Downloads und die Macht des Marktes
Deutschlands Musikindustrie hat nach einem Zeitungsbericht seit Anfang dieses Jahres 25.000 Strafanzeigen gegen Internetnutzer erstattet, die sich Musik heruntergeladen haben und diese illegal im Netz anbieten.
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[Stefan Michalk, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft] bewertete das massive Vorgehen als Erfolg im Interesse der Künstler und der Plattenfirmen: “2003 gab es in Deutschland 600 Millionen illegaler Downloads, 2006 waren es nur noch 374 Millionen. Nach unserer Erfahrung werden Täter, die einmal erwischt worden sind, nicht rückfällig.”
Dass just im Jahr 2003 ITunes für Windows rauskam und damit legale Downloads ihren Durchbruch schafften, das spielt natürlich keine Rolle…
Auch wenn die Zahl von angeblich 27 Mio legalen Downloads pro Jahr den Rückgang der Tauschbörsen-Downloads nicht direkt ersetzen würde, ist doch offensichtlich, dass
a) bezahlbare legale Downloadangebote eine Atmosphäre schaffen, die Hörer einfach nicht mehr in die Tauschbörsen treibt,
b) Tauschbörsen eine Mode waren, die so langsam ihren Reiz verliert, wenn die Platte erst mal gigabyteweise mit Song vollgeballert ist, und
c) nicht nur Downloadangebote seit einigen Jahren verfügbar sind, sondern vor allem auch Previews bei Amazon, auf den Homepages von Bands und Labels sowie bei MySpace.
Für mich persönlich kann ich sagen: Ich mag es ohnehin CDs zu besitzen. Ich mag es aber nicht, die Katze im Sack zu kaufen. Wenn ich dagegen die Möglichkeit habe, Songs und ganze Alben vorzuhören (früher in Aachen bei Tam Tam), dann gibt es gar keine besondere Notwendigkeit mehr, massenweise Tracks aus Tauschbörsen herunterzuladen, wie ich das bis vor einigen Jahren auch noch getan habe.
Dass sich zudem Kazaa innerhalb von ein, zwei Jahren von einer Tauschbörse zu einer Spyware mit angeflanschter Downloadmöglichkeit entwickelte, trug auch nicht zum Erfolg bei.
Wer also behauptet, User zu verklagen verringere die Zahl der illegalen Downloads, der untersczhätzt zumindestens ganz kräftig die Macht des Marktes.
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