FireTube und SpaceFox
Sonntag. Rückflug nach Deutschland. Ich trage mein Firefox-Poloshirt. Wer das nerdig findet, der brauchte noch nie einen neuen Freund: Ich habe kein einzelnes anderes Stück Kleidung, auf Grund dessen man so gut mit anderen Leuten ins Gespräch kommt. Nicht mal ein Bayern-Trikot im “Nebraska” in Playa de Albir bringt mehr Leute dazu, einen anzusprechen.
In dem Moment, in dem ich also das Flugzeug bestieg, quatschte mich der am Eingang die Passagiere empfangende Steward an:
Steward so: Firefox, das ist was mit Internet, oder?
Ich so: Ja, genau.
Steward so: Das braucht man, um sich bei YouTube Videos anzugucken, oder?
Ich so: Das brauchen Sie eigentlich immer, wenn Sie sich im Internet eine Seite ansehen wollen.
Steward so: Ja? Ich brauchte das nur für YouTube.
Ich so: Na dann… Guten Flug!
Ich bin mir nicht sicher, wie ich das Gespräch bewerten soll: Macht Firefox zu wenig Werbung, um als Browser wahrgenommen zu werden? Ist es ein gutes Zeichen, wenn Nutzern egal wird, welchen Browser sie benutzen, weil für sie nur die Inhalte zählen, nicht aber das vermittelnde Programm? Meine Eltern sehen das genauso: Für die sind “Internet” und “Internet Explorer” unreflektiert synonym. Warum etwas anderes als den IE benutzen, wenn da doch schon das ganze Internet drin ist?
Letztlich bleibt aber mysteriös, weshalb der Kollege Steward gerade für YouTube-Videos der Meinung war, man könne sie nur mit Firefox betrachten. Vielleicht ist das auch eine Expansions-Chance für Firefox: Spezielle, vielleicht gebrandete Site-Versionen herausbringen, also etwa den FireTube oder den SpaceFox und so Nutzer generieren, die anders nie über Mozilla gestolpert wären?
In The Tube Tonight
Saucool! “In the air tonight” a capella in der Pariser Metro.
Urlaubs-Review
Es war ein abwechslungsreicher Urlaub.
Autofahren durch typische Urbanizaciones:
Elvis in Benidorm (inkl. Rugby-Übertragung):
Karneval in Calpe:
Mehr Karneval in Calpe:
Hier gibt’s auch Fotos vom Karneval in Calpe.
Angeln im Stausee von Guadalest:
you gotta love AdSense …
… das Ergebnis von Werbung im Kontext ist manchmal witzig, hier möglicherweise pietätlos – aber das erwartungsvolle Lächeln des Typen treibt mich schier in den Wahnsinn.

Fortuna unentschieden
Und die Fortuna spielt natürlich mal wieder unentschieden, dieses Mal im Hassduell bei Viktoria Köln:
Der Viktoria fehlten die spielerischen Möglichkeiten, die die Fortuna ebenfalls nicht zeigte.
Klingt nicht so, als hätte ich bei regnerischem Wetter einen echten Kracher verpasst. Karpfenangeln in Spanien war da bestimmt die bessere Sonntagsgestaltung.
FC im Abstiegskampf
Uiuiui:
Fußball-Profi Matthias Scherz vom Zweitligisten 1. FC Köln wird seinem Club in der Schlussphase der Saison fehlen. [...] “Die Saison ist gelaufen”, sagte Scherz am Montag in Köln.
http://www.ksta.de/html/artikel/1172444497391.shtml
Scherz war einer der wenigen, die in den vergangenen Wochen beim Effzeh noch was gerissen haben. Jetzt geht’s gegen den Abstieg: Zum Aufstieg sind es elf Punkte, zum Abstieg neun. Nach einem Heimunentschieden gegen den Tabellendreizehnten darf man sich da keine falschen Vorstellungen machen…
Wrap-Up aus Spanien
Die Tage noch eine ausführlichere Dokumentation mit Videos. Bis dahin im Schnelldurchlauf:
Freitag: Großeinkauf im Hipermercado, Kuchenessen, Ausgehen nach Benidorm, Tapas gegessen, Elvis gesehen
Samstag: Karneval in Calpe, mit Zoch und Prunksitzung (erstaunlich gut!)
Sonntag: Angeln am Stausee von Guadalest, einen Karpfen gefangen, in den Goldfischteich ausgesetzt; Rückflug zur Abwechslung nicht mit Rentnern sondern mit Holländern vollbesetzt
Zwischenstand aus Spanien
Sonntag: Abflug 4 Stunden früher als im Kopf gehabt. Folge: Hektik mitten im Karneval. Geht gar nicht.
Montag: In hochgekrempelten Hosen und kurzem Hemd zu viert eine Polonaise über den Strand von Benidorm gemacht. Gesamtalter der Teilnehmer: 87 Jahre. Zwei Teilnehmer noch nicht schulpflichtig.
Dienstag: Im Brazzo-Trikot im Nebraska in Playa de Albir Real-Bayern gesehen. Bei jedem Ellebogencheck von Salihamidcic mit beiden Daumen auf den Schriftzug auf dem Rücken gedeutet. Dennoch unbeschädigt davon gekommen. Die einzigen Hardcore-Real-Fans in dem Laden waren Engländer.
Mittwoch: Entspannungstag. Frauen beim Reiten vor Berglandschaft zugeschaut. Könnte ein Hobby werden.
Heute: Kleiner Ausflug in ein Nachbardorf. Nachmittags dann drei Stöckchen zum Grillplatz getragen. Den Rest der Stöcke von den nicht-schulpflichtigen Polonaiseteilnehmern tragen lassen.
Jeden Tag: Ausführliches Marca-Studium bei Cafe con leche im Nebraska in Playa de Albir.
Urlaub, wie ich ihn mir vorstelle.
¡Adios, amigos!
Wir lesen uns in einer Woche. Oder Ihr besucht mich hier in der Ecke. Soll auch wettertechnisch ganz nett werden.
Aber vor allem habe ich eben das Brazzo-Trikot eingepackt. Am Dienstag geht es um alles: Real spielt in diesem Jahr in der nationalen Liga eine seiner besten Auswärtssaisons jemals. Lediglich im eigenen Stadion lässt man Punkt um Punkt: “El Santiago Bernabéu está siendo la cruz del Real Madrid esta temporada” schreibt die Marca just heute. Wenn der große FCB also am Dienstag nicht gewinnt oder wenigstens eine hohes Unentschieden erreicht, dann wird es ganz, ganz schwer werden. Das Rückspiel zu Hause ist in diesem Fall nicht unbedingt ein Vorteil.
Wieverfasteleer
Du weißt, dass es eine gute Weiberfastnachtsparty war, wenn der Kneipier (mittleres Bild), mit dem Du für die Firma einen All-Inclusive-Tarif ausgemacht hast, um 22 Uhr bettelnd angekrochen kommt: Man solle ihn doch bitte nicht in die Pleite trinken. Und ob man jetzt nicht einfach gehen könne, er müsse schließlich noch aufräumen.
Eine leicht erhöhte Kopfpauschale später und nach dem Streichen von Kurzen aus der Getränkekarte ist die Welt dann aber für beide Seiten wieder in Ordnung und Wirt und Gäste lachen wieder. Mer steiht schließlich zesamme, bei uns em Veedel.
Heute geht’s noch mal in die Südstadt feiern, morgen dann nach Spanien. Dann wird hier voraussichtlich für eine Woche Ruhe sein.
