Von Saddam und Adolf

Heute finde ich in der SZ gleich zwei große Interviews.

Im Sport-Teil gibt es ein ganzseitiges Interview mit Felix “Saddam” Magath, schon als Saisonrückblick angelegt (“Ich bin ein Diener des Vereins.”). Darin zeigt sich der sehr interessante Zwiespalt zwischen den zwei Felix Magaths. Dem einen, der als Spieler bei Happel und Zebec durch eine Schule von Nicht-Kommunikatoren und absolutistischen Führern (siehe auch unten) gegangen ist und aus dieser Zeit ein paar krasse Anekdoten zum besten gibt. Und dem anderen Magath, der sich als guter, fürsorglicher Chef für seine Spieler versteht. Sehr, sehr, sehr interessant. Quasi ein Lehrstück über den Wandel der Management-Kultur während der letzten 20 Jahre – auch außerhalb des Sports.

Auf der letzten Seite der Wochenendbeilage, im wie üblich auch ganzseitigen Interview, spricht Harald Schmidt über Hitler (Harald Schmidt über Hitler). In diesem Interview werden von Schmidt wie auch vom Interviewer Willi Winkler endlich mal die Darstellung von Hitler durch Bruno Ganz (Schmidt: “Ich war ja bei der Premiere in Berlin. Und habe gelacht. Aber da war ich der Einzige.”) und von Oskar Schindler durch Liam Neeson (Schmidt: “Ich fand Ralph Fiennes als Amon Göth viel besser.”) gebasht. Des weiteren geht es darum, ob man bei der Bambiverleihung Adolf Hitler danken kann, ob man bei einer Autofahrt durch Köln-Mühlheim Führerreden hören sollte und wie man hawaiianischen Taxifahrern erklärt, wie man Hitler nicht mögen kann – trotz der Autobahnen.

Insgesamt also: Bitte die SZ von heute kaufen und einrahmen!

Herzlichen 50-millionensten!

Firefox hat die Grenze von 50 Mio. Downloads überschritten.

Was mich weiterhin wundert: Mit 50 Mio. Downloads (nicht mal Installationen!) eines zentralen Internetzugangs-Programms kann man in einer Welt von 6 Milliarden Menschen einen Marktanteil von 10-20% erreichen. Das zeigt, wie klein und elitär dieses Medium noch immer ist.

Freitag, 29. April 2005

Donnerstag, 28. April 2005

Usability bei Premiere

Hatte ich neulich noch behauptet, 2005 werde das Jahr der Usability, so weiß dogfood aktuell vom Gegenteil zu berichten. Wer hätte gedacht, dass man sowas Schreckliches gestalten kann?

Usabilitytechnisch war Premiere in Kombination mit den D-Boxenherstellern sowieso schon immer ganz schlimm. Es beginnt damit, dass man auf meiner Box, um einen Kanal hochzuschalten, das Steuerkreuz nach unten drücken muss. Runter drücken = hoch schalten. Klar. Auch die fehlende Möglichkeit, durch die verschiedenen Kanäle von Multifeeds zu zappen ist unverzeihlich. Um sich einen Überblick über die Bundesligaspiele an einem langweiligen Spieltag zu verschaffen, muss man jeden Kanal einzeln anwählen – wofür man jedes mal drei verschiedene Tasten (grün, Steuerkreuz, OK) braucht. Schlimmer geht’s nimmer.

Ich hab den Eindruck, die bräuchten mal ne gute Agentur. Ob ich mal einen unserer Accounter drauf hetzen sollte?

The great divide

News.com berichtet über “Internet-Analphabeten”: Internet-illiterate parents hold back kids:

Parents who lack Internet skills could be damaging their children’s education and job prospects, leaving them on the wrong side of the growing digital divide, researchers said Thursday.
[...]
“Of the parents we surveyed, 18 percent–nearly a fifth–said they don’t know how to help their children use the Internet safely,” Livingstone said.

Ich würde fragen: Nur 18%? Finde ich eigentlich eine gute Quote. Ich glaube, denen ist nicht klar, wie viele Leute nicht richtig lesen oder schreiben können. Alleine vier Millionen Deutsche sind Analphabeten. Aber man muss nicht Analphabet sein, um Schwierigkeiten in unserer Kultur zu haben.

Mein Lieblingsbeispiel in dieser Hinsicht ist immer die ehemalige Haushälterin meiner Eltern: Die Dame war keine Analphabetin, kam aber irgendwann verzweifelt zurück, als sie für meine kleine Schwester die beste Abfahrtzeit des Busses zur Schule raussuchen sollte: Sie konnte den Busfahrplan nicht lesen. Das Konzept von Spalten (Tage) und Zeilen (Stunden), in denen dann nur noch die Minuten standen, überforderte sie.

Das zeigt, wie intellektuell anspruchsvoll in unserer Schriftkultur teilweise schon die einfachsten Dinge sind. Ganz zu schweigen von der Installation und Bedienung eines Computers. Und da soll man sich wundern, wenn 18 % aller Menschen ihren Kindern nicht zeigen können, wie sie das Internet benutzen? Ich glaube, in Wirklichkeit sind es viel mehr. Wir blenden viel zu oft aus, wie viele Menschen es gibt, die wir Netizens geistig zurücklassen.

3, 2, 1…. meins?

Mittwoch, 27. April 2005

Really Simple Advertising

War ja klar, dass das nicht so werbefrei weiter gehen konnte: Google tests out blog ad service

This week, Google spawned a version of AdSense that allows publishers to send a text or banner advertisement alongside syndicated content using Really Simple Syndication (RSS) or Atom, Google’s adopted format.
[...]
Robert McLaws, publisher of a Microsoft-focused blog called Longhornblogs.com, is one of the first to experiment with the Google ads this week. [...] “It will be a change for the better, but I hope people don’t go crazy,” McLaws said. “Simple, relevant text link ads in RSS are one thing. Flashing banner ads like ‘Shoot Mario to win an iPod’ are another thing.”

Na ich bin gespannt, wie lange wir darauf warten müssen, dass Super-Mario quer durch den RSS-Reader tanzt…

P.S.: Apropos: Hat schon irgendjemand Erfahrungen mit dem Nintendo DS gemacht?

Mittwoch, 26. April 2005

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