Kopierschutzschutz (sic): Dumm stellen hilft nicht

Wie ich in diesem Zusammenhang schon einmal meinte: Dumm stellen hilft auch nicht. Heutiges Beispiel: Der Heise Zeitschriften Verlag, nebenberuflich Promotor des Deppenleerzeichens, wundert sich von der Musikindustrie abgemahnt zu werden, weil er in einem Artikel auf heise.de einen DVD-Kopierschutzknacker beworben hat:

[§ 95a des Urheberrechtsgesetzes] verbietet unter anderem Herstellung, Einfuhr, Verbreitung, Verkauf, Vermietung und Bewerbung derartiger Soft- und Hardware. Nach Ansicht der Musikindustrie liegt ein Verstoß gegen diese Vorschrift bereits in dem Setzen eines Links auf die Eingangsseite der Online-Präsenz eines Herstellers von Kopiersoftware.

[...]

Der Chefredakteur von heise online, Christian Persson. “Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden.”

Was für ein lächerliches Argument! Natürlich bewirbt heise unbestreitbar den beschriebenen Kopierschutzknacker, dazu muss man sich allein mal die Kundschaft in den heise-Foren anschauen, die heise natürlich auch sehr genau kennt. Außerdem beschreibt der Artikel keineswegs, warum ein bestimmter Kopierschutz unwirksam ist. Er beschreibt nur, dass er geknackt werden kann, was unbestreitbar verboten ist, wenn auch aus unsinnigen Gründen.

Der Artikel ist also in der Logik des Chefredakteurs viel eher vergleichbar mit einem, der für die Kundschaft der Einbrecher unter Angabe der Bezugsadresse die Funktionsweise eines Dietrich-Sets beschreibt und schließlich vorgibt, nur über die Knackbarkeit von Schlössern informieren zu wollen.

Ich bin gegen Kopierschutz, in bin gegen §95 des UrhG, aber ich bin für eine redliche Diskussion. Und von Heise hätte ich mehr erwartet.

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