Texas Flood
Bin jetzt wieder ein paar Tage offline: Karaoke singen und Silvester feiern. Aber mehr als das folgende Video braucht in der Zwischenzeit kein Mensch.
Nightmare after Christmas
Ich glaube, ich habe über Weihnachten zu schwer gegessen. Auch wenn meine Gewichtszunahme nur im einstelligen Prozentbereich liegt: Warum träumt man sonst wohl in der ersten Nacht zurück im eigenen Bett davon, dass man auf einem U2-Konzert in der VIP-Lounge auf Bono wartet, der aber nicht kommt (muss ja auch das Konzert geben), und dass sich nach dem Konzert die Besucher des Oberrangs beim U2-Manager beschweren, die Bässe seien nicht zu hören gewesen, und der Manager erwidert, die 1.700 Bass-Sounds von U2 brauche doch eh kein Mensch?
Vielleicht hat mich aber auch einfach nur die kleine Hand-OP traumatisiert, die meine eine Schwester (Chirurgin) an meiner anderen Schwester am 24. nachmittags im Keller meiner Eltern durchgeführt hat…
(Wer keine Spritzen sehen kann: Jetzt weggucken!)
Men at work
Ronaldinho außer Form? Who cares?
0-1, 35. Minute
Immer schön, Ex-Trainer von Fortuna Köln im Camp Nou in Führung gehen zu sehen. Schöner wäre nur noch, den dann aktuellen Trainer der Fortuna im Camp Nou in Führung gehen zu sehen.
“Eines Taages, eines Taages, eines Taaaages wird’s geschehn, und dann fahren wir nach Barca, um Fortuna Köln zu sehn!”
Bundestagspräsident Lammert wettert gegen funktionierende Märkte
Zeit für ein Re-Posting. Wenn jetzt nämlich selbst der zweite Mann im Staate, Bundestagspräsident Lammert, den Quatsch propagiert (“Lammert attackiert Gehälter beim FC Bayern”), der seit Monaten als schlechteste Verteidigung überhöhter Managergehälter angeführt wird, und SpOn ihn auch noch als Aufmacher adelt, dann muss man auch mal ein über drei Jahre altes Posting wieder rausholen dürfen:
Manager sind keine Künstler.
Herr Lammert, der Zorn auf überhöhte Managergehälter richtet sich vor allem gegen Menschen, die ihr Gehalt selbst bestimmen, und zwar abgekoppelt vom Markt. Politiker gehören übrigens in eben diese Gruppe.
Fußballer dagegen bestimmen ihre Gehälter nicht selbst, und der FC Bayern macht Gewinn. Einem solchen Unternehmen vorzuwerfen, in den einen Wert zu investieren, den es neben einem schönen Stadion hat, nämlich die Fußballer – das ist einfach nur unreflektiert. Gerade hatte ich noch überlegt, ob eine solche Aussage auch populistisch ist, aber nicht mal diese Qualität hat sie: schließlich strömen jede Woche Hundertausende in die Stadien, um ihr Eintrittsgeld zum Gehalt der Bayern-Stars beizutragen.
Wenn Lammert dann auch noch anmerkt, dass “Politiker ‘im Vergleich zu anderen Tätigkeiten sicher’ zu wenig” verdienten, dann kann der Mann nur eins wollen: den Deutschlandtarif. Ein Tarifvertrag, ausgehandelt vom Bundestag als höchster deutscher Volksvertretung mit allen Gewerkschaften, inklusive der VDV, in dem der Verdienst jedes einzelnen Berufs in Deutschland festgelegt wird. Ich hätte dafür einen Begriff auf den Lippen, der mir aber zu platt ist, um ihn in die Diskussion zu werfen.
T minus 8
“Llegó el gran día“, zu deutsch: Weihnachten ist vorverlegt.
Nur Messi, letztes Mal dreifacher Torschütze und seit Monaten der beste Spieler der spanischen Liga, wird tragischerweise fehlen. Ansonsten sind sie alle an Bord, beim Clásico; auch Ronaldinho wird spielen.
Ganz kurzer Musikrückblick auf 2007
Liebstes Album: Maxïmo Park – Our Earthly Pleasures
Eine Platte, die mich voll von links erwischte. Die erste war noch komplett an mir vorbei gegangen, von der zweiten kam ich dann nicht mehr los. Was für ein Pathos, was für ein Nachdruck! Dass das Konzert in Köln dann ein Reinfall war, dafür kann die Platte ja nix.
Liebste Single: Little Man Tate – European Lover
Es ist lange her, dass ich den Text zu einem Song komplett auswendig konnte, die nicht auf Anhieb verständlichen Stellen (”you blagged (!) a bottle of Sambuca”) sogar nachgeschlagen habe. Das kann nicht nur am persönlichen Bezug liegen, den ich zu dem Song habe.
Liebstes Konzert: Daft Punk in Berlin
Was sonst?
Liebstes Musikentertainment: Bernd Begemann & Die Befreiung in Köln
Bernd Begemann mit Daft Punk vergleichen? Das sind zwei unterschiedliche Sportarten. Wenn es bei Daft Punk heißt: Mund auf zum Gebet, dann wird bei Bernd Begemann gelacht, geweint, gequatscht und nachgedacht. Unvergleichlich, darum mit eigener Kategorie.
Liebstes Musikvideo: Zwei Fans spielen Laura Laurent beim Bright-Eyes-Konzert in Stockholm
Schmidt
Am Wochenende, wenn ich morgens aufstehe, setze ich mich gerne an den Rechner, surfe ein bisschen durch die Gegend, blogge das ein oder andere, und lasse nebenbei Phoenix laufen. Selten passiert es, dass ich dabei am Programm hängen bleibe. Gerade aber kann ich kaum weggucken:
Helmut Schmidt außer Dienst.
Ich glaube, Helmut Schmidt ist einer der wenigen Menschen, die ich wirklich vorbehaltlos bewundere. Außer natürlich Uli Hoeneß (im Ernst).
Bei YouTube gibt es die komplette, sehr sehenswerte Doku in neun Teilen, hier der erste: http://www.youtube.com/watch?v=zf7okjxpUJQ, alle folgenden finden sich in den Kontextlinks. Schnell gucken, bevor die Videos von YouTube verschwinden.
Krebs und Kernkraft: Option 3 verdichtet sich
Als Spiegel-Abonnent liest man das Blatt ja nicht immer komplett durch. Inbesondere, wenn das Miro-Klose-Interview auf Seite 138 steht, kommt man nicht immer bis 146 durch. Eben habe ich ds im Spiegel dieser Woche aber geschafft – und lese Frappierendes.
Der Spiegel hat sich nämlich auch mit der KIKK-Studie beschäftigt, die im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz kürzlich nachwies, dass es eine Korrelation zwischen der Nähe zu einem Kernkraftwerk und dem Auftreten von Leukämie bei Kleinkindern gibt.
Ich erlaubte mir auch in diesem Blog, darauf hinzuweisen, dass es für Korrelationen zwischen A und B immer drei prinzipiell mögliche Erklärungsoptionen gibt:
- A ist die Ursache für B.
- B ist die Ursache von A.
- C ist die Ursache von A und B.
Der Spiegel hat in seinem Artikel nun folgende Tatsachen zusammen gestellt:
- Eine englische Studie, auf die ich auch schon hingewiesen hatte, wies nach, dass sich Leukämie nicht nur in der Nähe von Kernkraftwerken häuft, sonder auch anderswo.
- Generell sei seit langem bekannt, dass Leukämie zu lokal gehäuftem Auftreten neige.
- Leukämie tritt besonders oft in wohlhabenden Wohngegenden auf, wo Kinder eher gut behütet werden (also weniger abgehärtet werden und schwächer entwickelte Abwehrkräfte gegen Viren haben).
- Krebs tritt laut verschiedenen Studien verstärkt auf, wenn es in vormals schwach besiedelten Gebieten plötzlich zu vermehrtem Zuzug kommt – wie unter anderem nach dem Bau von Kernkraftwerken.
Also quasi ein epidemologisch-soziologischer Erklärungsansatz – der seinerseits auch keineswegs bewiesen ist. Aber er erscheint nicht komplett abwegig, zumal die Ursachen von Leukämie unbekannt sind, das Entstehen anderer Krebsarten aber auch schon durch Viren erklärt wurde.
Außerdem passt diese Erklärung besser mit der Tatsache zusammen, dass Leukämie auch in großer Entfernung von Kernkraftwerken zu Häufungen neigt, was in der KIKK-Studie nicht untersucht wurde, da kernkraftwerksnah wohnende Kinder mit dem Mittel aller anderen verglichen wurden.
Man müsste also ebenso gewissenhaft und statistisch wasserdicht untersuchen, ob tatsächlich Leukämie überall dort gehäuft auftritt, wo sich vormals getrennte Populationen in bis dahin “neutraler” Umgebung mischen. Wonach ohnehin geforscht wird, das ist die Ursache von Leukämie.
Es wäre der klassische Fall eines versteckten, nicht untersuchten dritten Faktors, der die Korrelation zwischen dem Wohnen nahe einem Kernkraftwerk und dem verstärkten Auftreten von Leukämie erklären könnte. Muss nicht sein, klingt aber erforschenswert.
Ceterum censeo: Atomkraft aus Kernspaltung ist keine langfristige Lösung unserer Energieprobleme und erzeugt Abfälle, deren Entsorgung schlimmerweise ungelöst ist.
P.S.: Eine Anmerkung nur zur Vervollständigung der Information über die KIKK-Studie: Die Studie sagt, dass das Ergebnis (Korrelation zwischen Leukämie und Wohnen in der Nähe von Kernkraftwerken) mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 5% zufällig zustande gekommen sein könnte. Das ist ungefähr die Wahrscheinlichkeit, mit zwei Würfeln in einem Wurf einen von zwei vorher angesagten Paschen zu würfeln.
[NACHTRAG] Die Leiterin der KIKK-Studie, Maria Blettner, im Interview mit dem Tagesspiegel am 11.12.:
Der andere Punkt: eine solche Häufung könnte es auch um andere Standorte geben, etwa rund um Kohlekraftwerke, um Brückenbauten, Kirchtürme, große Industrieanlagen. Also genau dort, wo es in bisher ländlichen Regionen plötzlich einen großen Zuzug gibt.
Tagesspiegel: Gibt es Studien, die das belegen?
Es wurde untersucht, ob an Standorten, an denen kerntechnische Anlagen geplant, aber nie gebaut wurden, ähnliche Effekte zu sehen sind. Das war so.
Spruch des Abends
Schon von vorgestern, fiel mir aber wg. Alkohol erst heute wieder ein:
S. so: Hab ich dich eigentlich schon mal im Anzug gesehen?
Ich so: Doch, neulich, als wir mal in dem kleinen Theater waren. Da hatte ich einen Anzug an.
S. so: Stimmt. Aber das war nicht dein bester, oder?
Ich so: …
;-)



