George W. Bush und der rote Stern

Auch der junge Sozialist muss mit der Zeit gehen – dachte sich anscheinend die “Junge Welt”, spähte die Funktionsweise der Google News aus und schmuggelte den roten Stern neben eine Meldung über George W. Bush (s.u.). Womit sie nicht nur einen Gag am Rande gesetzt sondern auch die Behauptung von SPIEGEL online widerlegt hätten, dass Newsbots die Informationsvielfalt einschränken. Naja, wenigstens an einem trüben Tag im November 2003.

Dienstgeister bei Microsoft

Muss es einen wundern, dass die Kollegen von Microsoft auch in der aktuellsten Ausgabe von Word noch nicht gelernt haben, wie man “Dienstleister” buchstabiert? Mein dadaistischer Liebling unter den Korrekturvorschlägen ist ja “Dienstkleister”, aber “Dienstgeister” beschreibt das spukhafte Verhalten des MS-Supports wahrscheinlich doch am besten :-)

Der klaine Färnseetibb: Jobatey bei “Zimmer Frei”

Wahnsinn, das reimt sich sogar dreimal: Jobatey bei “Zimmer Frei” :-)

Heute abend strahlt der WDR die berühmte Folge von “Zimmer Frei” aus, die Cherno Jobatey für 8 Minuten verließ, nachdem ihn die Moderatoren wegen seiner Legasthenie penetrant gepiesackt hatten. Die taz lässt Götz Alsmann exekutieren:

“In der Sendung haben wir uns mühsam geduzt. Danach haben wir uns kurz angebrüllt, und er hat Christine das Sie angeboten. Dabei hat er es ab einem bestimmten Punkt selbst übernommen, sich vorzuführen, das mussten wir gar nicht mehr machen.”

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass RTL die giftverschrankte Hans-Meiser-Sendung ausstrahlt, in der Christoph Schlingensief als Gast den altväterlichen Meiser vernichtete. Der hatte bis dahin nämlich tatsächlich geglaubt, mit seiner Show Menschen zu helfen.

Mit Anthrax gegen Spam

Ich habe aufgegeben, der Spam hat gewonnen. Vor einem Monat habe ich mir den SpamBully zugelegt, der mir das nervige Aussortieren von Spam erspart. Dabei liege ich mit ca. 15 Spams am Tag noch im Mittelfeld der Belästigten.

Andere Kameraden sind da nicht so zimperlich und greifen zu offensiveren Methoden. Die Berichte häufen sich:

Hundreds of e-mails greeted Markley that Saturday morning. “Last Thursday, I finally knew that my nemesis was Eddy Marin, who has a reputation as the world’s most prolific spammer.” Markley then tracked down and contacted Marin’s ISP of the moment. Within a few hours, Marin’s account had been canceled.
…Artikel bei WIRED News…
Wir berichteten bereits.

Fearing that spammers are increasingly finding ways to slip their unwanted messages past the current generation of filtering technologies, activists are taking a second look at a proposal to use denial-of-service attacks in the fight against spam.
…Artikel bei WIRED News…

Buchstäblich abschießen will aber ein Programmierer die Vögel, die ihm einen größeren Penis in Aussicht stellten:

Booker threatened to send a “package full of Anthrax spores” to the company, to “disable” an employee with a bullet and torture him with a power drill and ice pick; and to hunt down and castrate the employees unless they removed him from their e-mail list.
…Artikel bei WIRED News…

Na ja. Da wär’s doch wahrscheinlich straffreier, den Penis einfach zu nehmen ;-)

Goodbye, Frau Hetzner!

Sie ist weg.

Über Jahre hat sie die Rückseite der c’t geprägt, ach was sag’ ich, veredelt.

Ihre Lieblingsfarbe war definitiv orange (oder rot, je nachdem, was der Andruck übrigließ) – das kecke T-Shirt mit Herzaufdruck, des legere Hemd immer einen Knopf zuweit zu.

Der echte c’t Abonnent wußte, was Samstags anstand: die Frau, Freundin oder Lebensabschnittspartnerin mit fadenscheinige Argumenten ablenken, mit zittrigen, verschwitzten Händen die aktuelle Ausgabe aus dem Briefkasten zerren, das Titelbild ignorieren (surprise, surprise: ein Linux Pinguin in Bondage unter einem Windows Vierfarbsymbol), das Magazin umdrehen und – da war sie! immer neben einem prall gefüllten Serverrack, die Fingerspitzen lasziv am schon leicht nach hinten gelegten TFT Display, und meistens ein Handy am Ohr.

Was ich darum geben würde Ihre Stimme noch einmal zu hören. “39 Euro – pro Monat” flüsterte sie uns ins Ohr, und wir wussten verdammt genau, was sie meinte: “SuSE 8.1 oder Debian 3.0″, “512 MB SD-Ram” und wer jetzt noch nicht wußte, was geht:
“Voller Root Zugriff”.

Nicht umsonst liegt Deutschlands dickstes Männermagazin immer griffbereit neben der Klopapierrolle.

Aber wie alles Gute mußte Frau Hetzner weichen: in c’t Ausgabe 21 war die Welt noch in Ordnung, die 22 trug eine entsetzliche M$ Werbung auf der Rückseite (warum muß der Typ wie Tron aussehen? Heräsie!) und dann – beginnt Herr Hetzner plötzlich seine Werbung zu designen!

Ich meine – das geht doch nicht! Jetzt lehnt sich eine dauergewellte Nebenbuhlerin gelangweilt rechts aus dem Bild ‘raus, im kackbraunen Hemd, und will immer noch 39 Euro, obwohl unter ihr das Serverrack plötzlich verwaist ist!

Ich sag’s jetzt einmal und nie wieder:

Herr Hetzner, hast Du den Kassenschlüssel da?

Storno!

Chaos: Australian for Voting

Da fragt man sich doch, ob irgendwer was aus der Fehlwahl von George W. Bush gelernt hat? Wenn schon Punch Card-Wahlzettel im Butterfly-Stil zu einer großen Zahl falsch abgegebener Stimmen geführt haben – wie soll dann ein Mensch beim australischen Computerwahlbildschirmablauf (ein Wort, nur halb so kompliziert wie das beschriebene Ding) den Überblick behalten? Elf Bildschirmseiten brauchen die Regierungskollegen, um zu erklären, wie man elektronisch wählen kann.

Was die WIRED News da mit “Aussies Do It Right” meinen, darf schleierhaft bleiben. Offensichtlich ist das System aber hauptsächlich ein korrektes Abbild des australischen Wahlsystems, in dem es auch noch andere Teile gibt, die schwer zu erklären sind.

Geotargeting in Longhorn: Aber nicht in Europa!

Gerade bei telepolis über die integrierte Suchfunktion in Microsofts Longhorn gelesen:

Mit einer weiteren, “geotargeting” genannten Suchfunktion soll es bei der Websuche möglich werden, Suchergebnisse so zu begrenzen, dass primär diejenigen Links z. B. von Firmen angezeigt werden, die in Wohnortnähe des Users beheimatet sind. [...] An einer ähnlichen Funktion arbeiten derzeit übrigens auch Google und Yahoo.

Na, wenn die Kollegen da mal ja nicht auf die Idee kommen, Kfz-Kennzeichen zur Indizierung zu verwenden (wir berichteten)!

DMCA, jetzt schon bröckelnd: Sing, mein MP3-Spieler, sing!

Als Mitarbeiter einer Internet-Agentur bin täglich an der (manchmal hoffentlich wirklich: Wert-) Schöpfung von Werken persönlich beteiligt. Am Ende des Tages hängt also mein täglich Brot nicht zuletzt vom Urheberrecht ab. Wenn dann zum Beispiel der Hersteller eines Kräuterlikörs, der genauso heißt wie ein geschiedener Schnulzier, unsere Gestaltungsidee aus einer Wettbewerbspräsentation (nicht mal: dankend) online verwendet, ohne dafür zu zahlen – dann würde ich mir schon mal ein Wasserzeichen für Ideen wünschen. Und einen härteren Punch ;-)

Dass aber der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) über das Ziel hinaus schießt, beginnen mittlerweile auch die Leute einzusehen, die über seine Einhaltung wachen. James Billington, der Librarian of Congress, hat Ausnahmen von der Regel genehmigt, nach der ein Kopierschutz nicht umgangen werden darf:

People may bypass a digital lock to access lists of websites blocked by commercial filtering companies, circumvent obsolete dongles to access computer programs, access computer programs and video games in obsolete formats, and access e-books where the text-to-speech function has been disabled.
…der ganze Artikel bei WIRED-News…

Besonders froh stimmt der letzte Punkt, dass sich der Gedanke des Fair Use doch noch behauptet: Wer ein E-Book kauft, der darf es sich auch vom Computer vorlesen lassen – selbst wenn der Herausgeber das verhindern möchte. Bald wird dann hoffentlich auch klargestellt, dass ich mir die neue van Morisson auch von meinem MP3-Spieler vorsingen lassen darf.