zufrieden gibt. Oder sich einfach Augen und Ohren feste zuhält.

Eine Schande.

Tegernsee

Schee is gwen!

Panoramablick oberhalb der Schießstätte

St. Quirinus

Dorfkirche von Rottach

Ruderfähre zwischen Tegernsee und Rottach

Ausblick vom Lieberhof

Gebratenes Bauchfleisch mit Kartoffel-Gurkensalat

Aspirin-Radler

Langes Wochenende

So, ich treffe jetzt gleich die Straße Richtung Tegernsee. Neue Blogeinträge sind nicht vor Montag Abend zu erwarten. Ich bitte um Ihr Verständnis.

Mehr Kritik an Klinsi

Vielleicht bin ich paranoid, aber zurzeit sehe ich in allen Interviews versteckte Kritik an Jürgen Klinsmann.

Mark van Bommel noch mal:

Wir spielen wieder so, wie wir letztes Jahr gespielt haben. Jeder weiß, was er zu tun hat. Wir fühlen uns gut damit

Warum war Klinsmann noch gleich geholt worden? Ach ja: Um alles anders zu machen. Weil man mal einen Radikalen wollte. Aber die Mannschaft demonstrierte schon fast provokativ ihre Unverletztlichkeit im 4-4-2.

Und was sagt Uli Hoeneß zum CL-Sieg?

Man hat gesehen, dass die Mannschaft jetzt zusammenwächst. Langsam beginnen die Automatismen zu greifen, deshalb sind wir auch sehr zufrieden

Die Mannschaft wächst zusammen? Die Mannschaft, in der außer Massimo Oddo nur noch ein anderer Neuzugang spielte, 30 Minuten lang? Was soll da bitte zusammenwachsen müssen?

Klinsi ausgecoacht?

Wenn ich das richtig verstehe, dann sagt Mark van Bommel im Spox-Interview, dass Jürgen Klinsmann gestern fast ausgecoacht worden wäre:

Florenz hat mit zwei offensiven und einem defensiven Mittelfeldspieler gespielt. Wir spielen mit zwei defensiven Spielern im Mittelfeld. So hatte Florenz in Ballbesitz einen Mann mehr. Die Nummer 88 (Felipe, Anm. d. Red.) war immer frei. Drei, vier Mal hatte er genug Zeit, um die Bälle zu verteilen oder selbst aufs Tor zu schießen. Wir müssen das taktisch besser lösen. Entweder muss ein Stürmer aushelfen oder der linke oder rechte Mittelfeldspieler. Unser taktisches Verhalten war nicht gut.

Es ist sehr elegant von van Bommel, das Wort “Verhalten” einfließen zu lassen, weil es den Fokus der Kritik auf die Mannschaft lenkt und so angemessen selbstkritisch wirkt. Intern ist aber wahrscheinlich ziemlich klar, ob Klinsmann das taktische Problem erkannt und die Gegenmaßnahme (Einrücken eines Stürmers) angesprochen hatte – oder eben nicht.

Ansonsten darf ich bei der Gelegenheit mal spox.com loben: Für Fußball sind die inzwischen meine erste Anlafstelle. Sie heben sich schon grafisch erkennbar aus dem Einerlei der anderen Sportsites heraus und bringen immer wieder interessante, besonders auch taktische Analysen, die man sonst nicht findet.

Wie man einen 5-Tore-Vorsprung über die Zeit bringt

Von Sturm Graz lernen, heißt übrigens siegen lernen, liebe Fortuna:

SV Mattersburg – Sturm Graz 5:6 (0:5!!!)

Kleiner Programmhinweis

Drüben im SAZ-Blog wogt die Debatte zwischen Don Willi und mir zurzeit übrigens rund um die Themen Salary Caps, 50+1 und Michelangelos Pinsel – with a side dish of Skat and Polo.

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