Lange West-Wing-Nacht

Die West-Wing-DVDs sind heute angekommen. Zum Glück ist morgen Ausschlafen angesagt. Der Abend und die Nacht sind jedenfalls gelaufen.

ESC: Live on Tape für mich…

Na super. Da darf ich ab diesem Jahr schon nicht mehr persönlich zum Grand Prix fahren – und dann feiert mein Cousin auch noch am Tag des Finales die Taufe seiner Tochter. Da seine Wohnung nicht so riesengroß ist, jedenfalls kein separates Fernsehzimmer hat, kann ich mir nicht mal sicher sein, dass ich das Event live im Fernsehen verfolgen kann. Werde mir wahrscheinlich in der Nacht zu Sonntag die Aufzeichnung vom Videorekorder ansehen. Was für ein Rückschritt.

Auswärtssieg, Auswärtssieg, Auswärtssieg!

Na endlich:

Der SC Fortuna Köln kann doch noch gewinnen. Zu Gast bei Germania Lich-Steinstraß, feierte das Team von Trainer Ralf Aussem einen 2:1-Sieg und bejubelte damit gleichzeitig den ersten Auswärtserfolg der Saison. „Die Mannschaft hat heute von der ersten Minute an großen Willen und tolles Engagement gezeigt, so dass wir völlig verdient gewonnen haben“, resümierte der erleichterte Coach Ralf Aussem.

Quelle: Fortunas erster Auswärtssieg

Aber auch:

In der Folge drängte Lich auf den Ausgleich, was der Fortuna zahlreiche Konterchancen ermöglichte. Diese wurden entweder leichtfertig vergeben, oder vom Schiedsrichter zurück gepfiffen.
So ging es bis zur 90. Minute weiter.

Dann hatte der Schiedsrichter seinen großen Auftritt.
Erst gab er in der 90. Minute Conny Wieting und Alfred Gase die rote Karte wegen gegenseitigen (!) Kopfstoßes, und in der 94. Minute Lennart Krippner auf der Ersatzbank ebenfalls Rot wegen unsportlichen Verhaltens.

So blieb es beim sehr wichtigen, jedoch teuer erkauften 2:1 Sieg für unsere Fortuna.

Quelle: Nur fast verpfiffen

Ein in der Tabelle ganz wichtiger Sieg nach dem freitäglichen Auswärtssieg von Leverkusen in Berrenrath: An Leverkusen dran geblieben, Berrenrath vorläufig abgehängt. In der Tabelle ist die Fortuna jetzt sogar 9., allerdings nur mit einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze ab Rang 13. Am Sonntag muss mit einem Heimsieg gegen den schon etwas abgeschlagenen Tabellenletzten Dürwiß ein weiterer Schritt zum Klassenerhalt folgen.

Motivationstheoretiker Kahn

Es ist wirklich erstaunlich, wie präzise Oliver Kahn in der aktuellen Ausgabe der 11Freunde die Ergebnisse von Frederick Herzbergs berühmter Motivationsstudie zusammenfassen kann:

Es ist eine einfache Gleichung: Aus disziplinierter Arbeit entsteht Erfolg und Erfolg macht Spaß. Misserfolg macht mir keinen Spaß. Die junge Spieler-Generation muss erst einmal zeigen, ob ihr Weg über Lockerheit und Spaß auch zum Erfolg führt.

Genau so ist es: Erfolg ist (nach Herzberg) ein Motivator. Und um Erfolg zu haben braucht man, zumal auf Leistungssportniveau, diszipliniertes Training. Spaß als Ausdruck von Motivation kommt von Erfolg, nicht umgekehrt.

Kurz reingeschaut: Sunshine

In aller Kürze: Ein leider leider leider sehr mittelmäßiger Film. Zu viel Pathos und Ernsthaftigkeit, zu wenig Humor und Geld für gute Dialoge. Außerdem noch kein Gespür für Timing. Da folgt eine Szene auf die nächste, ohne dass der Film auch nur mal ein paar Minuten Anlauf nimmt.

Und außerdem darf ich mir erlauben, hier mal ein paar dämliche Fehler zu korrigerien. Ich weiß, es ist Science-Fiction, und der “Fiction”-Teil erlaubt eine ganze Menge, aber folgende Dinge sind einfach unnötig, erfüllen keinen dramaturgischen oder inszenatorischen Zweck:

  • In einer Zukunft, in der Computer auf menschliche Sprache reagieren und mit menschlicher Stimme sprechen, muss der Textteil von Krankenakten nicht mehr Buchstabe für Buchstabe grün auf schwarz erscheinen, jeder Buchstabe begleitet von einem leisen “Did”-Sound. Sowas ist spätestens seit BTX out.
     

  • Ebensowenig müssen Videobotschaften, wenn sie mit sichtbarem Bild zurückgespult werden, das Bild in grobe Klötzchen vergröbern. Mein Schneider Prime Timer von ca. 2001 kann das schon immer ohne erkennbaren Verlust von Bildqualität.
     

  • Ein Mensch, der sich ungeschützt dem Weltraum aussetzt, erfriert auch im Schatten nicht sofort. Zwar ist es richtig, dass der beschattete Weltraum scheiße kalt ist. Nur enthält er eben auch weniger Materie als Vakuum, so dass der Temperaturverlust eines Körpers im Weltraum ausschließlich durch die Abgabe von Strahlungsenergie geschieht, was nicht schnell geht: Das Thermoskannenprinzip.

    Eine Abschätzung:
    _ Oberfläche eines Menschen: grob 3 m2
    _ Oberflächentemperatur eines Menschen: 300 Kelvin
    _ Emissionsgrad eines Menschen: 0,92 (gleich dem von Wasser)
    Damit strahlt ein Mensch laut dem Stefan-Boltzmann-Gesetz mit einer Leistung von rund 1.200 Watt.

    Um den Wärmeinhalt eines 80kg schweren Menschen um 1°C zu senken, muss er (bei einer spezifischen Wärmekapazität von Wasser von 4,187 kJ/kg/K) über 300.000 J abgeben.

    Bei einer Abstrahlleistung Leistung von 1.200 W dauert das: 250 Sekunden. Sprich, erst nach gut 4 Minuten ist die Körpertemperatur im beschatteten Weltall um ein Grad (!) gesunken. Hätten wir diesen SciFi-Mythos wohl mal atomisiert.

    Und: Zu dramaturgischen Zwecken würde die Luftlosigkeit des Weltalls vollkommen ausreichen. Würde Wolfgang Petersen jedenfalls auch unterschreiben, sag ich mal.
     

  • Schließlich: Auch bei einer Maximalgeschwindigkeit von 29.000 km/h zischt ein Raumschiff nicht dermaßen schnell am Merkur vorbei, wie hier in der Anfangsszene gezeigt, zumal nicht in so einer Entfernung. (Zum Vergleich: Die Bahngeschwindigkeit der Erde um die Sonne beträgt ungefähr 100.000 km/h.)

Irgendwie hat eine Menge genervt, in dem Film, aber davon später noch mehr.

A Brazzo Fan Should Love It

Ich mag die Fernseh-Auftritte von Frank Zappa aus dem gleichen Grund, aus dem ich Brazzo Salihamidzic mag: Beide sind offensichtlich nette Kerle, die aber, wenn es um die Sache geht, gnadenlos werden, alles für den Sieg tun und zugunsten ihres Anliegens sogar darauf verzichten, sympathisch zu wirken.

Wo bleibt der Frank Zappa der Killerspieldebatte?

“Parents Music Resource Center” Senate Hearing

Frank Zappa streitet in der Sendung “Nightmatch” mit Kandy Stroud von der PMRC

Zappa zum selben Thema bei “Nightline”.
(Hier kann man übrigens eines der offensichtlichen Vorbilder des Moderationsstils von Frank Plasberg sehen: Ted Koppel. Warum gibt es im deutschen TV statt Illner und Christiansen nicht viel mehr Koppels?)

Meine Superkraft

Manchmal glaube ich, jeder Mensch hat eine Superkraft: Etwa Fliegen. Oder groß, grün und kräftig werden zu können, ohne eine Kaulquappe zu sein. Wasser in Wein verwandeln zu können. Oder Geld in Schuhe.

Spätestens seit gestern bin ich fest davon überzeugt, dass ich auch eine Superkraft habe. War mir schon vorher oft aufgefallen, die Kraft, aber gestern hatte ich das letzte notwendige Erweckungserlebnis.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Kraft nicht verpufft, wenn ich sie ausspreche, aber ich tu’s trotzdem. Meine Superkraft ist: Ich kann bei Reisen über große Distanzen auf die Minute pünktlich ankommen.

Ohne Scheiß jetzt. Aufgefallen ist es mir schon häufig bei Reisen nach Düsseldorf, wo ich oft Freunde besuche. Immerhin ein 30-45-Minuten-Trip, je nach genauer Örtlichkeit, verbunden mit Parkplatzsuche. Wenn ich einen Freund besuchte, der früher unmittelbar am Fürstenplatz wohnte, dann konnte ich um 20 Uhr angekündigt sein, und klingelte auf die Minute um 20 Uhr – auch nach einer in dieser Gegend unkalkulierbaren Parkplatzsuche.

Gestern aber habe ich mich selbst übertroffen. Ich reiste zum ersten Mal in meinem Leben mit dem Auto von Köln nach Bielefeld. Google Maps berechnet die Reisezeit zu fast genau 2 Stunden. Ich musste um 14 Uhr vor Ort sein und kalkulierte,

  • dass Google Maps mit einer etwas langsameren Durchschnittsgeschwindigkeit rechnet, als ich fahre,

  • dass am Kamener Kreuz kein Stau zu erwarten war, weil ich noch früh genug vor dem Wochenendreiseverkehr dran war,
  • dass trotzdem irgendetwas Unvorhergesehenes passieren könnte.

Die Abreisezeit legte ich also mit etwas Luft auf 11:30 Uhr fest – 2,5h vor angekündigter Ankunft. Natürlich passierte Unvorhergesehenes:

  • Das Kamener Kreuz war frei, nicht aber die Baustelle vor dem Westhofener Kreuz: 6 km Stau.

  • Einige Kilometer zähfließender Verkehr kurz nach dem Kamener Kreuz auf dem noch zweispurigen Stück der A2.
  • Die Google-Maps-Wegbeschreibung ist bei Schritt 8 falsch: Man muss nicht Richtung Detmold fahren, sondern Richtung Bielefeld Zentrum, was mir erst nach einigen Kilometern offenbar wurde.
  • Die Strecke von der Autobahnausfahrt ins Zentrum ist quasi eine Allee – von roten Ampeln.

Also: Stau, zähfließender Verkehr, kurz verfahren, und auf 7 km Schlussstück ca. 10 rote Ampeln. Dann noch Parkplatzsuche. Und wann öffnete ich die Tür zum Zielgebäude? Um 14:00 Uhr. Auf die Minute. Ich bin mir selbst ein bisschen unheimlich.

(Übrigens: Es gibt Frauen, die stehen drauf.)

Wer ist hier die Bockwurst?

Ich weiß ja nicht… Klar ist mir Marions Kochbuch unsympathisch, ihr Abmahnverhalten allemal.

Aber mal im Ernst: Wie blöd kann man sein, wenn man es für nötig hält, ein Bockwurstbild von irgendwo aus dem Web zu klauen und sich dafür abmahnen zu lassen? (via)

Kleiner Tipp:
http://www.flickr.com/photos/markus-merz/144579476/
http://www.flickr.com/photos/22868355@N00/179726498/
http://www.flickr.com/photos/stompy/329411042/

Alle unter Creative Commons lizensiert. Und so findet man sowas.

Und wer sich hinterher beschweren will, es sei doch nur ein Bockwurst-Bild gewesen: Wenn es dir nicht wichtig war, hättest du es auch nicht benutzen müssen. Und so wichtig wie demjenigen, der es auf seine Website setzt, kann selbst ein Bockwurst-Bild auch einem Abmahner allemal sein.

Unterm Strich: Ich kann mich einfach nicht entscheiden, wen ich in so einem Fall für die größere Bockwurst halte.

Eat this, II-VI-er!

Das muss jetzt keiner en detail verstehen: Meine Diplomarbeit habe ich in einem Halbleiterinstitut geschrieben. Ich gehörte zur III-V-er Gruppe, die im steten Wettstreit mit den II-VI-ern lag. Damals hatten die II-VI-er ständig die Nase vorn, insbesondere bei der Entwicklung der ersten blau leuchtenden LED.

Da ist es ein historischer Vorbeimarsch, wenn jetzt das Fernsehen der Zukunft auf III-V-Halbleitern aufbaut. Und wir hatten doch Recht!

Der Feind in seinem Blog

Ja wie jetzt? Da kotzt sich Stefan Niggemeier regelmäßig über die Qualität von Spiegel Online aus und gibt dann ebendort ein Interview?

Das kann man ja noch als aktive Maßnahme zur Qualitätssteigerung von SpOn verstehen. Aber wenn Niggemeier dann im Kasten zum Interview vorgestellt wird mit den Worten “Der Jounalist Stefan Niggemeier betreibt Bild-Blog” – dann ist schon laut Bildblog-Impressum in dieser Verknappung doppelt falsch:

Verantwortlich laut Telemediengesetz:
Christoph Schultheis
Bevernstr. 4
10997 Berlin
christoph.schultheis@bildblog.de

BILDblog ist ein Angebot der
B-Blog GbR
Stefan Niggemeier
Christoph Schultheis

Betreiber von Bildblog ist eine GbR, an der Niggemeier beteiligt ist, und verantwortlich für Bildblog “laut Telemediengesetz” ist nicht er, sondern sein Kompagnon.

Hätte man eben drauf bestehen sollen, dass nicht der Redaktionspraktikant den Kasten betextet.

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