Komm ich gezz im Fernsehen?

[Dieser Eintrag ist von gestern "nachgebloggt".]

Als ich vorhin vom späten Frühstück (die Nacht wird lang werden) zurückkam, schaltete ich auf dem Hotelfernseher wie üblich den Grand-Prix-Kanal an. In allen offiziellen Eventhotels läuft ein interner Kanal, der rund um die Uhr entweder live oder in Aufzeichnungen die Kostümproben aus der Halle überträgt – und offensichtlich auch die Pressekonferenz der EBU, auf der ich gestern war. Ich schalte also den Fernseher an und sehe: mich. Verrückt.

Nun kann man nicht wirklich von einem Millionenpublikum sprechen, vor dem ich aufgetreten wäre, denn natürlich sendet keine Station der Welt eine EBU-Pressekonferenz. Die EBU sendet trotzdem alles, was sie macht, über den Satelliten einfach mal in die Welt raus. Aber es war dennoch hochspannend, mich selbst im Fernsehen zu beobachten.

Befunde:

  • Fernsehkameras machen dick. Ich liege zwar auch im richtigen Leben ein klitzekleines bisschen über dem Idealgewicht, aber nur um 50% so viel wie die Kamera suggeriert.
  • Wenn man einfach still sitzt und ausdruckslos in die Gegend guckt, ist das für’s Fernsehen ein völlig okayes Verhalten. Nasekratzen, An-der-Maus-Ruckeln oder Wasserglas-Umstellen dagegen wirkt wie ein gewollter Showact. Besser lassen, beim nächsten Mal.
  • Erstaunlich, wie wenig man mitbekommt. Beim Sehen und Hören der Pressekonferenz auf dem Fernseher habe ich wahrscheinlich 100% mehr Informationen mitbekommen als auf dem Podium im Scheinwerferlicht. Und das, obwohl ich ja keinen sprechenden Part hatte und es gewohnt bin, vor 5 oder auch 40 Leuten zu reden…

Da ich nicht wichtig war, kam ich erfreulicherweise nur selten ins Bild. Hier eine kleine Auswahl:

Das Podium eine Stunde vor der Veranstaltung. Die Pressekonferenzen finden seit kurzem in einem alten Kino 200 m neben der Eventhalle statt.

Das Podium mit allen Teilnehmern drauf. Von links nach rechts:

  • Kjell Ekholm, Unterhaltunschef des finnischen Fernsehens, quasi der Jürgen Meier-Beer Finnlands;

  • Svante Stockselius von der EBU, der “Chef” des Grand Prix;
  • Søren Therkelsen, Produzent des Dänischen Fernsehen, verantwortlich für die Sonder-Show im Oktober zum 50. Grand-Prix-Jubiläum;
  • moi;
  • Marc Schmid, CEO von Fleurop-Interflora in Europa.


(Den Schriftzug “Preview” setzen sie im EBU-internen Kanal immer drüber, damit niemand etwa eine Generalprobe der Show aufnimmt und vorab als DVD vertickt.)

Ivor Lyttle und ich. Ivor ist die One-Man-Show hinter Eurosong News, einem renommierten Print-Fanzine zum Grand Prix. Er war im Verlauf der Pressekonferenz auf’s Podium gebeten worden.

Und nächstes Mal bin ich dann auch bereit für einen Text-Part. Langsam steigern.

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