Rocking Christmas

Alles, was Weihnachten braucht: Baum, Lagerfeuer, Laserpistole – und technisch sehens(!)wert gespielte Thin-Lizzy-Gitarrensoli: The Darkness, “Christmas Time (Don’t Let The Bells End) auf http://www.thedarknessrock.com/.



Frohes Fest!

Toll Collect und der tägliche Kampf des Projektmanagers

Im Projektmanagement-Lehrstück um Stolpe und Toll Collect gibt es jetzt einen weiteren Akt in zwei Szenen:

1. Toll Collect hatte sich zunächst geweigert, einen verbindlichen Starttermin zu nennen, hat das jetzt aber doch getan – irgendwie: “…Starttermin im vierten Quartal 2004, spätestens aber im ersten Quartal 2005…” Warum sagen die nicht einfach 31. März 2005? Zwei Möglichkeiten: Entweder Politik ist in diesem Projekt wichtiger als Management, oder das Projekt ist noch in einem Zustand, der keine halbwegs verlässliche Schätzung eines Endtermin zulässt. Oder beides… gulp.

2. Der Spiegel weiß: “Verkehrsminister Manfred Stolpe will mit Toll Collect notfalls auch über Weihnachten verhandeln, um 2004 ein funktionierendes Maut-System zu bekommen.” Hallo? Ein funktionierendes System kann man nicht verhandeln, ein funktionierendes System kann man nur bauen – und das dauert eben so lange wie es dauert. (Im übrigen wären nur zwei Jahre Projektdauer für ein Vorhaben dieser Größenordnung ziemlich gut!)

Mehrfach schon wurde befürchtet, dass das “Maut-Desaster” den Standort Deutschland beschädigt. Mehr als alles andere beschädigt es aber die alltägliche Situation von Projektmanagern, die ihre Disziplin schon bisher laufend gegen unsittliche Anträge verteidigen müssen. Na denn man frohe Weihnachten!

Plädoyer für die Leermedienabgabe

In der mittlerweile notorischen Copyright-Diskussion verlieren scheinbar beide Seiten die Orientierung:

[Judge John] Roberts questioned whether the fact that copyrighted files were publicly accessible on someone’s computer necessarily means the Internet user is illegally distributing those files. [...] “Isn’t this equivalent to my leaving the door to my library open?” Roberts asked. “Somebody could come in and copy my books but that doesn’t mean I’m liable for copyright infringement.”

Dujemine. “Verleitung zum Kameradendiebstahl” klingt in diesem Zusammenhang vielleicht zu formal, darum noch mal volkstümlich: Dumm stellen hilft auch nicht.

Warum also nicht zu bewährten Mitteln greifen und die gute alte Leermedienabgabe auch für CD-ROMs und Speicherkarten einführen? Natürlich ist das keine neue Diskussion – aber interessant ist, dass sie in Kanada bereits abgeschlosen wurde: Dort gibt es eine Leermedienabgabe (”levy”) auch für CD-ROMs (Copyright Board’s Decision on Private Copying und einige Erläuterungen dazu).

Weder die Tatsache, dass der RIAA der Deal nicht schmeckt, als auch die offensichtlichen Schwierigkeiten bei der Implementation sollten den Blick darauf versperren, dass Künstler auch in einer dateitauschenden Welt eine Bezahlung brauchen. Dazu könnte eine Leermedienabgabe ein fairer und bewährter Beitrag sein. Einziges Problem: Das Geld an die Künstler zu verteilen, die von Filesharing am meisten profitieren (sic!).