Ampferbabsi

Bewunderswerte Sprecherleistung! Andererseits, wenn er sich versprochen hätte: Mir würd’s nicht auffallen.

Im übrigen aus Kölscher Sicht sehr sympathisch, dass eine der jungen Damen Bärbel heißt. Babsi wäre in jeder Hinsicht nur halb so charmant.

P.S.: Knöterichgewächse

Portugiesisches Tie Eitsch

Die Aussprache der Namen ausländischer Fußballer ist nun wirklich undankbar. Schließlich kommen die aus aller Herren Länder, und wie man zum Beispiel Herrn Krzynówek ausspricht, das wird in den Volksschulen, wenigstens denen von Wolfsburg, natürlich nicht gelehrt- obwohl gerade dieser Sportskamaerad überraschenderweise immer korrekt ausgesprochen wird.

Einer, bei dem sich eine falsche Aussprache bei allen Reportern etabliert hat, ist zum Beispiel Herr Demichelis. Statt dem gewohnten Demikelis müsste es spanisch (und auch argentinisch) korrekt Demitschelis heißen.

Insofern ist es schon lobenswert und auch einfach höflich, wenn sich Fernsehreporter um eine korrekte Namensaussprache bemühen. Aber wenn dann einer schon mal einfach auszusprechen ist, dann muss man sich auch nicht verbiegen. Im Portugiesischen gibt es nämlich im Gegensatz zum Spanischen überhaupt kein Tie-Eitsch-Phonem. Und da der Kollege Lucio bekanntermaßen brasilianischer Nationalverteidiger ist, spricht er sich, wie man ihn auch auf Deutsch aussprechen würde – und nicht etwa Luthio. Auch wenn Sie da bestimmt lange für geübt haben, Herr Hansch.

P.S.: Und bei Claudio Pizarro, Herr Hansch, ist das leider doppelt vertrackt. Wäre der Herr Spanier, würde er tatsächlich Pitharro ausgesprochen, wie Sie ab und an einstreuen. Da er aber Peruaner und damit Südamerikaner ist, spricht man ihn Pißarro. Das von Ihnen alternativ verwendete Pizarro (mit deutschem “z”) ist dagegen völlig falsch.

7 ist die Mitte von 10

Sehr spannend: Jan von (sorry, Mama) kackreiz.net hat mal aufgetragen, wie viele Spiele bei gamespot.com welche Wertung erreichen. Ergebnis: Der Mittelwert aller Bewertungen ist 6,8, wobei nur ein Viertel aller Spiele überhaupt eine Bewertung bekommt.

Interessant ist nun, dass ich behaupten würde, dass exakt dieser Mittelwert auch bei einer vergleichbaren Statistik von IMDB-Bewertungen erreicht würde – insbesondere wenn man die komplett unwesentlichen Filme einfach weglassen würde.

Ein normal guter Film hat in der IMDB eine gefühlte Bewertung von 7. Eine auch nur leichte Abweichung nach oben oder unten ist relativ signifikant für die Güte des Films: Der bestbewertete Film überhaupt (”Der Pate”) hat in der IMDB eine Durchschnittswertung von 9,1. Der 250. Film auf der IMDB-Bestenliste (immerhin “Die Unbestechlichen”) schon nur noch eine 7,8.

Auch ich gebe in meinen IMDB-Bewertungen für einen normal guten Film eine 7. Mit dem Sehen (und erst recht der Bewertung) von wirklich mittelmäßigen oder schlechten Filmen halte ich mich in der Regel gar nicht erst auf.

So geht es den GameSpot-Redakteuren anscheinend auch. Die gefühlte Bewertungsmitte auf einer Skala von 1 bis 10 ist einfach eine 7. Gut zu wissen.

Triple Opt-Out

Die hätte ich ja nun endgültig Bock abzumahnen: Preis-festival.de, die Erfinder des Exkulpativen Triple-Opt-Out-Verfahrens™.

Jemand anders hat irrtümlich meine Emailadresse bei einem Newsletter angemeldet. Die Mail an mich:

Hallo Herr [Name gelöscht],

herzlichen Dank für Ihre Teilnahme bei Preis-festival.de. Mit ein wenig Glück sind Sie bald Gewinner eines tollen Preises!

Bitte reagieren Sie nicht auf diese e-Mail.

Wenn Sie von Ihrer Teilnahme absehen wollen, klicken Sie dann bitte diesen Link:

Ich möchte NICHT teilnehmen.

Ich folge dem Link sogar und werde mit diesem Abmeldeformular konfrontiert:

Hallo Herr, Frau,

Sie wollen sich für den Preis-festival.de-Newsletter abmelden.

Wir bedauern Abschied von Ihnen nehmen zu müssen. Wir möchten Sie freundlich bitten die Begründung Ihrer Abmeldung anzugeben, damit wir unsere Dienstleistung optimalisieren können.

[Eingabefeld] (maximal 200 Zeichen)

Bitte geben Sie hier die betreffende E-Mailadresse ein:
[Eingabefeld]

Sie werden nach dieser Eingabe eine E-Mail erhalten, in der Sie bitte die Abmeldung bestätigen. Danach werden wir Ihre Daten löschen.

Ich verstehe das richtig:
1. Ich kann nicht rein-opten, in deren Newsletter, ich muss explizit raus-opten.
2. Zum Opt-Out muss ich eine Begründung angeben.
3. Das Opt-Out soll ich anschließend noch mal explizit bestätigen.

Ich glaube, die bekommen Post von mir. Da reg ich mich jetzt mal drüber auf.

Word zu Fuß

Es gibt tatsächlich Leute, die ich zum Glück nicht persönlich kenne, die nummerieren ihre Überschriften in einem Word-Dokument von Hand durch – und anschließend schreiben sie das Inhaltsverzeichnis von Hand.

Da fragt man sich doch, ob eine Schreibmaschine nicht billiger als Word ist. Ist sie übrigens.

Kurz reingeguckt: Boston Legal

Nach der Champions League habe ich mir gestern im Schnelldurchlauf von der Festplatte die aufgenommene Folge von Boston Legal angesehen. Die Serie wurde verschiedentlich in höchsten Tönen gelobt.

Erster Eindruck: Na, ich weiß ja nicht. Es spricht vielleicht schon die Tatsache Bände, dass die Serie in den USA bereits in der dritten Staffel ist, aber in der IMDB noch keine fünf User ihre Sternchen-Beurteilung abgegeben haben.

Die erste Folge ließ auch mich ziemlich kalt. Man ahnt, wie das alles gemeint ist: Intrigant, böse, sexy, hinterhältig. Quasi die Bad Cops unter den Anwälten. Schnell geschnitten, schöne, intelligente Menschen, und die Bilder immer wieder mit lauter, rockig-grooviger Musik unterlegt.

Aber bereits nach wenigen Minuten wirkt das spekulativ und kunsthandwerklich. Denn wie so oft im Fernsehen fehlt eine wichtige Zutat, die zum Beispiel The Office oder auch Ally McBeal, der Mutter aller modernen Anwaltsserien, zu wahrer Größe verhalf: Tragik. Gebrochenheit. Traurigkeit. Eben wahre Tiefe, die Kitsch von Kunst unterscheidet.

Immer nur schnell und cool ist auf die Dauer langweilig, weil oberflächlich. Oder es müsste viiiieeel witziger sein. Ich gebe dem Produkt noch ein paar Folgen, aber ich befürchte, da kommt nichts mehr.

[UPDATE] Meine Kurzkritik zur zweiten Folge: http://blogs.23.nu/bubbleboy/stories/12966/

Neuer Rechner

Soderle.

Den Kampf um den aktuellen ALDI-Medion-PC erfolgreich bestanden (war gar nicht hart), Kiste angestöpselt, Windows-Schema auf “klassisch” eingestellt, Maus auf die richtige Geschwindigkeit gestellt (i.e.: dead fast), DSL-Verbindung eingerichtet, Firefox runtergeladen, zum Standardbrowser gemacht, IE vom Desktop gelöscht, blogs.23.nu aufgerufen, diesen Eintrag geschrieben.

Jetzt kann ich erst mal in Ruhe arbeiten gehen. Am Wochenende wird weiterkonfiguriert.

OpenBC crossing

Mail von Lars Hinrichs: openBC heißt ab dem nächsten Jahr “XING“.

Aber wie spricht man das jetzt bitte aus: Icksing? Ecksing? Ksing? Sing? Oder sogar Crossing?

Selten dämlich.

Alle beneiden Kerner

Johannes B. Kerner schlägt zurück: Eh alle nur neidisch gewesen. …mehr im demagogen…

Johannes B. Kerner: Unbestechlich und journalistisch integer

Shell hatte es noch wenigstens hinterher verstanden. Herr Kerner aber glaubt, es sei die Zeit zum Gegenschlag gekommen: Kerner wirft seinen Kritikern “bösen Willen” vor

Kerner selbst findet an seinen umstrittenen Werbeverträgen allerdings überhaupt nichts verwerfliches [...]. Schließlich sei er trotz der Werbevertärge ja “nicht auf irgendeine Art abhängig”.

Nee, is klar. Neulich am Wochenende, nachts schaltete ich in die große Kir-Royal-Nacht rein und durfte in der ersten Folge mal wieder Mario Adorf als Klebstoff-Fabrikant Heinrich Haffenloher zu Baby Schimmerlos sagen hören: “Ich kleb dich zu, von oben bis unten. Mit meinem Geld. Ich kauf dich einfach. [...] Ich schieb es dir hinten und vorne rein. Ich scheiss dich so was von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast. Ich schick dir jeden Tag Cash in einem Koffer. Das schickst du zurück.Einmal, zweimal, vielleicht sogar ein drittes Mal. Aber ich schick dir jedes Mal mehr. Und irgendwann kommt dann mal der Punkt, da bist du so mürbe und so fertig und die Versuchung ist so gross, da nimmst du es. Und dann hab ich dich, dann gehörst du mir, dann bist du mein Knecht.”

Herr Kerner ist da bestimmt gegen gefeit. Mit Geld kauft man doch keine Menschen…

Abgesehen von dem unvermeidlichen Die-sind-ja-alle-nur-neidisch-FörmchenArgument, wird es aber tatsächlich noch besser:

“Man kann durch Werbung auch neues Publikum finden”, sagt Kerner. “Die Rezipienten von Fernsehwerbung sind ja hauptsächlich jüngere Leute, ein Publikum, das sich traditionell beim ZDF nicht gerade zuhauf versammelt.”

Mein Gott. Das ist die endgültige Abschaffung jedes journalistischen Selbstwertgefühls: Die Werbung wird als Grund propagiert, warum die Zuschauer die eigene Sendung einschalten.

Bei MTV kann man das ja seit 25 Jahren als Programmzweck durchgehen lassen. Aber als Gebührenzahler wäre das für mich ein Grund, Kerners sofortige Kündigung zu verlangen.

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