Kurz reingeschaut: “Heroes”

Auf RTL 2 läuft in genau zehn Tagen Heroes an. Nachdem die erste Staffel der Serie in Amerika vor zwei Wochen auf DVD rauskam, habe ich sie mir schon mal angesehen, musste allerdings feststellen, dass sie quasi alle interessierten Kollegen schon auf weniger legalen Kanälen gesehen hatten. Wie auch immer.

In Heroes geht es um Superhelden, deren Kräfte als evolutionärer Sprung erklärt werden. Diese Helden kämpfen alle zunächst einmal jeder gegen sich selbst: Die Entdeckung ihrer Fähigkeiten macht ihnen Angst. Bald jedoch kommt ein reguläres Serienszenario in Gang: Da gibt es den Superbösewicht, der ein gefallener Held ist und seine Kräfte nur zum eigenen Ruhm einsetzt. Da gibt es die dunkle Behörde, die hinter den Helden her ist und deren Motive unklar bleiben. Und da gibt es den Wirtschaftsboss, der sich der Helden bedienen möchte, um ein Ziel zu erreichen. Und inmitten all dem und gegen all das kämpfen, mehr nolens als volens, die Helden.

Sehr beeindruckend ist, wie es Heroes gelingt, eine durchgehende Geschichte mit zehn, fünfzehn Hauptfiguren zu erzählen. Die einzelnen Episoden haben keine besonders betonten eigenen Handlungen, sondern heißen “Kapitel” und erzählen folgerichtig eine durchgehende Geschichte in 23 Folgen.

Womit wir auch bei einem Problem von Heroes wären: Irgendwann gegen Folge 20 hin wird die Story immer verworrener, in sich versponnener, mit immer mehr Charakteren. Auf DVD lässt sich schon nur noch halbwegs gut nachvollziehen, was passiert. Wenn zwischen zwei Episoden eine ganze Woche liegt, hat das ganze mehr Twin-Peaks-Qualitäten: Das Mysteriöse wird mehr und mehr Selbstzweck.

Umso enttäuschender ist denn auch das Ende der Staffel: Es kommt schnell und vor allem recht lapidar, ohne sich irgendwie aus den zuvor aufgedröselten Handlungssträngen zu ergeben oder sie gar wieder zusammenzuführen. Im Gegenteil: Nach wenigen Sekunden erscheint sogar der Teaser für Staffel 2 udn nimmt dem Finale das letzte bisschen an emotionaler Tiefe.

Diese Tiefe ist dabei durchaus eine Qualität, die Heroes besitzt, sogar eine Menge davon. Die innere Zerrissenheit der Helden wird durch die durchweg überzeugenden Schauspielern jederzeit sichtbar. Die zu Beginn unklaren Beziehungen zwischen den Helden, die sich nach und nach aufklären, tragen ihren Teil dazu bei, dass man von Staffel zu Staffel unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Besonders Zachary Quinto als eiskalter Bösewicht Sylar, Milo Ventimiglia als der vor sich selbst erschrockene Peter Petrelli und natürlich Masi Oka als putziger und doch zu allem entschlossener Held Hiro (got it?) Nakamura tragen die Serie. (Hayden Panettieres Rolle als Cheerleaderin Claire “ClaireBear” Bennett ist zwar auch nett, aber doch eine zu offensichtliche Buffy-Kopie um mehr als maskottchenhaft zu sein.)

Ein Problem von Heroes, um das man sich vielleicht nur als Physiker Gedanken macht, ist die Tatsache, dass ein Sprung der Evolution natürlich nicht erklären kann, wie die Helden Naturgesetze außer Kraft setzen: Flugfähigkeit ohne Flügel zum Beispiel hat die Natur noch nicht hervorgebracht und wird sie auch nicht mehr tun. Das muss einen aber auch nicht wirklich stören, kann man als kreative Freiheit der Autoren verbuchen.

Unterm Strich reißt Heroes mit, verwirrt und verliert manchmal den Faden, findet aber immer wieder gute Wendungen und Cliffhanger und ist nicht zuletzt wegen der Darsteller eine herausragende Fernsehserie. Mit nur einem bisschen mehr erzählerischer Stringenz und dem Willen, die einzelnen Episoden ein klitzekleines bisschen geschlossener zu halten, kann Heroes es in der vor einer Woche in den USA angelaufenen zweiten Staffel schaffen, zu meiner bislang einzigen 10-Punkte-Serie aufzuschließen: The West Wing.

Ich mach mal den Ethik-Rambo

Vorhin zappe ich während der Siegerehrung der Formel 1 auch durch Phoenix, wo gerade “Konsum-Striptease – Eine Familie testet ethisch korrektes Leben” läuft. Das Thema, das gerade behandelt wurde: Wasserverbrauch.

Mir fallen auf Anhieb ein paar Gründe ein, warum man Wasser nicht vergeuden sollte. Aber welchen holen die Autoren der Sendung raus, es geht schließlich um Ethik? Die Kinder in Afrika! Die hätten nämlich kein Wasser oder müssten sehr weit laufen, um welches zu holen – also sei es geboten, in Deutschland Wasser zu sparen.

Ich bin kein Ethikprofi, aber ich würde im Gegenzug dann mal verlangen, dass die Kinder in Afrika mit der Lufttemperatur sparsamer umgehen, solange in Sibirien Menschen frieren.

Holzklasse

Eins fällt im Vergleich von deutschen zu amerikanischen Fernseh-Produktionen immer wieder auf: Die Leistungen der amerikanischen Schauspieler sind regelmäßig besser als in vergleichbaren deutschen Produktionen.

Das liegt wohl nicht daran, dass amerikanische Darsteller generell besser wären als deutsche, wie man in vielen deutschen Filmproduktionen immer wieder bewundern kann. Sondern eher daran, dass man in Deutschland schauspielerische Leistungen für prämierenswert hält, denen man ihre Hölzernheit selbst in den kurzen Ausschnitten ansieht, die für die Preisverleihung zusammen geschnitten werden.

Tut mir leid, aber das musste mal gesagt werden, Frau Furtwängler.

Videobeweis

Ich verstehe das nicht.

Bei der Rugby-WM fragt heute der Schiri beim Match Australien-Kanada beim Videorichter nach, ob ein vermeintlicher Versuch der Australier gelungen war. Nach einer Minute entscheidet man: nicht eindeutig zu erkennen, also kein Versuch.

Bei Leverkusen-Bayern hämmert Klose einen Ball an die Unterkante der Latte, der springt, im Fernsehen deutlich zu erkennen, hinter die Linie. Schiri und Linienrichter haben’s nicht gesehen – können aber auch niemanden fragen.

Da muss sich der größte Sport der Welt von den Rugby-Jungs zeigen lassen, wie’s geht. Einfach nur albern.

(Gnädig schweigen wollen wir davon, dass Klose in der Situation den Ball unbedingt 5 Meter auf Toni hätte passen müssen, der freie Bahn zum Tor hatte und die Diskussion gar nicht erst hätte entstehen lassen.)

Diskussionsfreude

Zu schlichte Zustimmung zu meinen Argumenten reizt mich dazu, mir wenigstens selbst zu widersprechen.

Gin and tonic

Ich habe selten Bauchschmerzen. Also konnte ich erst gestern entdecken, dass Gin Tonic hervorragend dagegen hilft – wie eigentlich gegen alle anderen Schmerzen auch.

Level Praying Field?

Wo ist eigentlich der Aushilfs-Rushdie Wallraff, wenn man ihn mal gegen Toleranz- und Verfassungs-Feinde braucht?

Usability im echten Leben

Da fällt mir gerade fast zusammenhanglos ein: Seit einiger Zeit findet man in manchen Parkhäusern, zum Beispiel am Kölner Flughafen, eine unfassbar effektive usability-Verbesserung. Über jedem einzelnen Parkplatz ist dort eine Leuchtdiode angebracht, die rot leuchtet, wenn der Parkplatz belegt ist, und grün, wenn er frei ist. Das hat den Effekt, dass man auf einen Blick vom Beginn der Parkgasse jeden einzelnen freien Parkplätze sieht, auch wenn er 50 Meter entfernt ist und alle anderen Parkplätze belegt sind.

Eigentlich wird ja alles immer besser.

Entertainment Overkill

Da habe ich gerade schon die erste Staffel von “Heroes” vor dem DVD-Player liegen (bin schon bei Folge 20 von 23, deren letzte Viertelstunde ich gestern allerdings verpennt habe; Bericht folgt), außerdem warten noch die Sopranos darauf, dass ich endlich ihre erste Staffel gucke. Bioshock ist auch erst angezockt.

Und in dieser Situation bekomme ich heute Halo 3 und in den nächsten Tagen die zweite Staffel der IT Crowd.

Das Wochenende ist auch schon verplant.

Ich bin sowas von am Arsch. Wenigstens regnet’s.

Fortuna im TV

Hammer: Da gab es ja mal wieder einen richtigen TV-Bericht über Fortuna Köln! Bei YouTube findet sich dieser Beitrag von center.tv über unser grandioses 4-2 gegen Junkersdorf nach 0-2 Rückstand vom vorletzten Spieltag.

Lediglich ein sachlicher Fehler ist anzumerken: Es gibt im Südstadion gar keine Anzeigetafel, wenigstens keine in Betrieb befindliche. Außerdem beachte man das verschmitzte Grinsen von Stephan Glaser, als er eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters gegen Junkersdorf mit unserem “Hexenkessel” erklärt :-)

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